Fakten



24. November 1271

München erhält eine zweite Pfarrei

München * Auf Bitten der Bürgerschaft Münchens teilt Bischof Konrad II. die Peterspfarrei. Der Grund: Weil 

  • „durch die Gnade Gottes so ins Unermessliche gewachsen ist, dass sie ohne Gefahr für das Heil der Seelen von einem einzigen Hirten nur noch schwer geleistet werden kann,
  • da überdies der Friedhof der Kirche in seiner beengten Lage auch nicht mehr ausreicht für die Gräber der Toten“.

24. August 1322

Königin Beatrix von Baiern stirbt in München

München - München-Kreuzviertel * Königin Beatrix von Baiern, die erste Ehefrau von König Ludwig IV. dem Baiern, stirbt in München. Ihre Grabstätte befindet sich in der heutigen Münchner Frauenkirche. Mit ihrer Bestattung wird die Marienkapelle zur Hofkirche erhöht. 

1329

Streit zwischen den „Franziskanern“ und der Pfarrgeistlichkeit

München-Graggenau * Da bei den Beerdigungen sogenannte „Stol-Gebühren“ fällig werden, kommt es zum Streit zwischen den „Franziskanern“ und der Pfarrgeistlichkeit von „St.-Peter“ und „Unserer Lieben Frau“.

Man einigt sich auf einen Modus: Die für den „Franziskaner-Friedhof“ bestimmten Leichen müssen zuvor in den zuständigen Pfarrkirchen ausgesegnet werden.
Anschließend werden sie in einer „Prozession“ zur „Franziskaner-Begräbnisstelle“ überführt.

11. Oktober 1347

Kaiser Ludwig der Baier stirbt in der Nähe des Klosters Fürstenfeld

Fürstenfeld - München-Kreuzviertel * Kaiser Ludwig der Baier stirbt in der Nähe des Klosters Fürstenfeld. Seine Grabstätte befindet sich in der Münchner Frauenkirche.

18. September 1361

Herzog Ludwig der Brandenburger stirbt in der Nähe von Zorneding

Zorneding - München-Kreuzviertel * Herzog Ludwig der Brandenburger stirbt in der Nähe von Zorneding. Seine Grabstätte befindet sich in der Münchner Frauenkirche.

Ab 17. März 1392

Das erste „Gnadenjahr“ außerhalb Roms ist in München

Rom-Vatikan - München * Papst Bonifaz IX. gewährt für die Zeit vom 17. März bis zum 1. August 1392 einen auf München und seinen Burgfriedensbezirk beschränkten Ablass.  
Er gilt für alle Sünden, außer für vorsätzliche Tötungen.  

Es war das erste „Gnadenjahr“ außerhalb Roms.  

Die Ablasserbitter müssen in dieser Zeit  

  • nach München pilgern,  
  • dort sieben Tage verweilen,  
  • je dreimal die Frauenkirche,  
  • die Peterskirche,  
  • die Jakobskirche am Anger und  
  • die Spitalskapelle besuchen und  
  • mindestens einmal die ausgestellten Reliquien verehren,  
  • beichten und  
  • ein vom Beichtvater festgelegtes Almosen spenden.  

Die ganze Aktion ist nur darauf angelegt, dieses „Almosen“, eine versteckte Steuer, den Gläubigen aus der Tasche zu ziehen.  
Der Zugang zum Himmel muss mit barem Geld erkauft werden.  

Der Kirche ist es höchst effektvoll gelungen, den um ihre arme Seele fürchtenden Gläubigen einzureden, sie könnten sich durch Beichte und milde Gabe von der Strafe des Fegefeuers loszukaufen:  
„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“  

Nonnen wollen trotz Klausur nach München.
Ihre Kirchenoberen können es ihnen nur unter Androhung der Exkommunikation und des Kerkers verbieten.  
Damit die Pilger ihr Geld nur an die vorbestimmte Stelle bringen, wird eine eigene Straßenpolizei gegründet.  

Die Masse der kleinen Leute ist es, die das Geld nach München bringt.  
Die Geschäftsleute Münchens machen einen enormen „Schnitt“.  
Auch die „Jakobidult“ erlebt ab dem Gnadenjahr einen ungeheueren Aufschwung.  

Ursprünglich hat man geplant, die Einnahmen je zur Hälfte den genannten Kirchen und dem Papst zuzugestehen.  
Später wird auch Herzog Stephan ein Viertel zugesprochen.  

Da die Münchner einen Teil der Einnahmen abzweigen und der Papst dadurch leer ausgeht, werden über die „ruchlose Stadt“ die höchsten Kirchenstrafen verhängt: „Bann und Interdikt“.  
Das gesamte kirchliche Leben der Stadt muss solange ruhen, bis die Gelder zurückerstattet werden. 

Um 1450

Das „Isartor“ erhält sein größtes Ausmaß

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das „Isartor“ erhält sein größtes Ausmaß.  

Diese Erweiterung und Verstärkung ist notwendig geworden, nachdem sich die Waffentechnik der Angreifer grundlegend geändert hat.  
Die aufkommenden „Pulvergeschütze“ entwickeln sich zu einer gefährlichen Bedrohung für die herkömmlichen Burg- und Stadtmauern.  

Die Verstärkung wird erreicht, indem man eine zweite Mauer in einem Abstand von sieben bis neun Metern parallel vor die bestehende „Stadtmauer“ baut.
Diese sogenannte „Zwingermauer“ ist mit durchschnittlich vier bis fünf Metern nur etwa halb so hoch wie die „Hauptmauer“.  
Den Zwischenraum innerhalb der beiden Mauerführungen, der bis zu zwei Meter hoch aufgeschüttet ist, bezeichnet man als „Zwinger“.  

Gleichzeitig müssen nach dem selben Prinzip natürlich auch die „Haupttore“ verstärkt werden.  
Dazu werden dem bestehenden „Hauptturm“ - im Zuge der „Zwingermauer“ - zwei „Vortürme“ vorgelagert.  

Die beiden achteckigen und drei Geschosse hohen „Flankentürme“ sind durch ein hohes Mauerwerk, einer sogenannten „Barbakane“, miteinander verbunden.  
Dadurch entsteht eine nach innen und außen abgeschlossene „Torburg“.  

Jeder, der diesen „Torzwinger“ betritt, musste freilich damit rechnen, dass er hier gefangen gesetzt werden kann, wenn vor ihm die „Fallgatter“ im „Torturm“ und hinter ihm im sogenannten „Vortor“ niederrasselten.  
Anstelle der heutigen drei „Torbögen“ muss man sich ein „Mittelportal“ als „Zugang“ beziehungsweise „Zufahrt“ und je eine seitliche „Schlupfpforte“ vorstellen.  
Vor dem „Isartor“ überwölbt eine Brücke den „Stadtgrabenbach“.  
Rechts von der „Tordurchfahrt“ befindet sich das „städtische Zollhaus“.  

Die am „Isartor“ eingenommenen Zölle: „Brückenzoll“, „Wasserzoll“, „Salzzoll“, „Pflasterzoll“ und „Zoll für das Trockengut“ sind die für die Stadt Einträglichsten.  

Im Gebäude links von der „Tordurchfahrt“ ist der „Stadtwagner“ untergebracht, der auch für die Instandhaltung und für das Aufziehen und Niederlassen der vor dem „Isartor“ gelegenen „Zugbrücke“ verantwortlich ist.  

Die mit Eisen beschlagenen Torflügel werden bei Tagesanbruch geöffnet und bei Sonnenuntergang mit Riegeln verschlossen.  

Ab dem „Vesperläuten“ gilt die „kleine Torsperre“.  
Wer danach aus oder in die Stadt will, musst dafür bezahlen.  

Die Glocken der „Frauenkirche“ verkündeten im Sommer um 22 Uhr, im Winter eine Stunde früher, die „große Torsperre“.  
Denn in der Nacht ist München hermetisch verrammelt. 

9. Februar 1468

Grundsteinlegung für die Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Bischof Johann Tulbeck und Herzog Sigismund legen den Grundstein für die Frauenkirche. Als Baumeister ist Jörg von Halspach bestimmt worden.

10. November 1469

Ein Haidhauser Ziegelstadel für den Bau der Frauenkirche

München - Haidhausen * Die Stadt kauft eigens für den Bau der Frauenkirche einen Ziegelstadel in Haidhausen. Die Ziegel werden im Klosterformat gebrannt: 17,5 cm breit, 34 cm lang und 7,5 cm hoch.

1470

Jörg von Halspach beginnt mit dem Neubau des [Alten] „Rathauses“

München-Graggenau * Jörg von Halspach, der als „Obrist-Maurer“ auch die „Frauenkirche“ erbaut, beginnt mit dem Neubau des [Alten] „Rathauses“.

Sein Vorhaben konzentriert sich auf den nördlich des „Rathausturmes“ anschließenden Trakt, in dem in der Erdgeschosszone ein neues „Stadtgefängnis“ und ein von allen städtischen Bäckern bedientes „Brothaus“ entsteht.

Über der Sockelzone des Neubaus wird ein großer „Fest- und Tanzsaal“ geschaffen, der dem Repräsentationsbedürfnis der Bürgerschaft und der Stadtherrschaft dient. 

Dazu muss zuvor der „Saalbau“ des ersten Münchner „Rathauses“ abgerissen werden.

Um Oktober 1477

Der Rohbau der „Frauenkirche“ ist fertig gestellt

München-Kreuzviertel * Die Umfassungsmauern der 109 Meter langen, 41,5 Meter breiten und 35 Meter hohen „Frauenkirche“ sind fertig gestellt.

Der Nordturm ist 98,57 Meter hoch, der Südturm 98,45 Meter. Die Differenz beträgt 12 Zentimeter.

11. November 1487

Der gepachtete Ziegelstadel wird nicht mehr gebraucht

Haidhausen * Letztmals zahlt die Stadt die Pacht für das Abziegeln von Grundstücken der Familie Pötschner in Haidhausen. Ab sofort wird der eigens für den Bau der Frauenkirche gepachtete Ziegelstadel nicht mehr gebraucht.

1488

Der Bau der „Frauenkirche“ ist vollendet

München-Kreuzviertel * Der Bau der „Frauenkirche“ ist vollendet.

27. Dezember 1489

Predigende Franziskaner sind eine geistliche Konkurrenz

München-Graggenau * Die Pfarrer der Peterskirche und der Frauenkirche beschweren sich bei den Franziskanermönchen, dass diese durch ihre Predigten eine scharfe geistliche Konkurrenz gegenüber den weltlichen Stadtpfarreien ausüben. 

Man einigt sich darauf, dass die Franziskaner zu bestimmten Zeiten das Predigen an Vormittagen unterlassen. 

1490

Die „Salveglocke“ wird im Nordturm der „Frauenkirche“ aufgehängt

München-Kreuzviertel * Die „Salveglocke“ wird im Nordturm der „Frauenkirche“ aufgehängt.

Um 1490

Ein Hochgrab für Kaiser Ludwig den Baiern in der Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Im Auftrag Herzog Albrechts IV. entsteht in der Frauenkirche ein Hochgrab für Kaiser Ludwig den Baiern aus Rotmarmor.

1492

Die „Salvatorkirche“ als „Friedhofskirche“ für die „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Die „Salvatorkirche“ wird als „Friedhofskirche“ für die „Frauenkirche“ von Lukas Rottaler erbaut.

31. Mai 1523

Papst Hadrian VI. spricht den Bischof Benno von Meißen heilig

Rom * Papst Hadrian VI. spricht - auf Betreiben Herzog Georgs des Bärtigen von Sachsen - den Bischof Benno von Meißen, den späteren Münchner Stadtpatron, heilig. 

Bis 1525

Die „Frauenkirche“ erhält die „welschen Hauben“

München-Kreuzviertel * Die „welschen Hauben“ werden auf die Türme der „Frauenkirche“ gesetzt.

2. Februar 1528

Zwanzig begnadigte Wiedertäufer müssen Abbitte leisten

München * Von den zwanzig begnadigten Wiedertäufer werden 19 barfuß, barhäuptig, jeder mit einer brennenden Kerze und ein hölzernes Kreuz tragend vor die Peterskirche und die Frauenkirche geführt. Dort müssen sie in Begleitung von Seelschwestern stehen. Die Prozedur wiederholt sich an den beiden folgenden Sonntagen.

1542

Die „Agnes auf dem Färbergraben“ erhält einen „Stadtverweis“

München * Die „Agnes auf dem Färbergraben“ erhält einen „Stadtverweis“.

Da sie zuerst mit dem „Kapellmeister“ Ludwig Senfl und danach mit dem „Dechant“ der Frauenkirche „in Unehren gehaust“ hat, verdächtigt man sie nun, dass sie mit ihren Liebestränken den beiden Würdenträgern „Vernunft, Gedächtnis und die Leibsgesundheit“ geraubt hätte.

In der „Schergenstube“ wird sie vom Henker „mit Daumenstock und Nagelbrand“ zum Geständnis gebracht.

21. Mai 1598

Kardinal Philipp Wilhelm stirbt in Dachau

Dachau * Der 21-jährige Kardinal und Fürstbischof von Regensburg, Philipp Wilhelm, stirbt in Dachau. Er wird in der Münchner Frauenkirche beigesetzt. 

1604

Der heilige Benno wird zum „Stadtpatron Münchens“ erklärt

München-Kreuzviertel * Der heilige Benno wird von Herzog Maximilian I. zum „Stadtpatron Münchens“ erklärt.

Der triumphbogenartige „Bennobogen“ wird in der „Frauenkirche“ erstellt.

1606

Herzog Maximilian I. gestaltet das Hochgrab Kaiser Ludwigs des Baiern um

München-Kreuzviertel * Herzog Maximilian I. lässt das Hochgrab des Kaisers Ludwig des Baiern abbauen. Die Deckenplatte wird jetzt nur knapp über dem Boden verlegt.

1606

Die Madonnenfigur kommt auf den Hochaltar der „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Die vergoldete Madonnenfigur, die später die „Mariensäule“ schmücken soll, kommt auf den provisorischen Hochaltar der „Frauenkirche“.

1607

Neugestaltung des „Chorraumes“ der „Frauenkirche“

München-Kreuzviertel * Der alte „Drei­flügelaltar“ aus dem 15. Jahrhundert wird im Rahmen der Neugestaltung des „Chorraumes“ der „Frauenkirche“ abgerissen.  

An seine Stelle tritt ein Provisorium, für das die von Hubert Gerhard geschaffene „Madonna mit dem Kind“ verwendet wird.  
Allerdings fehlt dieser Lösung die absolut nötige Monumentalität für den Chorabschluss der „Frauenkirche“

1612

Die „Konkubine“ Barbara Ferchthin muss am Pranger stehen

München * Herzog Maximilian I. verlangt vom Rat der Stadt, die „Konkubine“ Barbara Ferchthin an drei Sonn- oder Feiertagen hintereinander öffentlich vor die Frauenkirche zu stellen und sie danach „sechs Meilen Wegs“ von München wegzuschaffen.

Ab 1619

Das Ludwigsmonument befindet sich nahe dem Bennobogen

München-Kreuzviertel * Zwischen 1619 und 1622 entsteht in der Frauenkirche über der Deckenplatte für Kaiser Ludwig dem Baiern der bronzene Kenotaph. Das Ludwigsmonument befindet sich nahe dem Bennobogen.

1620

Ein Altargemälde ersetzt die Bronze-Madonna

München-Kreuzviertel * Die „Madonnenplastik“ vom provisorischen Hochaltar der „Frauenkirche“ wird entfernt und durch ein riesiges Altargemälde von Peter Candid ersetzt, das allein schon im Format alles übertrifft, was es im baierischen Herzogtum an Altarbildern gibt, und das „Mariae Himmelfahrt“ zeigt.  

Die „Madonna“ wird 18 Jahre später auf der „Mariensäule“ wieder verwendet. 

1622

Die Neugestaltung des „Hochaltars“ der „Frauenkirche“ ist abgeschlossen

München-Kreuzviertel * Die Neugestaltung des „Hochaltars“ der „Frauenkirche“ ist abgeschlossen. 

Nach dem 7. September 1634

Kurfürst Maximilian I. will sein Gelöbnis erfüllen

München * Nachdem München 

  • von der drohenden Besetzung und Plünderung durch Kontributionen freigekauft werden und
  • das kaiserlich-ligistische und durch spanische Truppen verstärkte Heer in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 einen entscheidenden Sieg über die Schweden erringen konnte,

beauftragt Kurfürst Maximilian I. nach seiner Rückkehr eine Kommission zu überlegen, „was es für ein werkh sein [...] möchte“, mit dem er sein Gelöbnis erfüllen könne. Der hochrangige Beraterkreis schlägt die Stiftung eines jährlichen Lobamtes in der Frauenkirche und die Errichtung eines neuen Altars in der entsprechenden Kapelle vor. Sie bewegen sich damit im damals üblichen Rahmen für ein Exvoto. 

1640

Kurfürst Maximilian I. lässt seinen Sohn Ferdinand Maria in Wachs nachbilden

München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. lässt seinen vierjährigen Sohn Ferdinand Maria Ignatius Wolfgang lebensgroß in Wachs nachbilden um am „Benno-Altar“ in der „Frauenkirche“ aufstellen, um ihn so unter seinem Schutz zu stellen. 

1644

Kurfürst Maximilian I. lässt Maximilian Philipp in Wachs nachbilden

München-Kreuzviertel * Kurfürst Maximilian I. lässt auch seinen fünfjährigen Sohn Maximilian Philipp Hieronymus lebensgroß in Wachs nachbilden und ebenfalls am „Benno-Altar“ der „Frauenkirche“ aufstellen, um ihn so unter seinem Schutz zu stellen. 

21. September 1662

Der Kurprinz wird auf die Namen Maximilian Emanuel getauft

München • Kurprinz Max Emanuel wird in der Frauenkirche vom Salzburger Fürsterzbischof Guidobald von Thun und Hohenstein auf die Namen Maximilian Emanuel Ludwig Maria Joseph Cajetan Antonius Nikolaus Franziskus Ignatius Felix getauft. Er stellt sich damit als Erbe der bedeutendsten Vertreter der Häuser Wittelsbach und Savoyen vor. Als Taufpaten werden der Cousin Ferdinand Marias, der Erzbischof und Kurfürst von Köln, Maximilian Heinrich, sowie Henriette Adelaides Bruder, Carl Emanuel, erwählt. 

17. Juli 1704

Ein Gelöbnis zur Abwehr der Zerstörung Münchens

München * Die drei Stände - Adel, Klerus und die Bürgerschaft Münchens - legen in der Frauenkirche ein „Gelöbnis zur Abwehr der Zerstörung Münchens im Spanischen Erbfolgekrieg“ ab.

Die Vision der Maria Anna Lindmayr, wonach Gott die schlimmsten Gefahren nur dann von der Stadt abwende würde, wenn man ihm eine „Kirche zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit“ baut, wird im „Gelübde der drei Stände“ nicht einmal erwähnt. 

23. Mai 1722

Ein Te Deum zu Ehren des seligen Nepomuks

München-Kreuzviertel * In der Frauenkirche wird ein Te Deum [= Lob-, Dank- und Bittgebet] zu Ehren des „seligen“ Nepomuks gehalten.

1773

Der Frauenfriedhof wird aufgelöst

München-Kreuzviertel - München * Der Frauenfriedhof wird - wie alle anderen innerstädtischen Gottesäcker - offiziell aufgelöst.

14. Dezember 1785

Die 16-jährige Fanny von Ickstatt stürzt vom Turm der Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Die 16-jährige Fanny von Ickstatt, Tochter eines Ingolstädter Professors, stürzt vom nördlichen Turm der Frauenkirche in die Tiefe. Ihr Körper wird auf das Dach des Dechanthofes geschleudert.  

Der Stadtklatsch macht aus dem tragischen Unglücksfall eine unerfüllte Liebesgeschichte. Weil Fanny von Ickstatt den Ingolstädter Leutnant Franz von Vincenti nicht lieben darf, stürzt sie sich in den Tod, um damit einem Leben im Kloster zu entgehen. Fanny von Ickstatt wird auf dem Salvatorfriedhof beigesetzt. 

6. September 1786

Johann Wolfgang von Goethe besteigt den Turm der Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Johann Wolfgang von Goethe stillt seine Neugierde durch die Besteigung des nördlichen Turms der Frauenkirche, von wo aus neun Monate zuvor die 16-jährige Fanny von Ickstatt in den Tod gestürzt ist. Goethe hat auf der Durchreise nach Italien im Hotel Schwarzer Adler in der Kaufingergasse Quartier genommen. 

1789

Die letzte Bererdigung auf dem „Frauenfriedhof“

München-Kreuzviertel * Die letzte Beerdigung findet - aufgrund der Beschießung Münchens durch die Österreicher - auf dem „Frauenfriedhof“ statt.

19. Juni 1801

Das Topographische Bureau wird gegründet

München * Das Topographische Bureau wird gegründet. Damit beginnt die allgemeine Landes- und Katastervermessung Baierns, das dadurch das erste exakt vermessene Land Europas werden wird.

Mit fünf jeweils fünf Meter langen Messstangen wird die 21.653,8 Meter lange Basislinie zwischen Oberföhring und Aufkirchen bei Erding gemessen. Die Verlängerung der Linie verläuft auf der einen Seite durch die Turmspitze der Aufkirchener Kirche und auf der anderen Seite durch die Spitze des nördlichen Turms der Frauenkirche, die zugleich den Nullpunkt des bayerischen Koordinatensystems bildet. Die Vermessung erfolgte in Metern, obwohl die Maßeinheit erst im Jahr 1872 im Deutschen Reich eingeführt wird. 

November 1802

Auch das „Franziskaner-Klostergebäude“ verschwindet

München-Graggenau * Mit dem Abbruch der „Franziskaner-Klostergebäude“ verschwindet auch der Friedhof mit seinen Gruftkapellen und den Gräbern zahlreicher Persönlichkeiten.

Einige Grabplatten werden vorsorglich als historische Monumente an die „Frauenkirche“ übergeben.
Graf Törring-Gronsfeld lässt drei Epitaphen von Familienangehörigen in die Bogenhauser „Georgskirche“ bringen.

Das Epitaph des im Jahr 1594 verstorbenen Renaissancekomponisten Orlando di Lasso befindet sich im „Nationalmuseum“, den Schädel des Wilhelm von Occam erhielt die „Bayerische Akademie der Wissenschaften“.

Und noch beim Bau der Tiefgarage auf dem „Max-Joseph-Platz“ beförderten die Bagger eine große Zahl von Knochen zutage.

10. April 1814

Die Münchner feiern die Einnahme von Paris

München - Paris * In der „Peterskirche“, der „Frauenkirche“ und der „Michaelskirche“ wird ein „Te deum“ gesungen.
Draußen werden Kanonen abgefeuert. 

Damit feiern die Münchner das Einrücken der „alliierten Truppen“ mit baierischer Beteiligung ins feindliche Paris. 

5. November 1821

Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel ergreift Besitz

München-Kreuzviertel - Freising * Bischof Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel ergreift feierlich Besitz

  • von der Metropolitankirche Zu Unserer Lieben Frau,
  • von seinem Erzbistum, aber auch
  • von seiner Erzbischöflichen Residenz, dem Palais Holnstein. 

17. Oktober 1854

Dankgottesdienst zur Überwindung der Cholera

München-Kreuzviertel * Nachdem König Max II. mit seiner Familie wieder nach München zurückgekehrt war, musste auf seinen Befehl hin nochmals ein Dankgottesdienst zur Überwindung der Cholera in der Frauenkirche abgehalten werden. Hierzu haben alle Beamten in ihrer Uniform zu erscheinen.

Ab 1858

Die „welschen Hauben“ sollen durch „gotische Spitzhelme“ ersetzt werden

München-Kreuzviertel * In der Zeit der „Purifizierung der Frauenkirche“ wird alles entfernt, verkauft oder zerschlagen, was nicht gotisch ist.

Sogar die „welschen Hauben“ sollen durch „gotische Spitzhelme“ ausgetauscht werden.

Von diesem Plan wird jedoch Abstand genommen.

1858

Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird versetzt

München-Kreuzviertel * Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird aus der Mitte des „Chores“ der „Frauenkirche“ in das Kirchenschiff versetzt.

27. Mai 1875

Prinz Otto I. entkommt seinen Bewachern

Schloss Nymphenburg - München-Kreuzviertel * Prinz Otto ist seinen Bewachern auf Schloss Nymphenburg entkommen. Er durcheilt die Frauenkirche bis zum Altar, wirft sich auf die Knie und bittet laut schreiend um Vergebung seiner Sünden. 

1. August 1883

Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebiet wird eingeweiht

Mangfalltal - München * Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebiet wird - mit den üblichen Gottesdiensten in der katholischen Frauenkirche, der evangelischen Matthäuskirche und in der Synagoge - offiziell eingeweiht.

1891

Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird erneut verlegt

München-Kreuzviertel * Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird in das Eingangsjoch der „Frauenkirche“ verlegt.

3. September 1917

Michael von Faulhaber besetzt den Münchner Erzbischofsstuhl

München-Kreuzviertel * Die Inthronisation des neuen Erzbischofs von München-Freising, also die liturgische Einführung in sein Amt und die rechtliche Besitzergreifung seiner Diözese, erfolgt. Angesichts des Krieges verzichtet Michael von Faulhaber auf die sonst üblichen großen Feierlichkeiten sowie den Festzug durch die Stadt. Stattdessen fährt er direkt vom Palais Holnstein zum Dom. Äußeres Zeichen für die Besitzergreifung der Erzdiözese durch den Oberhirten ist die Übernahme der Kathetra und des Bischofsstabes. 

Als Faulhaber seinen Münchner Bischofsstuhl besetzt, ist er 48 Jahre alt. Dreieinhalb turbulente Jahrzehnte übt er das Amt des Erzbischofs von München und Freising aus. Sie bringen das Ende der Monarchie durch eine unblutige Revolution und führen von der Räterepublik über die Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und schließlich zum mühsamen Wiederaufbau nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg. 

8. November 1918

Die Revolution als Mittel zur Beendigung des Krieges

München * Die Stimmung in München und in Bayern ist sehr gut, da die Revolution vor allem als ein Mittel zur Beendigung des Krieges begriffen wird und schon deshalb die Menschen in ihrer Friedenssehnsucht begeistert. Obwohl die meisten Münchner die Revolution verschlafen haben, hat sich die Bevölkerung sehr schnell den neuen Gegebenheiten angepasst.  

  • Ob bei den Hoflieferanten, der Post oder der Bayerischen Staatszeitung wird der Zusatz Kgl. umgehend gestrichen oder überklebt.  
  • Von den Türmen der Frauenkirche weht die rote Fahne.  
  • Der Arbeiter- und Soldatenrat hat die maximale Fahrgeschwindigkeit der Straßenbahn von 25 km/h auf 12 km/h festgesetzt.  
  • Der gesamte Telephon- und Telegraphenverkehr in andere Städte ist gesperrt.
  • Der Arbeiter- und Soldatenrat übernimmt den Schutz der städtischen Anstalten und Betriebe und besetzt die Residenzwache.  

Kurt Eisner verfasst in der Zwischenzeit Aufrufe an die Bevölkerung: „An die Bevölkerung Münchens“, „An die ländliche Bevölkerung Bayerns“, „An die Arbeiter Münchens“ und „An die Soldaten“

5. Januar 1919

Vom Nordturm der Frauenkirche flattern anti-bolschewistische Flugblätter

München-Kreuzviertel * Vom nördlichen Turm der Frauenkirche flattern angeblich Flugblätter der Bayerischen Volkspartei - BVP, die einen Aufruf gegen den Bolschewismus enthalten.  

Daraufhin stürmen etwa fünfzig Personen in die Frauenkirche, beschimpfen die Kirchgänger, stören den sonntäglichen Gottesdienst und randalieren in der Sakristei. Eine Durchsuchung der Türme bringt jedoch kein Ergebnis. 

21. Februar 1919

Viele glauben, dass Erzbischof Faulhaber hinter der Bluttat steht

München-Kreuzviertel * Als Ministerpräsident Kurt Eisner ganz in der Nähe des Erzbischöflichen Palais von Anton Graf von Arco-Valley ermordet wird, glauben viele, dass Erzbischof Faulhaber hinter dieser Bluttat steht. Das umso mehr, als er sich weigert, ein Trauergeläut anzuordnen. Daraufhin stürmen die Revolutionäre die Sakristei der Frauenkirche und lassen die Glocken ertönen.

21. April 1919

Der Generalstreik wird um einen Tag verlängert

München * Die Versammlung der Betriebsräte im Festsaal des Hofbräuhauses beschließt, den Generalstreik auf Dienstag auszuweiten. Der letzte Streiktag soll zu einer „wuchtigen Demonstration des Münchner klassenbewussten Proletariats“ werden. 

Abgelehnt wird der Vorschlag von Eugen Leviné, die Massendemonstration mit einer Schlusskundgebung in der rot ausgekleideten Frauenkirche zu beenden. 

21. Mai 1919

Auguste Pielmaier stürzt sich von der Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Die 17-jährige Auguste Pielmaier, Tochter eines Haidhauser Steinmetzmeisters, stürzt sich vom nördlichen Turm der Frauenkirche. 

4. November 1921

Die sterblichen Überreste werden in die Ludwigskirche gebracht

München * Schon die Rückkehr des toten Ex-Königs Ludwig III. - in einem Sonderzug - soll zu einer Triumphfahrt werden. Seit der Überschreitung der bayerischem Grenze läuteten entlang der Strecke die Kirchenglocken und auf den Bahnhöfen versammeln sich Amtsträger, Honoratioren und Vereine in der Landestracht. 

Der Sonderzug mit den sterblichen Überresten des Ex-Königs Ludwigs III. macht in Wildenwart Zwischenstation, um den Sarg der Ex-Königin aufzunehmen. Um Mitternacht trifft der Zug schließlich in München ein, wo man noch in der selben Nacht die beiden Särge in die Ludwigskirche bringt.

5. November 1921

Trauerzeremonie für das Königspaar

München * Von der Ludwigskirche aus führt der Weg des Trauerzugs für das tote Ex-Königspaar - über den Karolinenplatz und Königsplatz - zur Frauenkirche. Am Trauerzug beteiligen sich 40.000 Personen, darunter eine große Anzahl staatlicher Beamte und Angestellte, die eigens aus den acht Regierungsbezirken herangekarrt worden sind.

Der Trauerzug vermittelt den Eindruck, als wären die alten Zeiten wieder zurückgekehrt und als hätte sich seit der Thronbesteigung Ludwigs III. im Jahr 1912 nichts entscheidendes geändert. Der Prunk-Leichenwagen des Ex-Königs und der Wagen mit dem Sarg der Ex-Königin werden jeweils von sechs Pferden gezogen, die mit schwarzen, mit Kronen geschmückten Schabracken bedeckt sind. Zehntausende Zuschauer säumen den Weg. 

Da Münchens SPD-Bürgermeister Eduard Schmid verfügt hat, dass „die städtischen Ämter und Betriebe am Tag der Beisetzung grundsätzlich in vollem Umfange arbeiten“ müssen, müssen städtische Beamte für die Teilnahme am Trauerzug eigens einen Urlaubstag opfern. 

5. November 1921

Anspruch der Wittelsbacher auf die bayerische Krone

München-Kreuzviertel * Bei seiner Traueransprache erneuert der erstgeborene Sohn Ludwigs III., Ex-Kronprinz Rupprecht von Bayern, den Anspruch der Wittelsbacher auf die bayerische Krone.  

Doch die Befürchtungen der konservativen bayerischen Staatsregierung, dass die Trauerzeremonie mit der Proklamation Rupprechts zum neuen König von Bayern enden würde, erfüllen sich nicht, da sowohl der Ex-Kronprinz als auch der Regierungspräsident Gustav von Kahr den Zeitpunkt für noch nicht geeignet halten.

1932

Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern unter dem Südturm

München-Kreuzviertel * Der „Kenotaph“ für Kaiser Ludwig dem Baiern wird unter den Südturm der „Frauenkirche“ verschoben.

7. Juni 1936

Ein Vaterunser für das Leben des Führers

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schließt seine Predigt in der Münchner Frauenkirche mit den Worten „Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers.“  

22. November 1944

Erste Bomben treffen die Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Erste Bomben treffen die Frauenkirche.

1964

Zurechtgerückt: Das „Kaiser-Ludwig-der-Baier-Monument“

München-Kreuzviertel * Das „Kaiser-Ludwig-der-Baier-Monument“ in der „Frauenkirche“ kommt an seinen heutigen Platz.

30. Juni 1972

Zwei neue Brunnen vor der Frauenkirche

München-Kreuzviertel * Ein Brunnen mit der technokratischen Bezeichnung „Schwerer Granit und zarte Wasserglocken“ wird im Schatten der Türme der Frauenkirche in Betrieb genommen. Die Wasserglocken werden 1980 durch Bronzepilze ersetzt. 

Gleichzeitig wird auch der Bennobrunnen aufgestellt und angeschlossen.

28. Mai 1977

Joseph Ratzinger empfängt die Bischofsweihe

München-Kreuzviertel * Joseph Ratzinger empfängt die Bischofsweihe durch den Bischof von Würzburg, Josef Stangl, in der Münchner Frauenkirche. 

1980

Die „Wasserglocken“ werden durch „Bronzepilze“ ersetzt

München-Kreuzviertel * Die „Wasserglocken“ des Brunnens mit der technokratischen Bezeichnung „Schwerer Granit und zarte Wasserglocken“ werden durch „Bronzepilze“ ersetzt. 

16. Dezember 2017

Das Seligsprechungsverfahren für Fritz Gerlich und Romano Guardini

München-Kreuzviertel * Kardinal Rainhard Marx leitet mit einem Gottesdienst in der Frauenkirche das Seligsprechungsverfahren für Dr. Fritz Gerlich und Romano Guardini ein.