Stadtteilspaziergänge

Fakten -

1388

26. Mai 1388

Andechs * Auf dem halbverfallenen Burgberg in Andechs machen die Herzöge Stephan und Johann unter dem Altar zufällig einen Fund. Sie entdecken eine eisenbeschlagene Holztruhe, die selbst 150 Jahre nach der Zerstörung der Andechser Burg, nicht einmal nennenswert Rost angesetzt hat, und in welcher zahlreiche Reliquien eingelagert sind. Darunter befinden sich  

  • drei Hostien,  
  • das Spottzepter und  
  • das Schweißtuch Christi,  
  • ein Teil der Dornenkrone,  
  • ein Stück der Lanze des Longonius,  
  • das Brautkleid und das Kreuz der heiligen Elisabeth,  
  • das Siegeskreuz Karls des Großen,  
  • sowie zahlreiche Hirnschalen, Rippen, Fuß- und Armknochen.  

Allerdings war bis zu ihrem wundersamen Auftauchen von diesen Reliquien niemals die Rede.  

Die baierischen Herzöge bringen das Schatzkästlein samt Inhalt in die Lorenzkapelle des Alten Hofes. Die Kapelle hat schon vorher zur Aufbewahrung der Reichsinsignien gedient. Der Aufbewahrungsort und die Art der Reliquien sind eine bewusste Anspielung auf die verlorenen Reichsinsignien.  

Ob es Zufall oder ein geschickt eingefädelter Coup ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Auch deshalb, weil gleichzeitig eine Vernebelungstaktik beginnt. Die Einträglichkeit eines solchen Fundes ist den Herzögen freilich bekannt. Und der seit 1385 begonnene Bau der Neuen Veste kostet viel Geld. 


1494

14. Dezember 1494

Ingolstadt * Das Herzogliche Georgianum wird durch Herzog Georg den Reichen von Landshut-Niederbaiern ins Leben gerufen und in die im Jahr 1472 gegründete Universität Ingolstadt eingegliedert. Es ist heute das zweitälteste und einzige staatliche Priesterseminar der Welt.


1500

1500<p><strong><em>München</em></strong> * München hat 13.500 Einwohner.&nbsp;Es gibt 14 berufsmäßig betriebene Badstuben.</p>

1774

1774

Bogenhausen * Seit dem Jahr 1770 Ignaz Günther an der Kanzel des Bogenhausener „Georgskircherls“.


1800

Um den 1. Mai 1800

Ingolstadt - Landshut * Das „Collegium Georgianum“ wird mit der „Universität“ von Ingolstadt nach Landshut verlegt.


1808

1. Juni 1808

München * Gründung der Königlichen Akademie der Bildenden Künste. Ihr erster Direktor ist der inzwischen in den Adelsstand erhobene, aus Düsseldorf stammende Johann Peter von Langer.


1813

18. März 1813<p><strong><em>München</em></strong> * In einer von Minister&nbsp;Montgelas veranlassten Anweisung heißt es:&nbsp;<em>„Es ist Anzeige gemacht worden, daß mehrere Eleven der Akademie der bildenden Künste sich durch Schnurr- und Knebelbärte auszuzeichnen suchen.&nbsp;Die Akademie erhält den Auftrag, sie zur Ablegung derselben sofort anzuweisen und überhaupt über ein ruhiges und sittliches Betragen sorgfältig zu wachen.“&nbsp;</em></p> <p>Besonders beunruhigend sind für die Regierung eine <em>„auffallende Haartracht oder Abzeichen auf Mützen und Hüten“</em>, die auf geheime Verbindungen&nbsp;hindeuten könnten.</p>
27. Juli 1813

München-Kreuzviertel * Maria Ellenrieder schreibt sich als erste Münchner Kunststudentin an der Akademie ein. Bis 1841 weisen die Matrikelbücher insgesamt 47 Kunststudentinnen aus.

8. Oktober 1813

Ried * Mit dem Vertrag von Ried vollzieht das Königreich Baiern den Bündniswechsel zur antinapoleonischen Koalition. Nach achtjährigem Bündnis mit Frankreich wechselt Baiern auf die Seite der Alliierten.

  • Umgehend garantiert Österreich Baiern seine Souveränität und seinen Besitzstand im Umfang von 1812. 
  • Gleichzeitig erklärt Baiern den Austritt aus dem Rheinbund. 
  • Das zu stellende Truppenkontingent erhöht sich allerdings auf 36.000 Mann. 

Das Oktoberfest fällt zum ersten Mal aus.


1824

1824

München-Maxvorstadt * Peter von Cornelius wird Direktor der „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“.

6. August 1824

Haidhausen * Johann Peter von Langer stirbt.

Noch kurz vor seinem Tod äußert er sich vor seinen Studenten folgendermaßen: „Meine Herren, es gibt nur drei wahrhaft große Künstler: Der Erste war Raffael, der Zweite ist mein Sohn und den Dritten verbietet mir die Bescheidenheit, Ihnen zu nennen!“
Kritik nahm er nicht mehr wahr. Den Bestrebungen, ihn als Akademiedirektor abzusetzen, muss er sich nicht mehr stellen, da er das Zeitliche segnet. 

Robert von Langer erhält zwar das väterliche Adelsprädikat übertragen, doch für das Amt des Akademie-Direktors wird im gleichen Jahr Peter Cornelius berufen. 


1826

1826

München-Maxvorstadt - Schwabing * Erste Planungsvorstellungen von König Ludwig I. zum Bau des „Siegestores“.

1826

Landshut - München-Kreuzviertel * Die „Universität“ und das „Georgianum“ werden von Landshut nach München umverlagert.


1827

1827

München-Maxvorstadt * König Ludwig I. erteilt Friedrich von Gärtner den Auftrag zum Bau der „Bayerischen Staatsbibliothek“, deren Bestände auf Herzog Albrecht V. ins 16. Jahrhundert zurückgehen.

Schon bevor sie die rund 200.000 Bände aus den säkularisierten Klöstern aufnehmen musste, war die „Staatsbibliothek“ schon eine der umfangreichsten Sammlungen ihrer Art in Europa.

1827

München-Maxvorstadt - Schwabing * Die Fortsetzung der Ludwigstraße nach Norden bis zum Dorf Schwabing wird durch „Ministerialbeschließung“ angeordnet.

26. April 1827

München-Kreuzviertel * Robert von Langer wird „Direktor der kgl. Sammlung von Handzeichnungen, elfenbeinernen Schnitz-Werken, Miniatur-, Email- und Musiv- Arbeiten“

Damit beendet er seine Tätigkeit an der „Akademie“.


1828

1828

München-Maxvorstadt * Friedrich von Gärtner beginnt mit den Planungen zur „Ludwigskirche“.


1829

25. August 1829

München-Maxvorstadt * Am Geburstag König Ludwigs I. wird der Grundstein für die Ludwigskirche gelegt.


1830

1830

München-Maxvorstadt * Robert von Langer übernimmt seinen letzten öffentlichen Auftrag und schmückt das „Herzog-Max-Palais“ mit Szenen aus der griechischen Mythologie aus.

Herzog Max in Bayern war der Vater der Kaiserin Elisabeth.


1831

18. Oktober 1831

Donaustauf * Der Grundstein für die Walhalla bei Donaustauf wird gelegt.


1832

1832

München-Maxvorstadt * Grundsteinlegung für die 172 x 78 x 24 Meter umfassende „Bayerische Staatsbibliothek“.

8. Juli 1832

München-Maxvorstadt * Der Grundstein für die Bayerische Staatsbibliothek an der Ludwigstraße wird gelegt. 


1835

Ab dem 11. April 1835

München-Maxvorstadt * Die Arbeiten für die von Friedrich von Gärtner im Stil des romantischen Historismus geplanten Bauten gegenüber der Universität beginnen.
Sie dauern sechs Jahre an.

Nördlich der heutigen Veterinärstraße entsteht das „Max-Joseph-Stift“ für „höhere Töchter“;
südlich davon das „Georgianum“ für angehende Geistliche.

23. Juli 1835

Haidhausen * Grundsteinlegung für das Muffat-Brunnhaus auf der Kalkofeninsel.

15. Oktober 1835

München-Maxvorstadt * Grundsteinlegung für das Max-Joseph-Stift an der Ludwigstraße.


1837

1837

München-Maxvorstadt * Die von Friedrich von Gärtner geplante „Staatsbibliothek“ wird bezogen.

Anfang 1837

Haidhausen * Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird in Betrieb genommen.


1840

1840

München-Maxvorstadt - Schwabing * Friedrich von Gärtner beginnt im Auftrag König Ludwigs I. mit den Planungen zum „Siegestor“.

Johann Martin von Wagner wird mit dem Skulpturenschmuck des „Siegestores“ beauftragt.

Um Dezember 1840

München-Maxvorstadt * Die Bauarbeiten für das „Max-Joseph-Stift“, einem „Erziehungsinstitut für Töchter aus höheren Ständen“ sind abgeschlossen.


1841

1841

München-Maxvorstadt * Das „Georgianum“, das weltweit einzige staatliche „Priesterseminar“, zieht in seinen Neubau an der Ludwigstraße.

August 1841

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das endgültige Reliefprogramm für das „Siegestor“ wird festgelegt. 

29. Oktober 1841

München - Schleißheim * Robert von Langer wird Direktor der Zentral-Gemälde-Galerie. In dieser Funktion darf er die Alte Pinakothek einrichten und die Schleißheimer Galerie umordnen.


1842

1842

München-Maxvorstadt * Die „Staatsbibliothek“ in der Ludwigstraße ist endgültig fertiggestellt. 

18. Oktober 1842

Kelheim * Der Grundstein für die Befreiungshalle bei Kelheim wird gelegt.


1843

1843

München-Maxvorstadt * Der Bau der „Bayerischen Staatsbibliothek“ an der Ludwigstraße wird vollendet.

Er kostet 1,3 Millionen Gulden.

12. Oktober 1843

München-Maxvorstadt - Schwabing * Anlässlich des Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig wird der Grundstein für das Siegestor gelegt. König Ludwig I. verliest den Satz: „Bayerns tapferem Heere, das zu jeder Zeit, in allen Lagen seinem Landesfürsten unerschütterlich treu war, ihm widme ich das Siegesthor.“ 


1844

1844

München-Maxvorstadt * Nach einer Bauzeit von 15 Jahren kann die „Ludwigskirche“ eingeweiht werden.

Peter Cornelius, den König Ludwig I. extra von Düsseldorf nach München holt, schafft das größte Fresko der Welt. Wesentlich größer als Michelangelos „Jüngstes Gericht“ in der „Sixtinischen Kapelle“ in Rom.


1847

Um März 1847

Schwabing * Das an der „Schwabinger Landstraße“ erbaute „Palais für Königin Therese“ ist fertiggestellt.

Der Architekt ist Friedrich von Gärtner.

21. April 1847<p><strong><em>München</em></strong> * Friedrich von Gärtner stirbt.&nbsp;Eduard Metzger übernimmt daraufhin die Bauleitung für die Arbeiten am Siegestor.</p>

1850

1850

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das „Siegestor“ wird zwei Jahre nach der Abdankung König Ludwig I. fertiggestellt.

Es soll an die siegreichen Feldzüge der Jahre 1813 bis 1815 gegen Napoleon erinnern.
Das „Siegestor“ ist 411.000 Gulden teuer.

1850

München-Maxvorstadt * Während seines Aufenthalts im „Georgianum“ (bis 1852) entwickelt der spätere „Landpfarrer“ Sebastian Kneipp seine „Wasserkur“.

15. Oktober 1850

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das Siegestor wird - noch ohne der Quadriga - eingeweiht.


1852

Ab 1852

München-Maxvorstadt * Bis zum Wintersemester 1920/21 werden Frauen nicht mehr zum Studium an der „Akademie der Bildenden Künste“ zugelassen.

Um Oktober 1852

München-Maxvorstadt - Schwabing * Die von Ferdinand von Miller gegossene „Quadriga“, eine 6 Meter hohe Bavaria, die einen von vier Löwen gezogenen Wagen lenkt, wird auf das „Siegestor“ gehievt.

16. Oktober 1852

München-Maxvorstadt - Schwabing * Nach dem Aufsetzen der Quadriga wird das Siegestor feierlich eröffnet.

1. November 1852

München-Maxvorstadt * Das Siegestor geht als Schenkung an die Stadt über - und damit auch der Unterhalt. Mit der Auflage, dass seine Ausrichtung nach Norden nie verändert werden darf.


1854

1. Oktober 1854

München-Maxvorstadt * Der Münchner Glaspalast wird mit der Allgemeinen Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbeerzeugnisse eröffnet.

26. Oktober 1854

München-Graggenau * Die Königinmutter Therese stirbt an der Cholera. Ihre Grabstätte befindet sich heute in der Basilika Sankt Bonifaz in München. 


1857

1857

München * Im Braujahr 1856/57 steht „Spatenbräu“ mit einem Verbrauch von 18.417 Scheffel Malz an der Spitze in München.

Die zwölf erfolgreichsten Münchner Brauereien haben einen Malzverbrauch von zusammen 102.748 Scheffel.

Das sind 228.100 Hektoliter.


1858

1858

München-Maxvorstadt * Aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens hält die „Akademie der Bildenden Künste“ die „Deutsche Allgemeine und Historische Kunstausstellung“ im „Glaspalast“ ab.

1858

Schwabing * Das „Palais der Königin Therese“ wird um 20.000 Gulden - über einen Strohmann - vom Militär gekauft und nach dem Umbau als „Kriegsschule“ verwendet.

31. Dezember 1858

München * In München wohnen 121.234 Einwohner in 6.083 Häusern.


1861

31. Dezember 1861

München * München hat 130.222 Einwohner, 4.251 Familien, 6.210 Häuser.


1864

11. März 1864

München * Nach dem Tod seines Vaters, König Max II., wird Kronprinz Ludwig II. zum König der Bayern. Um 10 Uhr vormittags leistet er seinen Eid auf die Verfassung.


1866

Juli 1866

Schwabing * Im stattfindenden Krieg wird das ehemalige Palais der Königin Therese als Filialspital des Münchner Militärkrankenhauses verwendet.


1871

16. Juli 1871

Schwabing - München-Maxvorstadt * Die siegreichen bayerischen Truppen ziehen triumphierend durch das feierlich geschmückte Siegestor.


1872

1872

Schwabing * Das „Palais der Königin Therese“ wird von deren Enkel Prinz Leopold gekauft. 

Seither trägt es den Namen „Palais Leopold“.


1880

Um 1880

Schwabing * Das Gebäude Georgenstraße 8/10 wird nach dem Entwurf von Josef Hoelzle als symmetrisches Doppelhaus hergestellt.


1885

September 1885

München-Theresienwiese * Das „Oktoberfest“ wird mit 16 elektrischen Bogenlampen beleuchtet.

Acht davon brennen die ganze Nacht.


1887

1887

München * Dr. Bruno Schoenlanks Buch „Zur Lage der arbeitenden Klasse in Bayern“ erscheint.


1889

1889

München-Maxvorstadt * Die Villa in der Kaulbachstraße 15 wird vom Architekten Gabriel von Seidl für den „Kunstmaler“ Friedrich August von Kaulbach erbaut.


1891

1891

München-Lehel - Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Prinzregentenstraße wird angelegt.

1891

München-Schwabing - München-Maxvorstadt * Der „Maler“ und „Lehrer“ Anton Azbé betreibt in der Georgenstraße 16 und an der Amalienstraße 57 („Damenabteilung“) eine „Mal- und Zeichenschule“.

Einer seiner Schüler war Wassily Kandinsky.

9. Mai 1891

München * Die Private Münchener Gasgesellschaft, die das Beleuchtungsmonopol in München bis zum Jahr 1899 besitzt, unterzeichnet einen Ablösungsvertrag. Dadurch kann die Stadtgemeinde eine Kraftanlage zur Erzeugung von Strom aufbauen.


1893

1893

München-Haidhausen * Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird zu Münchens erstem Elektrizitätswerk umgebaut.

Die dazu notwendige Energie liefert der Auer Mühlbach.


1894

Januar 1894

München-Haidhausen * Johann Karl Bernhard Müller vermacht der Stadt seinen gesamten Münchner Immobilienbesitz, um dafür ein Bad „für das unbemittelte Volk“ zu errichten.


1896

1. Januar 1896

München-Haidhausen * Das Muffatwerk erzeugt jetzt Strom mit 600 PS.


1897

1897

München-Haidhausen * Dem „Muffatwerk“ stehen 1.370 PS zur Stromerzeugung zur Verfügung.


1898

1898

München-Haidhausen - München-Lehel * Der Kabelsteg - Münchens schönste und meistfotografierte Brücke - wird zur Kabelüberführung errichtet.


1899

Dezember 1899

München * Bereits 2.000 Münchner Haushalte sind an das öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen.


1900

Um 1900

München-Schwabing * Das Haus Georgenstraße 8 wird nach dem Entwurf von Josef Hoelzle vollständig umgebaut. Das palastähnliche Bauwerk im Wiener Ringstraßen-Stil wird dem päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli als Residenz angeboten. Eine Kapelle befindet sich im Osttrakt des Bauwerks.

21. Oktober 1900

München-Au * In den aufgelassenen Räumen der München-Dachauer-Aktiengesellschaft für Maschinenpapierfabrikation, am Kegelhof 3 in der Au, wird das Museum für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen eröffnet Es ist das erste Museum dieser Art im deutschsprachigen Raum.


1901

April 1901

München * Der „Civilingenieur“ Karl Müller wird in den Adelsstand erhoben. 

Er nennt sich jetzt Ritter Karl von Müller.


1903

1903

München-Schwabing * Der „Privatgelehrte“ Friedrich Wilhelm von Bissing erwirbt das Gebäude an der Georgenstraße 10 und lässt es nach seinen Vorstellungen umbauen.

Es entsteht eine schöne Verbindung des Münchner Jugendstils mit traditionellen Elementen Altmünchner Bürgerhäuser.


1905

5. August 1905

München-Schwabing * Der Kunstmaler und Lehrer Anton Azbé stirbt im Alter von 43 Jahren.


1906

26. November 1906

München-Lehel * Das Königlich Bayerische Arbeitermuseum in der Pfarrstraße 3 wird eröffnet.


1907

31. Dezember 1907

München-Lehel * Das Königlich Bayerische Arbeitermuseum zählt 16.000 Besucher.


1909

1909

München-Maxvorstadt * Noch zur „Jahrhundertfeier 1909“ lassen sich die Professoren der „Akademie der Bildenden Künste“ ihre „Festuniform“ nach den Vorgaben von 1808 schneidern.

4. Juli 1909

Bozen * Ritter Karl von Müller, der Sponsor des Volksbades, stirbt in der Nähe von Bozen. 


1910

1910

München-Haidhausen * Die Dienstvilla für den Direktor des „Muffatwerkes“ an der Zellstraße 8 wird bezogen.


1912

1912

München-Maxvorstadt * Paul Ludwig Troost, der Architekt des „Hauses der Deutschen Kunst“ und der „Parteibauten am Königsplatz“, lebt bis zu seinem Tod am 21. Januar 1934 in der Kaulbachstraße 10, EG, links.

Er gilt als der Architekt, der in seinen Planungen bereits die Grundzüge der nationalsozialistischen Stadtplanung festgelegt hat, wie sie später im gesamten Deutschen Reich zur Ausführung kommen.


1914

1914

München * Friedrich Wilhelm von Bissing schenkt seine „Sammlung altägyptischer Kunst“ der bayerischen „Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst“.


1918

1918

München-Maxvorstadt * In den Räumen des heutigen Bayerischen Hauptstaatsarchiv an der Ludwigstraße 14 sowie Schönfeldstraße 3 und 5 ist bis 1919 das Bayerische Kriegsministerium untergebracht.

1918

München * Der in der Zeit des Ersten Weltkriegs von Anita Augspurg und anderen Frauen gegründete „Internationale Ausschuß für einen dauernden Frieden“ wird in „Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit“ umbenannt.

Nach dem 9. November 1918

München-Maxvorstadt * Nach der Revolution vom November 1918 wird das Professoren-Kollegium an der Akademie der Bildenden Künste als „Konzilium verschwitzter Schiffshüte“ verunglimpft.


1919

9. Dezember 1919

Berlin - München * Die Reichswehr übernimmt das Kommando über das Bayerische Kriegsministerium. Bayern bildet fortan den Wehrkreis VII der Reichswehr.


1920

1. April 1920<p><strong><em>München-Lehel</em></strong> * Nach seiner Entlassung aus dem Aufklärungskommando&nbsp;der Reichswehr&nbsp;am 31. März 1920 lebt Adolf Hitler zur Untermiete bei einer Frau Reichert in einem kleinen Zimmer in der Thierschstraße 41.</p>

1921

28. September 1921

München * Generalleutnant Otto Hermann von Lossow übernimmt die Befehlsgewalt über die in Bayern stationierte 7. Division.


1922

1922

München-Maxvorstadt * Bis 1925 bewohnt der „päpstliche Nuntius“ Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., während des Umbaus der „Nuntiatur“ in der Brienner Straße die Räume des „Seyssel-Palais“ in der Kaulbachstraße 13.


1923

26. September 1923

München * Die bayerische Regierung ernennt Gustav Ritter von Kahr - aus Protest gegen den Abbruch des Ruhrkampfes durch die Reichsregierung - zum Generalstaatskommissar, auf den die gesamte exekutive [= vollziehende] Gewalt übergeht. Er hat damit diktatorische Vollmachten.

Gustav von Kahr, Otto von Lossow, der Befehlshaber des Wehrkreises VII, und der Chef der Landespolizei, Hans Ritter von Seisser, regieren den Freistaat Bayern als Triumvirat und bereiten zusammen mit Rechtsradikalen in Norddeutschland den Staatsstreich in München und Berlin vor. 

9. November 1923

München-Maxvorstadt * Beim Hitler-Putsch ist das Kriegsministerium ein Zwischenziel des „Marsches nach Berlin“, der jedoch an der Feldherrnhalle gestoppt wird.

Ernst Röhm besetzt im Auftrag Hitlers mit 400 Bewaffneten sein eigenes Bürohaus, in dem er Stabsoffizier war. Ohne Erfolg!


1924

29. Februar 1924

Berlin * Reichswehrminister Otto Geßler enthebt Generalleutnant Otto Hermann von Lossow seiner Funktion als Generalkommandant der VII. Division.


1926

1. Mai 1926

München-Lehel * Umbenennung des „Königlich Bayerischen Arbeitermuseums“ in „Soziales Landesmuseum in München“.


1928

1928

München-Maxvorstadt * Die „Hauptlehrerin“ und „SPD-Aktivistin“ Antonie (Toni) Pfülf zieht in das Gartenhaus der Kaulbachstraße 12.


1931

5. Juni 1931

München-Maxvorstadt * Ein Großbrand zerstört den Münchner Glaspalast. Fast 3.000 Gemälde werden ein Raub der Flammen.


1933

30. Januar 1933

Berlin * Der Tag der sogenannten Machtübernahme. Adolf Hitler wird vom Reichspräsidenten Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er leitet eine Koalitionsregierung bestehend aus NSDAP, DNVP und Stahlhelm.

Februar 1933

Zürich * Anita Augspurg und ihre Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann emigrieren nach der „Machtübernahme Hitlers“ am 30. Januar 1933 nach Zürich.

Sie befinden sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Mittelmeerreise.

1. Mai 1933

München * Der „Allgemeine Deutsche Automobilclub“ spendet der NSDAP Benzin, damit sie den „Tag der Deutschen Arbeit“ kostengünstiger organisieren kann.

8. Juni 1933

München-Maxvorstadt * Toni Pfülf begeht in ihrer Wohnung im Gartenhaus der Kaulbachstraße 12 Selbstmord. Nach den Reichstagswahlen im März 1933 wurden viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Schutzhaft genommen. Auch Toni Pfülf war vorübergehend wegen „Aufforderung der Arbeiterschaft zum Widerstand gegen das NS-Regimes“ verhaftet worden.

28. Juni 1933

München-Maxvorstadt * Die Akademie des Deutschen Rechts wird vom Rechtsanwalt Hans Frank gegründet.

1. Oktober 1933

München * Kommandierender General im Wehrkreis VII wird Wilhelm Adam.

11. Oktober 1933

München-Lehel * Reichskanzler Adolf Hitler legt, begleitet vom Geläute sämtlicher Münchner Kirchenglocken, den Grundstein für das Haus der Deutschen Kunst. Dabei bricht der Zeremonienhammer in zwei Teile. Ein böses Omen.

Zugleich verleiht der „Führer“ der bayerischen Hauptstadt den Ehrentitel „Hauptstadt der Deutschen Kunst“.


1934

1934

München-Schwabing * Das Areal des „Leopoldparks" samt dem dazugehörenden „Palais Leopold“ geht in den Besitz der Stadt über. 

Der Nazi-Führer Christian Weber plant hier die Errichtung eines „Jagdmuseums“, das dann aber im „Schloss Nymphenburg“ verwirklicht wird.

30. Juni 1934

München * Der sogenannte Röhm-Putsch.


1935

1935

München-Schwabing * Das „Palais Leopold“ wird abgerissen.

1. Oktober 1935

München * Nachfolger von Wilhelm Adam als Kommandierender General im Wehrkreis VII wird General Walter von Rückenau, der als einer der wenigen Vertrauten Adolf Hitlers im Generalstab gilt.

9. November 1935

München-Maxvorstadt * Die Särge der Toten des Hitlerputsches von 1923 werden in der Nacht mit einem Fackelzug durch das Siegestor getragen und am Tag in den neu erbauten Ehrentempeln am Königsplatz aufgestellt.


1937

1937

München-Maxvorstadt * Die „Kaulbach-Villa“ in der Kaulbachstraße 15 wird vom „Gauleiter“ und „Innenminister“ Adolf Wagner bewohnt.

18. Juli 1937

München-Lehel - München * Knapp vier Jahre nach der Grundsteinlegung wird das Haus der Deutschen Kunst mit der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung eröffnet. Höhepunkt des drei Tage währenden „Tages der Deutschen Kunst“ ist der Festumzug „Zweitausend Jahre deutsche Kultur“.


1938

1938

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Umzug „2000 Jahre Deutsche Kultur“ nutzt das „Siegestor“ für seine Propaganda.

1938

München-Maxvorstadt * Das „Herzog-Max-Palais“ wird von den Nazis für den Neubau der „Reichshauptbankstelle“ abgerissen.

Damals nimmt man die von Robert von Langer geschaffenen Fresken im Empfangssaal ab und transportiert sie in das „Haus des Deutschen Rechts“.

Noch vor den ersten Bombenangriffen verkleidet man die Fresken aus Angst vor Zerstörung.
Dabei geraten sie in Vergessenheit.

15. Februar 1938

München * Walter von Reichenau übergibt das Kommando im Wehrkreis VII an General Eugen Ritter von Schobert.


1939

1939

München-Maxvorstadt * Das „Haus des Deutschen Rechts“ in der Ludwigstraße 28 wird seinem Zweck übergeben. 

Hans Frank will das Justizwesen zu einer „Waffe von ungeheuerer Bedeutung für das deutsche Volk“ umgestalten.

Um Oktober 1939

München-Maxvorstadt * Um den „großen Einfluß des Theologieprofessorenzirkels auszuschalten“ schließen die braunen Machthaber das „Georgianum“.


1942

26. Januar 1942

München-Maxvorstadt * Walter Klingenbeck wird verhaftet. 

  • Er ist Mitglied einer kleinen oppositionellen katholischen Jugendgruppe, die Rundfunksender bastelt und damit oppositionelle Nachrichten verbreitet.
  • Außerdem verteilten sie Flugblätter und brachten Parolen an Gebäuden an.
24. September 1942

München * Walter Klingenbeck wird durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.


1943

März 1943

München-Maxvorstadt * Phosphor- und Sprengbomben zerstören 85 Prozent der Bausubstanz und 25 Prozent des Bücherbestands der Bayerischen Staatsbibliothek.

5. August 1943

München-Obergiesing * Walter Klingenbeck wird im Alter von 19 Jahren im Gefängnis Stadelheim hingerichtet bzw. ermordet.


1944

1944

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Bei einem Bombenangriff wird das „Siegestor“ zerstört.

1944

München-Maxvorstadt * Die „Ludwigskirche“ erhält schwere Bombenschäden.

1944

München-Maxvorstadt * Paul Giesler übernimmt nach Adolf Wagners Tod dessen Dienstvilla in der Kaulbachstraße 15 und seine Funktionen als „Gauleiter“ und Innenminister“.


1945

Nach 1945

München-Maxvorstadt * Die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ werden nur noch in vereinfachter Form hergestellt.

Ende April 1945

München-Maxvorstadt * Die „Wehrmacht“ bleibt bis Kriegsende Herr im Haus des ehemaligen „Kriegsministeriums“, dem „Wehrkreiskommando VII“.

8. Mai 1945

Deutschland * Der Tag der bedingungslosen Kapitulation oder Tag der Befreiung vom Nazi-Terror. Der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland verloren.

8. Juni 1945

München-Maxvorstadt * Der Soldatensender American Forces Network - AFN nimmt von der Kaulbachstraße 15 aus seinen Betrieb auf. Die technischen Einrichtungen sind vorhanden, weil die Gauleiter Adolf Wagner und Paul Giesler ihre Informationen von hier aus über Kabel direkt zum Sender Ismaning übertragen haben.

Um Dezember 1945

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Abriss des „Siegestores“ wird beschlossen.


1946

1946

München-Maxvorstadt * Die „Staatsschule für angewandte Kunst“ wird in die „Akademie der Bildenden Künste“ eingegliedert.


1947

1947

München-Maxvorstadt * Der 22-jährige, aus Marktl am Inn stammende Theologiestudent Joseph Ratzinger beginnt im Georgianum seine Laufbahn.


1949

14. September 1949

München-Maxvorstadt * Die Internationale Jugendbibliothek in der Kaulbachstraße 11 öffnet seine Pforten. Sie ist das Werk der Kinderbuchautorin und Journalistin Jella Lepmann, die als Jüdin 1936 Deutschland verlassen muss.


1950

1950

München-Maxvorstadt * Ein Jahr nach der Gründung der BRD werden offizielle diplomatische Beziehungen mit Frankreich aufgenommen.

Das „Französische Konsulat“ bezieht die Räume der Kaulbachstraße 13, die zuvor der NS-Ministerpräsident Ludwig Sieber bewohnt hat.

Das „Französische Konsulat“ sieht ihre Hauptaufgabe in der Wiederbelebung der durch den Krieg zerrissenen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.


1951

1951

München-Lehel * Umbenennung des „Sozialen Landesmuseums“ an der Pfarrstraße in „Bayerisches Landesinstitut für Arbeitsschutz“.

1951

München * Der „ADAC“ spricht sich gegen Geschwindigkeitskontrollen der Polizei und die Verfolgung der Raser aus.


1953

1953

München-Maxvorstadt * Jella Lepmann eröffnet in ihrer „Jugendbibliothek“ in der Kaulbachstraße 11 eine Ausstellung von Kinderzeichnungen aus Israel.


1954

Juli 1954

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Die Ruine des „Siegestores“ soll abgerissen werden.

Dank des „Amtes für Denkmalpflege“ wird es 1956 jedoch notdürftig geflickt.


1955

Seit dem Jahr 1955

München-Maxvorstadt * Die „Ludwigskirche“ wird durch Erwin Schleich wiederhergestellt.

1955

München-Maxvorstadt - München-Lehel * Das „Französische Konsulat“ zieht von der Kaulbachstraße 13 in die Widenmayerstraße 51 im Lehel.

Um 1955

München-Maxvorstadt * In der „Akademie der Bildenden Künste“ bildet sich die „Künstlergruppe SPUR“.


1956

1956

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Stadtrat beauftragt die Architekten Otto Roth und Josef Wiedemann mit der Instandsetzung des „Siegestores“.

1956

München-Lehel - München-Bogenhausen * Das „Französische Konsulat“ zieht von der Widenmayerstraße 51 in die Möhlstraße 10.


1957

1957

München-Graggenau * Von den „Moriskentänzern“ werden Kopien gefertigt und im „Alten Rathaus“ aufgestellt.


1958

1958

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Nach einer heftig kontrovers geführten Diskussion wird das „Siegestor“ zu einem „Mahnmal gegen den Krieg“.

Seine Inschrift lautet jetzt: „DEM SIEG GEWEIHT * VOM KRIEG ZERSTÖRT * ZUM FRIEDEN MAHNEND“.

April 1958

München-Maxvorstadt * Das „Generalkonsulat der USA“ bezieht seinen Neubau in der Königinstraße 5.


1960

19. Mai 1960

München-Riem * Der 999.999ste und der 1.000.000ste Auswanderer seit 1949 besteigt am Flughafen München Riem ein Charterflugzeug nach Amerika, dem Land der - erhofften - unendlichen Möglichkeiten.

29. Mai 1960

München-Maxvorstadt * Das Kavallerie-Denkmal vor dem Hauptstaatsarchiv wird enthüllt. Der Wehrmachtsgeneral a.D. Dietrich von Saucken lobt dabei die Eigenschaft der „Deutschen Soldatenpferde“ und die sich daraus ergebenden Charaktereigenschaften: „Fromm, willig und ausdauernd bis zum letzten Atemzug“, lautet seine Analyse.

Der Entwurf zu dem überlebensgroßen, ungesattelten Bronzepferd stammt von dem Bildhauer Bernhard Bleeker, der schon den toten Soldaten im Kriegerdenkmal im Hofgarten geschaffen hat. 


1962

2. Februar 1962

München * In einem Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung klagt der Allgemeine Deutsche Automobilclub - ADAC die „wahren Schuldigen am Massensterben auf den Straßen“ an: die Alleebäume. Der ADAC fordert: „Weg mit diesem Mördern am Straßenrand.“


1963

1963

München-Schwabing * Bis 1970 werden im Nordostteil des „Leopoldparks“ Verwaltungsgebäude des „Studentenwerks“ und die „Mensa“ für täglich 10.000 Essen konzipiert.


1964

18. April 1964

München-Maxvorstadt * Der „Friedrich-von-Gärtner-Brunnen“ an der Ludwigstraße, in den Arkaden bei der „Ludwigskirche“ wird in Betrieb genommen.


1965

24. Mai 1965

München-Maxvorstadt * Das Hauptwerk des Dichters Dante Alighieri heißt „La Divina Commedia - Die göttliche Komödie“. Den gleichen Namen trägt der neu gestaltete Brunnen im Hof des Hauses des Rechts in der Veterinärstraße 1.


1966

1966

München-Maxvorstadt * Nach Kriegszerstörung und Wiederaufbau wird der „Bayerischen Staatsbibliothek“ ein Erweiterungsbau aus Stahl und Glas angefügt.

4. Juli 1966

München-Maxvorstadt * Am amerikanischen Unabhängigkeitstag demonstrieren Kriegsgegner gegen den Vietnamkrieg, in den Amerika 1963 militärisch eingegriffen hat. Steine und Tintenfässer fliegen gegen das Gebäude. Das Generalkonsulat in München wird zum Symbol eines US-Imperialismus und damit zur Zielscheibe zahlreicher Protestaktionen.


1967

1967

München-Maxvorstadt * Das „Hauptstaatsarchiv“ kann in ihren heutigen Räumen den Betrieb aufnehmen.

1967

München-Maxvorstadt * Letztmals treten die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ bei der „Jahresfeier 1967“ in Erscheinung.


1968

1968

München-Maxvorstadt * Die „Studentenrevolte“ greift die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ als Repräsentationsmerkmal medienwirksam an.

„Unter den Talaren - der Mief von tausend Jahren!“ lautet ein griffiger Slogan studentischer Agitation gegen das „Establishment“.

1968

München-Maxvorstadt * In der „Akademie der Bildenden Künste“ werden mehrere Stücke des „Anti-Theaters“ um Rainer Werner Fassbinder aufgeführt.


1970

1970

München-Schwabing * Eine „Bürgerinitiative“, die weitere Baumaßnahmen im „Leopoldpark“ und die Vernichtung stadtnahen Grüns bekämpft, entsteht.


1972

1972

München-Englischer Garten - Lehel * Im Olympiajahr stiftet Dr. Soshitsu Sen, der Großmeister der „Urasenke Teeschule“ aus Kyoto/Japan, das „Japanische Teehaus“, verbunden mit der Auflage, dass dort die japanische Teezeremonie unterrichtet und vorgeführt wird.

1972

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Nach einer umfassenden Restaurierung wird die „Löwen-Quadriga mit der Bavaria“ wieder auf dem „Siegestor“ aufgestellt. 

Die Bavaria und der Wagen mussten neu gegossen werden; nur die vier Löwen sind original. 

28. August 1972

Sapporo - München * Weil beide Städte im selben Jahr Veranstalter der Olympischen Spiele sind, gehen Sapporo und München eine Städtepartnerschaft ein. Das Japanische Teehaus im Englischen Garten [1972] und der Japanische Garten im Westpark zur Internationalen Gartenschau 1983 sind Gastgeschenke der Partnerstadt. 


1973

1973

München-Haidhausen * Das „Muffatwerk“ wird wegen Unwirtschaftlichkeit aufgelassen.


1976

4. Mai 1976

München-Maxvorstadt * Auf dem Grundstück Kaulbachstraße 15 explodiert ein Sprengkörper, der - außer dass er seinen Urheber schwer verletzt - keinen Schaden anrichtet.


1977

1977

München * Der Landtag beschließt, dass der Westteil des „Leopoldparks“ der Stadt München als Park überlassen wird.

Die Ostseite an der Leopoldstraße wird bebaut.


1983

1983

München-Maxvorstadt - München-Menzing * Jella Lepmanns „Jugendbibliothek“ zieht von der Kaulbachstraße 11 nach „Schloss Blutenburg“ um.

18. März 1983<p><strong><em>München-Lehel</em></strong> * Michael Käfer übernimmt das <em>„P1“</em> im Ostflügel des Hauses der Kunst.&nbsp;Er macht den Club durch eine außergewöhnliche Publikumsauswahl und extravaganten Partys zu Deutschlands Tanztempel Nr. One.&nbsp;</p>

1984

November 1984

München-Maxvorstadt * Der „AFN“ zieht von der Kaulbachstraße 15 ein paar Häuser weiter in die Kaulbachstraße 45.


1985

1985

München-Schwabing * Das wegen seiner Außenfarbe Rosa von den Studenten umgangssprachlich „Schweinchenbau“ genannte Seminargebäude beherbergt die Fächer Pädagogik, Psychologie, Musik- und Kunsterziehung.


1987

1987

München-Maxvorstadt * Die „Kaulbach-Villa“ wird vom „Freisstaat Bayern“ renoviert.


1988

1988

München-Haidhausen * Der neubarock ummantelte Kamin des Muffatwerks wird für fast 2 Millionen DMark renoviert.


1989

1989

München-Haidhausen * Die Trennung der Geschlechter im „Volksbad“ wird offiziell aufgehoben.


1992

14. Februar 1992

München-Maxvorstadt * Der „AFN“ stellt nach dem endgültigen Abzug der US-Streitkräfte seinen Betrieb in der Kaulbachstraße 45 ein.


1993

1. Juli 1993

München-Haidhausen * Die Muffathalle wird als Kultur-Projekt betrieben.

Um November 1993

München-Maxvorstadt * Im Rahmen der Renovierung werden vier von sechs bereits verschollen geglaubte Fresken im „Lesesaal“ der „Juristischen Fakultät“ der „Ludwig-Maximilians-Universität“ an der Ludwigstraße wiederentdeckt.

Es sind die im Jahr 1938 aus dem „Herzog-Max-Palais“ entfernten und in das „Haus des Deutschen Rechts“ verlegten Fresken von Robert von Langer.


1995

1995

München-Maxvorstadt - München-Schwabing - München-Angerviertel * In einem städtischen Bauhof werden die zerstörten „Trümmer“ des „Siegestores“ entdeckt.

Sie sind heute in einem „Lapidarium“, einem kleinen historischen Freilichtmuseum in der Nieserstraße beim Stadtmuseum ausgestellt.

Dezember 1995

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Das „Siegestor“ wird bis März 1999 generalsaniert.


1998

24. Januar 1998

München-Maxvorstadt * Der Fußweg zwischen der Kaulbachstraße und der Ludwigstraße wird nach Walter Klingenbeck benannt.

8. November 1998

München-Graggenau * Oberbürgermeister Christian Ude enthüllt anlässlich des 60. Jahrestages des Pogroms im Alten Rathaus eine Gedenktafel zur Erinnerung an die „Reichskristallnacht“.


1999

11. Juni 1999

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Die Sanierungsarbeiten am Siegestor sind abgeschlossen.


2002

Um Oktober 2002

München-Maxvorstadt * Der sogenannte „Giftschrank“ in der „Bayerischen Staatsbibliothek“ wird geöffnet.

Er beinhaltet in der Hauptsache erotische Literatur, aber auch unliebsame politische oder kirchenkritische Schriften, die seit dem frühen 19. Jahrhundert zensiert, verboten, von der Polizei und Gerichten abgegeben und gesammelt wurden.


2005

April 2005

München-Haidhausen * Der „Club Ampere“ ergänzt die „Muffathalle“, das Café und den Biergarten.

Juli 2005

München-Haidhausen * Die „Mammut Electric GmbH zur Gewinnung regenerativer Energie“ nimmt am Muffatwerk ein Elektrizitätswerk in Betrieb.

Hier erzeugt der Auer Mühlbach Strom für bis zu 1.500 Haushalte.

26. Oktober 2005

München-Maxvorstadt * Der moderne Erweiterungsbau für die Akademie der Bildenden Künste der Architektengruppe „Coop Himmelb(l)au“ wird offiziell eröffnet.


2008

2008

München-Maxvorstadt * Als „Universalbibliothek“ rangiert die Sammlung der „Bayerischen Staatsbibliothek“ an der Ludwigstraße an zweiter Stelle im deutschen Sprachraum.

Bis zu 50.000 Nutzer zählt die „StaBi“ im Jahr.


2009

2009

München-Maxvorstadt * In Stahlregalen von insgesamt 46 Kilometern Länge liegen im „Bayerischen Hauptstaatsarchiv“ rund 8 Millionen Dokumente zur bayerischen Geschichte aus über 1.200 Jahren. 

Zur Benutzung des „Geheimen Hausarchivs der Wittelsbacher“, das 750 laufende Regalmeter umfasst, braucht man eine Extragenehmigung des „Herzogs“ von Bayern.


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