Fakten



1899

Die Parkanlage am Tassiloplatz wird angelegt

München-Au * Die Parkanlage am Tassiloplatz wird zwischen 1899 und 1901 an der Rückseite der zum Ostbahnhof führenden Gleisanlagen angelegt. Um den nahezu rechteckigen Platz führt ein geschwungener Weg mit kleinen ovalen und runden Sitzplätzen. Ein Diagonalweg durchschneidet die tiefergelegten Rasenflächen. An den Wegegabelungen befinden sich jeweils kleine Strauchgruppen. Eine Pflanzung aus Kastanien, Ulmen und Sträuchern schirmt den Park von den Straßen ab.

Die Ausstattung mit einem Betonteich macht den Tassiloplatz zur wohl typischsten Anlage um die Jahrhundertwende. Der dreihundert Quadratmeter große Teich mit seinen geschwungenen Uferlinien wird von Spöttern „Vierwaldstätter See en miniature“ genannt.

1914

Der „Konsumverein“ kauft von „Paulaner“ noch weitere Grundstücke

München-Au * Der „Konsumverein München von 1864“ kauft von der „Paulaner-Brauerei“ noch weitere Grundstücke ab, sodass das Gelände zwischen der Auerfeld-, Staatsbahn, Balanstraße und Tassiloplatz fast in seiner Hand ist. 

1927

Die „Parkanlage am Tassiloplatz“ wird umgestaltet

München-Au * Von 1927 bis 1933 wird die „Parkanlage am Tassilopolatz“ umgestaltet.  

Der Teich verschwindet und im Süden wird ein großer Sandkasten errichtet.  
Bei dieser Umgestaltung bleibt der inzwischen groß gewordene Baumbestand mit Ausnahme der in der Mitte stehenden Bäume erhalten.  
Die Wege führen parallel zu den angrenzenden Straßen um die Rasenfläche herum. 

1937

Die Firma „Rohde & Schwarz“ lässt sich am Tassiloplatz nieder

München-Au * Die Firma „Rohde & Schwarz“ lässt sich mit seinen inzwischen 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Tassiloplatz, auf dem ehemaligen „Konsumgelände“ nieder. 

September 1990

Die „Parkanlage am Tassiloplatz“ ist mit Schwermetallen verseucht

München-Au * Als die „Parkanlage am Tassiloplatz“ erneuert werden soll, stellt man fest, dass im Erdreich Altablagerungen unbekannter Ausdehnung vorhanden sind.  

Die Ablagerungen erstrecken sich bis in eine Tiefe von 5,70 Metern und umfassen den gesamten Tassiloplatz.  

Im Krieg wurde aus dem Loch Kies für die Erweiterung des Ostbahnhofs entnommen.  
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Loch als Mülldeponie.  
Dort wurden auf einer Fläche von 9.000 Quadratmetern Bauschutt, Metall- und Teerreste sowie Schlackereste und Hausmüll abgelagert.  

Die chemische Analyse erbringt unter anderem die Schwermetalle Zink, Blei und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in grenzüberschreitenden Konzentrationen zutage, die eine akute Gefahr für das Grundwasser, aber auch für Kinder und Erwachsene, darstellt.  

Die Anwohner der Hochau und die Betreiber der umliegenden Kindergärten befürchten das „Aus“ für den viel besuchten und einzigen Spielplatz der Oberen Au.  
Wohl auch deshalb haben Anwohner am versperrten Eingang an der Welfenstraße das Schild: „Wegen Sanierung geschlossen” überklebt und erbost darüber geschrieben: „Vor den Anwohnern geschützt”

1996

Die Sanierung der „Parkanlage am Tassiloplatz“ ist abgeschlossen

München-Au * Die Erneuerung und Sanierung der „Parkanlage am Tassiloplatz“ hat - neben einem hohen Finanzaufwand - über fünf Jahre Zeit in Anspruch genommen.  

Nach der Sanierung der Park- und Spielanlage muss die gesamte Anlage mit einem halben Meter unbelasteten Mutterboden aufgeschüttet werden.  
Damit kann allerdings jede Gefährdung der Kinder und Erwachsenen ausgeschlossen werden.

2009

Die „Josef Bernbacher & Sohn GmbH & Co KG“

München-Au * Die „Josef Bernbacher & Sohn GmbH & Co KG“ ist einer der größten Nudelhersteller in Deutschland.

30.000 Tonnen Nudeln werden pro Jahr in der Fabrik am Tassiloplatz hergestellt.
Rund 50 Millionen Umsatz Euro macht die Firma.

Die Wirtschaftskrise hat dem Unternehmen, das 130 Mitarbeiter hat, nicht geschadet.
Im Gegenteil: „Viele, die sich nicht mehr so oft Fleisch leisten wollen, essen jetzt öfters mal Nudeln“.

Mehr als Dreiviertel der Produktion wird in Bayern verkauft.
Diese Beschränkung auf den regionalen Markt ist eines der Erfolgsrezepte von Bernbacher.