Fakten



1387

Das Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses wird erstmals erwähnt

München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Aw vor dem Schwäbinger Tor“, das unmittelbar an die Münchner Residenz anschließende Jagdrevier des baierischen Herrscherhauses, wird erstmals erwähnt.

Der stadtnahe Teil führt den Namen „Hirschanger“ mit dem „Hirschangerwald“.
Flussabwärts, auf der Höhe von Schwabing, schließt sich die „Hirschau“ an.

1698

Eine neue „Fasanerie“ entsteht auch in der „Hirschau“

Moosach - Hirschau - Perlach * Kurfürst Max Emanuel lässt die „Fasanerie“ in Moosach ausbauen und weitere in der „Hirschau“ und bei Perlach anlegen. 

Ab 1720

Von England aus entwickelt sich ein neuer Gartenstil

Großbritannien * Von England aus entwickelt sich ein neuer Gartenstil.

Philosophen, Dichter und Landschaftsmaler propagieren ein neues Persönlichkeitsbewusstsein und Naturgefühl. „Landschaftsgärten“ entsprechen immer mehr dem neuen „Gartenideal“.

1723

Kurfürst Max Emanuel verkauft „öde Gründe“ in der „Schwabinger Hayd“

Schwabing * Der sich ständig in Geldnöten befindliche Kurfürst Max Emanuel verkauft „öde Gründe“ in der „Schwabinger Hayd“ - oberhalb des „Schwabinger Fischweihers“ - an sogenannte „Kulturanten“, die hier Gärten und Häuser errichten wollen. 

7. November 1724

Im Burgfriedensbrief wird der Münchner Burgfrieden neu festgelegt

München * Im Burgfriedensbrief wird der Münchner Burgfrieden neu festgelegt. Ursprünglich reichte der zum Hoheitsgebiet der Stadt zugerechnete Burgfrieden im Norden bis unmittelbar vor das Dorf Schwabing. Das Leprosenhaus am heutigen Nicolaiplatz gehörte noch zum Stadtgebiet. Von dort aus zieht sich die Stadtgrenze etwas südöstlich zur heutigen Veterinärstraße, überquert hier den Schwabinger Bach und in schnurgerader Richtung die Hirschau bis zur Isar.

Da aber Kurfürst Max Emanuel souverän über die Hirschau als Jagdgebiet verfügen will, klammert er das Gebiet aus dem Münchner Burgfrieden aus und erklärt: „Wür aber ersagte Hirschau Uns zu Unseren fürstlichen Jagden und Lust specialiter gnädigst reserviert haben.“

Mit der Ausgemeindung der Hirschau aus dem Burgfrieden der Stadt verläuft nun die Stadtgrenze vom Schwabinger Bach aus stark südöstlich bis etwa an die Stelle des heutigen Monopteros, in dessen Nähe sich heute auch die Burgfriedenssäule mit der Nummer 12/13 befindet.

Für die Ausgemeindung der Hirschau aus dem Stadtgebiet Münchens wird die Stadt durch die Eingemeindung der drei Mühlen am Dreimühlenbach, der Schwalbensteinmühle, der Au- oder Papiermühle und der Brudermühle entschädigt. Gleichzeitig wird das Lehel der städtischen Gewalt unterstellt. Eine schriftliche Fixierung des Münchner Burgfriedens erfolgt aber erst zwölf Jahre später. 

Juni 1728

Die neuen „Burgfriedenssäulen“ werden aufgestellt

München * Die neuen „Burgfriedenssäulen“ werden unter Beteiligung einer Kommission aus kurfürstlichen „Hofräten“ und aus städtischen Abgeordneten aufgestellt. 

Begleitet werden sie von 37 Bürgersöhnen im Alter von fünf bis fünfzehn Jahren, die Kohlen aus Eichenholz und Glasscherben zum Einlegen in die Grundsteine der Säulen mittragen.
Jeder der Knaben erhält zur Erinnerung an dieses denkwürdige Ereignis einen „Gedenkpfennig“ und eine „Maulschelle“, die an das alte baierische Recht erinnert, bei dem die Zeugen an den Ohren gezogen wurden.

Ähnlich einem Bildstock wird die „Stele“ oben von einer halbrunden Bekrönung abgeschlossen.
Die Säulen sind aus Tuffstein, der aus der Gegend um Valley stammt.
Sie zeigen auf der einen Seite einen Mönch, auf der anderen das Rautenwappen, das Stadt- und das Landeswappen.

6. Oktober 1750

Stephan von Stengel kommt in Mannheim zur Welt

Mannheim * Stephan von Stengel kommt in Mannheim zur Welt. Seine Mutter Maria Christina ist eine geborene Edle von Hauer, sein Vater Johann Georg von Stengel. Gerüchte sagen allerdings, Stephan von Stengel sei ein illegitimes Kind des Kurfürsten Carl Theodor. 

1762

Rousseau: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“

Genf * In seiner Publikation „Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechte“ schreibt Jean-Jaques Rousseau: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“.

1773

Kurfürst Carl Theodor schickt Friedrich Ludwig Sckell nach England

Schwetzingen - Großbritannien * Zum Studium des neuen „Gartenstils“ schickt Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz den Sohn des Schwetzinger „Hofgärtners“, Friedrich Ludwig Sckell, nach England.

1779

Baron Carl von Aretin kauft ein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“

Schwabing * Baron Carl Albert von Aretin kauft vom „Kurfürstlichen Hofkuchelschreiber und Triftverwalter“ Josef Seemüller ein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“, auf dem später „Schloss Biederstein“ entstehen wird. 

1780

Der „Hofgarten“ wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

München-Graggenau * Kurfürst Carl Theodor lässt den „Hofgarten“ der Öffentlichkeit zugänglich machen.

1781

Die „Gemäldegalerien“ werden für das Volk frei zugänglich

München-Graggenau - München-Maxvorstadt * Die „Gemäldegalerien“ in den nördlichen „Hofgartenarkaden“ werden für das Volk frei zugänglich. 

Sie werden zu einem Anziehungspunkt und Ausflugsort für die mondäne Münchner Bevölkerung und der städtischen Eleganz.

In den Arkaden hat Kurfürst Carl Theodor Anschläge anbringen lassen, wonach es verboten ist, im „Hofgarten“ zum Grüßen den Hut zu ziehen. 

1782

Die „kurfürstlich privilegierte Tabakfabrique“ wird gegründet

München-Englischer Garten - Lehel * Die „kurfürstlich privilegierte Tabakfabrique“ wird gegründet. 

Eine der zwei Zufahrtsstraßen führt über die „Hofwiese“ und wird im Jahr 1789 Teil des „Englischen Gartens“.

1784

Baron von Aretin verkauft sein Grundstück an Kurfürst Carl Theodor

Schwabing * Nachdem Baron Carl Albert von Aretin eine Erbschaft macht, verkauft er sein Grundstück in der „Schwabinger Hayd“, auf dem später „Schloss Biederstein“ entstehen wird, an Kurfürst Carl Theodor. 

1785

Das „Hirschgehege“ in der „Hirschau“ wird aufgelassen

München-Englischer Garten - Hirschau * Nachdem die „Fasanenzucht“ in der „Hirschau“ schon bald aufgelöst wurde, wird jetzt auch das „Hirschgehege“ aufgelassen. 

An seiner Stelle wird der „Hirschgarten“ bei Nymphenburg eröffnet. 

1785

Kurfürst Carl Theodor lässt den „Rittersitz Biederstein“ erbauen

Schwabing * Kurfürst Carl Theodor lässt für seinen „Kabinettssekretär“ und - vermutlich - illegitimen Sohn Stephan Freiherr von Stengel den „Rittersitz Biederstein“ erbauen.

17. Dezember 1785

Kurfürst Carl Theodor beschenkt Stephan von Stengel

Schwabing * Kurfürst Carl Theodor überlässt den „gefreiten Sitz zu Manns- und Weibsritterlehen“ seinem Geheimen Kabinettssekretär Stephan von Stengel. Stengel erweitert seinen Besitz durch Zukäufe und nennt seinen Rittersitz mit Niedergerichtsbarkeit künftig Schloss Biederstein. 

7. Februar 1788

„Memorandum zur Neuorganisation der baierischen Armee“

München * Sir Benjamin Thompson legt Kurfürst Carl Theodor ein „Memorandum zur Neuorganisation der baierischen Armee“ vor. 

Hauptziel und der Zweck der Reform „ist eine gute Armee bei geringen Kosten“

Der begeisterte Baiernherrscher ernennt den Urheber der Reformvorschläge zunächst zum „Oberst“.

29. März 1788

Sir Benjamin Thompson wird „Kriegsminister“

München * Das von Sir Benjamin Thompson vorgelegte „Memorandum zur Verbesserung des baierischen Militärwesens“ wird von der kurfürstlichen Kommission angenommen.

Thompson wird zum „Kriegsminister“ im Rang eines „Generalmajors“ befördert. 

Sein Vorgänger, Freiherr Johann Ernst Theodor von Heyen gen. Belderbusch, wird „ungnädig wegen missfälliger Verwaltung“ entlassen und als „Militärgouverneur“ nach Mannheim versetzt.

12. Januar 1789

Flächendeckende Pflanzung von Maulbeerbäumen im Englischen Garten

München * Kurfürst Carl Theodor erlässt eine Landesverordnung zur Seidenraupenzucht und Seidenraupenmanufaktur, da man sich von diesem Landwirtschaftszweig eine wirksame Maßnahme zur Beschaffung von Arbeit erhofft. Der neue Militärgarten an der Schönfeldstraße, im damals neu entstehenden Theodors-Park, dem Englischen Garten, soll zum Aufzuchtgebiet für flächendeckende Pflanzungen mit Maulbeerbäumen werden.

Im Zuge der ersten Maßnahmen zur Entfestigung der Stadt werden Maulbeerbäume außerdem „um die ganze Stadt herum“ angepflanzt. 

21. Februar 1789

In jeder Garnisonsstadt sind Militärgärten anzulegen

München * Kurfürst Carl Theodor erlässt eine Anweisung, wonach in der Nähe einer jeden Garnisonsstadt Militärgärten anzulegen sind. Jeder Einheit wird ein eigener Destrikt zugewiesen. Die Soldaten sollen Gelegenheit erhalten zu graben und zu hacken, zu säen und zu ernten, sich aber auch auszuruhen und zu erholen. 

Dennoch sollen die Gärten „nicht nur alleine zum Vorteil und Ergötzung des Militärs, sondern auch zum allgemeinen Gebrauch als ein öffentlicher Spaziergang dienen“ sowie „Nahe an der Stadt angelegt werden und in einer luftigen, gesunden Gegend und wo man von einem der Stadttore oder sonstigen Ausgängen der Stadt bis zum Garten eine Allee leicht anlegen kann“.

24. März 1789

Platzsuche für den geplanten Militärgarten

München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor fordert den Münchner Magistrat auf, für die Verwirklichung eines Militärgartens einen geschützten Platz ausfindig zu machen. Da es der Stadtverwaltung mit der Durchführung des von Thompson vorgelegten Planes nicht eilig ist, schreitet der Minister selbst zur Tat. 

Er hält die Gegend um den Hirschanger vor dem Schwabinger Tor, ein bisher lediglich zur kurfürstlichen Jagd genutztes Stück Land, das zum Teil außerhalb des Münchner Burgfriedens liegt und damit dem Einfluss und der Polizeigewalt des Münchner Magistrats entzogen ist, als am besten geeignet.

20. Juni 1789

Kurfürst Carl Theodor ordnet die Verwirklichung der Militärgärten an

München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor beauftragt Sir Benjamin Thompson mit der Verwirklichung der Militärgärten. Er soll den Platz bestimmen, ausstecken, unter die Regimenter aufteilen und von ihnen bearbeiten lassen. Die Grundstückseigentümer werden finanziell entschädigt. 

1. Juli 1789

Eine Militärgartenkommission wird gegründet

München * Sir Benjamin Thompson gründet eine Militärgartenkommission.

8. Juli 1789

Die ersten Pflanzungen werden im Militärgarten vorgenommen

München-Englischer Garten * Unter dem Kommando von Benjamin Thompson nehmen Soldaten die ersten Pflanzungen für den Militärgarten vor.

14. Juli 1789

Der Sturm auf die Bastille fördert den Englischen Garten

Paris * Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt in Paris die Französische Revolution. Durch dieses Ereignis wird das Militärgarten-Projekt in München [= Englischer Garten] zu einem Politikum, das in aller Eile realisiert werden muss.

7. August 1789

Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell wird nach München berufen

München * Der Schwetzinger Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell wird von Kurfürst Carl Theodor nach München berufen, um unter der Oberaufsicht von Sir Benjamin Thompson Entwürfe zur Anlage des Englischen Gartens zu entwerfen. Sckell zeichnet „gleich in der Natur selbst“ den Verlauf des ersten Weges und steckt die Grenzen der Ehren Pflanzungen aus. 

13. August 1789

Der Auftrag zur umgehenden Verwirklichung des Englischer Gartens

München-Englischer Garten - Hirschanger * Kurfürst Carl Theodor unterzeichnet ein Dekret, wonach er „den hiesigen Hirsch-Anger [...] zur allgemeinen Ergötzung für Dero Residenzstadt München herstellen zu lassen, und diese schönste Anlage der Natur dem Publikum in ihrem Erholungs-Stunden nicht länger vor zu enthalten gnädigst gesonnen“ sei. 

Sir Benjamin Thompson erhält den Auftrag, den Landschaftspark unverzüglich zu verwirklichen. Der geplante Volksgarten wird zunächst Theodors-Park, später Englischer Garten genannt.

Um September 1789

Der „Chinesische Turm“ im „Englischen Garten“ entsteht

München-Englischer Garten - Lehel * Nach Entwürfen des aus Mannheim stammenden „Militärarchitekten“ Joseph Frey entsteht im „Englischen Garten“ der „Chinesische Turm“

Die Initiative für den exotischen Turm geht von Sir Benjamin Thompson aus.

Um September 1789

Ein „Apollo-Tempel“ entsteht als Staffage-Bau im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Lehel * Nach Planungen des „Ingenieur-Lieutenants beim Hofkriegsrat“, Johann Baptist Lechner, entsteht ein „Apollo-Tempel“ als Staffage-Bau im „Englischen Garten“.

Das von spiegelnden Wassern umgebene „Hein-Heiligtum“ befindet sich im alten „Hirschangerwald“ auf einer Halbinsel.
Der Rundtempel mit Dorischer Ordnung ist im wesentlichen eine Holzkonstruktion.
Die Gebälkzone und das Kuppelinnere sind zum Teil gemauert, zum Teil aus stuckiertem Holz.
Die Kuppelabdeckung besteht aus Blech.

Seinen Standort nimmt heute die „Steinerne Bank“ ein.

1790

Der „Hirschgarten“ wird fürs Volk geöffnet

Hirschgarten * Kurfürst Carl Theodor lässt den „Hirschgarten“ für das Volk öffnen.

1790

Der zwei Kilometer lange „Isardamm“ ist fertig gestellt

München-Englischer Garten - Lehel * Der vom „Geometer“ Adrian von Riedl geplante, etwa 2 Kilometer lange „Isardamm“ ist fertig gestellt.

Er schützt den „Englischen Garten“ nicht nur vor Hochwasser, sondern ermöglicht auch die Entwässerung des Parkgeländes.

1790

Südlich des „Chinesischen Turms“ entsteht die „Chinesische Wirtschaft“

München-Englischer Garten - Lehel * Die Aufbauarbeiten am „Chinesischen Turm“ sind abgeschlossen.

Südlich des „China-Turms“ entsteht die „Chinesische Wirtschaft“
Es ist ein Rechteckbau mit vier niedrigen Eckpavillons, sowie Haupt- und Nebengebäuden aus Holz mit den charakteristisch geschweiften Dächern.
Im Inneren befindet sich sogar ein „Porcellain-Zimmer“.

1790

Der „Gotische Pavillon“ im „Englischen Garten“ entsteht

München-Englischer Garten - Lehel * In der Nähe der „Wirtschaft des Chinesischen Turms“ entsteht der „Gotische Pavillon“.

Der Holzbau wird von der Münchner Bevölkerung ebenso exotisch und bizarr betrachtet wie die chinesische Baukunst.

Er verschwindet - wie die meisten Holzkostruktionen - bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

1790

Ein Bierausschank für die im „Englischen Garten“ beschäftigten Arbeiter

München-Englischer Garten - Schwabing * An der ursprünglichen nördlichen Grenze des „Englischen Gartens“ befinden sich zwei kleine „Holländische Bauernhäuser“, die dem „Parkwächter“ Josef Tax als Wohnung dienen. 

Er hält Kühe und Esel und betreibt außerdem einen Bierausschank für die im „Englischen Garten“ beschäftigten Arbeiter und Tagelöhner.

Damit legt er den Grundstein für das später so beliebte Ausflugslokal „Kleinhesselohe“, das anfangs im Volksmund auch „Kleines Eselsloch“ genannt wird.

1790

Die „Schwaige“ mit den „Ökonomiegebäuden“ wird erbaut

München-Englischer Garten - Lehel * Zwischen 1790 und 1791 wird die „Schwaige“ mit den „Ökonomiegebäuden“ hinter dem „Gasthaus am Chinesischen Turm“ nach Plänen von Johann Baptist Lechner erbaut.

Sie sind „zur Errichtung einer sogenannten Schweizerey [Hornviehzucht] von wenigstens 60 Stücken bestimmt“.

März 1790

Eine hohe Belohnung für die Ergreifung des Maulbeerbaum-Zerstörers

München * Die Baumschule für Maulbeerbäume hat nur eine geringe Akzeptanz in der Münchner Bevölkerung.

Sir Benjamin Thompson schreibt eine Belohnung von 100 Golddukaten für die Ergreifung desjenigen Bösewichts aus, der nachts in die Militärgärten eingedrungen ist und knapp 500 Setzlinge mutwillig zerstört hat. 

10. März 1790

Kurfürst Carl Theodor ruft die „Thier-Arzney-Schule“ ins Leben

München-Englischer Garten - Schwabing * Kurfürst Carl Theodor ruft in einem Dekret die „Thier-Arzney-Schule“ ins Leben.

Sie soll nicht nur Viehseuchen erforschen und bekämpfen, sondern auch Tierärzte und Schmiede für die „Kavallerie“ ausbilden.

29. März 1790

Der „Chinesische Turm“ bekommt seinen Abschlussknopf

München-Englischer Garten - Lehel * Auf den „kinesischen thurn“ im „Englischen Garten“ wird vom Kupferschmied Michael Leithner der Knopf angebracht. 

1. Mai 1790

Die „Thierartzney-Schule“ wird in der Gemeinde Schwabing eröffnet

München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Thierartzney-Schule“ wird unter der Leitung vom „Medizinalrat“ Professor Dr. med. Anton Will in der sogenannten „Jesuitenwasch“ in der damals noch selbstständigen Gemeinde Schwabing eröffnet. 

Die „Tierarzneischule“ beschäftigt sich mit der „Bekämpfung einbrechender Viehseuchen“ sowie der Ausbildung „geschickter Tieräzte“ und „guter Huf- und Kurier-Schmiede für die Kavallerie-Regimenter“

Der Lehrbetrieb wird aber erst am 1. November aufgenommen. 

25. Mai 1790

Die erste groß angelegte Besichtigungsfahrt durch den Englischen Garten

München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor unternimmt eine erste groß angelegte Besichtigungsfahrt im offenen Gartenwagen durch den neu angelegten Englischen Garten. Doch noch ist der Park für die Öffentlichkeit gesperrt.

Der Bericht der ersten Spazierfahrt erwähnt eine Vieharzneyschule, eine Baumschule, eine Schweizerey, eine Schäferey und eine Ackerbauschule. Diese Einrichtungen sind als Lehr- und Musterbetriebe konzipiert und sollen die Landbevölkerung mit den neuesten Anbau- und Zuchtmethoden vertraut machen.

10. August 1790

Die Verwaltung und Benutzung des „Englischen Gartens“ wird geregelt

München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor erlässt eine „Spezialresolution“, die die Verwaltung und Benutzung des „Englischen Gartens“ und aller darin befindlichen Grundstücke und Gebäude regelt. 

1. November 1790

Der Lehrbetrieb in der Veterinärschule wird aufgenommen

München-Englischer Garten - Schwabing * Der Lehrbetrieb in der Veterinärschule wird durch den Professor der Tierarzneikunst und Medizinalrat Anton Joseph Will aufgenommen. 

1791

Der „Apollo-Tempel“ erhält eine geschnitzte Statue

München-Englischer Garten - Lehel * Der „Apollo-Tempel“ im „Hirschangerwald“ erhält seine vom kurfürstlichen Hofbildhauer Josef Nepomuk Muxel geschnitzte Statue.

29. April 1791

Das Rumford-Haus im Englischen Garten wird errichtet

München-Lehel * Das Rumford-Haus im Englischen Garten, errichtet nach den Plänen des Baumeisters Johann Baptist Lechner, ist fertiggestellt.

Im Hauptschloss befindet sich ein großer Speisesaal, denn das Bauwerk dient während der Militärübungen im Nordteil des Englischen Gartens als Offiziers-Casino.  

Dieser Militärsaal erhält später den Namen Rumfordsaal

1. Mai 1791

Im „Englischen Garten“ wird ein „Manöver“ abgehalten

München-Englischer Garten * Im „Englischen Garten“ wird ein „Manöver“ abgehalten.   

Aus ganz Baiern beteiligen sich von jedem Regiment eine Kompanie.  
Das sind 1.500 Mann, davon 300 zu Pferd.   

Das „Manöver“ dauert bis zum 29. Juni. 

1792

Die „Ökonomiegebäude“ bei der „Schwaige“ werden erweitert

München-Englischer Garten - Lehel * Die „Ökonomiegebäude“ bei der „Schwaige“ im „Englischen Garten“ werden erweitert.

1. April 1792

Die Gaststätte beim „Chinesischen Turm“ wird eröffnet

München-Englischer Garten - Lehel * Die Gaststätte beim „Chinesischen Turm“ wird eröffnet.

Damit steht die Gartenanlage endlich der Öffentlichkeit zur Verfügung.

25. Mai 1792

Sir Benjamin Thompson wird zum Reichsgrafen von Rumford erhoben

München * Generalleutnant Sir Benjamin Thompson wird durch Kurfürst Carl Theodor zum Reichsgrafen von Rumford erhoben.

26. Juli 1792

Kaiser Franz II. besichtigt den neu angelegten Englischen Garten

München-Englischer Garten * Kaiser Franz II. besichtigt den neu angelegten Englischen Garten.

1793

Das „Amphitheater“ im „Englischen Garten“ entsteht

München-Englischer Garten - Schwabing * Nördlich des „Rumford-Hauses“ im „Englischen Garten“ - in der Umgebung der Martiusbrücke nahe der Königinstraße - entsteht das „Amphitheater“ mit einem Durchmesser von 180 Fuß = ~ 60 Meter.

1793

Der erste Führer „des neu angelegten Englischen Gartens“ erscheint

München-Englischer Garten * Der erste Führer „des neu angelegten englischen Gartens oder Theodors Park zu München“ erscheint.

1793

Im „Englischen Garten“ entsteht ein „Diana-Tempel“

München-Englischer Garten - Lehel * Am östlichen Rand des „Englischen Gartens“ entsteht ein „Diana-Tempel“.

7. März 1793

Der Englische Garten wird offiziell eröffnet

München-Englischer Garten * Der Englische Garten wird für die Bevölkerung offiziell zum allgemeinen Besuch geöffnet.

1794

Großes Fest im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Widerwillig kehrt Sir Benjamin Thompson Graf von Rumford von seinem Erholungsurlaub von Italien nach München zurück. 

Da ihn eine - hauptsächlich aus Bettlern bestehende - Menschenmenge freundlich empfängt, organisiert er zum Dank eine großes Fest im „Englischen Garten“.
30.000 Besucher kommen. Ochsen werden gebraten und Bierfässer angezapft, Musikkapellen spielen und Lampions brennen.

9. August 1795

Eine festliche Veranstaltung im Englischen Garten

München-Englischer Garten * Aus Anlass der Vermählung des 70-jährigen pfalz-baierischen Kurfürsten Carl Theodor mit der 18-jährigen Erzherzogin Maria Leopoldine aus dem Hause Österreich-Este hält der kurfürstliche Hof im Englischen Garten eine festliche Veranstaltung ab. Ausgerichtet wird das Fest vom Reichsgrafen von Rumford.

Es gibt Lustfahrten auf dem See, einen „Tanz der neun Musen“ im Apollotempel, die „Vorstellung einer baierisch-ländlichen Nationalhochzeit“, Musik und Tanz und viele andere Vergnügungen. Zum Ausklang wird der ganze Park mit tausenden Lampions beleuchtet. Außerdem hält ein „Chinese im Nationalkostüm“ eine Huldigungsrede für das Kurfürstenpaar.

Die jugendliche „Landesmutter“ ist jedoch durch „eine Unpässlichkeit an der Teilnahme verhindert“.

1796

Das „Rumford-Denkmal“ im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Lehel * Das „Rumford-Denkmal“ im „Englischen Garten“ wird noch zu Lebzeiten Benjamin Thompson durch Franz Schwanthaler d.Ä. aus Kalktuff, Sandstein und Marmor geschaffen und befindet sich im Südteil des Parks.

1797

Ein „Weyher“ in der Nähe des heutigen „Wasserfalls“

München-Englischer Garten - Lehel * In der Nähe des heutigen „Wasserfalls“ im „Englischen Garten“ wird ein „Weyher“ angelegt.

27. Mai 1797

Reinhard Freiherr von Werneck tritt in baierische Dienste

München * Reinhard Freiherr von Werneck tritt als General-Leibadjutant und Oberst der Invanterie für ein Jahresgehalt von 400 Gulden in baierische Dienste.

14. Juni 1797

Reinhard Freiherr von Werneck muss den vorgeschriebenen Schwur leisten

München * Reinhard Freiherr von Werneck muss den vorgeschriebenen Schwur leisten, dass er nicht dem radikal aufklärerischen - und deshalb verbotenen - Geheimbund der Illuminaten angehört.

Um 1798

Adrian von Riedl kauft ein trockengelegtes ödes Land

München-Englischer Garten - Lehel * Adrian von Riedl, der zuvor mit zwei Dämmen das weitverzweigte Wildflussbett der reißenden Isar zwischen Lehel und Ismaning gebändigt hatte, kauft einen Teil des von ihm trockengelegten ehemaliges Isarbetts, das als „ödes Land“ vom Kurfürst Carl Theodor freigegeben wurde.

Zunächst lässt er sich zwischen „Eisbach“ und „Schmiedbach“, am Rande des „Englischen Gartens“ ein stattliches Palais erbauen, das er mit einem kleinen „Englischen Garten“ mit allerlei Zubehör umgibt.

Sogar eine Brunnquelle, eine „Gloriette“ und ein kleiner „Chinesischer Turm“ dürften nicht fehlen.
Aus dieser Anlage entsteht später der „Paradiesgarten“, ein beliebtes Ausflugslokal.

Um das Jahr 1798

Adam Freiherr von Aretin kauft ein „ödes“ Grundstück

München-Englischer Garten - Lehel * „Vizekanzler“ Adam Freiherr von Aretin kauft ein „ödes“ Grundstück an der Ostseite des „Englischen Gartens“ und baut dort einen Sommersitz mit zwei kleinen Häusern und einem „Lustgarten“ im französischen Stil.

24. Juli 1798

Die Rumford-Mühlen am Eisbach

München-Englischer Garten * Kurfürst Carl Theodor lässt 2.000 Gulden zum Bau der an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach gelegenen Militär-Mühlen oder Rumford-Mühlen zur Verfügung stellen. Es handelt sich um eine Sägemühle und eine Mahlmühle für das Getreide des von Benjamin Thompson Verbesserten Kommissbrotes.

19. August 1798

Rumford wird Bevollmächtigter Minister Baierns am Großbritannischen Hof

München - London * Sir Benjamin Thompson Reichsgraf von Rumford wird zum „Bevollmächtigten Minister Baierns am Kgl. Großbritannischen Hofe“ ernannt und verlässt deshalb Baiern. Die Oberaufsicht über den Ausbau des Englischen Gartens gibt er gleichzeitig an seinen Nachfolger Reinhard Freiherr von Werneck ab.

November 1798

Freiherr von Werneck erhält die „Intendanz des Englischen Gartens“

München-Englischer Garten * „Zur Ausfüllung seiner Mußestunden“ erhält Reinhard Freiherr von Werneck die „Intendanz des Englischen Gartens“ übertragen.

März 1799

Der „Englische Garten“ ist dem „kurfürstlichen Kabinett“ unterstellt

München-Englischer Garten * Der „Englische Garten“ ist inzwischen nicht mehr der „Militärbehörde“, sondern dem „kurfürstlichen Kabinett“ unterstellt.

Reinhard Freiherr von Werneck ist hauptamtlicher „Direktor“ des 375 Morgen großen „Englischen Gartens“.
Er untersteht aber dem zum „Gartenbaudirektor für die Rheinpfalz und ganz Baiern“ ernannten Friedrich Ludwig Sckell. 

Werneck achtet hauptsächlich auf die wirtschaftliche Rentabilität der Gartenanlage.
Durch landwirtschaftliche Einrichtungen soll sich das Gartenprojekt selbst tragen - und möglichst sogar einen Gewinn erwirtschaften.

Dies will Werneck durch die Erweiterung der Wiesen- und Waldflächen, durch eine Vergrößerung des Viehbestandes und den Ausbau der Ökonomie und der Mühlen erreichen.
Die Ökonomie und die „Schweizerey“ wird dem „Englischen Garten“ einverleibt.

November 1799

Die „Militärgärten“ werden vom „Englischen Garten“ abgetrennt

München-Englischer Garten * Die „Militärgärten“ werden abgeschafft, dem „Hoffuttermeisteramt“ unterstellt und vom „Englischen Garten“ abgetrennt.

9. Dezember 1799

Der Wirtschaftsbetrieb Englischer Garten

München-Englischer Garten * Die beiden im Jahr 1798 errichteten Säge- und Mahlmühlen werden ebenfalls dem Wirtschaftsbetrieb Englischer Garten einverleibt.

23. Dezember 1799

Der Englischen Garten wird um 300 Tagwerk erweitert

München-Englischer Garten - Hirschau * Kurfürst Max IV. Joseph schlägt dem Englischen Garten 300 Tagwerk der unteren Hirschau zu. Die Erweiterung erstreckt sich vom Kleinhesseloher See bis zum heutigen Aumeister. 

Um 1800

Auf einem Wiesengelände wird der „Kleinhesseloher See“ angelegt

München-Englischer Garten * Auf einem Wiesengelände bei Schwabing wird der „Kleinhesseloher See“ angelegt. Er wird zwischen 1807 und 1812 beträchtlich erweitert.

7. Januar 1800

Aus den Militärgärten wird die Schönfeldwiese

München-Englischer Garten * Das Gelände der Militärgärten wird wieder mit dem Englischen Garten vereinigt und daraus eine ausgedehnte längliche Wiesenfläche, die Schönfeldwiese, angelegt.

1803

Das „Dianabad“ beim „Englischen Garten“ öffnet seine Pforten

München-Englischer Garten * Das „Dianabad“ beim „Englischen Garten“ öffnet seine Pforten. 

Zur luxuriösen Ausstattung gehören neben 51 Hotelzimmern auch zwei geräumige und mit viel Pomp ausgestattete „Festsäle“.
Die Badewannen bestehen aus innen verzinktem Kupfer.

1803

Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die Oberaufsicht über das „Gartenwesen“

München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell wird die Oberaufsicht über das gesamte „Gartenwesen“ übertragen. 

Der von Rumford angelegte „Theodor-Park“ war - wenn auch dem „allgemeinen Publikum“ gestiftet - in seiner Ausstattung doch auf eine Gesellschaft abgestimmt, die eher im höfischen Leben beheimatet ist.

9. Mai 1803

Kurfürst Max IV. Joseph kauft von Stephan von Stengel Schloss Biederstein

Schwabing * Kurfürst Max IV. Joseph kauft von Stephan von Stengel um 18.000 Gulden den Edelsitz Biederstein.  In der Folge wird das Schloss durch den Hofbaumeister Franz Thurn aufgestockt und um zwei Seitenflügel zu einem „Feensitz“ erweitert. Die Umgebung wird durch Friedrich Ludwig Sckell im englischen Stil zu einem Landschaftsgarten umgestaltet. 

4. Oktober 1803

Das denkmalartige Standbild des „Harmlos“ wird enthüllt

München-Graggenau * Auf dem Weg vom Hofgarten in den Englischen Garten wird das denkmalartige Standbild des „Harmlos“ von Franz Jakob Schwanthaler d.Ä. enthüllt. Es ist eine Stiftung des Ministers Theodor Graf von Morawitzky.

1804

„Hofbaumeister“ Franz Thurn überarbeitet „Schloss Biederstein“

Schwabing * „Hofbaumeister“ Franz Thurn überarbeitet „Schloss Biederstein“.

Friedrich Ludwig Sckell legt den Garten neu an.

30. Januar 1804

Kurfürstin Caroline erhält Schloss Biederstein zum Geschenk

Schwabing * Das Schloss Biederstein kommt von Kurfürst Max IV. Joseph als Schenkung „in die Hände unserer vielgeliebten Frauen Gemahlin“ Caroline. 

9. März 1804

Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die Hofgartenintendanz in München

München * Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die extra für ihn geschaffene Hofgartenintendanz mit Sitz in München. Zu diesem Zeitpunkt ist der Englische Garten bereits weitgehend angelegt.

Freiherr Reinhard von Werneck wird seiner Stellung als Direktor des Englischen Gartens enthoben. Er wird vom Kurfürsten zum Trost zum Generalmajor á la suite befördert und mit der Reorganisation des Kadettenkorps in München beauftragt.

Für den Englischen Garten treten nun ökonomische Gesichtspunkte zugunsten der Anlage eines großflächigen Landschaftsgartens in den Hintergrund. Friedrich Ludwig Sckell legt aus diesem Grund einen Plan A an, der den vom ihm vorgefundenen Zustand der Gartenanlage festhält.

24. Mai 1804

Der Grundstein für das Palais Salabert wird gelegt

München-Graggenau * Der Grundstein für das Palais Salabert, dem heutigen Prinz-Carl-Palais, wird gelegt. Das Gartenpalais wird nach Plänen von Carl von Fischer erbaut.

1805

Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt

München * Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt.

Trotz seines grünen Paradieses am Rande des „Englischen Gartens“ behagt ihm die Ruhe nicht, weshalb er den Bau einer Mühle plant.
Der an seinem Grundstück vorbeifließende „Eisbach“ mit einem Wasserdurchlauf von 22 Kubikmetern pro Sekunde erscheint ihm dafür ideal.

1806

Weitere Flussregulierungsarbeiten an der Isar beginnen

München * Weitere Flussregulierungsarbeiten an der Isar beginnen.
Sie dauern bis 1812.

Die Isar wird in ein knapp 44 Meter breites Flussbett gezwängt.
Dabei gräbt sich die Isar so tief ein, dass man das Flussbett im Jahr 1889 wieder auf 60 Meter erweitern muss.

1806

Die „Militärmühlen“ werden stillgelegt

München-Englischer Garten - Lehel * Auf Friedrich Ludwig Sckells Wunsch hin werden die „Militärmühlen“ an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach stillgelegt und der Befehl zum Abbruch gegeben.

1807

Der „Kleinhesseloher See“ wird auf seine heutige Größe gebracht

München-Englischer Garten - Schwabing * Der künstlich auf einer Wiese angelegte „Kleinhesseloher See“ wird unter der Leitung von Friedrich Ludwig Sckell auf seine heutige Größe von acht Hektar gebracht.

Die Arbeiten dauern bis 1812.

1807

Friedrich Ludwig Sckell will den „Apollo-Tempel“ abreißen lassen

München-Englischer Garten - München-Lehel * Friedrich Ludwig Sckell will den „Apollo-Tempel“ wegen seiner „missglückten Proportionen“ sowie der „schlechten Bauweise“ abreißen lassen.

Er wird aber noch vermutlich bis 1838 stehen bleiben.

10. August 1807

Friedrich Ludwig Sckell ist unzufrieden mit dem „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell fertigt einen „Plan B“, den er gemeinsam mit „Plan A“ samt einer erläuternden Denkschrift dem König überreicht.

Darin drückt er seine Unzufriedenheit mit der Art der Bepflanzung, der er das Fehlen von „pittoresken Ansichten“ vorwirft, und der architektonischen Gestaltung der zumeist aus Holz errichteten „Parkbauten“ aus.
Diese sind nach seiner Meinung weder stabil genug gebaut, noch entsprechen sie der „reinen Baukunst“.

Den „Chinesischen Turm“ will er sofort abreißen lassen, da „der Chinesische Geschmack der Baukunst keine Nachahmung verdienet, und wenn einst dieser ganz faul seyn wird, und abgebrochen werden muß, Kein anderer mehr erbauet werden dürfte“.

1808

Friedrich Ludwig von Sckell erhält den „Zivil-Verdienstorden“

München * Friedrich Ludwig von Sckell erhält den „Zivil-Verdienstorden der Baierischen Krone“, womit der persönliche Adel verbunden ist.

13. September 1808

Adrian von Riedl erbittet den Bau einer Mühle mit vier Gängen

München-Englischer Garten - Tivoli * Adrian von Riedl erbittet bei Kurfürst Max IV. Joseph den Bau einer Mühle mit vier Gängen. Sie soll auf seinen Wiesen unterhalb der Bogenhausener Brücke, zwischen Isardamm und Schwabinger Bach entstehen. Zum Betrieb der Mahlmühle will er „mittels eines Kanals durch seine Wiesen das Wasser aus dem Eisbach hereinleiten und unterhalb der Mühle wieder in denselben einlassen“.

24. September 1808

Die Regierung steht Adrian von Riedls Mühlenplanungen positiv gegenüber

München-Englischer Garten - Tivoli * Die Königliche Regierung steht Adrian von Riedls Mühlenplanungen positiv gegenüber, da damit die anliegenden Dörfer Schwabing, Bogenhausen und Föhring eine Mahlmöglichkeit erhalten würden.
Bisher mussten die Bewohner dieser Dörfer zwei bis drei Stunden zur nächsten Mühle fahren.

Doch die Kgl. General Direction des Wasser-, Brücken- und Straßenbaus hat Bedenken, dass dadurch der Eisbach zurückgestaut und damit die Geschwindigkeit es Baches und somit der Abfluss des Eises vermindert werden würde. Der Eisbach nimmt nämlich im Winter die Schneemassen der Münchner Straßen auf. Daher der Name.

Doch zuletzt wird Riedl der Mühlenbau mit der Auflage genehmigt, dass er das Abeisen von seinem Grundbaum bis aufwärts zur Bogenhausener Brücke auf eigene Kosten zu besorgen hätte. Damit wird Adrian von Riedl zum Gründer der Neumühle am Eisbach.

1809

Pläne für eine „Walhalla“ im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Pläne für eine zum Andenken der „großen Teutschen“, einer „Walhalla“ im „Englischen Garten“ entstehen.

9. März 1809

Adrian von Riedl verkauft die Neumühle an den Müller Schöttl

München-Englischer Garten * Adrian von Riedl verkauft die sich im Rohbau befindliche „Neumühle“ zu einem Schleuderpreis von 1.200 Gulden an den Münchner Bäcker und Müller Johann Jakob Schöttl. Auch der Mühlkanal ist bereits gegraben.

1810

Carl von Fischer baut im Park von „Schloss Biederstein“ einen „Belvedere“

Schwabing * Carl von Fischer baut im Park von „Schloss Biederstein“ einen „Belvedere“

1810

Freiherr Adam von Aretin verkauft sein Grundstück an Raphael Kaula

München-Englischer Garten * Freiherr Adam von Aretin verkauft sein Grundstück am Ostrand des „Englischen Gartens“ an den „Großhändler und Bankier“ Raphael Kaula.

Seine im Jahr 1812 als jüngstes Kind geborene Tochter Nanette wächst zu einer so auffallenden Schönheit heran, dass sie unter dem Titel „Münchens schönste Jüdin“ weithin bekannt ist.

In der Folgezeit lässt Kaula kleinere Gebäude seines Vorbesitzers Aretin abreißen und durch das elegantere „Kaula-Schlössl“ ersetzen.
Nach seiner Erhebung in den Adelsstand heißt das „Kaula-Schlössl“ nun „Murat-Schlössl“.

1810

Das „Aumeisterjäger-Haus“ wird erbaut

München-Englischer Garten * Das alte „Aumeisterjäger-Haus“ wird an der Nordgrenze des „Englischen Gartens“ für die Heger und Jäger der „Hirschau“ erbaut.

18. Mai 1814

Errichtung einer Stahlfabrik am Eisbach in der Hirschau

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Hofhammerschmied Lindauer erhält - gegen den erbitterten Widerstand des Hofgartenintendanten Friedrich Ludwig von Sckell - die Erlaubnis zur Errichtung einer Stahlfabrik am Eisbach in der Hirschau.

22. August 1814

Reichsgraf Rumford stirbt

Auteuil * Sir Benjamin Thompson Reichsgraf von Rumford stirbt in Auteuil bei Paris.

1815

Der „Große Wasserfall“ wird von Menschenhand erschaffen

München-Englischer Garten - Lehel * Der „Große Wasserfall“ an der Kreuzung des Schwabinger Bachs und des Eisbachs wird geschaffen.

Seither stürzen die durch ein Stauwehr zurückgehaltenen Wassermassen über von Menschenhand platzierte Felsen.
Die Szenerie erinnert an ein romantisches Landschaftsgemälde.

1817

Das „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer“ soll abgerissen werden

München-Graggenau * Luigi Tambosi und die Kurfürstinwitwe Maria Leopoldine sind sich handelseinig.
Er will ihr um 22.000 Gulden das „Kaffeehaus an der Hofgartenmauer vor der Reitschule“ abkaufen.

Dann erfahren sie, dass das „Kaffeehaus“ abgerissen und in den „Englischen Garten“ verlegt werden soll.

Die Niederlegung der Gebäude verzögert sich bis 1825.
So lange bleibt Maria Leopoldine Eigentümerin und Luigi Tambosi Pächter des „Kaffeehauses an der Hofgartenmauer vor der Reitschule“

1818

Die „Tabakfabrik“ wird in ein Bad umgewandelt

München-Englischer Garten - Lehel * Die nahe dem „Diana-Tempel“ am östlichen Rand des „Englischen Gartens“ gelegene „Tabakfabrik“ wird in ein Bad umgewandelt.

Bald bürgert sich dafür der Name „Diana-Bad“ ein.

Um das Jahr 1820

„Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden“

München-Englischer Garten * Friedrich Ludwig von Sckell schreibt über den „Englischen Garten“:  

„Hier will das Volk gesehen, gefallen und bewundert werden, alle Stände müssen sich also da versammeln und in langen bunten Reihen bewegen und die frohe Jugend unter ihnen hüpfen können“

1821

Johann Jakob Schöttl übergibt die „Neumühle“ an seinen Sohn

München-Englischer Garten - Tivoli * Johann Jakob Schöttl übergibt die „Neumühle“ an seinen gleichnamigen Sohn.

Um 1823

Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich ein Schlösschen erbauen

München-Englischer Garten - Schwabing * Der baierische „Kriegsminister“ Nikolaus Freiherr von Maillot de la Treille lässt sich von dem Architekten Jean Baptiste Métivier am Westrand des „Englischen Gartens“ ein Schlösschen im Stil der italienischen Renaissance erstellen.

Es befindet sich an der Stelle des heutigen Verwaltungsgebäude der „Generaldirektion der Allianz-Versicherung“.

24. Februar 1823

Friedrich Ludwig von Sckell stirbt in München

München * Friedrich Ludwig von Sckell stirbt in München. Er wird auf dem Alten Südfriedhof beigesetzt. Sein Nachfolger als Hofgartenintendant wird sein Neffe Carl August Sckell.

1824

Ein Denkmal für Friedrich Ludwig von Sckell

München-Englischer Garten - Schwabing * König Max I. Joseph lässt am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ durch den Bildhauer Ernst von Bendel für Friedrich Ludwig von Sckell ein Denkmal errichten.

1824

Leo von Klenze baut das neue „Schloss Biederstein“

Schwabing * Leo von Klenze baut im Park von „Schloss Biederstein“, anstelle des „Belvedere“ von Carl von Fischer, das neue „Schloss Biederstein“

Nach dem 29. Oktober 1825

Die Königin-Witwe Caroline lebt im neuen Schloss Biederstein

Schwabing * König Ludwig I. teilt - ohne vorher mit der Betroffenen gesprochen zu haben - dem Magistrat von München mit, dass die Königin-Witwe Caroline künftig in Würzburg leben wird. Die Königin-Witwe wehrt sich dagegen und lebt bis zu ihrem Tod mit ihrem Hofstaat im neuen Schloss Biederstein. 

31. Dezember 1825

Der Englische Garten hat eine Größe von 231 Hektar

München-Englischer Garten * Der Englische Garten hat eine Größe von 231 Hektar.

1826

Der Schwabinger Wirt Johann Gradl kauft die „Neumühle“

München-Englischer Garten - Tivoli * Johann Jakob Schöttl junior verkauft die „Neumühle“ an den Schwabinger Wirt Johann Gradl.

1830

Der Schwabinger Wirt Georg Ferstl kauft das „Murat-Schlössl“

München-Englischer Garten - Tivoli * Der Schwabinger Wirt Georg Ferstl kauft das „Murat-Schlössl“ und eröffnet darin seine Gaststätte „Zum Tivoli“.

Dort gibt es auch eine einfache Badeanstalt.
Im Winter wird die Wiese durch Spritzen zur beliebten Eislaufbahn.
Außerdem gibt es einen „Kaffeepavillon“ und ein Kinderkarussell. 

Damit wird Georg Ferstl „Tivoli“ ein beliebtes Ausflugslokal der Münchner.
Es besteht bis zum Jahr 1923.

Bald heißt auch die ganze Gegend ums Wirtshaus „Am Tivoli“.

1832

Ein künstlicher Hügel wird im „Englischen Garten“ aufgeschüttet

München-Englischer Garten - Lehel * Ein künstlicher Hügel wird im „Englischen Garten“ aufgeschüttet.

Ziegelfundamente in fast gleicher Höhe wie der „Monopteros“ selbst, geben dem Kunstberg den nötigen Halt. 
Der Hügel besteht aus Ziegelsteinen, Resten der Stadtbefestigung und angefallenem Erdreich.  

1835

Die Vision des Simon von Eichthal zum Eisenbahnbau

München * Die Vision von Simon von Eichthal, dem Bankier und Mitbegründer der Eisenbahngesellschaft München - Augsburg, zum Eisenbahnbau lautet:

„Die Großartigkeit des Unternehmens wird es dann auch möglich machen, im Inlande Anstalten ins Leben zu rufen, aus welchen Dampfwägen und alle diejenigen Gegenstände, welche zur Verfertigung und Befahrung der Eisenbahnen sonst aus England und den Niederlanden bezogen werden müssen, hervorgehen können“.

1835

Joseph Anton von Maffei investiert in den Schiffs- und Lokomotivenbau

München-Englischer Garten - Hirschau * Joseph Anton von Maffei investiert in einen riskanten Zukunftsmarkt: dem Schiffs- und Lokomotivenbau. Um den Ausbau des bayerischen Eisenbahnnetzes zu forcieren, beteiligt er sich - als einer der Initiatoren und Hauptaktionäre von Münchner und Augsburger Bank- und Kaufleuten - an der Gründung einer Aktiengesellschaft zum Bau der Eisenbahn München - Augsburg.

1836

Die Bauarbeiten am „Monopteros“ beginnen

München-Englischer Garten - Lehel * Die Bauarbeiten am „Monopteros“, auf dem durch Menschenhand künstlich aufgeschütteten Hügel, beginnen.  

Die Arbeiten dauern bis 1837.  
Der Architekt ist Leo von Klenze.  

Heute geht hier der Blick geht über die „Po-Ebene“, weil sich hier das bevorzugte Revier der sich hüllenlos sonnenden Parkbesucher befindet. 

31. August 1836

Hugo Alois von Maffei wird geboren

München * Hugo Alois von Maffei wird geboren. Er wird später die Maffei-Werke von seinem Onkel erben und erfolgreich weiterführen.

1837

Freiherr Reinhard von Werneck erhält den „Civil-Verdienstorden“

München * Der inzwischen 80-jährige Freiherr Reinhard von Werneck erhält von König Ludwig I. das „Großkreuz des Civil-Verdienstordens der Bayerischen Krone“.

1837

Der Bankier Christian August Erich kauft Johann Gradl die „Neumühle“ ab

München-Englischer Garten - Tivoli * Der aus dem Hessischen stammende „Großhändler und Banquiers“ Christian August Erich kauft Johann Gradl die „Neumühle“ um 41.000 Gulden ab.

Erich war unter anderem Mitinhaber einer „Walzmühle“ in Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau.

Herbst 1837

Ein Statutenentwurf zur Errichtung einer „Walz-Getreidemühle“

München-Englischer Garten - Tivoli * Christian August Erich legt König Ludwig I. einen Statutenentwurf zur Errichtung einer „Walz-Getreidemühle“ vor, die von einer Aktiengesellschaft betrieben werden, an der sich vornehmlich die ansässigen Müller beteiligen sollten.

1837

Emil Keßler und August Borsig gründen ihre Maschinenbauwerkstätten

Karlsruhe - Berlin * Die Ingenieure Emil Keßler in Karlsruhe und August Borsig in Berlin gründen ihre Maschinenbauwerkstätten.

Sie produzieren ihre ersten Lokomotiven - wie Joseph Anton von Maffei - im Jahr 1841.

1837

Josef Anton Ritter von Maffei kauft den „Lindauer'schen Hammer“

München-Englischer Garten - Hirschau * Der vielseitige Unternehmer Josef Anton Ritter von Maffei, einer der Mitbegründer der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ erwirbt in der „Hirschau“ für 57.000 Gulden den mit Wasserkraft betriebenen ehemaligen „Lindauer'schen Hammer“ mit einer kleinen Eisengießerei. 

Er baut ihn zu einer der leistungsfähigsten Lokomotiven- und Maschinenfabriken Bayerns aus.

23. Juli 1837

Joseph Anton von Maffei setzt die Visionen von Simon von Eichthal um

München * Der Münchner Unternehmer Joseph Anton von Maffei setzt die Visionen von Simon von Eichthal in die Tat um, in dem er sich intensiv um die Förderung des bayerischen Eisenbahnbaus kümmert.  

Nachdem die München - Augsburger Eisenbahngesellschaft ihre endgültige Konzessionierung erhalten hat, wird Joseph Anton von Maffei auf der konstituierenden Verwaltungsratssitzung zunächst ins Direktorium und danach zum Vorsitzenden gewählt. 

August 1837

Die „Bayerisch-württembergische Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“

Regensburg * Der erste Dampfer der „Bayerisch-württembergischen Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“, ein „Seitenraddampfer“, wird vom Stapel gelassen.

Er war in der Regensburger Werft von Maffei gebaut worden.

1838

Das „Werneck-Denkmal“ am „Kleinhesseloher See“

München-Englischer Garten - Schwabing * In Erinnerung an Freiherr Reinhard von Wernecks „verdienstvolle Tätigkeit“ als „Direktor des Englischen Gartens“ veranlasst König Ludwig I. die Errichtung des „Werneck-Denkmals“ auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Ostufers des „Kleinhesseloher Sees“.

Architekt ist Leo von Klenze.

1838

Die „Steinerne Bank“ wird statt des „Apollo-Tempels“ errichtet

München-Englischer Garten - Lehel * Der im „Hirschangerwald“ gelegene „Apollo-Tempel“ wird wegen Baufälligkeit entfernt.

Dafür entsteht an gleicher Stelle ein anderes Idyll: die „Steinerne Bank“, die Leo von Klenze nach Art einer griechischen „Exedra“ errichtet.

1838

Joseph Anton Ritter von Maffei kauft die „Hofhammerschmiede

München-Englischer Garten - Hirschau * Der aus einem italienischen Adelsgeschlecht stammende Joseph Anton Ritter von Maffei kauft von der Witwe Lindauer die weit außerhalb der Stadtgrenze Münchens gelegene „Hofhammerschmiede“ in der „Hirschau“ ab.

20. März 1838

Der Kaufvertrag für den „Lindauer'schen Hammer“ wird unterschrieben

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Kaufvertrag für die „Hofhammerschmiede“, auch „Lindauer'scher Hammer“ genannt, wird von Franziska Lindauer und Joseph Anton von Maffei unterschrieben. 

Das Unternehmen firmiert zunächst viele Jahre unter „Eisenwerk Hirschau“.

Weil Maffei gegenüber seinen Konkurrenten Emil Keßler in Karlsruhe und August Borsig in Berlin nicht als Nachzügler erscheinen will, gibt er immer 1837 als „Gründungsjahr“ seines Unternehmens an.

8. Oktober 1838

König Ludwig I. genehmigt die Gründung einer Walz-Getreidemühle zu Tivoli

München-Englischer Garten - Tivoli * König Ludwig I. genehmigt die Gründung einer Walz-Getreidemühle zu Tivoli. Am Namen wird noch gefeilt und so wird aus der Neumühle die Königlich bayerische privilegierte Ludwigs-Walzmühle in München. 

Von den damals 13 ansässigen Münchner Müllermeistern wird nur Anton Huber von der Hofpfistermühle Aktionär. Die übrigen bekämpften Christian August Erich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Argumenten.

1839

Christian August Ernst kauft die Gaststätte „Zum Tivoli“

München-Englischer Garten - Tivoli * Christian August Ernst kauft die Gaststätte „Zum Tivoli“ und verpachtet sie an den bisherigen Besitzer.

1839

Maulbeerpflanzungen in den Oberen Isaranlagen

Regensburg - München * König Ludwig I. besichtigt die Regensburger Plantage und zeigt sich zufrieden, weshalb im ganzen Land immer mehr Maulbeerbäume angepflanzt werden.

Da trifft es sich gut, dass die Münchner Stadtverwaltung die Kultivierung und Erschließung der brachliegenden Oberen Isaranlagen ausführen will, um dort für die Bewohner der südlichen Stadtquartiere eine Erholungszone zu erschließen, wie sie sich für die Bewohner der nördlichen Stadtviertel im Englischen Garten anbietet.

Auf der sogenannten Abdeckerinsel soll ein zwei Tagwerk großes Grundstück für die Anpflanzung von Maulbeer- und anderen Pflanzlingen vorbereitet werden. 

1839

Das Wirtshaus „Zum Hasenstall“ entsteht

München-Englischer Garten - Hirschau * Ein Wirt, dessen Namen nicht mehr feststellbar ist, erwirbt ein kleines Waldgrundstück in der „Hirschau“ und erstellt darauf ein einstöckiges Wirtshaus, das er „Zum Hasenstall“ nennt. 

1839

Die „Maffei'sche Fabrik“ beschäftigt bereits 160 Arbeiter und Tagelöhner

München-Englischer Garten - Hirschau * Angeblich beschäftigt die „Maffei'sche Fabrik“ bereits 160 Arbeiter und Tagelöhner.

Doch diese Angabe scheint weit überzogen.
Das Münchner „Kunst- und Gewerbeblatt“ vom Juni 1852 beziffert die von Maffei im Jahr 1839 bezahlten Wochenlöhne auf 12.500 Gulden. 

Davon kann er unmöglich 160 Arbeiter bezahlt haben.
Das wären lediglich 1½ Gulden in der Woche.

1839

Joseph Hall wird Direktor im „Eisenwerk Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Joseph Anton von Maffei engagiert Joseph Hall, einen englischen Ingenieur, als Direktor für das „Eisenwerk Hirschau“.

Joseph Hall war zur Montage der sechs in England gefertigten Lokomotiven nach München gekommen.
Die Zugmaschinen sollen auf der Strecke München - Augsburg eingesetzt werden.

Um März 1840

Das Gasthaus „Zum Hasenstall“ in der „Hirschau“ wird eröffnet

München-Englischer Garten - Hirschau * Das Gasthaus „Zum Hasenstall“ in der „Hirschau“ wird eröffnet. 

Es wird zur „Werkskantine“ der „Maffei‘schen Maschinenbauanstalt“
Seine Gäste sind ausschließlich Arbeiter aus der „Maffei-Fabrik“.

9. September 1841

Ritter Maffei bittet den König zur Namensgebung seiner Lokomotive

München * Joseph Anton von Maffei vertritt gegenüber König Ludwig I. die Auffassung, dass es notwendig ist, „alles Eisenbahnmaterial im eigenen Land herzustellen, um unabhängig vom Ausland zu werden“. Er habe zu diesem Zweck das Lindauer'sche Hammerwerk, eine Eisenschmiede mit kleinem Walzwerk, erworben und zu einer Maschinenfabrik mit Gießerei und Kesselschmiede umgestaltet. Dort, in der Hirschau, stünde seine erste, mit eigenen Mitteln erbaute Lokomotive vor der Vollendung. Und weil er die Maschine auch verkaufen will, bittet er den König - in einer peinlich unterwürfigen Sprache - zur Namengebung der Lokomotive:

„Euer Königliche Majestät wollen den in meiner Werkstätte erbauten ersten Bayerischen Dampfwagen den Namen Allergnädigst zu bestimmen geruhen.
Indem ich der Gewährung dieses allerunterthänigsten Gesuchs von Eurer Königlichen Majestät Huld und Gnade entgegenharre, erstrebe ich allertiefster Ehrfurcht Euer Königlichen Majestät
allerunterthänigst treugehorsamster Joseph Anton von Maffei“
.

11. September 1841

Maffei's Lokomotive heißt „Der Münchner“

München - Berchtesdaden * Das von Joseph Anton von Maffei aufgesetzte Schreiben zur Namensgebung seiner in der Hirschau gefertigten Lokomotive erhält der Verfasser mit einem von König Ludwig I. ausgeführten handschriftlichen Vermerk aus Berchtesgaden zurück: 

„Mit vielem Vergnügen erfuhr des Dampfwagens Erbauung aus München und dem ausgesprochenen Wunsche gemäß, daß ich ihm einen Namen geben möchte, soll er der „Münchner“ heißen“. Von einem Kaufangebot für die Lokomotive ist nichts zu lesen. Das wird bis noch 1845 dauern.

Überhaupt muss Joseph Anton von Maffei seine erste Lokomotive wie Sauerbier anbieten, denn „Der Münchner“ war keine Auftragsarbeit, sondern eher ein Gesellenstück, mit dem er die Leistungsfähigkeit seines Unternehmens unter Beweis stellen will. Räder, Treibachse, Kesselbleche und einige feinmechanische Teile mussten noch aus England bezogen werden. Und die München - Augsburger Eisenbahngesellschaft hat sich schon mit acht Lokomotiven eingedeckt und ist damit überversorgt.

7. Oktober 1841

Die „Münchner“ wird zum Bahnhof auf dem Marsfeld gebracht

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Münchner“ genannte Lokomotive wird von „zehn Pferden gezogen und aufs Schönste mit Blumen und Girlanden geschmückt“ zum Bahnhof auf dem Marsfeld gebracht.

Denn in der Zwischenzeit hatte Joseph Anton von Maffei, der Vorsitzende der München-Augsburger-Eisenbahngesellschaft, im Maffeischen Eisenwerk in der Hirschau, mit dem Bau von Lokomotiven begonnen. Das erforderliche technische Know-how brachte der Engländer Joseph Hall in das Unternehmen ein. 

13. Oktober 1841

„Der Münchner“ erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 59 km/h

München-Englischer Garten - Hirschau * „Der Münchner“, die von dem englischen Ingenieur Joseph Hall in der Münchner Hirschau gefertigte Lokomotive absolviert erfolgreich ihre Probefahrt auf der Strecke München - Augsburg. Die Lokomotive ist noch vollständig einem englischen Vorbild nachgebaut.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h auf der Horizontalen bei 161 Tonnen Anhängelast übertrifft sie jedoch die Leistung der englischen Vorbilder. „Der Münchner“ erreicht bei Probefahrten sogar eine Spitzengeschwindigkeit von 59 Stundenkilometern. 

August 1842

„Die Lokomotive Münchner [...] ist, selbst geschenkt, zu theuer“

München * In einem Expertengutachten kommt die für den Ankauf der Lokomotiven zuständige „Eisenbahnkommission“ zu folgendem Ergebnis:

„Es hat daher die Lokomotive Münchner [...] keinen Wert mehr, und ist, selbst geschenkt, zu theuer“.

1843

Auftrag über die Lieferung von acht Lokomotiven des Typs „Bavaria“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Kgl. Bay. Staatsbahn“ erteilt dem „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei einen Auftrag über die Lieferung von acht Lokomotiven des Typs „Bavaria“
Sie sollen auf der Strecke Nürnberg - Bamberg eingesetzt werden.

Um den Auftrag zu erhalten, muss Maffei die väterliche „Tabakfabrik“ als Kaution einbringen.
Der Auftrag geht aber nicht nur an
„Maffei“, sondern auch an „Kessler & Martiensen“ in Karlsruhe und „Meyer & Comp.“ im elsässischen Mühlhausen.
Sie müssen sich den Auftrag zu je acht Lokomotiven teilen.

Die wichtigste Auflage für die drei Firmen lautet: „Alle Teile an den 24 Lokomotiven müssen untereinander austauschbar sein“.

Seine erste Lokomotive, den „Münchner“, hat Maffei aber noch immer nicht verkauft.

1843

George Jon Ashton kommt an das „Eisenwerk Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Für das „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei wird mit George Jon Ashton ein zweiter Engländer angeworben.

1844

Die „Maffei'sche Fabrik“ liefert die ersten acht Lokomotiven aus

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Fabrik“ liefert die ersten acht Lokomotiven an die „Bayerische Staatsbahn“ aus, die bald einen Großteil ihres Lokomotivenbedarfs bei Maffei deckt.

Die „Suevia“, eine technisch verbesserte Lokomotive, fährt die Strecke Augsburg - Donauwörth. 

Daneben stellt Maffei auch Dampfschiffe, Dampfmaschinen, Walz- und Mühlwerke, Werkzeugmaschinen und sonstige Maschinen her.

1844

Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ beschäftigt 150 Arbeiter

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ in der Hirschau beschäftigt 150 Arbeiter.

25. August 1844

Die Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Bamberg wird eröffnet

Nürnberg - Bamberg * Die Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Bamberg wird eröffnet. Dabei kommt erstmals eine bayerische Lokomotive - die Bavaria der Firma Maffei in der Hirschau - zum Einsatz.

September 1844

Der Staat übernimmt die Eisenbahn zwischen München und Augsburg

München * Der bayerische Staat übernimmt die seit 1839 bestehende private Eisenbahnstrecke zwischen München und Augsburg.  

Er kauft dem privaten Konsortium die Bahnstrecke um 4,4 Millionen Gulden ab.

1845

Die „Königliche Bayerische Staatsbahn“ kauft den „Münchner“

München-Englischer Garten - Hirschau * Da Joseph Anton von Maffei seine erste, im „Eisenwerk Hirschau“ gefertigte Lokomotive immer noch nicht verkauft hat, greift er zur Feder und schreibt an König Ludwig I. folgende Zeilen:

„Es sind sechs Jahre, seitdem der „Münchner“ zu bauen angefangen wurde.
Die Durchschnittszahl der in dieser Fabrik allein seither Beschäftigten Arbeiter beläuft sich für ein Jahr auf 230.
Jeder derselben, gering gerechnet, gebraucht zur Stillung seines Durstes des Tages drei Maaß Bier, was in sechs Jahren 1.511.100 Maaß betrug. 

Bekanntlich entrichtet die Maaß Bier beiläufig 1 Kreuzer ärarialischen Aufschlag, so entziffert sich an diesem einzigen Gefälle schon seither eine Staatseinnahme von ohngefähr 25.000 Gulden“.

Daraufhin kauft die „Königliche Bayerische Staatsbahn“ den „Münchner“ für 24.000 Gulden und reiht ihn unter der „Nummer 25“ in ihren Lokomotivenpark ein.

1846

Das „Eisenwerk Hirschau“ fertigt eine „200-PS-Dampfmaschine“

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei fertigt eine „200-PS-Dampfmaschine“ für die „Mechanische Fabrik Augsburg“.

1846

Der bayerische Staat rettet die „Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“

München * Der bayerische Staat rettet die privatrechtlich organisierte „Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft“ durch die Übernahme vor dem Konkurs.

1846

Die „Maffei'sche Maschinenbauanstalt“ beschäftigt 372 Arbeiter

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Maschinenbauanstalt“ in der „Hirschau“ beschäftigt 372 Arbeiter.  

Das ist eine für das damalige München „gewaltige“ Zahl.

1847

Die „Maffei'sche Fabrik in der Hirschau“ liefert ihre Lokomotive „Donau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Fabrik in der Hirschau“ liefert ihre Lokomotive „Donau“ an die „Kgl. Bay. Staatsbahn“.
Sie ist bis 1895 im Einsatz.

4. April 1847

Der „Münchner Bahnhof“ fällt einem Brandanschlag zum Opfer

München-Maxvorstadt * Einem Brandanschlag auf den „Münchner Bahnhof“, eine Holzkonstruktion etwa auf der Höhe der heutigen „Hackerbrücke“, fällt nicht nur das Gebäude, sondern auch sechs Waggons samt der darauf gelagerten 300 Scheffel Weizen zum Opfer.

Vermutlich machen die unbekannt gebliebenen Täter die Eisenbahn für die seit mehreren Jahren anhaltende Teuerung des Getreides verantwortlich. 

Denn schon bald hieß es:
„Zu meinen Zeiten hast nix von Dampfwagen g'hört! Alles ist ruhig sein Weg gangen;
aber desto mehr Dampfnudeln hat's geben;
und je mehr Dampfwagen herkommen, desto rarer werden die Dampfnudeln!
Die Zeit wird immer schlechter!“

1848

Joseph Anton von Maffei' Werk fertigt die Lokomotive „Behaim“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die im „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei gefertigte Lokomotive „Behaim“ wird auf der Steilrampe zwischen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast eingesetzt.

Die „Behaim“ ist die erste dreifach gekuppelte Lokomotive für die „Königlich Bayerische Staatsbahn“.

1848

Maffei beschäftigt 500 Mitarbeiter

München-Englischer Garten - Hirschau * Maffei beschäftigt 500 Mitarbeiter in der Hirschau.

1850

Maffei ist Hauptaktionär der „Eisenwerk-Gesellschaft-Maxhütte“

Burglengenfeld * Joseph Anton von Maffei ist Hauptaktionär und Vorstand der oberpfälzischen „Eisenwerk-Gesellschaft-Maxhütte“ bei Burglengenfeld.

Das Unternehmen hat sich vor allem auf die Herstellung von Eisenbahnschienen spezialisiert.

1. Mai 1850

Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ präsentiert ihr erstes Dampfschiff

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ präsentiert ihr erstes Dampfschiff.

Über dem zu den Werkstätten in der „Hirschau“ führenden Isarkanal fährt der Raddampfer „Stadt Donauwörth“ über die Isar bis zur „Praterinsel“.
Die Fabrikarbeiter haben den Dampfer, der eine Länge von etwa 40 Metern bei 3½ Meter Breite und einen sehr geringen Tiefgang besitzt, reich verziert und an der Landspitze nahe der „Praterinsel“ eine große, mit maschinentechnischen Emblemen geschmückte Pyramide aufgebaut.

Eine große Schar Neugieriger beobachtet die Fahrt des Schiffes, das mit einer Leistung von 43 Pferdestärken gegen den Strom der Isar hinauf fährt; später dann flussabwärts bis zur Donau.

1851

Der bei „Maffei“ gebaute Dampfer „Maximilian“ läuft in Starnberg vom Stapel

München-Englischer Garten - Hirschau - Starnberg * Der bei „Maffei“ gebaute Raddampfer „Maximilian“ läuft in Starnberg vom Stapel. 

Er hat eine genietete eiserne Schiffsschale mit Holzaufbauten.

1851

Die „Bavaria“ ist die leistungsfähigste „Steilrampen-Lokomotive“

München-Englischer Garten - Hirschau * Maffei gewinnt mit seiner 72. Lokomotive, die ebenfalls auf den Namen „Bavaria“ hört, den ersten Preis beim „Semmering-Wettbewerb“ um die leistungsfähigste „Steilrampen-Lokomotive“.

1851

Die „Woll- und Lodenfabrik Frey“ am „Dianabad“ wird gegründet

München-Englischer Garten - Hirschau * Am nordwestlichen Rand des „Englischen Gartens“ wird die „Woll- und Lodenfabrik Frey“ am „Dianabad“ gegründet.

1852

Turbulenzen bei der „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“

München-Englischer Garten - Tivoli * Es kommt zum Zerwürfnis zwischen Christian August Ernst und der „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ wegen nicht ausbezahlter Dividenden.

1853

„Aktiengesellschaft für die Dampfschiffahrt auf Inn und Donau“

München * Joseph Anton von Maffei übernimmt den Vorsitz der „Aktiengesellschaft für die Dampfschiffahrt auf Inn und Donau“.

1853

Die Lokomotive „Die Pfalz“ erreicht bereits 120 km/h

München-Hirschau * Die im „Maffei-Werk Hirschau“ gebaute Lokomotive „Die Pfalz“ für die „Bayerische Pfalzbahn“ erreicht bereits 120 km/h.

1856

Das „Karussell“ am „Chinesischen Turm“ entsteht

München-Lehel * Das „Karussell“ am „Chinesischen Turm“ entsteht.
(Nicht schon 1823!)

1857

Joseph Hall verlässt das „Eisenwerk Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Joseph Hall verlässt das „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei.

Sein Nachfolger wird George Jon Ashton.

4. April 1857

König Max II. lässt die „Maximiliansanlagen“ anlegen

München-Haidhausen - Bogenhausen * König Max II. lässt die „Maximiliansanlagen“ durch den 26jährigen „Hofgärtner“ Carl Effner anlegen. 

Die Arbeiten für den „Landschaftspark“ dauern bis 1866.

1858

Die Dampfschifffahrt auf dem Main wird eingestellt

Main * Die Dampfschifffahrt auf dem Main wird bis 1886 eingestellt.

Um 1860

Die Münchner nutzen das Wirtshaus „Zum Hasenstall“ als Ausflugslokal

München-Englischer Garten - Hirschau * Immer mehr Münchner nutzen das in der „Hirschau“ gelegene Wirtshaus „Zum Hasenstall“ als Ausflugslokal.

In Stadtführern taucht deshalb auch der Name „Hirschauer Ausflugslokal“ auf.
Die Bezeichnung „Zum Hasenstall“ gerät immer mehr in Vergessenheit.

3. September 1860

Der eiserne Dachstuhl für die Befreiungshalle

München-Englischer Garten - Hirschau * Das Eisenwerk Hirschau von Joseph Anton von Maffei liefert den von ihr gefertigten eisernen Dachstuhl für die Befreiungshalle bei Kehlheim und beginnt vor Ort mit den Arbeiten. Innerhalb von 14 Tagen ist die Bedachung des kolossalen Gebäudes vollendet.

Bis 31. Dezember 1860

Im Eisenwerk Hirschau sind 465 Lokomotiven entstanden

München-Englischer Garten - Hirschau * Im Eisenwerk Hirschau von Joseph Anton von Maffei sind 465 Lokomotiven entstanden. Davon fanden 129 einen Käufer im Ausland.

1862

Ein „Zoologischer Garten“ am „Englischen Garten“

München-Maxvorstadt * Der zur Münchner Oberschicht zählende „Großhandelsaufmann“ Benedikt Benedikt erwirbt ein Gelände am Westrand des „Englischen Gartens“, wo er einen „Zoologischen Garten“ anlegen möchte.

Zuvor war seine Initiative zur Gründung einer Aktiengesellschaft für diesen Zweck gescheitert, da die Mehrheit der von ihm Eingeladenen nicht an die Rentabilität eines solchen Unternehmens glauben wollten.

Januar 1863

Zukäufe für den „Zoologischen Garten“

München-Englischer Garten - Schwabing * Der „Großhandelsaufmann“ Benedikt Benedikt vergrößert durch Zukäufe sein für einen „Zoologischen Garten“ vorgesehenes Grundstück am Westrand des „Englischen Gartens".

Es hat jetzt die Größe von sechs Fußballfeldern und ist damit etwa ein Zehntel des heutigen „Tierparks Hellabrunn“.

Die landschaftliche Anlage des „Zoologischen Gartens“ übernimmt der königliche „Hofgärtner“ August Klein.
Die Bauten erstellt der Münchner Architekt Carl Schönhammer.

Als nächstes werden Tiere angeschafft, die das Münchner Klima vertragen müssten.

1864

Die 500. Lokomotive aus der „Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Die 500. Lokomotive mit dem Namen „Hirschau“ (?) verlässt die „Maffei'sche Lokomotiven-Fabrik“.

Um April 1864

Das „Maillot-Schlösschen“ wird zum „Zoo-Restaurant“

München-Englischer Garten - Schwabing * Das „Maillot-Schlösschen“ wird umgebaut und als „Restaurant“ für den „Zoologischen Garten“ am Westrand des „Englischen Gartens“ genutzt.

21. August 1866

Der Zoo des Kaufmanns Benedikt Benedikt ist bankrott

München-Englischer Garten * Der Zoo des Kaufmanns Benedikt Benedikt am Westrand des Englischen Gartens ist nach drei Jahren schon wieder bankrott. Die Versteigerung des auf 118.000 Gulden geschätzten Geländes wird anberaumt, doch es findet sich kein Käufer. Das Gelände übernimmt die Stadt, die Wirtschaftsgebäude werden für den Betrieb eines Kaffeehauses verpachtet.

1869

Die „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ bittet um eine staatliche Finanzhilfe

München-Englischer Garten - Tivoli * Wegen Misswirtschaft und sinkenden Umsätzen muss die „Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ um eine staatliche Finanzhilfe bitten.

Diese wird nicht gewährt.

Januar 1869

Interessenten für den „Zoologische Garten“

München-Englischer Garten - Schwabing * Die Unternehmer eines kleinen, aber populären zoologischen Museums in München, Leven & Sohn, beantragen bei der Stadt, den ehemaligen „Benedikt-Tierpark“ zu pachten.

Der „Zoologische Garten“ am Westrand des „Englischen Gartens“ soll wieder mit lebenden Tieren bevölkert und ein „Seewasseraquarium“ eingerichtet werden.
Bei Erfolg wollen sie das Anwesen kaufen.

Dezember 1869

Der „Zoologische Garten“ wird gepachtet

München-Englischer Garten - Schwabing * Die Unternehmer Leven & Sohn werden als Pächter des „Zoologischen Gartens“ am Westrand des „Englischen Gartens“ erwähnt.

1. September 1870

Joseph Anton Ritter von Maffei stirbt im Alter von 80 Jahren

München * Joseph Anton Ritter von Maffei stirbt im Alter von 80 Jahren. Sein Neffe Hugo Alois von Maffei führt die Firma weiter.

5. Dezember 1870

Die Auflösung der Ludwigs-Walzmühle am Tivoli beschlossen

München-Englischer Garten - Tivoli * Weil im Gebäude der Ludwigs-Walzmühle am Tivoli inzwischen weder Tische noch Stühle vorhanden sind, findet die Generalversammlung der Königlich bayerischen Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft im Nebenzimmer des Gasthauses Zum Tivoli statt. Diese beschließt die Auflösung der Gesellschaft.

15. März 1871

Gründung der Kunstmühle Tivoli von K. Kurlaender & Comp.

München-Englischer Garten - Tivoli * Frühere Aktionäre der Königlich bayerischen Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft gründen unter dem Namen Kunstmühle Tivoli von K. Kurlaender & Comp. - Commanditgesellschaft in Tivoli bei München eine neue Gesellschaft.

Vor 1872

„Ein Paar Frauenzimmer zweideutigen Rufes“ werden angetroffen

München-Englischer Garten - Schwabing * Scheinbar haben sich die Unternehmer Leven & Sohn etwas zu Schulden kommen lassen, denn seither bezahlt ein Joseph Hermann die Pacht.

Ob aber das Antreffen von „ein Paar Frauenzimmer zweideutigen Rufes“ zur Kündigung des Pachtvertrages geführt haben, ist unklar.

Jedenfalls lässt sich Joseph Hermann „die Hebung des Unternehmens sehr angelegen sein.
Er richtete im ehemaligen Schlössl eine feudale Restauration ein und suchte dem Publikum möglichst viel zu bieten.
Da war ein Raubtierhaus, auf einem Hügel ein Bärenzwinger, ein Affenhaus, Singvögelhäuser, ein wildverwachsner Wasserfall
[...]. Die Münchner kamen gern heraus und ließen sich's wohl sein.
[...] Auch für artistische Darbietungen sorgte der Pächter und ließ Seiltänzer wie Blondin und Miss Victoria auftreten.
Und besonders schön und beliebt war's an Sommerabenden, wenn im Zoologischen ein wenig getanzt wurde“
.

1872

Michael Rosipal kauft das „Maillot-Schlösschen“

München-Englischer Garten - Schwabing * Der „Zoo“ am Westrand des „Englischen Gartens“ schließt endgültig seine Pforten.

Der Münchner „Textilgroßkaufmann“  und „Königlich Spanische Konsul“ Michael Rosipal kauft das „Maillot-Schlösschen“ um 70.000 Gulden und macht es zur „Villa Rosipal“.
Er nutzt es rein für private Zwecke und übergibt es seinen Sohn Carl Rosipal.

21. Februar 1872

Ein Großbrand vernichtet die Kunstmühle von K. Kurlaender & Comp.

München-Englischer Garten - Tivoli * Ein Großbrand vernichtet die Kunstmühle Tivoli von K. Kurlaender & Comp.. Da die Gesellschaft gut versichert war, ist man eher „aufgebrannt“ statt abgebrannt.

29. November 1872

Die Aktiengesellschaft Kunstmühle Tivoli wird gegründet

München-Englischer Garten - Tivoli * Nahezu alle Gründer der Kommanditgesellschaft Kunstmühle Tivoli von K. Kurlaender & Comp. gründen eine neue Aktiengesellschaft. Diese firmiert jetzt endgültig unter dem Namen Kunstmühle Tivoli.

1873

Umbenennung in „Kunstmühle Tivoli Aktiengesellschaft“

München-Englischer Garten - Tivoli * Die „Königlich Bayerische privilegierte Ludwigs-Walzmühl-Gesellschaft“ wird in „Kunstmühle Tivoli Aktiengesellschaft“ umbenannt.

Damit hat sich der Name des „Ausflugslokals Tivoli“ endgültig auf die ehemalige „Neumühle“ übertragen.

21. Februar 1873

Die Kunstmühle Tivoli A.G. wird ins Handelsregister eingetragen

München-Englischer Garten - Tivoli * Die Kunstmühle Tivoli A.G. wird mit ihrer Rechtsnachfolgerin Tivoli Handels- und Grundstücks-Aktiengesellschaft, München ins Handelsregister eingetragen. Dieses Datum gilt als Geburtstag der Kunstmühle Tivoli.

1874

Die „Kunstmühle Tivoli“ wird neu erbaut

München-Englischer Garten - Tivoli * Die „Kunstmühle Tivoli“ wird neu erbaut und im Jahr darauf bereits erweitert.

1. Oktober 1874

Die 1.000. Lokomotive verlässt das Maffei-Werk

München-Englischer Garten - Hirschau * Die 1.000. Lokomotive verlässt das Maffei-Werk in der Hirschau.

1883

Das „Seehaus“ am „Kleinhesseloher See“ wird als Bootshaus errichtet

München-Englischer Garten - Schwabing * Das „Seehaus“ am „Kleinhesseloher See“ wird von Gabriel von Seidl als Bootshaus errichtet.

Später nimmt es das „See-Restaurant Kleinhesselohe“ auf.

1883

Die „Giesinger Kunstmühle“ wird zur zweitgrößten Mühle Münchens

München-Untergiesing * Die „Kunstmühle Bavaria AG“ baut die „Giesinger Kunstmühle“ zur zweitgrößten Mühle Münchens und der größten „Mahlmühle“ östlich der Isar um.

Nur die „Tivoli-Mühle“ am „Englischen Garten“ ist auf Münchner Gebiet noch größer.
Damit gilt die Mühle als „Handelsmühle“.
Zuvor war sie jahrhundertelang eine sogenannte „Bachmühe“.

1885

Der Raddampfer „Maximilian“ kommt zum Ammersee

Starnberger See - Ammersee * Der im Jahr 1851 im „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei produzierte Raddampfer „Maximilian“ wird nach 34 Dienstjahren auf dem Starnberger See in zwei Teile zerlegt und zum Ammersee transportiert.

Dort ist er weitere zehn Jahre im Einsatz.

1889

Die Isar hat sich eingegraben

Isar * Die Isar hat sich seit der Flussregulierung der Jahre 1806 bis 1812 so eingegraben, dass das Flussbett von 44 auf 60 Meter verbreitet werden muss.

1889

Das Fahren mit dem Rad ist im „Englischen Garten“ verboten

München-Englischer Garten - München-Graggenau - München-Haidhausen - Bogenhausen * Das Rad fahren im „Englischen Garten“, in den „Maximiliansanlagen“ und im „Hofgarten“ ist untersagt.

Auch viele Straßen der Innenstadt sind für „Velocipedisten“ tagsüber nur zu Fuß zu benutzen, das Rad muss geschoben werden.

Ab 1890

Die Prinzregentenstraße wird angelegt

München-Lehel * Die Prinzregentenstraße wird angelegt.

Das hat einen Flächenverlust im Süden des „Englischen Gartens“ zur Folge.

1891

Das Ausflugslokal in der „Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Über das zur „Schwabinger Brauerei“ gehörende Ausflugslokal in der „Hirschau“ heißt es: 

„Diese Wirtschaft steht ganz abseits. Werktags kommen nur Maffei-Arbeiter zum Essen.
Die Gassenschänke ist nur für diese da. 
Ohne Maffei wäre das Gasthaus nicht lebensfähig“
.

26. Januar 1892

Herzogin Ludowica Wilhelmine in Bayern stirbt im Alter von 84 Jahren

München * Herzogin Ludowica Wilhelmine in Bayern stirbt im Alter von 84 Jahren. Ihre Grabstätte befindet sich in der Gruft von Schloss Tegernsee. Ihr jüngster Sohn, Herzog Max Emanuel in Bayern, erbt Schloss Biederstein. 

12. Juni 1893

Herzog Max Emanuel in Bayern stirbt im Alter von 43 Jahren

München - München-Schwabing * Herzog Max Emanuel in Bayern stirbt im Alter von 43 Jahren. Schloss Biederstein erbt seine Gemahlin Amalie. 

31. Dezember 1893

Der Englische Garten umfasst 272,40 Hektar

München-Englischer Garten * Der Englische Garten umfasst 272,40 Hektar.

1894

Zwei Kegelbahnen für das Ausflugslokal in der „Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Pächter des Ausflugslokals in der „Hirschau“ bittet den Magistrat um Genehmigung von zwei Kegelbahnen, „um auch Normalpublikum in mein Etablissement zu bekommen“.

Sie werden genehmigt.

6. Mai 1894

Herzogin Amalie in Bayern stirbt

München-Schwabing * Herzogin Amalie in Bayern, Erbin von Schloss Biederstein, stirbt im Alter von 48 Jahren, ein Jahr nach ihrem Ehemann. 

1895

Das „Maffei-Kraftwerk“ am Eisbach wird erbaut

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Maffei-Kraftwerk“ am Eisbach, das heutige „Tivoli-Kraftwerk“, wird zur Stromerzeugung für das „Maffei-Lokomotivenwerk“ erbaut.

Es dient der Firma zur Deckung des eigenen Strombedarfs.

1900

Die Ringbahn um den Münchner Norden wird gebaut

München-Englischer Garten * Die Ringbahn um den Münchner Norden wird gebaut. Das Obersthofmeisteramt hat sich lange Zeit den Planungen widersetzt, da diese Bahnstrecke die Hofjagd stark beeinträchtigen würde.

1900

Die 2.000. Lokomotive verlässt das Maffei‘sche Werk

München-Englischer Garten - Hirschau * Die 2.000. Lokomotive verlässt das Maffei‘sche Werk und wird an die Kgl. Bay. Staatsbahn geliefert.

1901

Das „Wasser- und Dampfkraftwerk der Maffei-Eisenwerke“ wird erweitert

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Wasser- und Dampfkraftwerk der Maffei-Eisenwerke“ wird erweitert.

Dazu werden die das Fabrikgelände durchziehenden Wasserläufe zum „Eisbach“ vereinigt.
In der neuen Kraftzentrale kommen drei „Francis-Turbinen“ mit einer Leistung von 1.000 PS zum Einsatz. 

1901

Das „Maffei'sche Eisenwerk“ in der „Hirschau“ erhält einen Gleisanschluss

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Maffei'sche Eisenwerk“ in der „Hirschau“ erhält einen vom Prinzregenten Luitpold genehmigten Gleisanschluss zum „Schwabinger Güterbahnhof“

Bis dahin mussten über 2.000 Lokomotiven auf Straßenfahrzeuge verladen werden.
Anfangs wurden die Maschinen von vielen Pferden, später von einer „Lokomobile“ durch die ganze Stadt zur „Zentralwerkstätte der Eisenbahn“ gezogen und dort mit den separat transportierten Radsätzen erneut zusammengebaut.

1901

Das Ausflugslokal in der „Hirschau“ soll erweitert werden

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Pächter des Ausflugslokals in der „Hirschau“ beantragt „einen Umbau vornehmen zu dürfen, da das Gastlokal zwar bis zum vorigen Jahr genügte, jetzt aber der Andrang zu dem Mittagstische so groß wird, besonders seitens der Arbeiter der Maffei'schen Fabrik, daß sich der Raum als unzureichend erweist“.

1902

Die „Schank- und Bierwirtschaft Hirschau“ ist erweitert worden

München-Englischer Garten - Hirschau * Durch einen ebenerdigen Anbau wird die „Schank- und Bierwirtschaft Hirschau nebst Kegelbahnen und Gartenbetrieb“ erweitert.

1904

Das Ausflugslokal „Tivoli“ wird als „Ort der Mode“ beschrieben

München-Englischer Garten - Tivoli * Das am Ostrand des „Englischen Garten“ gelegene Ausflugslokal „Tivoli“ wird als „Ort der Mode“ beschrieben.

„An schönen Sommerabenden war es mit zahlreichen Menschen angefüllt, die besonders dem Tanzvergnügen huldigten.
An Werktagen fanden sich bis in unsere Zeit noch Beamte aus den höchsten Kreisen dort ein“
.

1904

Der „Kocherlball“ wird aus „Mangel an Sittlichkeit“ polizeilich verboten

München-Englischer Garten - Lehel * Der sogenannte „Kocherlball“ am „Chinesischen Turm“ im „Englischen Garten“ wird aus „Mangel an Sittlichkeit“ polizeilich verboten.

Bis dahin vergnügten sich sonntags ab fünf Uhr früh die „Dienstboten“.

1905

Die Isar hat sich bereits in die „Flinzschicht“ eingegraben

München * Die Isar hat sich in die „Flinzschicht“ eingegraben. 

Die Eintiefung beträgt 8,5 Meter.

2. Juli 1907

Die Maffei-Lokomotive „S 2/6“ erreicht einen Weltrekord

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „S 2/6“, eine speziell für Schnellfahrversuche bei Maffei in der Hirschau gebaute Lokomotive erreicht mit einer Geschwindigkeit von 154,5 km/h einen Weltrekord, der bis 1936 Bestand hat.

1908

Der von der „Maffei-Maschinenfabrik“ entwickelte neue Lokomotiventyp

München-Englischer Garten - Hirschau * Der von der „Maffei'schen Maschinenfabrik“ entwickelte neue Lokomotiventyp S3/6 ist mit einer „Heißdampfmaschine“ ausgerüstet.

Sie kommt mit wesentlich weniger Kohle aus als vergleichbare Lokomotiven mit „Nassdampfmaschinen“ und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern.

1908

De „Maffei'sche Maschinenbaufabrik“ hat 8.165 Lokomotiven produziert

München-Englischer Garten - Hirschau * Bisher hat die „Maffei'sche Maschinenbaufabrik“ in der „Hirschau“ insgesamt 8.165 Lokomotiven produziert.

1910

Die Staatsregierung bremst die Elektrifizierung

München-Englischer Garten - Hirschau * Aufgrund der zur Serienreife entwickelten neuen „Maffei'schen“ Lokomotive mit Heißdampfmaschine verfolgt das „Bayerische Verkehrsministerium“ die Elektrifizierung der Bahn mit wesentlich geringerem Nachdruck.

1912

Der Mitarbeiterstamm bei „Maffei“ hat sich auf 2.026 Personen erhöht

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Mitarbeiterstamm bei „Maffei“ hat sich auf 2.026 Personen erhöht.

1912

Nahe dem „Chinesischen Turm“ wird ein neues „Karussell“ errichtet

München-Englischer Garten - Lehel * Nahe dem „Chinesischen Turm“ wird ein neues „Kinder-Karussell“ errichtet.

Es ersetzt das Alte aus dem Jahr 1856.

1912

Die „Gaststätte am Chinesischen Turm“ geht in Betrieb

München-Englischer Garten - Lehel * Die „Chinesische Wirtschaft“ aus dem Jahr 1790 wird durch die noch heute stehende „Gaststätte am Chinesischen Turm“ ersetzt.

1913

Das „Karussell am Chinesischen Turm“ geht in Betrieb

München-Englischer Garten - Lehel * Das heutige „Karussell am Chinesischen Turm“, ein Gemeinschaftswerk des Schwabinger Bildhauers Joseph Erlacher und des Dekorationsmalers August Julier, geht in Betrieb und dreht noch heute seine Runden.

7. November 1918

Noch ist in der Residenz alles ruhig

München-Graggenau * In der Residenz läuft noch alles seinen gewohnten Gang. Die Töchter des Hauses besuchen am Vormittag die heilige Messe, während König Ludwig III. Audienz hält.

Gegen Mittag verlassen die Bayern-Prinzessinnen Helmtrud und Wiltrud gemeinsam mit der Hofdame Bertha von Wulffen die Residenz, um im Englischen Garten spazieren zu gehen. Als sie sich bereits auf dem Rückweg befinden, treffen sie den König in Begleitung des Barons Bodmann. Ein aufgeregter Radfahrer kommt ihnen entgegen, der die Damen auffordert, wegen der vermehrt aufziehenden Demonstranten möglichst schnell zur Residenz zurückzukehren.

Der als Radfahrer verkleidete Polizist will zudem wissen, wo sich der König in etwa aufhält. Es ist wohl dieser Polizist, der den König zur Rückkehr in die Residenz auffordert und nicht wie oft dargestellt, dass Arbeiter den König zum heimgehen aufgefordern, „weil Revolution is“. So, als ob in Bayern so etwas wie eine Revolution an der Tagesordnung und der Beginn genau so vorgegeben ist wie der Einzug der Wiesnwirte aufs Oktoberfest. 

7. November 1918

Das Beratungsergebnis des Ministerrats wird dem König mitgeteilt

München-Graggenau * Ministerpräsident Otto von Dandl und Innenminister Dr. Friedrich von Brettreich überbringen das Ergebnis der Beratungen des Ministerrats an König Ludwig III., der sich damit „ohne Weiteres einverstanden“ erklärt. „Wir müssen fort - und zwar gleich“, sagt der König zu seiner anwesenden Familie. Für Dandl heißt das freilich, dass sich lediglich die königliche Familie auf den Weg ins vorläufige Exil machen darf. Die „Damen“ und „Jungfrauen“ müssen bleiben.

Als sich die erste Hektik gelegt hat, zaudert der König mit seinem Schicksal. Hat man ihm doch nach der Rückkehr vom Englischen Garten in die Residenz noch versichert, dass man die Lage voll im Griff habe. Als aber die ersten Demonstranten vor der Residenz aufziehen, sagt man dem König, man kann für seine Sicherheit nicht mehr garantieren; es empfehle sich, die Stadt möglichst schnell und unauffällig zu verlassen.

„Dass man mich gar nicht über die Lage unterrichtet hat!“, klagt er, „hab‘ ich denn niemand, der sich um mich hätte annehmen können?“

1919

Ein Revolutionsweg zur Maffei-Fabrik wird angelegt

München-Schwabing - Hirschau * Ein Revolutionsweg von der Martiusbrücke zur Maffei-Fabrik quer durch die Seewiese (= Werneck-Wiese) wird angelegt.

6. Oktober 1919

Die Hirschau wird parkartig bewirtschaftet

München-Englischer Garten - Hirschau * Die Forstärarialische Hirschau wird parkartig bewirtschaftet.

1920

Die „Bayerische Staatsbahn“ wird vom Reich übernommen

Berlin * Die „Bayerische Staatsbahn“ wird vom Reich übernommen.

Ihr Streckennetz umfasst mehr als 8.500 Kilometer, auf dem etwa 2.400 Lokomotiven, 5.000 Personen- und 64.000 Güterwaggons bewegt werden.

1923

Das Ausflugslokal „Tivoli“ schließt für immer seine Pforten

Englischer Garten - Tivoli * Das bei den Münchnern als Ausflugslokal beliebte „Tivoli“ schließt für immer seine Pforten.

1923

Die Isar hat sich weiter in den Untergrund eingegraben

Oberföhring - Englischer Garten * Trotz der Aufweitung ihres Flussbetts im Jahr 1889 hat sich die Isar weiter in den Untergrund eingegraben.

Mit dem Bau des „Stauwehrs Oberföhring“ steigt der Wasserspiegel um vier Meter an.
Doch unterhalb des „Stauwehrs“ befindet sich fast kein Wasser mehr, weil 92 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde in den. „Isarkanal“ umgeleitet werden.

In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel im nördlichen „Englischen Garten“, weshalb die alten Bäume reihenweise absterben.

1923

Der „Biedersteiner See“ ist eingetrocknet und halb verfüllt

Schwabing * Der „Biedersteiner See“ ist eingetrocknet und halb verfüllt.

1924

„Schloss Biederstein“ wird von den wittelsbachischen Erben veräußert

München-Schwabing * Zur besseren wirtschaftlichen Verwertung wird die 250 Tagwerk [= ~53.000 Quadratmeter] große Immobilie um das „Schloss Biederstein“ von den wittelsbachischen Erben veräußert.  

Die „Firma Heilmann & Littmann“ erhält den Auftrag zum Verkauf. 

Bis 1926

In der „Maffei'schen Fabrik“ sind 44 Dampfschiffe entstanden

München-Englischer Garten - Hirschau * In der „Maffei'schen Fabrik“ sind 44 Dampfschiffe für deutsche Seen und Flüsse entstanden.

1930

Das Inventar aus den Schlössern „Biederstein“ wird versteigert

München-Schwabing * Das Inventar aus den Schlössern „Biederstein“ wird versteigert. 

1931

Die Firmen „Krauss“ und „Maffei“ fusionieren

München-Englischer Garten - Hirschau * Die Firmen „Krauss“ und „Maffei“ fusionieren.

Das Werk in der „Hirschau“ wird stillgelegt nach Allach verlegt.

1932

Das „Sckell-Denkmal“ muss abgetragen werden

München-Englischer Garten - Schwabing * Das „Sckell-Denkmal“ am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ muss abgetragen werden.

Das aus „Grünkalkstein“ bestehende Denkmal ist schnell verwittert.

1933

Der Englische Garten verliert erneut Grund und Boden

München-Englischer Garten - Lehel * Durch den Bau des Hauses der Deutschen Kunst verliert der Englische Garten an seiner Südseite erneut Grund und Boden.

1934

Ausbau der „Omnibusstraße“ durch den „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Lehel - Schwabing * Ausbau der „Omnibusstraße“ durch den „Englischen Garten“ zwischen Martiusbrücke und Oettingnstraße.

1934

Das „Neue Schloss Biederstein“ wird abgerissen

München-Schwabing * Das „Neue Schloss Biederstein“ - von Leo von Klenze - wird abgerissen.  

Das Gelände um das „Schloss Biederstein“ wird als Bauland parzelliert. 

1935

Mit dem Abbruch der „Maffei'schen Maschinenfabrik“ wird begonnen

München-Englischer Garten - Hirschau * Mit dem Abbruch der „Maffei'schen Maschinenbaufabrik“ wird begonnen.

1935

Das baufällig gewordene „See-Restaurant Kleinhesselohe“ wird abgerissen

München-Schwabing - Englischer Garten * Das baufällig gewordene „See-Restaurant Kleinhesselohe“ wird abgerissen und durch einen etwas größeren hölzernen Neubau von Professor Rudolf Esterer ersetzt.

1937

Auf Befehl Adolf Hitlers werden 289 Bäume des „Englischen Gartens“ gefällt

München-Maxvorstadt * Auf Befehl Adolf Hitlers wird die Königinstraße zwischen der Von-der-Thann-Straße und der Veterinärstraße von 10 auf 30 Meter erweitert.

289 Bäume des „Englischen Gartens“ müssen deshalb gefällt werden.

1937

Eine „Lastenstraße“ durchquert den „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Eine „Lastenstraße“ zur Durchquerung des „Englischen Gartens“ in Ost-West-Richtung wird gebaut.

Daraus entwickelt sich der heutige „Isarring“.

1939

Das „Sckell-Denkmal“ wird durch eine Kopie ersetzt

München-Englischer Garten - Schwabing * Das im Jahr 1932 beseitigte „Sckell-Denkmal“ am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ wird durch eine Kopie von Georg Petzold aus „Kalktuff“ ersetzt.

20. August 1940

Der 67 Hektar große Hirschauer Forst kommt zum Englischen Garten

München-Englischer Garten - Hirschau * Der 67 Hektar große Hirschauer Forst wird dem Englischen Garten gegen eine Bezahlung von 100.000 Mark übergeben.

19. November 1943

Der Staat erwirbt das circa 30 Hektar große Maffei-Gelände

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Staat erwirbt auf Druck der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen das circa 30 Hektar große Maffei-Gelände um 2,5 Millionen Mark.

1944

Das alte „Schloss Biederstein“ wird durch Bomben zerstört

München-Schwabing * Das alte „Schloss Biederstein“ wird durch Bomben größtenteils zerstört. 

13. Juli 1944

Der Chinesische Turm wird von Bomben getroffen

München-Englischer Garten - Lehel * Der Chinesische Turm im Englischen Garten wird von Bomben getroffen und brennt vollständig nieder.

Bis 1945

Der „Schwabinger Bach“ wird zum „Eisbach“ - und umgekehrt

München-Englischer Garten - Lehel * Der Zusammenfluss aller äußeren Stadtbäche wird - bis zur Kreuzung mit dem „Eisbach“ - als „Schwabinger Bach“ bezeichnet.
Dieser Bachabschnitt wird seither „Eisbach“ genannt. 
Er beginnt unter der Prinzregentenstraße mit der Vereinigung des „Stadtmühlbachs“ und des „Stadtsägmühlbachs“.

Genau umgekehrt ist es beim jetzigen „Schwabinger Bach“.
Er heißt bis 1945 „Eisbach“.
So heißt der Bachabschnitt ab der Galeriestraße nach dem Zusammenfluss von „Kögelmühlbach“ und „Kainzmühlbach“.

Ab der Kreuzung zwischen „Eisbach“ und „Schwabinger Bach“ besteht wieder die alte Namensgebung.

Nach Juni 1945

Der „Englische Garten“ wird intensiv landwirtschaftlich genutzt

München-Englischer Garten * Der „Englische Garten“ wird noch lange Zeit nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Auf dem „Hirschanger“ werden 93.000 Kubikmeter Schutt gelagert.
Die „Schönfeldwiese“ ist von „Splitterschutzgräben“ durchzogen.
680 Bombentrichter hat der Bombenkrieg alleine im „Englischen Garten“ hinterlassen.

Um 1946

Aus dem „Ausflugslokal Hirschau“ wird das „Parkrestaurant Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Aus dem „Ausflugslokal Hirschau“ wird das „Parkrestaurant Hirschau“.

Auf der großen Wiese vor dem Lokal entsteht der „Luna-Park“, mit Schiffsschaukeln, Karussells und einem großen Tanzplatz.

1947

Roderich Fick errichtet ein Gebäude für den „Beck-Verlag“

München-Schwabing * An Stelle des neuen „Schlosses Biederstein“ wird durch den Architekten Roderich Fick ein Gebäude für den „Beck-Verlag“ errichtet. 

1947

Eine Ulmen-Krankheit vernichtet 6.000 Bäume

München-Englischer Garten * Eine Ulmen-Krankheit vernichtet im Englischen Garten 6.000 Bäume.

Herbst 1948

Die Turbine im wieder instandgesetzten „Maffei-Kraftwerk“ geht in Betrieb

München-Englischer Garten - Hirschau * Die erste Turbine im wieder instandgesetzten „Maffei-Kraftwerk“ geht in Betrieb und liefert Strom für die Getreidemühlen der „Kunstmühle Tivoli“.

Langsam überträgt sich der Name „Tivoli“ auf das ehemalige „Maffei-Kraftwerk“.

Um 1948

Die Wiese vor dem „Parkrestaurant Hirschau“ wird zubetoniert

München-Englischer Garten - Hirschau * Die Wiese vor dem „Parkrestaurant Hirschau“ wird zubetoniert und damit in eine riesige „Parktanzfläche“ umgewandelt, wo Big-Bands aufspielten.

9. Januar 1948

Verhandlungen zur Übernahme des Maffei-Kraftwerks am Eisbach

München-Englischer Garten - Tivoli - Hirschau * Philipp Mathes, der Direktor der Kunstmühle Tivoli beginnt mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen über die Übernahme des Kraftwerks des ehemaligen Maffei-Kraftwerks am Eisbach zu verhandeln.

1950

Der „Hofblumen-Treibgarten“ wird aufgelöst

München-Lehel - Englischer Garten * Der „Hofblumen-Treibgarten“ an der Oettingenstraße wird aufgelöst.

Ab dem Jahr 1951

Studentenwohnheime mit amerikanischen Spenden

München-Schwabing * An der Stelle des alten „Schlosses Biederstein“ entstehen - durch amerikanische Spenden - Studentenwohnheime. 

1951

„Radio Free Europa“ sendet aus dem ehemaligen „Hofblumen-Treibgarten“

München-Lehel - Englischer Garten * „Radio Free Europa“ sendet aus dem ehemaligen „Hofblumen-Treibgarten“ an der Oettingenstraße.

1951

Auflassung der „Hofbaumschule“ an der Königinstraße

München-Lehel - Englischer Garten * Auflassung der „Hofbaumschule“ an der Königinstraße.

12. Juli 1951

Gründung des Vereins zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms

München - Englischer Garten * Gründung des „Vereins zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms“.

1952

Der „Schwabinger Bach

München-Englischer Garten - Schwabing * Wegen der Erweiterung der „Tierärztlichen Fakultät" muss der „Schwabinger Bach" im „Englischen Garten" verlegt werden.

23. Juli 1952

Das Maffei-Gelände wird in den Englischen Garten einbezogen

München-Englischer Garten - Hirschau * Das 30 Hektar große Maffei-Gelände wird in den Englischen Garten einbezogen.

6. September 1952

Der wiederhergestellte Chinesische Turm wird der Öffentlichkeit übergeben

München-Englischer Garten - Lehel * Der wiederhergestellte Chinesische Turm im Englischen Garten wird der Öffentlichkeit übergeben. Er ist in seiner äußeren Erscheinung eine ziemlich genaue Rekonstruktion des ursprünglichen Bauwerks.

1953

Der „Schuttberg am Hirschanger“ ist abgetragen

München-Englischer Garten * Der „Schuttberg am Hirschanger“ ist abgetragen.

Ab 1954

Der „Verein zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms“ renoviert

München-Englischer Garten - Lehel * Der „Verein zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms“ lässt den „Monopteros“, das „Rumford-Denkmal“ und die Figur des „Harmlos“ instandsetzen.

1955

Das „Seehaus“ wird wieder eröffnet

München-Englischer Garten - Schwabing * Nach der Behebung der Kriegsschäden wird das „Seehaus“ wieder eröffnet.

Ab 1955

Der „Hirschauer Forst“ wird in den „Englischen Garten“ einbezogen

München-Englischer Garten - Hirschau * Der „Hirschauer Forst“ wird bis zum Jahr 1962 in den „Englischen Garten“ einbezogen.

1960

Der „Verein zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms“ löst sich auf

München-Englischer Garten * Der „Verein zum Wiederaufbau des Chinesischen Turms“ löst sich auf.

Ab 1960

Der „Aumeister“ wird umgebaut und erweitert

München-Englischer Garten * Der „Aumeister“ wird umgebaut und erweitert.

Um 1962

Vor dem Restaurant „Hirschau“ entsteht eine „Rollschuhbahn“

München-Englischer Garten - Hirschau * Aus der „Parktanzfläche“ vor dem Restaurant „Hirschau“ entsteht eine „Rollschuhbahn“.

26. Juni 1962

250 Demonstranten treffen sich am Monopteros

München-Lehel - Englischer Garten * Am Monopteros im Englischen Garten treffen sich rund 250 Protestierer zu einer vom Ortnungsamt verbotenen Kundgebung. Doch statt der Protestkundgebung wird über die Ereignisse der Schwabinger Krawalle diskutiert und in einer Resolution eine genaue Überprüfung der Vorfälle und die Kennzeichnung der Polizisten mit Dienstnummern gefordert. Die Versammlung wird aufmerksam von der Polizei beobachtet.

Der Allgemeine Studenten-Ausschuss der Ludwig-Maximilians-Universität distanziert sich per Flugblatt von den Protesten.

18. Dezember 1963

Isarring und John-F.-Kennedy-Brücke

München-Englischer Garten * Der Isarring und die John-F.-Kennedy-Brücke wird dem Verkehr übergeben. Die stark befahrene Straße zerteilt den Englischen Garten am Herzstück des Parks, dem Kleinhesseloher See und entwertet dadurch den Bereich entscheidend.

August 1964

Ein Sturm entwurzelt 450 alte Bäume im „Englischen Garten“

München-Englischer Garten * Ein Sturm entwurzelt 450 alte Bäume im „Englischen Garten“.

Um 1965

Eine eigene Kuh für die Beschäftigten des „Englischen Gartens“

München-Englischer Garten * Bis zur Mitte der 1960er Jahre wird für die Milchversorgung der Beschäftigten des „Englischen Gartens“ eine eigene Kuh gehalten.

1965

Der „Biedersteiner Tunnel“ entsteht bis 1966

München-Englischer Garten - Schwabing * Der „Biedersteiner Tunnel“ im Gebiet des „Biedersteiner Sees“ entsteht bis 1966.

1967

Eingliederung des restlichen „Maffei-Geländes“ in den „Englischen Garten“

München-Englischer Garten - Hirschau * Eingliederung des restlichen „Maffei-Geländes“ in den „Englischen Garten“.

1968

Der „Eisbach“ erhält 32 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde

München-Lehel * Der „Schwabinger Bach“ im Bereich des „Hauses der Kunst“ wird aufgelassen. 

Dafür erhält der „Eisbach“ nun 32 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde.

1970

Gründung der „Tivoli Handels- und Grundstücks AG“

München-Englischer Garten - Tivoli * Aus der „Kunstmühle Tivoli Aktiengesellschaft“ geht die „Tivoli Handels- und Grundstücks AG“ hervor.

1970

Das „Seehaus am Kleinhesseloher See“ wird wegen Baufälligkeit abgerissen

München-Englischer Garten - Schwabing * Das „Seehaus am Kleinhesseloher See“ wird wegen Baufälligkeit abgerissen.

Danach richtet man sich in provisorischen Holzhütten ein.

1971

An der Stelle der „Tivoli-Kunstmühle“ steht jetzt das „Hilton-Hotel“

München-Englischer Garten - Tivoli * Dort, wo sich die „Tivoli-Kunstmühle“ befand, steht jetzt das „Hilton-Hotel“.

Von der ganzen ehemaligen Anlage blieb nur noch der Name „Tivoli“.

1972

Erneute Erweiterung des „Englischen Gartens“

München-Englischer Garten * Das 3,6 Hektar große „Rattenhuber-Grundstück“ wird als Parkfläche im „Englischen Garten“ angelegt.

1972

In München wird das „Fluss-Surfen“ erfunden

München-Englischer Garten - Lehel * In München wird das „Fluss-Surfen“ erfunden. 

1972

Dr. Soshitsu Sen stiftet das „Japanische Teehaus“

München-Englischer Garten - Lehel * Im Olympiajahr stiftet Dr. Soshitsu Sen, der Großmeister der „Urasenke Teeschule“ aus Kyoto/Japan, das „Japanische Teehaus“, verbunden mit der Auflage, dass dort die japanische Teezeremonie unterrichtet und vorgeführt wird.

April 1972

Auf einer Insel im See entsteht das „Japanische Teehaus“

München-Englischer Garten - Lehel * Hinter dem „Haus der Kunst“ entsteht auf einer Insel im See das „Japanische Teehaus“.

28. August 1972

Münchens Städtepartnerschaft mit Sapporo

Sapporo - München * Weil beide Städte im selben Jahr Veranstalter der Olympischen Spiele sind, gehen Sapporo und München eine Städtepartnerschaft ein. Das Japanische Teehaus im Englischen Garten [1972] und der Japanische Garten im Westpark zur Internationalen Gartenschau 1983 sind Gastgeschenke der Partnerstadt. 

Ab dem 7. September 1972

Das olympische Bogenschießen auf der Werneckwiese

München-Englischer Garten - Schwabing * Auf der Werneckwiese im Englischen Garten finden zwischen dem 7. und dem 10. September 1972 die olympischen Wettbewerbe im Bogenschießen statt.

Bis 1973

38 Masttiere werden in den Ställen der „Ökonomiegebäude“ gehalten

München-Englischer Garten - Lehel * 38 Masttiere werden in den Ställen der „Ökonomiegebäude“ beim „Chinesischen Turm“ gehalten.

1974

Der „Chinesische Turm“ erhält eine neue Schindelbedeckung

München-Englischer Garten - Lehel * Der „Chinesische Turm“ erhält eine neue Schindelbedeckung.

1978

Eine überdachte Holzbrücke über die Isar

München-Englischer Garten - Isarinsel Oberföhring * Eine überdachte Holzbrücke über die Isar verbindet den „Englischen Garten“ mit der 22 Hektar großen „Isarinsel Oberföhring“.

1979

Weitere 6,6 Hektar Grünflächen können angelegt werden

München-Englischer Garten - München-Schwabing * Nach der Verlagerung von „Hochschulsportplätzen“ können weitere 6,6 Hektar Grünflächen angelegt werden.

Sie werden als „Schwabinger Bucht“ dem „Englischen Garten“ einverleibt.
Im Bereich der „Schwabinger Bucht“ werden im gleichen Jahr noch zwei neue Brücken errichtet.

24. Juli 1979

Naherholungsgebiet Isarinsel Oberföhring eröffnet

München-Oberföhring * Das ausgebaute Naherholungsgebiet Isarinsel Oberföhring wird der Bevölkerung übergeben.

Bis 1982

Pferdehaltung zur Bewirtschaftung der „Baumschule“

München-Englischer Garten * Zur Bewirtschaftung der „Baumschule“ und zum Einsammeln von Abfällen werden im „Englischen Garten“ Pferde gehalten.

1984

In der Gyslingstraße wird ein neuer „Kiosk“ gebaut

München-Englischer Garten - Hirschau * In der Gyslingstraße in der „Hirschau“ wird ein neuer „Kiosk“ gebaut.

1985

Das „Tivoli-Kraftwerk“ wird in die „Denkmalschutzliste“ aufgenommen

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Maffei-Kraftwerk“ am Eisbach, heute „Tivoli-Kraftwerk“, wird in die „Denkmalschutzliste“ der Stadt München aufgenommen.

1985

Das heutige „Seehaus am Kleinhesseloher See“ wird errichtet

München-Englischer Garten - Schwabing * Das heutige „Seehaus am Kleinhesseloher See“ wird von den Architekten Ernst Hürlimann und Ludwig Wiedemann errichtet.

Um Juli 1986

Das „Tivoli-Kraftwerk“ wird wieder in Betrieb genommen

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Tivoli-Kraftwerk“ wird in technisch modernisierter Form wieder in Betrieb genommen.

24. Juli 1988

Ein bisher noch nie erlebter Verlust von Altbäumen

München-Englischer Garten * Ein Gewittersturm und das große Ulmen-Sterben fordert im Englischen Garten einen bisher noch nie erlebten Verlust von Altbäumen. Die Abendzeitung ruft anschließend zu einer Baumspendeaktion auf. Damit können über 4.000 Bäume gepflanzt werden. 

31. Dezember 1988

Der Englische Garten hat eine Größe von 373,44 Hektar

München-Englischer Garten * Der Englische Garten hat eine Größe von 373,44 Hektar. Zum Vergleich: 

  • Central-Park in New York = 335 Hektar,
  • Hyde-Park in London = 125 Hektar.

1989

Das „Tivoli-Kraftwerk“ speist in das öffentliche Stromnetz ein

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Tivoli-Kraftwerk“ speist 690 Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz ein.

16. Juli 1989

Wiederbelebung des Kocherlballs am Chinesischen Turm

München-Englischer Garten - Lehel * Zur 200-Jahr-Feier des Englischen Gartens wird die Tradition des Kocherlballs am Chinesischen Turm wiederbelebt. An jedem dritten Sonntag im Juli, um 6 Uhr früh, treffen sich Münchner Traditionalisten und sonstiges Partyvolk zum Tanz bei Volksmusikklängen. Um 10 Uhr endet die Veranstaltung.

28. Februar 1990

Der Orkan Wiebke wütet über Deutschland

Deutschland - Schweiz - Österreich - München-Englischer Garten * Der Orkan „Wiebke“ wütet über Deutschland, Teilen der Schweiz und Österreichs. In der Folge fallen rund 70 Millionen Festmeter Sturmholz an, was ungefähr der doppelten Holzmenge entspricht, die üblicher Weise im normalen Holzeinschlag erarbeitet wird. Auch der Baumbestand im Englischen Garten ist stark betroffen. 

5. April 2001

Abendzeitung: „Die Biber sind wieder zurück in München“

München-Isarvorstadt - Museumsinsel - München-Englischer Garten * Die „Abendzeitung“ meldet: „Die Biber sind wieder zurück in München“.

Nördlich der „Zenneck-Brücke“ am „Deutschen Museum“ und am „Oberst-Jägermeister-Bach“ im „Englischen Garten“ können die Tiere seither beobachtet werden.

2008

Mit der „Renaturierung der Isar“ verschwinden die „Surfwellen“ im Fluss

München-Isarvorstadt * Mit der „Renaturierung der Isar“ verschwinden die „Surfwellen“ im Fluss. 

2009

Ein Film über die Surfszene am „Eisbach“

München-Englischer Garten - Lehel * Bjoern Richie präsentiert seinen Dokumentarfilm „Keep surfing“ über die Surfszene am „Eisbach“

2009

Das „Surfen“ an der „Floßlände“ ist nur mehr eingeschränkt möglich

München-Thalkirchen * Das „Surfen“ an der „Floßlände“ in Thalkirchen ist nur mehr eingeschränkt möglich. 

2010

Das „Eisbach-Surfen“ ist offiziell erlaubt - Das Baden verboten!

München-Englischer Garten - Lehel * Das „Eisbach-Surfen“ auf der „stehenden Welle“ beim Eintritt des „Eisbachs“ an der Prinzregentenstraße in den „Englischen Garten“ ist offiziell erlaubt. 
Das Baden ist dagegen verboten!

Die Surfer reisen aus der ganzen Welt an.
Und die Passanten können das ganze Jahr von der Brücke aus dem nassen Vergnügen zusehen.

2011

Der Englische Garten, eine der weltweit größten Parkanlagen

München-Englischer Garten * Wenn man die Maximiliansanlage, den Hofgarten und den Finanzgarten hinzu zählt, umfasst der Englische Garten eine Fläche von über 417 Hektar.

  • Die drei Bäche (Schwabinger Bach, Eisbach und Oberstjägermeisterbach) haben eine Länge von 8,5 Kilometern.
  • Von den 16 Hektar Wasserflächen ist der Kleinhesseloher See mit acht Hektar das größte Gewässer.
  • Das 78 Kilometer lange Wegenetz (davon 12 Kilometer Reitwege) beinhaltet auch über 100 Brücken und Stege.

2013

Am Chinesischen Turm befindet sich der zweitgrößte Biergarten

München-Englischer Garten - Lehel * Am Chinesischen Turm im Englischen Garten befindet sich der mit rund 7.000 Plätzen zweitgrößte Biergarten Münchens.

2013

Das „Seehaus“ ist im Sommer ein stark frequentierter „Biergarten“

München-Englischer Garten - Schwabing * Mit 2.500 Sitzplätzen ist das „Seehaus“ im Sommer ein stark frequentierter „Biergarten“.

April 2013

Wiggerl Hagn und Steffi Spendler eröffnen die Hirschau

München-Englischer Garten - Hirschau * Die Gastwirts- und Wiesnwirtefamilien Hagn und Spendler eröffnen die Hirschau im Englischen Garten.

2014

Die Surfwelle an der Floßlände ist ganz verschwunden

München-Thalkirchen * Die Surfwelle an der Floßlände in Thalkirchen ist ganz verschwunden, weil die Stadtwerke die Wasserzuführungen stark gedrosselt haben. Dabei galt diese Welle für Anfänger als ideal. Der Eisbach ist nur was für Könner. 

8. April 2014

Das Nacktbaden in der Stadt wird in 5 Bereichen zugelassen

München * Nachdem das Bayerische Innenministerium im Herbst 2013 die Badeverordnung hat auslaufen lassen, endet in Bayern auch der darin enthaltene „Zwang zur Badekleidung“. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat will das Nacktbaden in der Stadt auf insgesamt fünf Bereiche festschreiben. Das sind jene Orte, an denen der hüllenlose Bade- und Sonnengenuss auch bisher schon erlaubt war und deren Adressen sich seit Jahren in diversen Reiseführern wiederfinden.  

Gerade die Nackerten im Englischen Garten sind - vor allem bei Besuchern aus Ländern, in denen solche textilfreien Zonen als „unsittlich“ gelten - eine bekannte Touristenattraktion. Und das sind die künftigen Nackerten-Paradiese:

  • Im Englischen Garten auf der Schönfeldwiese hinterm Haus der Kunst, innerhalb des Ovals der Reitbahn. Die sogenannte „Poebene“
  • In der Schwabinger Bucht, zwischen Sulzbrücke und Alte-Heide-Steg im nördlichen Teil des Englischen Gartens.
  • Am Ostufer der Isarinsel Oberföhring.
  • Bei Maria Einsiedel im westlichen Hochwasserbett der Isar.
  • An der Brudermühlbrücke im östlichen Hochwasserbett der Isar bis hinauf zur Braunauer Eisenbahnbrücke. 
  • Am Südufer des Feldmochinger Sees dürfen die Münchner auch künftig auf ihre Badekleidung verzichten. 
  • Und selbst am Flaucher, dem Nacktbadestrand Nummer Eins, an dem bisher - sehr zur Verwunderung der Stadtpolitiker - Textilzwang bestand, dürfen jetzt offiziell die letzten Hüllen fallen. 

19. Mai 2014

Markus Söder eröffnet das Jubiläum des Englischen Gartens

München-Englischer Garten - Lehel * Heimatminister Markus Söder eröffnet am Chinesischen Turm - als Chef der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen - an diesem absolut unhistorischen Datum - die Feierlichkeiten zum 225. Jubiläum des Englischen Gartens.  

24. Juni 2014

Franz Herzog von Bayern für den Tunnel unter dem Englischen Garten

München-Englischer Garten * Franz Herzog von Bayern, der Chef des Hauses Wittelsbach, spricht sich für den Tunnel unter dem Englischen Garten und die Wiedervereinigung des Parks aus: „Das ist ein Projekt von allergrößtem Interesse, nicht nur für München, sondern für ganz Bayern.“  70 Millionen Euro soll laut den Initiatoren Petra Lejeune und Hermann Grub das Projekt kosten. Auch die zuständigen Finanzminister Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann haben ihre Unterstützung bereits zugesagt. 

1. August 2014

Vertreter von 16 Surf-Initiativen- und Verbänden treffen sich

München-Englischer Garten * Im Café Fräulein Grüneis im Englischen Garten treffen sich Vertreter von 16 Surf-Initiativen- und Verbänden. Sie wollen sich über ihre regionalen Projekte austauschen. 

9. August 2014

Die „4. Europameisterschaft im Stationary Wave Riding“ finden statt

Flughafen MUC * Am 9. und 10. August findet am Flughafen die „4. Europameisterschaft im Stationary Wave Riding“ statt. 

Januar 2016

Die „Surferwelle“ bei der „Floßlände“ in Thalkirchen wird gerettet

München-Thalkirchen * Die „Surferwelle“ bei der „Floßlände“ in Thalkirchen wird durch Ingenieure durch einen Einbau eines einfachen Keils gerettet.

Die Welle kommt nun mit 75 Prozent der ursprünglichen Wassermenge aus.

Die „Surfwelle“ war seit dem Jahr 2014 ganz verschwunden, nachdem die Stadtwerke die Wasserzuführungen beginnend im Jahr 2009 stark gedrosselt haben.