Fakten

23. März 1886

Ein Gutachten soll die „Geisteskrankheit“ des Königs beweisen

München * Da König Ludwig II. kein Verständnis für die Forderungen nach „Sanierung des königlichen Haushalts“ aufbringt und er sich auch sonst als „beratungsresistent“ zeigt, beauftragt der „Bayerische Ministerpräsident“ Freiherr Johann von Lutz den „Psychiater“ und Leiter der „Kreisirrenanstalt von München und Oberbayern“, Dr. Bernhard von Gudden, mit der Erstellung eines wissenschaftlichen Gutachtens, das die „Geisteskrankheit und Handlungsunfähigkeit“ des Königs beweisen soll.

Vor der Erteilung des Auftrags muss der „Ministerpräsident“ aber erst die Einwilligung des „Hauses Wittelsbach“ einholen. 

Und nachdem Ludwigs Bruder Otto wegen seiner „Geisteskrankheit“ als Verhandlungspartner ausscheidet, wendet sich der „Regierungschef“ an dessen Onkel, den Prinzen Luitpold.
Dieser gibt nach langem Zögern seine Zustimmung, hätte es aber lieber gesehen, wenn sein Neffe von sich aus „abdanken“ würde.

Mit „Reichskanzler“ Otto von Bismarck wird über das weitere Vorgehen gegen König Ludwig II. Einvernehmen hergestellt, um jede mögliche Intervention und Missbilligung „Preußens“ und des „Deutschen Reiches“ auszuschließen.

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