Fakten

1897

Die bayerischen Juden lehnen die „Zionistische Bewegung“ ab

München * Die „Israelitische Kultusgemeinde München“ wehrt sich massiv gegen die „Zionistische Bewegung“ von Theodor Herzl, der in der bayerischen Haupt- und Residenzstadt den ersten „Zionisten-Kongress“ abhalten will.

Herzl hat sich für München als Veranstaltungsort entschieden, weil „diese Stadt als gastfreundlich gilt und ein geeigneter Verkehrsmittelpunkt“ ist.

Der zionistische Gedanke, der auf die Verwirklichung einer jüdischen Nation mit einem eigenen Staat „Palästina“ hinzielt, wird von den bayerischen Juden abgelehnt.
Sie fühlen sich als deutsche Staatsbürger und sehen durch das zionistische Gedankengut ihre Bemühungen um Integration gefährdet.

Sie wollen alles unterlassen, was den antisemitischen Parolen von der „fremden jüdischen Rasse“ und „dass die Juden Liebe und Anhänglichkeit zu ihrem Vaterlande nicht besitzen“ neue Argumente liefern könnte.

Der Widerstand der Münchner Juden bewirkt, dass der erste „Zionisten-Kongress“ in Basel stattfinden muss.