Fakten - Der Gasteig - Ein Stück Alt-München

808

12. Februar 808

Haidhausen * Haidhausen wird erstmals urkundlich erwähnt. Der Priester Erlaperth schenkt dem Bischof von Freising eine kleine Kirche samt Haus und Hof. Haidhusir ist damals aber bereits ein fertiges Bauerndorf.


1157

Um 1157

München - Haidhausen * Im Jahr 1157 - zuvor und danach war Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ nicht in Baiern - wird die „Salzstraße“ nach „Munichen“ umgeleitet.  

Die „Salzstraße“ muss man sich als „Trampelpfad“ vorstellen, denn der Lastentransport erfolgt noch nicht mit Fuhrwerken oder Karren, sondern mit „Saumpferden“.  

Sie führt noch nicht über den „Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) hinunter zur Isar, sondern nutzt eine „Fuhrt“ etwa auf der Höhe der heutigen „Maximiliansbrücke“.  

Dass der Welfenherzog ein elementares Interesse an der Aufhebung des unrechtmäßig in Föhring eingerichteten bischöflichen „Fernhandelsmarktes“ hat, ist naheliegend, da er der größte Nutznießer dieser Entscheidung ist.  
Und der Freisinger Bischof will nach den Erfahrungen von Worms retten, was noch zu retten ist.  
Schon deshalb ziehen die beiden Kontrahenten gemeinsam mit dieser Angelegenheit vor den Kaiser. 


1180

Um 1180

München * Die erste Isarbrücke entsteht.  

Der Verlauf der „Salzstraße“ findet sich heute in der „Einstein-“ und in der Fortsetzung in der „Inneren-Wiener-Straße“ wieder.  
Beim später entstandenen „Leprosenhaus“ führt sie über den Streckenabschnitt „Am Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) mit einem starken Gefälle hinunter zur Isar, die durch mehrere Inseln in viele Flussläufe geteilt ist. 


1213

1213

München * Die „Leprosen“ selbst - nicht das „Leprosenhaus am Gasteig“ - werden mit einer Stiftung des venezianischen Kaufmanns Berhardus Teutonikus an die „malsani de Munich“, die Leprosen Münchens, bedacht.

Das setzt eine Organisation voraus, weshalb man auch auf das Vorhandensein eines „Leprosenhauses“ schließt.


1293

23. Februar 1293

München * Der Ortsname „Gasteig“ wird erstmals aus Anlass einer Seelgeräte-Stiftung „den siechen auf dem Gasteig ze München“ genannt. Gasteig bedeutet Der gache Steig, der steile Weg.


1294

19. Juni 1294

München * Im Rudolfinum, dem aus 22 Artikeln bestehenden Grundgesetz der Stadt München, bestätigt Herzog Rudolph I. der Stadt alle Rechte seiner Vorgänger. Die Stadt München bekommt die Gerichtsbarkeit mit Ausnahme der drei Fälle, die zum Tode führen.

Im Rudolfinum wird bereits der Begriff Burgfrieden als ein Bereich außerhalb der Stadtmauern formuliert, der zum Rechtskreis der Stadt gehört. Wörtlich heißt es dort: „in der stat oder darumbe, daz doch zu der stat gehöret.“ 


1315

6. Mai 1315

München * König Ludwig der Baier äußert sich zum Burgfrieden wie folgt: „in der stat und uberal in den gerichtt, daz zu derselben stat gehört“.

22. Dezember 1315

Freising * Im Auftrag des Freisinger Bischofs Konrad III. dem Sendlinger wird eine Diözesan-Beschreibung gefertigt, die sogenannte Konradinische Matrikel. 

Sie beinhaltet sämtliche fürstbischöfliche Besitzungen und zählt gleichzeitig alle Einnahmen auf. Daneben enthält sie eine präzise Diözesanbeschreibung, die alle Kirchen, Kapellen, Klöster und Friedhöfe aufführt.  

  • Nach der Konradinischen Matrikel ist das Bistum Freising in 18 Dekanate eingeteilt, die insgesamt 233 Pfarreien, 564 Filialkirchen und 22 weitere Kapellen umfassen.
  • Das rechte Isarufer gehört bis hinunter zur Menterschwaige zur Pfarrei Bogenhausen, die wiederum dem Dekanat Ismaning unterstellt ist.
  • ​Die Pfarrei Bogenhausen umfasst die Filialkirchen mit Begräbnisstätten in Haidhausen, die Leprosenkirche am Gasteig, sowie die in Giesing, Trudering, Riem, Gronsdorf, Haar und Harthausen, einer im Dreißigjährigen Krieg untergegangenen Siedlung bei der heutigen Menterschwaige.
  • Aus der Konradinischen Matrikel geht auch hervor, dass die zum Dekanat Ismaning gehörende Pfarrkirche in Baumkirchen eine Filialkirche in Pachem besitzt.  
  • In dieser Matrikel findet sich erstmals eine farbige Abbildung des Hochstiftswappen, das den Freisinger Mohr enthält. 

1316

1. Mai 1316

Haidhausen * König Ludwig der Baier erlässt für die Siechen am Gasteig eine Hausordnung. Die Ordnung enthält unter anderem eine Vorschrift, wonach „aus der ganzen Versammlung der siechen Menschen” ein Hausmeister und eine Hausmeisterin benennen sind, die auf die „Einhaltung der Hausordnung“ zu achten haben. Die Spital-Insassen müssen ihnen Gehorsam leisten.

Übertretungen einzelner Bestimmungen haben zum Teil sehr empfindliche Strafen für die Kranken zur Folge. Disziplinierungsmittel sind vorgesehen. Sie reichen von Geldstrafen bis zu Fasten bei Wasser und Brot, dem Essen auf dem Stubenboden, der Verrichtung von vorgeschriebenen Gebeten - kniend auf dem Stubenboden - in Anwesenheit der anderen Spitalinsassen. Selbst Strafen in der Kheichen, dem Kerker, bei Wasser und Brot, sind unter bestimmten Umständen möglich.

Mit vier Stunden nehmen die religiösen Übungen und Gebete den größten Teil des Tages ein.
Die „Arbeitszeiten“ zugunsten des „Leprosenheims“ werden auf dreieinhalb Stunden pro Tag begrenzt.
„Commissionäre” überwachen die Arbeit im „Siechen-Spital“.  

Mittelalterliche „Spendentätigkeit“ hat sehr viel mit dem „Seelenheil des Geldgebers“ zu tun.
Je größer deren „Spendierfreudigkeit“ ausfällt, desto länger sind die „Gebete der Almosenempfänger“ und desto schneller kommen die Reichen dem „Paradies“ ein Stückchen näher.

Das „Leprosenhaus“ ist vornehmlich für Münchner Bürger und die in der Stadt Dienenden bestimmt.  
Nur sie erhalten hier unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung.
Für die „Auswärtigen Siechen” müssen die zuständigen „Landgerichte“ die anfallenden Kosten übernehmen.


1319

1319

Haidhausen * König Ludwig der Baier befreit das Leprosenhaus am Gasteig von allen landesherrlichen Abgaben, Steuern sowie Diensten und übergibt ihm Grundbesitz, um die Pflege der Kranken zu gewährleisten.


1327

13. Februar 1327

München-Angerviertel * Beim „ersten Hahnenschrei“ bricht im „Angerkloster“ ein Feuer aus, das zum verheerendsten „Stadtbrand“ der Geschichte Münchens wird. 

Fast ein Drittel der Stadt wird ein Opfer der Flammen. 

Dreißig Menschen sterben bei dem Großfeuer. 


1340

1340

München * Im Münchner „Stadtrechtsbuch“ finden sich Bestimmungen über den Umgang im Brandfall.

Dort heißt es: „Wenn es in der Stadt brennt, müssen zu dem Feuer kommen, sobald die Sturmglocke läutet, alle Bader und ihre Gehilfen, die Amt haben, und ihre Badergeräte mitbringen, die Maurer und Zimmerer mit ihren äxten und die Kornmesser und Salzmesser und die Salzlader und die Auflader und die Holzleut mit ihren äxten und was sie haben, das dem Feuer gut ist; - wer nicht kommt, verliert sein Recht in der Stadt für ein Jahr - was ihnen verdirbt, wird von der Stadt ersetzt“.


1347

1347

München * Die heutige „Ludwigsbrücke“ wird im „Stadtrechtsbuch“ sinngemäß beschrieben: 

„Im Abstand von 36 Schuh [9,36 Meter] werden Joche, die aus einer Reihe von senkrecht zur Strömung gerichteten Baumstämmen bestehen, in den kiesigen Untergrund getrieben.

Dann sägt man sie auf gleicher Höhe ab und verbindet sie mit Querhölzern.
Sechs Balken liegen von Joch zu Joch.
Auf diese Balken werden Bohlen von 16 Schuh [4,67 Meter] Länge quer aufgebracht.
Dies ergibt die Brückenbreite.
Über diese Bohlen wird Kies geschüttet.

Die Höhe über den mittleren Wasserstand ist so ausgelegt, daß ein Mann, der auf einem Floß oder Kahn unter der Brücke hindurchfährt, mit ausgestrecktem Arm die Hauptträger nicht berühren kann“.


1361

1361

Haidhausen * Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde über die Zugehörigkeit des „Kotterhofes“ in der Haidhauser Kirchenstraße zum „Leprosenhaus am Gasteig“.


1380

20. Januar 1380

München * Im Gerichtsbuch der Stadt München erscheint erstmals der wörtliche Begriff Burgfrieden.


1391

17. März 1391

München * Die „Stadt und der Burgfrieden“ bilden einen einzigen „Gerichtsbezirk“.


1422

1422

Au * Eine „Wasserstube am Gasteigberg“ wird erstmals genannt.


1444

1444

München - Haidhausen * Die Stadt kauft von den „Hochmeistern des Siechen- und Leprosenhauses“ 24 Bifang Lehmerde in Haidhausen.


1460

24. Oktober 1460

München * Die Grenzen des Münchner Burgfriedens werden im Burgfriedensbrief festgelegt. Das auf der rechten Isarseite gelegene Gebiet gehörte ursprünglich zum Landgericht Wolfratshausen, das dort auch die Jurisdiktion, die Gerichtsbarkeit, ausübte. Die Stadtherren beantragten bei den regierenden Herzögen Johann und Sigmund die Erweiterung des Münchner Burgfriedens.  

In dem Erlass wurde daraufhin für den Bereich des Gasteigs bestimmt: „Es soll auch das Siechhaus auf dem Gastay enhalb der Yserpruckh vnnd auch dieselb Yserpruckh auch In vnnserer Statt München Burckfrid ligen. Doch so behalten wir vnns den wasserstromb der Yser, das vnns der mit Herrlichkeit soll beleiben vnnd zustehen“.


1467

1467

Au * Der städtische „Brunnenmeister“ und seine Knechte arbeiten an der am „Gasteigberg“ gelegenen „Wasserstube“ und am Rohrleitungssystem.


1481

1481

München * Das Amt des „Bettelmeisters“ wird in München von zwei dazu Beauftragten ausgeführt.

Sie üben ihre Aufgabe ehrenamtlich aus und bekommen zu ihrer Unterstützung städtisch besoldete „Bettelknechte“ zur Seite gestellt.


1492

1492

München * Andrea de Franceschi, der spätere „Großkanzler von Venedig“, beschreibt München als eine vornehme Stadt, „citta noblissima“, mit prächtigen, mit Kieslsteinen gepflasterten Straßen und mit breiten Plätzen, in deren Mitte sich Brunnen befinden.


1493

1493

München * Der von Michael Wolgemut gefertigte Holzschnitt in der „Hartmann Schedel‘schen Weltchronik“ ist die älteste Darstellung von München.  

  • Es sind noch keine Isarinseln zu sehen,  
  • dafür wird am unteren Bildrand die am „Gasteigberg“ gelegene „Wasserstube“ gezeigt. 

1500

1500

München * München hat 13.500 Einwohner. 

Es gibt 14 berufsmäßig betriebene „Badstuben“.


1511

1511

Au * Münchens ältestes „Brunnhaus“, das „Wasserhaus am Isarberg“, wird gebaut und in der Folgezeit mehrmals umgebaut und auf den technisch neuesten Stand gebracht.

Die aus dem Isarhochufer austretenden Quellen werden gefasst und danach in Bleirohren dem „Brunnhaus“ zugeführt. Mit einem „Wasserhebewerk“ aus Holz wird dann das Quellwasser in einen kupfernen Kessel im obersten Stockwerk des „Wasserturms“ gedrückt.

Vom Kessel wird das Wasser mit Druck „in hölzerne Deichen über die Isar in die Stadt geleitet, und durch unzählige äste vertheilt. Es läßt sich leicht denken, daß bey diesem großen Wasserreichtume, in den vielen Privatgärten an herrlichen Springwässern, kein Mangel sey“.


1530

1530

München * Der Rat der Stadt ändert die schon länger bestehende „Bettelordnung“.

Sie verbietet allen „Bürgern und Gästen beiderlei Geschlechts“ das „Betteln“ und gestattet es nur denjenigen, die vom „Rat“ die ausdrückliche Erlaubnis dazu haben.
Diese drückt sich eben im Tragen des „Bettelzeichens“ aus.

Zur Erteilung der „Bettelerlaubnis“ muss aber zuvor die „Bedürftigkeit“ nachgewiesen werden.

  • Dazu gehört neben der Darlegung des Personenstandes, der Kinderzahl und der Vermögensverhältnisse,
  • die Bestätigung des „Beichtvaters“, dass der Antragsteller im vergangenen Jahr mindestens einmal gebeichtet und die „Absolution“ erhalten hat.

Der „Hausbettel“ ist nach der „Bettelordnung“ strengstens verboten.
Hauptsächlich vor den Kirchentüren, nicht aber im Kircheninneren ist das „Betteln“ erlaubt.

  • Missgestaltete, behinderte Bettler müssen ihre „Gebersten“ bedecken, damit „schwangere Frauen“ durch den Anblick „nicht Schaden nehmen“.
  • Es dürfen auch keine „gemalten Bilder, wunderliche Tiere und sonstige Schaustücke“ gezeigt werden.
  • Lediglich Singen ist ihnen gestattet.
  • Den Schülern ist das „Betteln“ nur dann zu genehmigen, wenn sie in der Schule „fleißig und gehorsam“ waren und für bettelnde „Wöchnerinnen“ werden gesonderte Zeichen bereitgehalten.

Es werden vier „Bettelmeister“ bestellt.

  • Deren Hauptaufgabe ist die „gerechte Auswahl“ der „berufsmäßigen Bettler“.
  • Halbjährlich müssen sie die Inhaber der „Bettelzeichen“ - gemeinsam mit ihren Kindern - an einem Ort zusammenkommen lassen und prüfen, ob ihre Bedürftigkeit auch weiterhin besteht.
  • Für die Einhaltung der „Bettelordnung“ sind die „Bettelknechte“ verantwortlich.

Sie müssen vor ihrem Amtsantritt „geloben und schwören“, dass sie niemanden bevorzugen oder benachteiligen und dass sie sich nicht bestechen lassen.

Nach dem 11. Juni 1530

München * Die zweitälteste Stadtansicht von München wird von Hans Beham in Holz geschnitten. Im Vordergrund ist der Einzug Kaiser Carl V. mit seinem Heer dargestellt. 


1541

1541

München-Angerviertel * Der Brauer Jörg Heiß gründet an der Ostseite der Sendlinger Straße den späteren „Singlspielerbräu“.


1553

1553

München * Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ auf die Zeit vom 29. September (Michaeli) bis 23. April (Georgi).

Sie gilt bis 1850.


1554

1554

München-Kreuzviertel * Die Stadt lässt nördlich des „Neuhauser Tores“ ein zweites „Brunnwerk“ errichten, das sogenannte „Gasteiger Brunnhaus“ am heutigen „Künstlerhaus“.


1555

1555

München * Die ältesten Münchner „Wasserbriefe“ beurkunden die Wasserabgabe aus den städtischen „Brunnhäusern“ an Privatpersonen.


1556

1556

Au * Das „Wasserhaus auf dem Isarberg“ wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht.


1561

31. Oktober 1561

München * Im sogenannten Albertinischen Rezeß wird der Grenzverlauf des Münchner Burgfriedens neu festgelegt und dabei das rechtsisarische Gebiet erheblich erweitert. Herzog Albrecht V. bestimmt, dass der „Wasserturm und der Farthweg auf dem Gasstach“ zum Münchner Burgfrieden gehören soll.


1562

1562

München * In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ändert sich die Einstellung zu den „Armen“ grundlegend.

Martin Luther und später auch die katholischen Reformer lehnen jede Form von „Bettel“ ab und fordern eine Versorgung aller „Arbeitsunfähigen“ auf Kosten der Gemeinde.

Dies findet in der letzten rein städtischen „Münchner Bettelordnung“ ihren Niederschlag. Die „Armenversorgung“ wird auf die Basis eines „Unterstützungsfonds“, dem „Stock-Almosen“, gestellt.

Freiwillige Spenden, Gelder aus Opferstöcken, Sondersammlungen in Kirchen und Klöstern und die Erträge aus den Haussammlungen sollen eine gezielte Versorgung der „Armen“ gewährleisten. Dazu ziehen jeden Freitag vier „Biedermänner“ mit Sammelbüchsen von Haus zu Haus und ersetzen damit die bisher üblichen Bettelgänge der „Armen“.

Die Sammlungen erhalten den Namen „Freitagsbrot“.


1572

1572

München * Eine neue „Bettelordnung“ wird veröffentlicht.

In ihr zeichnet neben dem „Rat der Stadt“ erstmals auch der „Landesherr“ verantwortlich.

  • Unter dem Einfluss Herzog Albrechts V. wird in dem Gesetzeswerk
  • ein „absolutes Bettelverbot“ ausgesprochen.
  • Wirte und allen Einwohnern war die Beherbergung „nichtansässiger Bettler“ verboten.
  • Den „Bettelrichtern“ zahlt man „Fangprämien“ und
  • den Festgenommenen drohen schwere Strafen.
    Im besten Fall ihre „Ausweisung“, im schlimmsten Fall aber „Hängen“.

Doch schnell wird klar, dass sich in München ein „absolutes Bettelverbot“ und die Versorgung der „Armen“ aus der Gemeindekasse nicht verwirklichen lassen.
Die Einnahmen der Sammlungen reichen einfach nicht aus.

„Sondersieche“, also mit ansteckenden Krankheiten Behaftete, und „Blinde“ haben sich mit „betteln“ zu ernähren, da sie keine Arbeit finden können.

Außerdem sammeln die „Biedermänner“ das „Freitagsbrot“ nun zusätzlich am Mittwoch.


1578

1578

München * Die Klagen über die Teuerung des Weines verstummen nicht mehr.

Die „Baierische Landesordnung“ vermerkt, dass immer mehr Leute bei den „Bierbrauern“ zum Essen einkehren.


1581

1581

Haidhausen * Der Turm der „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird abgetragen und innerhalb von 40 Tagen als schlanker, achteckiger Zwiebelturm wieder aufgebaut.


1587

1587

Au - Haidhausen * Die „herzoglichen Brunnwerke“ am „Lilienberg“ und im „Brunnthal“ gehen in Betrieb.


1589

27. September 1589

München-Graggenau * Die Hofkammer will die Geldverschwendung für den Durst der Hofschranzen eingeschränkt sehen, weshalb sie einen Antrag für den Bau eines „aigen Preuhaus“ formuliert. Das Datum gilt seither als offizieller Gründungstermin des Hofbräuhauses.

Einen Brand beim alten Hennen- und Badhaus im Alten Hof erkennt man als Zeichen des Himmels und umgehend beginnen die Arbeiter in der Nähe des Zerwirkgewölbes die Wände einzureißen, die Keller einzuschachten und Sudanlagen zu installieren. Der Keller diente zuvor dem Herzogshof als Vorratsraum. Der Standort am Alten Hof kam den Verantwortlichen aufgrund der „besseren Überwachung bezüglich der möglichen Veruntreuungen“ gerade recht.

Darin wird zunächst nur braunes Bier gebraut. 

14. Oktober 1589

München-Graggenau * Ein Kostenvoranschlag für den Bau des Hofbräuhauses wird vorgelegt. 


1593

1593

München-Angerviertel * Die „Eberlbrauerei“ und der „Faberbräu“ werden gegründet.

Ihre Sud- und Schankstätten befinden sich in der Sendlinger Straße.


1600

1600

München * Mit 74 bürgerlichen Brauereien - plus 6 Klosterbrauereien - erreicht man den Höchststand in der Geschichte Münchens.

Ab 1600

Au * Die durchgeführte vollständige Erneuerung des „Isarberg-Brunnhauses“ verschlingt über 5.000 Gulden.

Um das Jahr 1600

München * Unter Herzog Maximilian I. wird erstmals nach den Ursachen der „Armut“ gefragt.

Folgende Erkenntnisse fassen die Untersucher zusammen:
Verantwortlich für die „Armut“ ist

  • die „Überbevölkerung der Städte“,
  • die „Überbesetzung der Zünfte und Gewerbe“,
  • die allzu großen „Freiheiten des Handels“,
  • die „Vernachlässigung der Polizeigewalt“ und
  • der „Verfall der Religion und der Sitten“.

Das Ergebnis ist die Einführung restriktiver Maßnahmen.
Dazu gehören unter anderem „Zuzugsbeschränkungen“ sowie „Festnahmen und Einkerkerung von Bettlern und Vagabunden“.


1602

1602

München * In der „Haußpolicey“ findet man zu den Schauspielern folgenden Text: 

„Nicht die geringste ursach warumb die Jugent in die unzucht und geilheit gerahtet seind die Comedien Spektackel und Schawspiel / welche an etlichen orten an den Fürstlichen Höfen oder in den Heusern der Mechtigen oder in den offentlichen darzu bestimbten Heusern gehalten werden. 

Dann sie [die Schauspieler] seindt gemeinklich eitele / liderliche / verschlagene / arglistige / unverschambte und gottlose leut / ja was mehr ist / man findt under jhnen Landverwisene / ehvergessene / Landstürtzer / Zigeiner und arge Ketzer.“

Es ist die Zeit der „Gegenreformation“ und schon deshalb hat alleine das „Schauspiel der Jesuiten“ Niveau und ist staatlicherseits legitimiert worden.


1612

1612

Einbeck - München * Der aus Einbeck - im hohen protestantischen Norden - stammende „Bierbrauer“ Elias Pichler wird vom baierischen Herzoghaus ans „Hofbräuhaus“ nach München angeworben, um hier ein Bier nach „ainpöckischer Art“ zu Brauen.

Bevor er seine Tätigkeit aufnimmt, muss er aber noch schnell zum katholischen Glauben konvertieren.

Er braucht zwar noch einige Experimente, aber dann gibt‘s statt des bis dahin gebrauten „Plempels“ ein würziges, süffiges und bekömmliches „Bockbier“ aus dem „Herzoglichen Hofbräuhaus“.

Das wird aber erst im Jahr 1614 sein. 


1614

Um den 1. Mai 1614

München-Graggenau * „Braumeister“ Elias Pichler kredenzt in München erstmals das von ihm gebraute Bier nach original „Einbecker Art“, das später über „ainpöckisch Bier“ den Namen „Bockbier“ erhalten wird.

Aufgrund der merkantilistischen wirtschaftspolitischen Grundprinzipien ist Herzog Maximilian I. - auch beim Bier - der Meinung, dass es wirtschaftlich besser ist, Fertigwaren auszuführen und allerhöchstens die Rohstoffe einzuführen, um dann am erzielten Mehrwert zu verdienen.
Deshalb werden ab dem Jahr 1612, mit der Anwerbung des aus Einbeck stammenden „Braumeisters“ Elias Pichler, auch die Lieferungen von „Einbecker Bier“ für den Münchner Hof eingestellt.

Schon zuvor ist am „Münchener Herzogshof“ der Bedarf an dem Gerstensaft aus dem hohen deutschen (protestantischen) Norden durch den Aufschwung, den das „Weiße Bier“ hier genommen hat, stark zurückgegangen.

Das „Luxusgetränk“ mit seinen mehr als 16 Prozent Stammwürze und über sieben Prozent Alkoholgehalt bleibt auch weiterhin ein Privileg des Landesfürsten.
Herzog Maximilian I. lässt - auf nachhaltiges Drängen - zwar den „Bock“ auch an seine „Landeskinder“ ausschenken, erklärt aber die Herstellung des „Bockbieres“ - wie schon zuvor des „Weißbieres“ - zum „fürstlichen Regal“, also zum Monopol der Landesherrschaft.

Aus dem „ainpöckischen Bier“ wird im Volksmund bald der „Bock“.
Im „Kanzleideutsch“ aber ist noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein vom „Ainbock“ die Rede. 


1616

Um August 1616

Au * Nach einer lang anhaltenden Dürre reicht das Wasser zum Antrieb des „Wasserrades“ im „Brunnhaus am Isarberg“ nicht mehr aus.

Angeheuerte Tagelöhner müssen das Rad sechs Wochen lang mit ihrer Körperkraft antreiben.


1619

5. Februar 1619

München * Nach einer Anordnung Herzog Maximilians I. ist die Stadt München für den ordentlichen Zustand der „Salzstraße“ zuständig.


1621

Ab der Brausaison 1621

München-Graggenau * Die von Elias Pichler kreierte neue „Bier-Spezialität“, das „Bockbier“, taucht bei allen Abrechnungen der Sudstätte als eigener Rechnungsposten auf. 


1624

1624

München * In einem Bericht an Kurfürst Maximilian I. betont der Stadtrat, dass er starke „Bettler und Bettlerinnen“ in „Eisen schlagen“ und anschließend zur „Zwangsarbeit beim Schanzenbau“ einsetzen lässt.

Mit diesen Zwangsmaßnahmen wollen die „Stadt- und Landesherren“ den „Arbeitsscheuen“ den „Teufel des Müßiggangs“ austreiben.
Doch nach ihrer Entlassung finden die „Bettler“ trotzdem keine Möglichkeit der Beschäftigung vor.


1630

1630

Haidhausen * Oswald Schys von Peillenstein, „Kurfürstlicher Geheimrat“, „Hofkammerpräsident“ und „Pfleger von Rottenburg“, kauft dem „Leprosenhaus“, dort, wo sich die Straße nach Rosenheim und die „Salzstraße“ zweigen, einen kleinen Platz ab.

Dort lässt er drei Kreuze aufrichten.


1632

15. Mai 1632

München * Die schwedische Schutzgarde wird nach München verlegt und nimmt Einquartierungen in den „Klöstern und Häusern der Vornehmen in München, deren Insassen meist nach Tirol oder Italien geflohen waren“.

Die innerhalb der Stadtummauerung lebenden Münchner kommen wieder einmal glimpflich davon. Die Soldateska plündert, verwüstet, drangsaliert und vergewaltigt dafür um so stärker in den Vororten - besonders in der bevölkerungsreichen Au und in Haidhausen.

17. Mai 1632

München - Haidhausen * Unterwürfig überreichen die Münchner Stadtväter dem anrückenden Kriegsherrn Gustav II. Adolf am Gasteig die Stadtschlüssel. Der Schwedenkönig zieht in München ein, um in der Residenz Quartier zu nehmen. Sein Weg führt ihn über die Isarbrücke zum Roten Turm und dem Isartor. In seiner Begleitung befindet sich der „Winterkönig“ Friedrich V., der Pfalzgraf August von Sulzbach und die Herzöge Bernhard und Wilhelm von Weimar sowie Johann von Holstein. Diesen folgen noch drei Regimenter.

Gustav Adolf ist von München angeblich so begeistert, dass er am liebsten die Residenz mit nach Schweden genommen hätte - sagt man. Es stimmt wohl, dass er München - angesichts des eher kargen Umlandes - mit einem „goldenen Sattel auf einem mageren Pferde“ verglichen hat. Seine Schwärmerei für die Residenz ist jedoch eine Ausschmückung späterer Jahre. Denn eigentlich war es nur ein Ofen, der ihm so gut gefiel, dass er „gewinschet, daß dieser ofen zu Stockholm wehre“.

 Die Schweden besetzen die baierische Haupt- und Residenzstadt. Siegmund Riezler schrieb dazu: „Im Übrigen aber wurde weder Eigentum noch Person angetastet“. Das stimmt so nicht! Denn die Hauptleidtragenden der Kriege sind immer die Vorstädter. Sie bieten den Belagerern der Stadt Ersatz fürs Morden, Plündern, Brandschatzen, Foltern und Vergewaltigen. Die Hauptarmee lagert nicht in der Stadt, sondern ist auf die Dörfer vor den Stadttoren verteilt worden. Und diese Soldateska raubt und stiehlt alles, was nicht niet- und nagelfest ist und verkauft es in der Stadt, sodass die Münchner Waren zu billigsten Preisen kaufen können.

19. Mai 1632

München * König Gustav II. Adolf besucht die Michaelskirche und lässt sich das Gottesdienstritual genauestens erklären. Der schwedische König fordert von der Stadt 300.000 Reichstaler, um München vor der Zerstörung zu verschonen. Die in der Stadt verbliebene Bürgerschaft versucht daraufhin, soviel wie möglich von der geforderten Summe zusammenzutragen.

Selbst die Ärmsten der Stadt müssen sich daran beteiligen. Und auch die schon so stark gebeutelten Einwohner der Au, Haidhausens und Giesings haben für die Zahlungen ihr Schärflein beizutragen. Exakt 940 Gulden und 43 Kreuzer steuern sie aus ihren sowieso schon begrenzten Mitteln bei. Und dennoch reicht es nicht. 

Gerade mal 144.273 Gulden bringt die Geldeintreibung ein. Das ist nicht mal ein Drittel der geforderten Summe, worauf der Schwedenkönig je 22 weltliche und geistliche Geiseln verlangt.


1633

5. August 1633

München * Ein nachweisbarer Einsturz der heutigen Ludwigsbrücke ereignet sich. Es gibt zwar kein amtliches Dokument, dafür aber ein Mirakelbild an der südlichen Außenmauer der Tuntenhausener Kirche.

„Bei dem theilweisen Einsturze der Isarbrücke zu München am 5. August 1633 kam Jakob Oefele, Zimmermann von der Au, in große Todesgefahr, indem er mit noch 50 Personen ins Wasser fiel, nach gemachten Gelöbnis wurde er errettet”. Über die Zahl der Opfer dieses Brückeneinsturzes ist allerdings nichts Näheres bekannt.


1642

1642

München-Angerviertel * Der Brauer Philipp Hölzl kauft die spätere „Singlspielerbrauerei“, nachdem er sie seit 1635 gepachtet hatte.


1660

1660

Haidhausen * Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig erhält ihre heutige barocke Form.


1669

1669

Au * Unter Kurfürst Ferdinand Maria wird in der Au ein „Seidenhaus“ eingerichtet.

Doch als Arbeitskräfte werden dann - zum Teil sogar gegen den ernsten Willen der Eltern - auch Kinder eingestellt und nicht arbeitsuchende „Stadtarme“.

Das „Seiden-Unternehmen“ ist allerdings bereits im Jahr 1676 finanziell wieder am Ende.


1672

1672

München-Angerviertel * Der Brauer Philipp Hölzl übergibt die spätere „Singlspielerbrauerei“ an seine Tochter Katharina.


1673

1673

Au * Der „Prunnknecht“ Sebastian Gaißreitter lässt am „Gaisberg“, dem heutigen „Lilienberg“, eine „Capellen aufrichten und darin zu seiner privaten Andacht und zur Erwirkhung der vorbeygehenten Leuth Andacht ein Figur vom Passion Christi“ aufstellen.

1673

München-Angerviertel * Katharina Hölzl heiratet den ihrer Brauerei den Namen gebenden Münchner Metzgersohn Franz Singlspieler.


1678

1678

Haidhausen * Die „Loretto-Kapelle“ oder später „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird aus Mitteln des verstorbenen „Verwalters des Leprosenhauses“, Schauermayr, erbaut.

Das winzige Kircherl reicht gerade bis zur heutigen ersten Bankreihe.


1679

Ab 1679

Au * In der Au entsteht - am Standort des „Seidenhauses“ - eine „Tuchfabrik für Militäruniformen“.


1682

1682

Au * Sebastian Gaißreitter erwirbt am „Gaisberg“ neben seiner winzigen, höchstens drei bis vier Betern Platz bietenden und auffällig rot angemalten Kapelle ein kleines Stück Land in dem er einen Garten anlegt und das Ganze umzäunt.

4. Juni 1682

München-Angerviertel * Kurfürst Max Emanuel lässt ein kurfürstliches Zuchthaus bauen. In ihm sollen „übermütige Herrendiener, schlechte Ehehalten [Dienstboten], liederliche Handwerksburschen, ungeratene Kinder, freche Menscher [Mägde], langsame Zimmer- und Maurergesellen, faule Tagwerker und Müßiggänger untergebracht werden, nach Umständen in Eisen und Band, bei geringer Nahrung und Karbatschenhieben“

Das Korrektions- und Arbeitshaus befindet sich an der Stadtmauer und nimmt die ganze Südseite des heutigen Viktualienmarktes ein.


1688

1688

Au * Sebastian Gaißreitter kauft am „Gaisberg“ zusätzlichen Grund und erweitert damit sein Anwesen um die Kapelle.


1690

1690

Au * Die Münchner Bäcker errichten - sehr zum Ärger der Auer Bäcker - ein „Brothäusl“ auf dem innerhalb des „Münchner Burgfriedens“ gelegenen Gasteigbergs.

1690

Au * Alleine die „holländische Tuchmacherei“ in der „Tuchfabrik für Militäruniformen“ gibt fast 2.000 Personen Brot und Lohn.

Neben „erstklassigen gelernten Arbeitern“ beschäftigt man „ausgediente Soldaten, arme Weiber und Kinder“, dazu kommen „eingewiesene Bettler und Nichtsnutze“. Anno 1682 schrieb die „Hofkammer“, dass „Arme im Wollhause zu München Beschäftigung finden, Faulenzer dagegen ins Zuchthaus“ eingeliefert würden.

Auch dieser Unternehmung war kein langes Leben beschieden.

Ab 1696 ging es auch mit der „Fabricca“ wieder bergab. Anno 1720 war sie am Ende.


1693

1693

Au * Das „Patrizier-Ehepaar“ Johann Maximilian von Alberti und seine Ehefrau Maria Franziska, die aus dem angesehenen Hause Prielmeyer stammt, werden auf die Gebäude des zur Au gehörenden „Gaisberges“ aufmerksam und lassen neben der „Gaißreitterischen Kapelle“ ein kleines Haus errichten.


1694

1694

Au * In dem kleinen „Albertinischen Haus“ auf dem „Gaisberg“ siedeln drei „Jungfrauen“, die als Laienschwestern hier ein gottgefälliges Leben führen wollen.


1695

1695

Au * Sebastian und Agathe Gaißreitter überlassen den drei „Jungfrauen vom Gaisberg“ ihren Garten und die Kapelle schenkungsweise.

Damit ist der Weg zum Bau eines richtigen Klosters frei.


1696

1696

Au * Johann Maximilian von Alberti holt beim Freisinger Bischof die Baugenehmigung für ein „Kloster am Gaisberg“ ein, erwirbt den noch notwendigen Baugrund und lässt einen Garten anlegen.


1699

1699

Au * Am „Gaisberg“ entsteht eine aufwändige Klosteranlage mit zentraler Kapelle und zwei Seitenflügeln, die mit ihren Terrassen und Gärten eher einem noblen Schloss als der Niederlassung von geistlichen und der Armut verpflicheten Schwestern gleicht.


1701

27. Januar 1701

Freising * Der Geistige Rat in Freising beschließt, dass den Paulanern die pfarrlichen Rechte am Gaisberg zustehen. Dagegen wehrt sich Johann Maximilian von Alberti.


1702

25. März 1702

Au * Die „Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria“ am „Gaisberg“ wird eröffnet.

6. Juni 1702

Au * In der Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria am Gaisberg (Lilienberg) wird die erste Heilige Messe gefeiert.


1705

1705

Au * Johann Maximilian von Alberti lässt die „Sakramentspendung“ der „Frauen vom Gaisberg“ durch einen „Benediktiner“ erledigen. 

Dieser liest täglich die Messe und nimmt den Ordensfrauen die „Osterbeichte“ ab.

Selbst die Regeln, nach denen die Klosterfrauen leben, sind stark der „Benediktiner-Regel“ angepasst worden.

16. Oktober 1705

Au * Die Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria am Gaisberg wird geweiht. Von jetzt an dürfen Messen in der Kapelle gelesen, das Allerheiligste jedoch noch nicht darin aufbewahrt werden.


1709

14. Oktober 1709

Au - Freising * Johann Maximilian von Alberti wendet sich an den ihm gewogenen Bischof von Freising, um „das hochwürdigste Gut für ständig in der Kapelle einsetzen und zeitweilig zur öffentlichen Anbetung aussetzen“ zu dürfen. Da es sich bei dem Kirchlein am Gaisberg um eine Privatkapelle handelt, ist dazu die Zustimmung durch die höchste katholische Instanz notwendig, den Papst.

19. Dezember 1709

Rom-Vatikan - Au * Papst Clemens XI. gibt sein Einverständnis für die ständige Aufbewahrung des Allerheiligsten in der Kapelle am Gaisberg.


1710

29. Mai 1710

Haidhausen - Au * Nachdem es mit den Paulaner-Patres zu Problemen wegen der Überführung des Allerheiligsten gekommen ist, wendet sich Johann Maximilian von Alberti erneut an den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck. Dieser erlaubt ihm die Übertragung des Allerheiligsten aus der Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche.

Die eifersüchtig auf ihre Rechte pochenden Paulaner befürchten, dass auf sie eine Schmälerung ihrer Einnahmen durch Lesen von Messen in der Kapelle am Gaisberg, aber auch bei den Spenden im Opferstock zukommen und letztlich für die Mariahilf-Wallfahrt eine starke Konkurrenz erwachsen würde. 

1. Juni 1710

Haidhausen - Au * Unter Beteiligung höchster Herrschaften wird das Allerheiligste von der Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche in die von Johann Maximilian von Alberti erbaute Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria am Gaisberg übertragen.

30. August 1710

Au * Mit der Erbschaft seiner verstorbenen Frau nimmt Bürgermeister Johann Maximilian von Alberti die nächste Phase der Klosterwerdung auf dem Gaisberg in Angriff. Er stellt einen mit 12.000 Gulden dotierten „Fundationsbrief zur Aufrichtung eines Jungfrauenklosters nach der Regel des hl. Benedikt“ aus.

16. November 1710

Au * Johann Maximilian von Alberti heiratet in der Gaisberg-Klosterkirche die 22-jährige Maria Katharina von Joner, nachdem seine Frau in der Zwischenzeit verstorben ist.


1711

1711

Au * Johann Maximilian von Alberti lässt den noch fehlenden Flügel rechts von der Kapelle ausführen.

Damit bietet das „Kloster auf dem Gaisberg“ Platz für zwölf „Jungfrauen“.

11. Dezember 1711

Au * Die Eifersüchtig auf ihre Einkünfte achtenden Paulaner-Patres verzögern die Genehmigung des Klosters auf dem Gaisberg über ein Jahr. Erst dann kann der Papst die Konzessionsurkunde ausstellen.


1714

22. November 1714

Saint Cloud - Au * Die fehlende Zustimmung des Landesherrn aus Schloss Saint Cloud für das Kloster am Gaisberg trifft ein. Dort lebt Kurfürst Max Emanuel im Exil.


1715

21. November 1715

Au * Die ersten zwei Klosternonnen vom Kloster Niedernburg treffen am Gaisberg ein. Maria Agnes Dascher wird als Priorin das Kloster leiten, Maria Antonia von Eiseneck als Wirtschaftsleiterin die Geschicke der Klostergemeinschaft lenken.

Danach unterstellt man ihnen die sechs schon vorhandenen Nonnen und erhebt die Gemeinschaft zum Benediktinnerinnenkloster, für das sich bald der Name Lilienberg einbürgert.


1719

1719

München-Angerviertel * Franz Singlspielers Sohn Joseph Joachim übernimmt den „Singlspielerbräu“.


1723

1723

München * Der Rat der Stadt beschließt den Bau einer dauerhaften, steinernen Brücke über die Isar.

Dabei sollen zwei getrennte Brücken und nicht mehr eine durchgehende Brücke entstehen.

23. August 1723

Au * Johann Maximilian von Alberti richtet eine Bitte an der Kurfürsten. Er soll das Benediktinnerinnenkloster am Lilienberg in den Münchner Burgfrieden einbeziehen.


1724

1724

München * Im Kurfürstentum wird eine „Tanzsteuer“ eingeführt.

Die Weinwirte in München, Landshut, Straubing, Burghausen und Ingolstadt müssen 4 Gulden im Jahr bezahlen, in den übrigen Städten und Märkten 2 Gulden.

Die „Bierbrauer“ zahlen nur einen Gulden „Tanzsteuer“.

13. Januar 1724

München - Au * Gegen den Willen des Stadtrats erfüllt Kurfürst Max Emanuel die Bitte von Johann Maximilian von Alberti und stimmt der Erweiterung des Münchner Burgfriedens um das Kloster am Lilienberg zu.


1728

28. Januar 1728

München-Ludwigsvorstadt * Der Bierbrauer Bernhardt Rüdt will einen Bierkeller an der heutigen Landsberger Straße erbauen lassen. Der Märzenkeller ist beim Stadtrat nicht erwünscht, weshalb durch eine Expertenrunde Argumente gegen das Bauwerk gesucht werden sollen. 


1729

1729

München - Haidhausen * Der Münchner „Weinwirt“ Hillebrand erhält eine „100-Dukaten-Strafe“, weil er in seinem Haus den „Kaiserlichen und Königlichen jüdischen Hoffaktor“ Wertheimer das „Laubhüttenfest“ fast öffentlich hat feiern lassen.

Davon werden die zwei Marmorfiguren der Muttergottes und des Apostels Johannes für die Kreuzigungsgruppe am Gasteig angefertigt.


1745

1745

München-Hackenviertel * Johann Paul Reiz, der Besitzer des „Faberbräu“ in der Sendlinger Straße, wandelt seine Malztenne in einen „Komödienstadl“ um.


1748

1748

München * Nach der unter Kurfürst Max III. Joseph erlassenen „Bettelordnung“ werden aufgegriffene „Bettler“ zuerst mit 15 bis 20 „Stockhieben“ bestraft und dann für ein halbes Jahr in das „Zuchthaus“ gebracht.

Ausländische „Bettler und Vaganten“, darunter versteht man alle „nichtbaierischen“, werden nach ihrer Festnahme mit einem „B“ gebrandmarkt.

Verlassen sie nicht innerhalb von vier Tagen das Land, droht ihnen die Todesstrafe.

28. Juni 1748

Haidhausen * Der Bierbrauer Mathias Porttenlenger vom Hallmaierbräu erhält vom Stadtrat die Erlaubnis, am Isarberg, heute etwa Rosenheimer Straße 13, einen „eichenen Stadel zur Unterbringung von Fässern“ und gleichzeitig auch einen Märzenkeller zu erbauen.  

  • Der jährliche Bodenzins beträgt 10 Gulden.  
  • Der Bau einer Wohnung wird verweigert.  
  • Ohne Genehmigung der Stadtkammer dürfen die Baulichkeiten weder erweitert noch an einen anderen Besitzer übergeben werden.  
  • Die gleiche Einschränkung gilt auch für die Aufnahme einer Hypothek. 

1749

1749

München-Angerviertel * Johann Jochner, der „Braumeister des Klosters Wessobrunn“, kauft den „Singlspielerbräu“.

19. Februar 1749

Au * Priorin und Konvent beschließen die Erweiterung des Klosters am Lilienberg durch einen Neubau. Der Konvent der Benediktinerinnen umfasst inzwischen 23 Professen und 4 Schwestern.


1750

Um 1750

München * Der Rat der Stadt lässt 19 Ketten-, Zieh- und Galgenbrunnen „nach französischer Art“ umbauen.

Die neue Form der „Pumpbrunnen“ bezeichnet man als „Leyrerbrunnen“ oder „Leyrergumpter“.

Ab 1750

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die Pfeiler der „Inneren Ludwigsbrücke“ werden erstmals aus Stein erbaut.

Die Arbeiten dauern bis 1752.

23. August 1750

Au * Der Abt von Andechs weiht das neue Haus des Klosters am Lilienberg.


1753

1753

Au * Das „Kloster am Lilienberg“ erreicht mit 32 Schwestern  - 24 „Professen“ und 8 „Laienschwestern“ - seinen Höchststand.

26. März 1753

Woburn * Benjamin Thompson, der spätere Graf Rumford, wird in Woburn, einer kleinen Stadt im Staate Messachusetts im Nordosten der USA, in der Nähe von Boston, als Sohn eines Farmers geboren.


1755

ab 1755

Haidhausen - Au * Trotz erheblichen Widerstands von den Behörden lassen die ersten Münchner Brauer mit erheblichen Kostenaufwand am Gasteigberg Bierkeller ins Isarhochufer graben und mauern.

Zunächst werden auf dem gekiesten Untergrund Linden, später Kastanien angepflanzt.


1758

1758

München-Angerviertel * Der „Singlspielerbräu“ wird an Lukas Pruckmayr verkauft, der zuvor als „Brauknecht im Kurfürstlichen Weißen Bräuhaus“ gearbeitet hatte.


1760

Ab 1760

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die „Äußere Ludwigsbrücke“ wird vollständig in Steinbauweise ausgeführt.


1767

Ab 1767

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die „Innere Ludwigsbrücke“ wird in Steinbauweise erbaut.


1770

1770

München * Das traditionelle „Almosengeben“ wird unter Strafe gestellt, lässt sich aber nicht rasch ausrotten.

Um 1770

Haidhausen * Max V. Franz Xaver von Preysing-Hohenaschau erweitert den Haidhauser Besitz auf 11 Tagwerk, wovon alleine der „Hopfengarten“ 2½ Tagwerk groß ist. 

Der Graf lässt eine Pappelallee vom Schloss bis zu den Bierkellern am Gasteig pflanzen.


1772

November 1772

Concorde * Der 19-jährige wandernde Schulmeister Benjamin Thompson heiratet die elf Jahre ältere Sarah Rolfe. 

Sie ist die reichste Witwe von Concorde, dem früheren Rumford, und die Tochter des betuchten und einflussreichen Pfarrers Timothy Walker.

Thompson ist jetzt ein wohlhabender Landedelmann und Verwalter eines großen Gutes.


1773

1773

Haidhausen * Peter von Osterwald kauft vom „Leprosenhaus“ einen Acker, um darauf ein astronomisches „Observatorium“ zu errichten.

1773

Haidhausen * Ein Johann Peyrl wird als „Kotterbauer und Gasteigischer Unterthan zu Haidhausen“ bezeichnet.

3. August 1773

München * Ein kurfürstliches Mandat befasst sich mit der Erbauung der Bierkeller außer dem Burgfrieden und Verleitung des Biers. Das in den genannten Märzenkellern“gelagerte Bier darf nur an Gäuwirte und nur in grosso oder Fassweise verkauft werden. Der Minutoverschleiß, das Abgeben des Bieres massweise ist verboten. Das Bier muss vom Bräu in die entsprechende Stadt oder den Markt gebracht werden. 


1775

1775

Au * Die „Kurfürstliche Hofkammer“ erwirbt von dem Münchner Bürger und Maurermeister Caspar Trisberger den an der Ecke Rosenheimer- und Hochstraße gelegenen Braukeller für das „Hofbräuhaus“.


1778

1778

Haidhausen * Peter von Osterwald stirbt und hinterlässt seinen gesamten Besitz am Gasteig seiner Frau Regina.

1778

London * Benjamin Thompson erhält in London das Amt eines „Unterstaatssekretärs für die amerikanischen Kolonien“.


1779

1779

London * Benjamin Thompson wird „Mitglied der Königlichen Britischen Akademie der Wissenschaften“.

1779

München-Angerviertel - Au * Lukas Pruckmayrs Witwe Katharina heiratet den aus Rottach am Tegernsee stammenden Brauer Johann Messner.

Dieser kauft zum "Singlspielerbräu" noch den „Märzenkeller vor dem Isarthor an der Ramersdorfer Straße“ dazu.


1782

1782

München * Lorenz von Westenrieder stellt fest:

„Allgemein nimmt der Bürger und Handwerker kein Frühstück. 
Man setzt sich um 11 Uhr zur ersten und um 6 Uhr nachmittags zur zweiten Mahlzeit.

Rind-und Kalbfleisch, Bier und Brot sind das gewöhnlichste, was er genießt. Schweine-, Kalbs- und Gänsebraten sind seine besten Gerichte und Bier sein bester Trank.

Wein und Branntwein werden ordentlicherweise nicht getrunken, auch kein Toback geschmaucht“.

So ist seit Aventin in den unteren Schichten des Volkes der Wein völlig vom Bier verdrängt worden.


1783

19. August 1783

Au - Haidhausen * Der Schleibinger Bräu und andere namentlich nicht genannte Brauer werden beschuldigt, schlechtes Märzenbier in ihren Kellern auszuschenken. 


1784

1784

München * Sir Benjamin Thompson kommt in das Kurfürstentum Baiern und wird zunächst „Oberst“ eines Kavallerieregiments.

9. Januar 1784

Au * Die Wirte der Au beschweren sich über die auf dem Gasteigberg erbauten Märzenkeller.  Die dortigen Bierbrauer bewirten im Sommer und Herbst ihre Gäste mit Bier, das mass- und halbmassweise ausgeschenkt wird. Außerdem gestatten sie das Musizieren und Tänzen und bieten Kugelplätze [= Billard] und Spieltische an. Die Oberlandesregierung soll im kurfürstlichen Auftrag diese Exzesse abstellen. 

19. Januar 1784

München * Auswärtiges Bier darf erst dann eingeführt werden, wenn das Bier der Münchner Brauer verkauft ist. Der Stadtrat legt dazu eine Reihenfolge des Ausschanks vor.  

  • Im ersten Los darf nur das Bier aus den Kellern der Stadt ausgeschenkt werden.  
  • Im zweiten Los wird jedem Brauer freigestellt, ob er sein Bier in der Stadt oder am Gasteig ausschenkt. Die Stadtkeller müssen aber vor den Märzenkellern am Gasteig öffnen.  
  • ​Im dritten Los darf das Bier nur vor der Stadt ausgeschenkt werden.
  • ​Der Brauer, der noch keinen Bierkeller hat, soll einen bauen oder mieten.  

Außerdem sollen die Brauer über die einzusiedende Biermenge eine Übereinkunft treffen und diese dem Magistrat zur Genehmigung vorlegen. 

31. März 1784

München * Der Stadtrat ermahnt die Bierbrauer und droht ihnen mit Geldstrafen und mit „unliebsameren Strafen“.   

Der Grund sind die Beschwerden der Auer Wirte.  

Die Brauer dürfen künftig nur noch in der Zeit, in der sie den „ordentlichen Kranz“ besitzen, in ihren „Märzenkellern“ Gäste mit Bier bewirten, Kugelplätze und Spieltische betreiben sowie durch Musikanten zum Tanzen aufspielen lassen. 


1785

1785

München * Sir Benjamin Thompson wird zum „Kammerherrn“ am „baierisch-pfälzisch kurfürstlichen Hof“ in München ernannt.


1787

1787

München * Kurfürst Carl Theodor ernennt Sir Benjamin Thompson zum „Geheimen Rat“.


1788

1788

München - Au * Auf Initiative des „Hofkammerrats“ Piaggino soll in München ein „Arbeitshaus für beschäftigungslose arme Menschen“ errichtet werden. 

Doch staatliche und städtische Stellen wollen kein Geld für dieses Projekt bereitstellen. 

Stattdessen wird Piaggiono aufgefordert, selbst einen Vorschuss in Höhe von 8.000 Gulden zu leisten.
Als Gegenleistung soll er die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über alle Gewinne der Anstalt haben. - Und natürlich auch für alle Verluste haften.

1788

Haidhausen * Nach Regina von Osterwalds Tod geht ihr Besitz am Gasteig an ihre beiden Neffen Peter Paul von Schneeweiß, „Hofrat“ und „Pflegsverweser von Hohenschwangau“, und Franz Joseph von Schneeweiß, der dem „Inneren Rat“ der Stadt München angehört, über.

Von den Brüdern erhält das Gebäude den Namen „Schneeweißschlösschen“ oder „Schneeweißenburg“. Man nennt es auch nach dem in der Nähe befindlichen „Gasthaus zum Schwane“ die „Schwanenburg“.

29. März 1788

München * Das von Sir Benjamin Thompson vorgelegte „Memorandum zur Verbesserung des baierischen Militärwesens“ wird von der kurfürstlichen Kommission angenommen.

Thompson wird zum „Kriegsminister“ im Rang eines „Generalmajors“ befördert. 

Sein Vorgänger, Freiherr Johann Ernst Theodor von Heyen gen. Belderbusch, wird „ungnädig wegen missfälliger Verwaltung“ entlassen und als „Militärgouverneur“ nach Mannheim versetzt.

Dezember 1788

München - Au * Zwischen „Hofkammerrats“ Piaggino und der „Oberlandesregierung“ wird ein Vertrag zur Errichtung eines „Arbeitshauses für beschäftigungslose arme Menschen“ geschlossen.


1789

1789

München * Über das „Bettlerunwesen“ schreibt Sir Benjamin Thompson die nachfolgenden Zeilen: 

„Man konnte in München nicht über die Straße gehen, ohne von Bettlern angefallen und gezwungen zu werden, ihren lärmenden Forderungen genüge zu leisten.

Die Kirchen waren überschwemmt von Bettlern, welche während des Gottesdienstes die Andächtigen so lange quälten, bis ihre Wünsche befriedigt wurden.

Der Kinderdiebstahl war im Schwunge.
Die Bettler stachen den armen Kleinen die Augen aus, verrenkten ihnen die Glieder, um das Mitleid der Vorübergehenden zu wecken.
Sie stellten ihre Kinder völlig nackt und fast verhungert in die Straßen, damit das jämmerliche Geschrei der Unglücklichen die Leute zum Almosengeben bewog“
.

Januar 1789

München - Au * Sir Benjamin Thompson stellt im Rahmen seiner „Militär-Reorganisation“ seine finanziell vielversprechenden Pläne zur Errichtung eines „Militärischen Arbeitshauses“ vor.

2. März 1789

München * Vermutlich aus Kostengründen entscheidet sich Kurfürst Carl Theodor für Thompsons Vorschlag für ein Militärisches Arbeitshaus und ordnet die Errichtung „einstweilen in jeder Stadt und Garnison, in Zukunft aber sobald thunlich in jedem beträchtlichen Orte“ an. Militärische Arbeitshäuser entstehen aber nur in München und Mannheim. Die Arbeitshäuser sollen folgenden Zwecken dienen:

  • Der Beschäftigung von Armen und Bettlern.  
  • Die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für verarmte Angehörige der unterständigen Schichten.
  • Nicht an Arbeit gewöhnte Menschen sollen in diesen Anstalten die Arbeitsfähigkeit erlernen.

Gleichzeitig sollen Armenverwaltungen eingerichtet werden, die die „Hausarmen“ erfassen und in die Arbeitshäuser einweisen. 

April 1789

München - Au * „Hofkammerrat“ Piaggino gibt seine Pläne zur Errichtung eines „Arbeitshauses für beschäftigungslose arme Menschen“ auf. 

In der Folge kommt es zwischen Piaggino und Thompson zur Auseinandersetzung über die Urheberschaft des „Arbeitshausplanes“.

1. Juli 1789

München * Sir Benjamin Thompson erhält die Oberaufsicht über die Militärischen Arbeitshäuser in München und Mannheim.

25. August 1789

Au * Kurfürst Carl Theodor ernennt eine Armen-Instituts-Deputation, die auch die Vorstadt Au mit betreut. 


1790

1. Januar 1790

München * Am Tag des Almosengebens lässt Sir Benjamin Thompson in München 2.600 Bettler aufgreifen. Die Gesunden und Arbeitsfähigen müssen sich am nächsten Tag im Militärischen Arbeitshaus in der Au einfinden, „wo Arbeit, Verdienst und Verpflegung ihrer harrte“. Die Arbeitsunfähigen werden vom Armeninstitut unterstützt und verköstigt.


1791

1791

Haidhausen * Gabriel Zistl lässt in der Kellerstraße auf dem Gasteigberg den „Zengerbräukeller“ erbauen.

13. Mai 1791

Haidhausen - Au * Die Oberste Landesregierung verbietet aufgrund einer Beschwerde der umliegenden Bierbrauer „nachdrücklichst“, dass die Brauer in ihren Märzenkellern am Gasteig und am Lilienberg Gäste bewirten. 


1792

13. Juli 1792

Haidhausen - Au * Die Oberste Landesregierung erinnert erneut an ihr Verbot des „Gästesetzens in den Märzenkellern“ auf dem Gasteig und am Lilienberg vom 13. Mai des Jahres. 


1795

1795

München-Angerviertel - Au * Katharina Messners Sohn aus erster Ehe, Josef Pruckmayr, übernimmt die „Singlspielerbrauerei“.

14. April 1795

Haidhausen * Die Brüder Peter Paul und Franz Joseph von Schneeweiß verkaufen die ehemalige „Sternwarte“ an die Münchner „Armendeputation“

Diese will darin ein „Armenversorgungshaus“ eröffnen.


1796

1796

München * Graf von Rumfords Essay „Über Speise und vorzüglich über Beköstigung der Armen“ erscheint. 

Darin gibt er viele vernünftige und praktische Ratschläge zur Zubereitung von Speisen.

1796

Au * In den Auseinandersetzungen des „Ersten Koalitionskrieges“ wird das „Kloster am Lilienberg“ von den „Kaiserlichen“ besetzt und deshalb von den Franzosen beschossen.

6. April 1796

Haidhausen * Im „Armenversorgungshaus auf dem Gasteig“ werden die ersten „Pfründner“ untergebracht.

18. August 1796

München * Die französischen Revolutionstruppen unter Jean-Victor Moreau nehmen München ein und besetzten das linke Isarufer. Der französische Befehlshaber Moreau gibt der Münchner Stadtbevölkerung die Zusage, dass die Stadt verschont bleibt. Zum Ausgleich plündern sie allerdings die umliegenden Dörfer.  

Als Verteidiger belagern die Kaiserlichen und die Condéer das rechtsseitige Isarhochufer. Die Kämpfe dauern bis zum 8. September. Durch einen - von den Österreichern verursachten - Brand wird die Häuserzeile in der Kirchenstraße, vom Hofmarkschloss bis zum Mesmerhaus, in Schutt und Asche gelegt. Den geschundenen Vorstädtern ist es freilich vollkommen egal, ob sie ein Condéer terrorisiert, ein Österreicher drangsaliert oder ein Franzose ausplündert. 


1798

11. Juli 1798

München - Haidhausen - Au * Die Oberlandesregierung fordert den Magistrat eindringlich dazu auf, keinerlei „Minutoverschleiß“ von Bier, gemeint ist die mass- und halbmassweise Abgabe des Gerstensafts, am Gasteig und am Lilienberg zuzulassen. Auch darf das Bier nicht in den kleineren Halbeimer-Fässern [= 30 Mass]  abgegeben werden. 


1799

1799

Au * Angesichts der drohenden „Säkularisation“ richten die „Benediktinerinnen am Lilienberg“ eine Mädchenschule im Kloster ein, um so ihr Überleben zu sichern.

28. Februar 1799

Bamberg * Johann Joseph Ignaz Döllinger wird in Bamberg geboren.

5. August 1799

Au - München * 16 Bierwirte aus der Au beschweren sich bei der Generallandesdirektion darüber, dass die Münchner Brauer auf dem Gasteig und dem Lilienberg - trotz Verbotes - in ihren Märzenkellern ihr Bier in kleinen Portionen abgeben. Gemeint ist damit der sogenannte Minuto-Verschleiß

Die Generallandesdirektion droht bei nochmaligem Vorkommen mit Strafen von 60 Reichstalern. 

11. Dezember 1799

Haidhausen * Markus Sedlmair folgt Johann Jakob Paul als Großwirt von Haidhausen und Besitzer des Kotterhofs. Im Kataster wird er als „Freistifter des Lazaretts am Gasteig“ bezeichnet.

20. Dezember 1799

München * Der Bierzwang wird aufgehoben. Damit entfällt die Verpflichtung der Münchner Wirte ihr Bier bei den Münchner Brauereien zu beziehen. Nur bei Biermangel oder wenn der neue Sud noch nicht angesetzt war, durften die Wirte bisher ihr Bier von auswärtigen Brauereien einführen. 


1802

1802

Au * Die „Rumford-Suppenanstalt“ wird gegründet.

Das Grundrezept der „Rumford-Suppe“ besteht aus Wasser, Kartoffeln, Graupen, Erbsen, Salz, Weinessig oder saueres Bier.
Auf tausend Portionen Suppe kommen drei Pfund gerstenkorngroß geschnittenes Fleisch.
Nach stundenlangem Kochen wird die Suppe gallertartig dick.
Dazu gibt es noch einige Stückchen hartes Brot, um das zur Verdauung notwendige Kauen zu fördern. 

Um den 1. Mai 1802

Au * Im „Bendektinerinnenkloster am Lilienberg“ leben 17 „Chorfrauen“ und sechs „Laienschwestern“ im „Konvent“

Zwei „Novizinnen“ werden sofort entlassen, eine 73-jährige geistesgestörte Nonne wird in die „Irrenanstalt“ gebracht. 

22. Mai 1802

Au * Den Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg wird ihre Versetzung mitgeteilt. Jeder wird erlaubt, ihr Bett und den übrigen Hausrat ihrer Zelle mitzunehmen. Um jegliches Aufsehen zu vermeiden wird einigen Nonnen erlaubt, ihre Eltern und Verwandten in München in geschlossenen Wägen zu besuchen. 

29. Mai 1802

Au * In der Frühe um 4 Uhr werden die ersten der zwanzig verbliebenen Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg in das ständische Kloster der Benediktinerinnen nach Geisenfeld gebracht. 

31. Mai 1802

Au * Die restlichen  Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg werden in die ständischen Klöster der Benediktinerinnen nach Kühbach und Hohenwart gebracht. Die Mädchenschule wird von zwei weltlichen Lehrerinnen weitergeführt. 

Anfang Juni 1802

Au * Die Versteigerung des Mobiliars aus dem „Kloster am Lilienberg“ bringt 3.024 Gulden in die Staatskasse.

4. Oktober 1802

Au * Eine weltliche Lehrerin betreibt die ehemalige Klosterschule am Lilienberg. Nachdem Ende Mai die Benediktinerinnen vom Kloster Lilienberg weggebracht worden waren, hatten achtzig Schülerinnen keine Lehrerin mehr. 


1803

1803

München - Au * Mit der Verstaatlichung des Münchner Gerichtswesens und der Polizei gibt die Stadt ihre „Fronfeste im Rathaus“ und die „Haftstube im Rathausturm“ an das nunmehr staatliche „Stadtgericht“ ab.

Die profanierte „Klosterkirche am Lilienberg“ und der nördlich daran anschließende Seitenflügel dient als „Eisenfronfeste“, als „Strafvollzugsanstalt“.

Bis 1803

München * Das heutige Stadtgebiet gehört - neben dem „Münchner Burgfrieden“ zu vier verschiedenen „Gerichtsbezirken“: den „Landgerichten“

  • Dachau,
  • Starnberg,
  • Wolfratshausen und
  • Kranzberg sowie
  • der als Ausland geltenden „Grafschaft Ismaning“.
1803

München-Angerviertel - Au * Der Auer Wirt Kaspar Barthmann kauft die „Singlspielerbrauerei“ mit allen Zubehör: von der Bettwäsche und den Zinntellern über Brauerei- und Schäfflerrequisiten, Wagen und Pferde, Häuser, Märzenkeller und Wiesengründe.

23. August 1803

Haidhausen * Die Heilige Stiege zum Kruzifix am Gasteigberg wird abgerissen. 

September 1803

Au * Die „Mädchenschule“ im ehemaligen „Benediktinerinnenkloster am Lilienberg“ wird geschlossen.

5. September 1803

Au * Das Landgericht München bezieht die Räume im ehemaligen Kloster Lilienberg. Es umfasst neben den Orten des Gerichts ob der Au das Amt Perlach vom Landgericht Wolfratshausen, das Gebiet Neuhausen vom Landgericht Dachau, die Gebiete Gauting und Germering aus dem Landgericht Starnberg sowie Fröttmaning und Garching aus dem Landgericht Kranzberg. Dazu die Orte Ismaning, Ober- und Unterföhring, Daglfing und Englschalking aus dem kurz zuvor staatlich eigenständigen Fürstbistum Freising.

14. November 1803

Haidhausen * Nachdem die Heilige Stiege auf dem Gasteig beseitigt worden ist, wird der Grund an den Kreuzbräu Mathias Rottenkolber und den Kreuzlgießergartenwirt Hagn verkauft. Für die beiden Figuren und das Kruzifix behält sich die Stadt das Eigentumsrecht vor. 


1804

1804

München * Franz Maria Schweiger gehört der Schauspielertruppe des Lorenz Lorenzoni an.


1807

1807

München * Im „Morgenblatt für gebildete Stände“ heißt es zum Theater der breiten Masse:

„Endlich sind die bretternen Bühnen, auf welchen Schweiger und Lorenzoni den Sommer hindurch unser Publikum belustigen, geschlossen. Trauriges Zeichen der Zeit, wenn solche Gesellschaften auf eine sichere und im Verhältnis zu ihrem Werte glänzende Unterstützung zählen dürfen!

Manches Stück, das auf unserem Nationaltheater nicht ohne allen Eifer gespielt ward, fand ein leeres Haus, indessen Lorenzonis und Schweigers Hütten mit Zuschauern aller Stände angefüllt waren. [...] Dass übrigens beide Banden auf den ästhetischen Sinn unseres Publikums nachteilig einwirken, ist nicht zu bezweifeln.

Der häufige Anblick des Rohen, Plumpen und Ungeschliffenen, die gänzliche Geschmacklosigkeit, die in der Komposition und Deklamation der Stücke liegt, die Misstöne, welche besonders in den Singspielen unzählig sind, erzeugen Nachlässigkeit im Urteil und jene ärgerliche Genügsamkeit, die immer nur um den billigen Preis lachen will“.

1807

München-Maxvorstadt * Franz Maria Schweiger erhält eine Konzession für ein „Sommertheater vor dem neuen Maxthor“, wo Improvisationen nach Stück- und Opernvorlagen gegeben werden.


1812

1812

München * Der „Faber-Bräu“ wird mit der „Eberlbrauerei“ vereinigt.

4. Januar 1812

München * König Max I. Joseph genehmigt, „daß den hiesigen Bierbrauern gestattet sein soll,

  • auf ihren eigenen Märzenkellern in den Monaten Juni, Juli, August und September ihr selbstgebrautes Märzenbier in Minuto zu verschleißen und
  • ihre Gäste daselbst mit Bier und Brot zu bedienen.
  • Das Abreichen von Speisen und anderen Getränken bleibt ihnen aber ausdrücklich verboten.“ 

Die Verordnung wird als die Geburtsurkunde des Münchner Biergartenlebens bezeichnet.


1813

13. September 1813

Vorstadt Au - Haidhausen * Ein Hochwasser reißt die Hälfte der Äußeren Ludwigsbrücke weg. Eine pervers neugierige Menschenmenge hat auf der Äußeren Brücke gewartet, um dabei zu sein, wenn der nahe gelegene Kaiserwirt in sich zusammenfallen und in den Isarfluten mitgerissen wird. Die Schaulustigen glauben sich auf der aus Stein erbauten Brücke in Sicherheit, da sie gerade ihr eine hohe Standfestigkeit unterstellen.

Der Fuhrknecht eines Brauwagens, der den Flussübergang gerade passiert hatte, warnte die Gaffer, dass die Brücke wankt. Eine Totengräberin, die auf einem Schubkarren ein Kruzifix über die Brücke rollt, ruft: „Schauts auf, da Tod kummt!” Unmittelbar danach „knickte der östliche Brückenpfeiler ein, die Brückendecke senkte sich und stürzte dann in die Fluten“. Zwei weitere Bögen folgen nach. 108 Menschen stürzen in den tosenden Gebirgsfluss, nur sechs können gerettet werden.


1814

1814

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Die Wiederaufbauarbeiten für die heutige Ludwigsbrücke beginnen. Sie werden aber nie beendet.


1817

1817

Vorstadt Au * In der „Eisenfronfeste am Lilienberg“ sitzen 40 Häftlinge ein.


1819

1819

Haidhausen * Nachdem das „Nicolai-Spital“ in Schwabing aufgelöst worden war, kommen die „Unheilbaren“ zum Gasteig.

Ab dem Zeitpunkt erhält das ehemalige „Leprosenhaus am Gasteig“ den Namen „Spital der Unheilbaren“.


1820

1820

Haidhausen * Andreas Obermayr, der „Benefiziat der Nicolai-Kirche“ am Gasteig, lässt - ohne Erlaubnis - die „Schauermayr‘sche Kapelle“ abreißen und neu und größer wieder aufbauen.

Um 1820

München-Maxvorstadt * Josef Schweiger öffnet seine „Vorstadtbühne“ den Wiener Autoren. 

7. Dezember 1820

Haidhausen * Die Altöttinger-Kapelle am Gasteig wird eingeweiht.


1823

1823

München-Ludwigsvorstadt - München-Lehel * Josef Schweiger muss sein „Theater vor dem Karlstor“ verschuldet schließen.

Bis 1925 gibt er ein kurzes Intermezzo beim Wirt auf der „Praterinsel“.


1825

1825

München-Ludwigsvorstadt * Josef Schweiger öffnet sein „Theater vor dem Karlstor“ an alter Stelle wieder.

So lange, bis der Neubau der protestantischen „Matthäuskirche“ in der Sonnenstraße sein „Budentheater“ verdrängt.


1827

1827

Haidhausen * Der „Kreuzlgießergarten“, der spätere „Salzburger Hof“ an der Ecke Gasteig und Rosenheimer Straße, wird folgendermaßen beschrieben:

„Das Wirtshaus ein Neubau, ebener Erde 2 Gastzimmer, ein Keller auf 40 Banzen Bier, ein geschlossener Hofraum, Stallungen für 20 Pferde, im ersten Stock ein geschmackvoller Tanz-Saal mit 3 Nebenzimmern“.

1827

Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig muss nach nur sieben Jahren schon wieder renoviert werden.


1828

1828

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Eine hölzerne, fünfbogige „Notbrücke“ über die Isar wird eingeweiht.

Sie erhält den Namen „Ludwigsbrücke“.
Sie ist bis dahin die einzige Isarüberführung zwischen Bogenhausen und Schäftlarn.

1828

Haidhausen * Dem Wirt des „Kreuzlgießergartens“ an der Rosenheimer Straße 1 wird die Aufstockung seines Gebäudes erlaubt.


1830

1. Mai 1830

Vorstadt Au * Josef Schweiger tritt mit seinem Ensemble im „Gasthaus Radlwirt“ in der „Vorstadt Au“ in der heutigen Lilienstraße 42 auf.

Die Spielzeiten des „Schweigerischen Volkstheaters in der Vorstadt Au“ dauert von Ende April bis Ende September.
Täglich finden zwei Aufführungen statt.

Josef Schweigers „Holztheater“ bietet Platz für bis zu 500 Zuschauer.
Der billigste Platz kostet 6 Kreuzer, was dem Preis einer Maß dunklen Bieres entspricht.
Dies können sich auch die weniger bemittelten Theaterbesucher leisten.

Da man der „Schweigerbühne“ eine „Sitten zerrüttende Wirkung auf das Publikum“ nachsagt, lebt Josef Schweiger in ständigem Kampf um die Theaterkonzession. 


1831

1831

München-Isarvorstadt * Mit der hölzernen „Reichenbachbrücke“ kommt ein zweiter Flussübergang über die Isar hinzu.

7. August 1831

Vorstadt Au * Das ehemalige Kloster am Lilienberg wird zum Amtssitz des Bezirksamtes links der Isar.


1832

1832

München * In der Brausaison 1832/33 kommt erstmals Natureis zur Kühlung der Bierkeller zur Anwendung. Bis dahin bewerkstelligte man die Kühlung lediglich durch Kaltluftzufuhr.


1833

1833

Haidhausen - Au * Das Münchner Stadtadressbuch zählt

  • in der Wiener Straße 20,
  • in der Preysingstraße 3,
  • in der Kellerstraße 5,
  • auf der Nordseite der Rosenheimer Straße 7 und
  • auf der Südseite der Rosenheimer Straße 13,
  • also insgesamt 49 „Bierkeller“ auf. 

Die Bierkeller liegen alle im Münchner Burgfrieden.

1833

Haidhausen * An der Ecke Innere-Wiener- und Preysingstraße entsteht der Hallerbräukeller, der nach seinem Besitzer auch Schützinger Keller genannt wird. An seiner Stelle entsteht später ein Wohnhaus, das in seinem Erdgeschoss das Kaffee- und Gasthaus Gasteig beherbergt. Heute ist dort das Café Atlas.


1834

16. Mai 1834

Vorstadt Au * Johann Nestroys „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ erlebt im Schweiger‘schen Volkstheater in der Vorstadt Au seine Münchner Premiere. Erst knapp vier Wochen später wird das Bühnenstück im Königlichen Hof- und Nationaltheater gespielt.

Juni 1834

München-Graggenau * Johann Nestroys „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ wird im Königlichen Hof- und Nationaltheater nachgespielt.


1835

23. Juli 1835

Haidhausen * Grundsteinlegung für das Muffat-Brunnhaus auf der Kalkofeninsel.


1837

Anfang 1837

Haidhausen * Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird in Betrieb genommen.


1838

1838

Haidhausen * Der „Faber-Bräu“ und die „Eberlbrauerei“ gehen wieder getrennte Wege.


1839

1839

Haidhausen * In einem zwei Jahre andauernden Zeitraum wird die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig grundlegend renoviert.


1842

1842

München-Graggenau - Haidhausen * Die beiden Braustätten des „Zengerbräu“ in der Burgstraße werden durch ein Feuer zerstört.

Die Brauerei wird teilweise an die Kellerstraße verlegt.


1845

1845

München-Isarvorstadt * Josef Schweiger zieht mit seinem Ensemble in das „Wirtshaus Drei Linden“ in der Müllerstraße, der heutigen Kolosseumstraße 4, wo er sein ganzjährig bespielbares „Isar-Vorstadt-Theater“ eröffnet.


1846

1846

Rom-Vatikan * Giovanni Maria Mastai Ferreti wird zum Papst gewählt.

Er nimmt den namen Pius IX. an. Seine Regentschaft wird bis 1878 dauern und ist geprägt vom Kampf der römisch-katholischen Kirche um Macht und Einfluss im Verhältnis zu den Staaten und zur eigenen Anhängerschaft.

1846

Haidhausen - Vorstadt Au * Aus einer Beschwerde geht hervor, dass auf den Bierkellern „Feuerwerk, großartige Beleuchtung, Harmonie-Musik, Dienées u. dergl.“ stattfinden.


1847

1847

München-Isarvorstadt * Nach dem Tod von Josef Schweiger bemüht sich sein Bruder Johann um die übernahme des „Isar-Vorstadt-Theaters“.

Doch die Konzession erhält dessen Sohn Max.


1848

1848

München * Während in Bayern bereits 173 gut ausgebildete „Feuerwehren“ vorhanden sind, herrschen in München die primitivsten Verhältnisse.

Das Münchner „Löschwesen“ besteht einerseits aus der „städtischen Feuerwache“, die durch städtische Arbeiter im Nebenamt gebildet wird, und andererseits aus den „kgl. Feuer-Piquetts“, die die königlichen und militärischen Liegenschaften schützen.

Der „Polizeidirektor“ ist gleichzeitig der „Kommandant der Löschmannschaft“.


1849

1849

München * Eine „Turner-Feuerwehr“ wird gegründet.

Es ist der erste Versuch, in München ein organisiertes Löschwesen mit eingeübter Mannschaft ins Leben zu rufen.


1850

1850

Haidhausen * Der „Kreuzlgießergarten“ an der Ecke Gasteig und Rosenheimer Straße wird zur „Gastwirtschaft zum Salzburger Hof“.

1850

München * Die Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ auf die Zeit vom 29. September (Michaeli) bis 23. April (Georgi) wird aufgehoben.

1850

München * Die Münchner Bierkeller sind in bürgerlichen Kreisen so populär, dass man sie zu den „Volksbelustigungsorten“ zählt.

26. Februar 1850

München * Da Turnvereine seit dem in diesem Jahr verabschiedeten Vereinsgesetz als politische Zusammenschlüsse gelten, wird der Vorläufer der Münchner Feuerwehr schon wieder aufgelöst. Ihr Vermögen, ihre Geräte und ihr gesamtes Inventar fallen der Stadt zu. Der alte Schlendrian geht weiter.

1. Mai 1850

Vorstadt Au * Mit der Unterstützung Auer Bürger erhält Johann Schweiger - trotz des Widerstand der „Hoftheaterintendanz“ - die Konzession für ein eigenes „Theater in der Vorstadt Au“.

Es befindet sich im Garten der Wirtschaft „Kaisergarten“ in der Lilienstraße 2.

Jetzt haben die Münchner die Qual dar Wahl. Und schon bald heißt es: „Heut‘ geh‘ ich zum Schani, morgen zum Maxl“.


1851

1851

München * König Max II. gibt eine Studie zur Neuorganisation des „Löschwesens“ in Auftrag.


1853

1853

München-Angerviertel - Vorstadt-Au * Über Brathmanns Tochter Katharina gingt die „Singlspielerbrauerei“ als Aussteuer in die Ehe mit dem Grünwalder Wirtssohn und Brauer Mathias Wild ein.

Der neue „Bräu“ vervierfacht die Leistung des Betriebs innerhalb kürzester Zeit. Im Jahr 1853 erreicht er mit 3.481 versottenen Schäffel Malz seine Höchstleistung.


1854

8. Dezember 1854

Vatikan * Papst Pius IX. verkündet das dritte Marianische Dogma, das besagt: „Maria hat unbefleckt empfangen.“  Es geht darum, dass bereits Maria ohne Erbsünde geboren worden ist.  

Damit entscheidet das Oberhaupt der katholischen Kirche einen Jahrhunderte alten theologischen Streit. Doch nicht nur der Inhalt des Dogmas erregt Aufsehen, sondern auch die Tatsache, dass der Papst diese Entscheidung ohne ein Konzil und damit völlig eigenmächtig getroffen hat. Dogmen gelten in der katholischen Kirche als geoffenbarte Glaubenswahrheit und sind deshalb für alle Katholiken verbindliche und unumstößliche Glaubenssätze.  

Ignaz von Döllinger und viele deutsche Theologen sind entsetzt über dieses Dogma. Döllinger kann aber weder in der Heiligen Schrift noch in der Überlieferung der alten Kirche etwas auffinden, das diesen Glaubenssatz gerechtfertigten würde. Die Münchner theologische Fakultät rät dem Papst jedenfalls in einem Gutachten von diesem Schritt eindringlich ab. Ignaz von Döllinger hält sich dabei noch zurück. 


1855

1855

München-Angerviertel - München-Au * Mathias Wilds Sohn Joseph übernimmt den „Singlspielerbräu“ und passt das Unternehmen den Bedingungen des 19. Jahrhunderts an. 


1856

1856

München-Au - München-Isarvorstadt * Wegen des großen Erfolgs der „Schweiger-Theater“ bei allen Bevölkerungsgruppen bittet „Hoftheaterintendant“ Franz Dinglstedt das „Innenministerium“, das „Interesse seines Hoftheaters“ gegen die lästige Konkurrenz aus der Vorstadt zu schützen.

So kommt es zum „Aufführungsverbot klassischer Dramen“.


1857

1857

München-Angerviertel - München-Au * Zwischen 1857 und 1859 verlegt Joseph Wild den „Singlspielerbräu“ an die Ecke Rosenheimer- und Hochstraße.

Er schafft damit die Voraussetzungen für den weiteren Aufstieg der Brauerei.

4. April 1857

München-Haidhausen - Bogenhausen * König Max II. lässt die „Maximiliansanlagen“ durch den 26jährigen „Hofgärtner“ Carl Effner anlegen. 

Die Arbeiten für den „Landschaftspark“ dauern bis 1866.

24. September 1857

Breslau * Carl Gabriel wird in Bernstadt in der Nähe von Breslau als Sohn eines Menageriebesitzers geboren.


1859

1859

München-Graggenau * In der „Tuchfabrik“ des Johann Nepomuk Roeckenschutz an der Wurzerstraße bricht ein Feuer aus, „bei dem sich die Münchner Löschverhältnisse in aller Jämmerlichkeit“ zeigen.

1859

München-Haidhausen * Johann Georg Landes gründet die „J. G. Landes Maschinen- und Kesselfabrik, Eisen- und Metallgießerei“.

Die Firma stellt Erzeugnisse des Maschinenbaues her und spezialisiert sich später auf Wasserturbinen, Schleusen- und Wehranlagen. Das Unternehmen ist bis zum Zweiten Weltkrieg tätig.

Johann Georg Landes richtete „aus Fürsorge um das Wohl ihrer Arbeiter“ eine firmeneigene „Betriebskrankenkasse“ ein. Die Höhe der Unterstützungsleistung richtet sich nach der Lohngruppe. Um das Leistungsrisiko zu vermindern, knüpfen die Kassen oft die Auszahlung von „Krankengeld“ an gewisse Bedingungen.

In der Satzung des „Krankenvereins der Maschinenfabrik J. G. Landes“ heißt es: „Auf Unterstützung hat aber kein Mitglied Anspruch, so lange dasselbe wirklich Arbeit verrichtet, nur Medizin gebraucht, oder sich Krankheit und Arbeitsunfähigkeit durch Exzeß, Rauferei oder unordentlichen Lebenswandel [durch übermäßiges Trinken oder syphilitische Krankheiten] zugezogen hat“.

1859

München-Haidhausen * Das alte „Brunnhaus auf dem Isarberg“ wird abgerissen.


1860

1860

München * Die 18 „Braun- und Weißbierbrauereien Münchens“ erzeugen 802.389 Hektoliter Bier.

Davon werden 6.775 Hektoliter exportiert.

Bei einer Einwohnerzahl von rund 140.000 ergibt sich für dieses Jahr ein Pro-Kopf-Verbrauch von 535 Liter. Dieses durchschnittliche Quantum, das „jeder Münchner“ zu sich nimmt [vom Säugling bis zum bettlägerigen Kranken], reduziert sich im Laufe der folgenden Jahre.

1860

München * Der neu gegründete „Münchner Männerturnverein“ versucht die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“.

Gleichzeitig befasst sich der Magistrat mit der Gründung einer „bezahlten und kasernierten Feuerwehr“.

Beide Projekte werden abgelehnt.

1860

München-Haidhausen * König Max II. lässt das „Spital der Unheilbaren“ und das gesamte Anwesen aufkaufen, um es in seine „Maximiliansanlagen“ einbeziehen zu können.

1860

München-Haidhausen - München-Au * Das „Auer Tor“ an der Zusammenführung des „Gasteigs“ und der Rosenheimer Straße wird abgerissen.

1860

München * Das Sommersud-Verbot wird aufgehoben und damit das ganzjährige Brauen erlaubt. Es dauert aber noch weitere zwanzig Jahre, bis die Münchner Brauer die Möglichkeit auch nutzen.

19. September 1860

Ebenried * Coletta Möritz kommt in Ebenried bei Pöttmes im Landkreis Aichach als zweites lediges Kind ihrer Mutter zur Welt.


1861

1861

München-Haidhausen - München-Au * Die „Unheilbaren“ vom Spital am Gasteig werden in den Räumen der ehemaligen „Irrenanstalt“ in Untergiesing untergebracht.

1861

München-Haidhausen * Der „Vorstadt-Krämer“ Eugen Allwein erwirbt das „Kotterhof“-Anwesen in Haidhausen.


1862

1862

München-Haidhausen - München-Au * Die Wirtsleute Johann und Susanne Wagner verkaufen die Tafernwirtschaft „Zum Salzburger Hof“ und übernehmen dafür die Braustätte mitsamt der Bäcker- und Metzgergerechtsame in der Lilienstraße in der Au.

Aus ihr wird später die „Wagner-Brauerei“.

1862

München-Au * Die „Eisenfronfeste am Lilienberg“ wird in „Bezirksgefängnis“ umbenannt.

6. Dezember 1862

München-Haidhausen * Das neuerbaute Gasteig-Spital - an der Stelle des ehemaligen Armenversorgungshauses - wird eingeweiht.


1863

1863

München * Der „Münchner Männerturnverein“ betreibt die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“.

Doch die bürgerlichen Entscheidungsträger lassen das Projekt erneut scheitern.

Bis zum Jahr 1863

München-Haidhausen * Nachdem die „Unheilbaren vom Spital am Gasteig“ nach Untergiesing gebracht worden waren, werden die Gebäude des ehemaligen „Leprosenhauses“ abgerissen.

Nur die Anstaltskirche „sancti Nycolai ad Lepros“ und die „Altöttinger Kapelle“ bleiben bestehen.


1864

1864

Rom-Vatikan * Papst Pius IX. erlässt - wieder ohne Konzil - die „Enzyklika Quanta Cura“, den sogenannten „Syllabus“, der eine Aufstellung von 80 „zeitgemäßen Irrlehren“ enthält. 

Dazu gehören nicht nur der „Pantheismus“, Naturalismus“ und „Rationalismus“, sondern vor allem der „Sozialismus“, Kommunismus“ sowie „irrige Anschauungen“ über die „Natur der Ehe“ und das „Verhältnis von Staat und Kirche“.
Verurteilt wird auch der „ungezügelte Fortschrittsglaube“ und der „Liberalismus“, der die „Trennung von Staat und Religion“ vorsieht. 

Die „Kurie“ sieht ihren Feind in der „modernen Welt“.
Deshalb ist sie gegen die Glaubensfreiheit, Gewissens-, Kult-, Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit sowie die Demokratie.
Im Gegensatz dazu verlangt der Papst im „Syllabus“ die Oberhoheit der Kirche über die staatliche Gewalt. 

Auf Kritik an der „römisch-katholischen Kirche“ und auf „Individualismus“ antwortet sie mit dem Anspruch, dass nur sie selbst auf Erden die Sache Gottes „ausschließlich, alleinig und entscheidend“ vertreten könne.
Wer zu dieser Kirche nicht gehören will, der muss sie eben verlassen. 

Besonders in Deutschland entbrennt daraufhin eine Auseinandersetzung, in deren Folge es zum sogenannten „Kulturkampf“ kommt. 


1865

15. September 1865

München-Isarvorstadt - München-Au * Am Ende bringt die politisch stärkere Konkurrenz die Schweiger-Theater zur Strecke. Als das Aktien-Volkstheater am Gärtnerplatz eröffnet wird, müssen die Schweiger-Theater schließen.


1866

1866

München-Hackenviertel * Joseph Wild kann die Leistung seiner Singlspielerbrauerei auf 9.000 Scheffel Malz erhöhen. Er erreicht dabei aber auch die Grenzen seiner finanziellen Leistungskraft.


1867

1867

München-Angerviertel * Die letzten Holzwasserrohre werden am Oberanger gegen Metallrohre ausgetauscht.

16. April 1867

München * Die II. Compagnie der Freiwilligen Feuerwehr München kann gegründet werden.


1868

1868

München * König Ludwig II. beruft Ignaz von Döllinger zum „lebenslänglichen Reichsrat der Krone Bayerns“.

1868

München - Russland * Die Münchner Bierbrauer stellen triumphierend fest, dass der Bierverbrauch allein in München ebenso hoch liegt wie in ganz Russland.

1868

Angerviertel - Au * Das Stammhaus der „Singlspielerbrauerei“ in der Sendlinger Straße wird versteigert.

Den Braubetrieb an der Rosenheimer- Ecke Hochstraße erwerben die „Braugrafen“ Butler-Haimhausen und machen ihn mit hohem Kapitaleinsatz wieder flott.


1869

8. Dezember 1869

Rom-Vatikan * Für diesen Tag lädt Papst Pius IX. zum Ersten Vatikanischen Konzil, ohne dass er in der Einladung die zu beratenden Punkte angibt.


1870

1870

München * Stadtbaurat Arnold Zenetti wird Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr München.

1870

Rom-Vatikan - München * Das Erste Vatikanische Konzil beschäftigt sich mit der Lehrgewalt des Papstes, bei der die Mehrzahl der Bischöfe die „Unfehlbarkeit des Papstes“ in Glaubensfragen bejaht. Daraufhin spalten sich - unter Führung von Ignaz Döllinger - die Altkatholiken von der römisch-katholischen Kirche ab, da sie die Konzilsentscheidung nicht anerkennen wollen.

Ab dem 1. Januar 1870

Deutschland - Österreich - Schweiz * In den deutschsprachigen Ländern verzeichnet man einen enormen Anstieg des Bierkonsums, sodass sich der Pro-Kopf-Verbrauch bis zum Ersten Weltkrieg verdreifacht.

18. Juli 1870

Rom-Vatikan * Die Konzilsmehrheit beschließt auf dem Ersten Vatikanischen Konzil die „Unfehlbarkeit des Papstes“ in Fragen des Glaubens und des Lebens der Christen sowie seine oberste und alleinige Rechtsgewalt in der Kirche. Ignaz von Döllinger sieht durch das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit die apostolische Tradition verraten.

Doch die Reaktion der römischen Kurie folgt umgehend. Alle Katholiken, die aus Gewissensgründen die neuen Glaubenssätze nicht annehmen und ihnen öffentlich widersprechen, werden exkommuniziert, also aus der sakramentalen Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen.


1871

1871

München-Haidhausen * Der Magistrat der Stadt München überlässt - gegen den geharnischten Protest der katholischen Kirche - den Alt-Katholiken die Nikolaikirche am Gasteig für insgesamt elf Jahre.

17. April 1871

München * Ignaz von Döllinger wird vom Erzbischof von München und Freising, Gregor von Scherr, in aller Form exkommuniziert. Er bleibt es bis an sein Lebensende. In der Karwoche 1871 liest er in der Hofkapelle zum letzten Mal die Messe. 

Daraufhin beschließen die Ratskollegien der Stadt, Magistrat und Kollegium der Gemeindebevollmächtigten, ihm „wegen seiner mutigen Haltung gegen Rom“ das Ehrenbürgerrecht der Stadt München zu verleihen. Doch das lehnt Ignaz von Döllinger ab. 

Mai 1871

München * In einer Zusammenkunft bei Ignaz von Döllinger unterschreiben dreißig Gegner der neuen Dogmen der römisch-katholischen Kirche die „Münchner Pfingsterklärung“, in der sie die gegen sie verhängten Maßregelungen als ungültig und unverbindlich erklären.

29. Juli 1871

München-Maxvorstadt * Die Universität wählt Ignaz von Döllinger zu ihrem Rektor.

3. August 1871

München * Das Münchner Ordinariat untersagt den Theologiestudenten den Besuch der Vorlesungen von Ignaz von Döllinger.

September 1871

München * Auf Anregung Ignaz von Döllingers tagt in München der erste Altkatholikenkongress. Der Gelehrte hat das Stichwort von der „alten katholischen Kirche“ geprägt und meint damit „alt“ im Sinne von „ursprünglich“. Döllinger warnt zwar eindringlich vor der sich anbahnenden Kirchenspaltung, doch ist die Gründung der Altkatholischen Kirche unumgänglich.


1873

1873

München * König Ludwig II. ernennt Ignaz von Döllinger zum „Präsidenten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften“.

Die „Universitäten“ Oxford, Edinburgh, Wien und Marburg verliehen ihm die „Ehrendoktorwürde“.

Ab 1873

München * Dritte „Cholera-Epidemie“ bricht in München aus.

Sie führt zur Umsetzung der von Professor Max von Pettenkofer vorgeschlagenen hygienischen Maßnahmen der Stadtsanierung:

  • den Bau der „Schwemmkanalisation“,
  • einer „zentralen Wasserversorgung“ und
  • dem zentralen „Schlacht- und Viehhof“.

Damit wird München, als eine der schmutzigsten Städte die „sauberste Stadt Europas“.

November 1873

München-Maxvorstadt * Carl von Lindes erste „Kompressions-Kältemaschine“ kommt in der „Spatenbrauerei“ an der Marssstraße zum Einsatz.

Die 4 Tonnen schwere Eis-Maschine wird mit „Methyläther“ betrieben.

Spätestens als eines nachts die Pumpe explodiert, war die ungünstige Wahl des Kältemittels bewiesen.


1874

1874

München * Carl von Linde baut bei der Münchner „Spatenbrauerei“ die zweite, mit „Ammoniak“ betriebene „Kältemaschine“, die alle Erwartungen erfüllt.

Damit wird der Brauprozess berechenbarer und die Kosten kalkulierbarer.


1875

1875

München * Das „Gesundheitsamt“ spricht sich dagegen aus, „daß stillende Mütter und Ammen täglich drei bis vier Liter Bier trinken, um ausreichend ‚Kraftnahrung‘ für den säugenden Nachwuchs zu sich zu nehmen.

Ein Liter täglich ist genug“.

1875

München * Die „städtischen Brunnwerke“ speisen 60 öffentliche Brunnen und 2.203 Häuser.

Auf die „Hofbrunnwerke“ fallen neun öffentliche Brunnen und 960 Häuser.

Das Rohrsystem ist 120 Kilometer lang. Davon entfallen 80 Kilometer auf die Stadt und 40 Kilometer auf den „Hof“

Von den 7.382 Anwesen der Stadt sind 4,219, also 57 Prozent, ohne laufendes Wasser.

Um 1875

München-Angerviertel * Coletta Möritz arbeitet als „Wassermadl“ und „Krüglputzerin“, später als „Kellnerin“ beim „Sterneckerbräu“ im Tal.

1. Juli 1875

München-Haidhausen - München-Au * Das nördlich der Rosenheimer Straße gelegene Gasteig-Gebiet wird von der Anna-Vorstadt [= Lehel] abgetrennt und Haidhausen zugeteilt. 

Gleiches gilt für das südlich der Rosenheimer Straße gelegene Gasteig-Gebiet, das von der Isar-Vorstadt abgetrennt und der Au zugeschlagen wird. 

September 1875

München-Haidhausen - Avilla du Buia * Der Münchner Akademieprofessor Josef Knabl, „Lehrer für christliche Plastik“, formt die „Madonna della Saluta“.

Anschließend wird sie in einem Ofen des Haidhauser „Ziegeleibesitzers“ Anton Graßl gebrannt, danach mit einem Pferdefuhrwerk nach Avilla di Buia bei Udine gebracht, farbig gefasst und auf dem dortigen Hochaltar aufgestellt.


1877

1877

München * „Stadtbaurat“ Arnold Zenetti beantragt die Aufstellung einer „Berufsfeuerwehr“.

1877

München * Der „Faber-Bräu“ und die „Eberlbrauerei“ verschmelzen endgültig zur „Eberl-Faber-Aktiengesellschaft“.

1877

München-Au * In den Jahren zwischen 1872 und 1877 produzieren die „Braugrafen“ Butler-Haimhausen in der „Singlspielerbrauerei“ jährlich zwischen 20.000 und 25.000 Scheffel Malz Bier.


1878

1878

München-Kreuzviertel * Das „Gasteiger-Brunnhaus“ nördlich des „Neuhauser Tores“ wird aufgelassen.

An seiner Stelle entsteht ab 1896 das „Künstlerhaus“.


1879

1879

München-Angerviertel * Zwölf hauptamtliche „Feuerwehrmänner“, ein „Telegraphist“ und ein „Oberfeuerwehrmann“ beziehen das „Hauptfeuerhaus“ am Heumarkt 13, dem heutigen Jakobsplatz.

Ziel und Zweck der „hauptamtlichen Wache“ ist:
„Bei jedem im Burgfrieden der Stadt München ausbrechenden Brande in möglichster Schnelligkeit nach der Brandstätte zu eilen, und ein dortselbst ausgebrochenes Schadenfeuer wo möglich im Entstehen zu unterdrücken, oder wenn dies nicht mehr möglich ist, zu versuchen, dasselbe so lange zu beschränken, bis die Abteilungen der freiwilligen oder der städtischen Feuerwehr zur Hilfe auf der Brandstätte erschienen sind“.

1879

Wiesbaden * Carl von Linde gibt seine akademische Laufbahn auf und gründet in Wiesbaden die „Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG“.

1879

München-Au * Das „Bezirksgefängnis am Lilienberg“ wird in „Landgerichtsgefängnis München II“ umbenannt.


1880

1880

München-Haidhausen * Der „Zengerbräu“ wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und gleichzeitig in „Aktienbrauerei Bürgerliches Bräuhaus München“ umbenannt.

1880

München-Au * Ein anonymes Finanzkonsortium erwirbt die „Singlspielerbrauerei“ und betreibt sie unter dem Namen „Münchner-Kindl-Aktiengesellschaft“ weiter.

Die neue Leitung der Aktiengesellschaft vermehrt den Immobilienbesitz an der Rosenheimer Straße beachtlich.
Der Bierausstoß kommt nicht über den einer mittleren Brauerei hinaus.

30. Juli 1880

München-Au * Die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen, Wiesbaden, kauft die Spießmühle in der Au mit den dazugehörigen Wasserechten.


1881

Ab dem Jahr 1881

München-Graggenau - München-Haidhausen * Das „Sud-, Gär- und Kühlhaus“ sowie das Verwaltungsgebäude des „Hofbräuhauses“ werden an den neuen Standort in der Inneren-Wiener-Straße verlegt.

1881

München-Au * Baumeister N. Debold errichtet für die Brauerei „Zum Münchner Kindl“ ein „Restaurationsgebäude“ an der Rosenheimer Straße.

1881

München * Coletta Möritz erzählt, wie sie der Maler Friedrich August von Kaulbach im Jahr 1881 auf die Leinwand gebannt hat, als „draußen auf der Wiesn das große deutsche Bundesschießen stattfinden sollte. [...] Dort kam ihm plötzlich der Einfall: „Die Coletta - die mal ich als Wirtshausschild“.

Und weiter erzählte die betagte Maßkrugschlepperin: „Gleich ist’s ans Modellstehen gegangen, Krügl hab ich in der Hand tragen und den Fuß hab i heben müssen, als tät ich auf einem Fuß tanzen, und der Kaulbach hat gezeichnet und dann daheim im Atelier die Schützenscheibe g’malt“.


1882

1882

München-Graggenau * Für die evangelischen Schulkinder des Münchner Ostens ist die protestantische „Schule an der Herrnstraße“ zuständig. 

Lediglich den Kindern des ersten und des zweiten Schuljahres ist es wegen der Länge und Gefährlichkeit des Schulweges gestattet, die entsprechenden Klassen in einer katholischen Schule zu besuchen. 

Von diesem Entgegenkommen machen jedoch nur wenige Schüler Gebrauch, da die Mehrzahl der Eltern befürchtet, ihre Kinder würden von dem „katholischen Geist dieser Klassen“ negativ beeinflusst werden und nehmen deshalb lieber den Weg in die Stadt in Kauf. 

1882

Schwabing * Coletta Möritz heiratet den Schwabinger Gastwirt Franz Xaver Buchner.

Juli 1882

München-Theresienwiese * Auf der „Theresienwiese“ findet das „VII. Deutsche Bundesschießen“ statt.


1883

1883

München-Angerviertel * Die „ständige Wache“ wird in „Berufsfeuerwehr“ umbenannt.

1883

Dresden * Carl Gabriel heiratet in Dresden Margarete Meisel, deren Vater ein „anatomisch-ethnologisch-naturhistorisches Museum und Panoptikum“ betreibt.

Mit dieser Schau reist das neuvermählte Paar mehrere Jahre durch Europa.

1. August 1883

Mangfalltal - München * Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebiet wird - mit den üblichen Gottesdiensten in der katholischen Frauenkirche, der evangelischen Matthäuskirche und in der Synagoge - offiziell eingeweiht.

November 1883

München-Lehel * Ein Artikel in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ befasst sich mit der „Bedeutung des Isarquaies für München“.
Der Verfasser betont darin die städtebaulich „unvergleichlich günstige Lage des Mariannenplatzes“, der sogar als Bauplatz für den „Justizpalast“ in Erwägung gezogen worden ist.

Der evangelischen Kirchenverwaltung erscheint der Bauplatz als sehr teuer, weshalb sie noch das Gelände der „I. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung“ am Isartorplatz ins Gespräch bringt.
Die „Lokalbaukommission“ schlägt ihrerseits noch Standorte auf der „südlichen“ beziehungsweise „nördlichen Kohleninsel“ vor.  Schließlich einigt man sich doch auf den Mariannenplatz als Standort für die „Lukaskirche“.  

Das Gotteshaus sollte eigentlich die protestantische Kirche für den Münchner Osten werden, doch bereits 1889 wurde am Preysingplatz in Haidhausen die „Johanneskirche“ als evangelische „Notkirche“ erbaut.
Nun haben die Protestanten auch „ihren Sammelpunkt jenseits der Isar“. Doch das war bestimmt kein Zufall, denn der Architekt beider Kirchen ist Albert Schmidt, der gleichzeitig - heute kaum vorstellbar - den acht Mitgliedern der „protestantischen Kirchenverwaltung“ in München angehörte. 

„Der soziale Status der protestantischen Gemeindemitglieder lag deutlich über dem Durchschnitt. Viele gehörten der geistigen und finanziellen Oberschicht an“, weshalb die Gruppierung sehr selbstbewusst auftrat, was im fundamental katholischen Bayern ganz bestimmt auch nötig war [und ist?]. 


1884

24. Januar 1884

München * Dr. Hermann Schülein wird in München geboren.


1885

Um 1885

München * Toni Aron malt „Die schöne Coletta“ im Auftrag der „Löwenbräu AG“.

September 1885

München-Theresienwiese * Das „Oktoberfest“ wird mit 16 elektrischen Bogenlampen beleuchtet.

Acht davon brennen die ganze Nacht.

31. Dezember 1885

München * Der Pro-Kopf-Bier-Verbrauch liegt in München bei 465 Liter.


1886

1. Mai 1886

Chicago * Am „Haymarket“ in Chicago kommt es zu blutigen Straßenkämpfen mit der Polizei.

In der Folge werden acht Gewerkschaftsführer verhaftet und nach einer konstruierten Anklage zum Tode verurteilt.
Vier davon werden auch hingerichtet.


1887

1887

München-Haidhausen - München-Au - München-Giesing * Die protestantischen Bewohner der Vorstädte Haidhausen, Au und Giesing fordern neben der Errichtung einer „Notkirche“ die Einrichtung von „evangelischen Klassen“.

Es war nämlich zu dieser Zeit den evangelischen Kindern nicht erlaubt, in Haidhausen die Schule zu besuchen; sie mussten in die protestantische Schule an der Herrnstraße im Tal ausweichen.

Nur Erst- und Zweitklässlern gestattete man - wegen der Länge des Schulwegs - den Besuch der Haidhauser Schule an der Kirchenstraße.
Doch die meisten protestantischen Eltern machten aus Angst vor „dem katholischen Geist dieser Klassen“ keinen Gebrauch davon.


1888

1888

München-Angerviertel * Das Hauptfeuerhaus am heutigen Jakobsplatz wird aufgestockt.

27. Juni 1888

München - München-Haidhausen * Die „protestantischen Einwohner der Vorstädte rechts der Isar“ erheben bei der Lokalschulkommission die Forderung nach Errichtung je einer ersten und zweiten Klasse in Haidhausen. 

Die Schulbehörde ist jedoch - aufgrund der in Haidhausen herrschenden Schulraumnot - nicht in der Lage, dem Antrag zu entsprechen, stellt aber die Errichtung der gewünschten Klassen nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaues der Wörthschule für das Jahr 1891/92 in Aussicht. 


1889

20. Oktober 1889

München-Haidhausen * Aktive Protestanten haben über 30.000 Mark an Spendengeldern gesammelt, um am Haidhauser Preysingplatz eine Notkirche, die Johannes-Kirche, mit 200 Sitzplätzen zu errichten. An diesem Tag wird die Kirche eingeweiht. 


1890

1890

München * Die Einrichtung von sechs „Filialwachen der Berufsfeuerwehr“ wird vom Magistrat beschlossen.

1890

München-Haidhausen * Der „Schlossermeister“ Andreas Schärfl gründet in der Weißenburger Straße 11 einen Betrieb zur Metallverarbeitung.

10. Januar 1890

München * Ignaz von Döllinger stirbt - exkommuniziert und unversöhnt mit der römisch-katholischen Kirche.

15. März 1890

München * Der bayerische Ministerpräsident Johann von Lutz stellt die Trennung der „Altkatholiken“ von der „Katholischen Kirche“ fest.  

Die „Altkatholiken“ verlieren dadurch die „Rechte einer öffentlichen Korporation“

30. September 1890

Berlin * Das stets befristete Ausnahmegesetz „Gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ läuft aus. Reichskanzler Otto von Bismarck ist im März 1890 grollend abgetreten.


1891

1891

München-Haidhausen * Eugen Allwein verkauft den Haidhauser „Kotterhof“ an Sigmund und Rosalie Rottenkolber.

9. Mai 1891

München * Die Private Münchener Gasgesellschaft, die das Beleuchtungsmonopol in München bis zum Jahr 1899 besitzt, unterzeichnet einen Ablösungsvertrag. Dadurch kann die Stadtgemeinde eine Kraftanlage zur Erzeugung von Strom aufbauen.

Oktober 1891

München * Die „Ludwigsbrücke“ wird erweitert.

Sie erhält plastischen Schmuck in Form von je zwei „Pylonen“, die die Allegorien der „Fischerei“, der „Flößerei“, der „Industrie“ und der „Kunst“ aufnehmen. 

1. November 1891

München-Haidhausen * Die evangelischen ABC-Schützen aus Haidhausen können je eine erste und zweite Klasse im Alten Schloßschulhaus bilden. 


1892

1892

München * Carl Gabriel kommt nach München.

1. Mai 1892

München-Au * Im „Münchner-Kindl-Keller“ treffen sich über 5.000 Arbeiter zur „1.-Mai-Feier“

Die Anwesenden stellen die Forderungen nach „Verkürzung der Arbeitszeit“ und zum „Arbeitsschutz“.


1893

1893

München-Haidhausen * Der „Schlossermeister“ Andreas Schärfl erhält für seine Erfindung einer „Hebelblechschere“ Patentschutz unter der Nummer 77960.

1893

München-Haidhausen * Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird zu Münchens erstem Elektrizitätswerk umgebaut.

Die dazu notwendige Energie liefert der Auer Mühlbach.

22. Juni 1893

München-Haidhausen * Der protestantische Kirchenbauverein wendet sich an die Lokalschulkommission, um eine dritte und vierte evangelische Klasse in Haidhausen zu errichten. 

Juli 1893

München * Der „XIV. Deutsche Feuerwehrtag“ findet in München statt.

Aus diesem Anlass präsentiert sich die „Münchner Feuerwehr“ auf dem Marsplatz mit all ihren Geräten und Fahrzeugen.

In der „Schrannenhalle“ gibt es einen überblick über die neueste Fahr- und Gerätetechnik zu sehen.

September 1893

München-Theresienwiese * Carl Gabriel zeigt erstmals seine „Wachsfigurenausstellung“ auf dem „Oktoberfest“.


1894

1894

München-Haidhausen * Die „Firma Andreas Schärfl“ zieht in die Gebäude der ehemaligen „Brückenwaagenfabrik Greiner“ in der Kellerstraße 27 und Steinstraße 50.

Januar 1894

München-Haidhausen * Johann Karl Bernhard Müller vermacht der Stadt seinen gesamten Münchner Immobilienbesitz, um dafür ein Bad „für das unbemittelte Volk“ zu errichten.

20. Februar 1894

München-Haidhausen * Die Stromerzeugungsanlage im ehemaligen Muffatwerk auf der Kalkofeninsel liefert erstmals Strom für die Straßenbeleuchtung. 278 Bogenlampen erhellen nun die Stadt.

10. März 1894

München-Hackenviertel * Der „Schausteller“ Carl Gabriel eröffnet gemeinsam mit dem „Wachsplastiker“ Emil Eduard Hammer im ehemaligen „Vogl'schen Kaufhaus“ in der Neuhauser Straße 1/Ecke Färbergraben das „Internationale Handels-Panoptikum“

Es ist das größte und bedeutendste „Panoptikum“ Münchens und wird als „ein Bedürfnis der werdenden Großstadt“ bezeichnet.
Es gibt rund 2.000 Exponate zu betrachten, davon etwa 500 Wachsfiguren und Wachspräparate.

Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfennig, Kinder und Soldaten zahlen die Hälfte.
Das „Panoptikum“ ist täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet.

Als besondere Attraktion befindet sich in der dritten Etage das „Anatomische Museum“ und ein „Extrakabinett“ mit über 600 Exponaten.
Das „Extrakabinett“ dürfen nur Personen über 18 Jahren betreten.
Personen beiderlei Geschlechts ist die gemeinsame Besichtigung „polizeilich verboten“.
Am Dienstag und Freitag ist die „Anatomische Abteilung“ ab 14 Uhr nur für Damen geöffnet.

Im Keller befindet sich die „Inquisitionsabteilung“ mit einer Sammlung von „Folterwerkzeugen“, deren Anwendung an lebensgroßen Wachsfiguren dargestellt werden.
In der angeschlossenen „Verbrecher-Galerie“ werden hauptsächlich zeitgenössische „Massenmörder“ als Wachsimitate gezeigt.

1. November 1894

München-Haidhausen * Die Nebenwache IV der Berufsfeuerwehr bezieht ihre Unterkunft in der Kellerstraße 2 a.


1895

28. Dezember 1895

Paris * Die Brüder Louis und Auguste Lumiére zeigen im Pariser Grand Café mit einem „Cinematographe“ genannten Gerät „lebende Bilder“. Umgehend nimmt Carl Gabriel Verhandlungen auf und erreicht die Absendung eines Operateurs nach München.


1896

1896

München-Au * Der „Kaisergarten“ an der Lilienstraße 2 wird abgerissen und dafür der heute noch bestehende Bau errichtet.

Das neue Wirtshaus trägt den Namen „Gasthaus & Singspielhalle zum Kaisergarten“.

1896

München-Haidhausen * Nach wiederholten Gesuchen an die „Lokalschulkommission“ werden in Haidhausen eine dritte und vierte evangelische Klasse eingerichtet. 

1. Januar 1896

München-Haidhausen * Das Muffatwerk erzeugt jetzt Strom mit 600 PS.

26. Mai 1896

München-Graggenau * Der letzte Biersud wird im alten Hofbräuhaus am Platzl gebraut.

11. Juli 1896

München-Hackenviertel * In der bayerischen Haupt- und Residenzstadt werden erstmals „lebende Bilder“ gezeigt. Die Aufführung findet - „unter lebhafter Anteilnahme des Münchner Publikums“ - in Carl Gabriels und Emil Eduard Hammers Panoptikum statt. Der Vorführapparat wird mit Theaterkulissen umspannt und dann „drauflos gekurbelt“. Die Vorführungen richtet Carl Gabriel nach französischem Vorbild ein.

Das ganze Programm ist circa 100 Meter lang und läuft innerhalb von einer Viertelstunde ab. Drei bis fünf kleine Filme werden gezeigt:

  • Ein heranbrausener Eisenbahnzug,
  • Eine Schlangendomteuse,
  • Ein Kettensprenger und
  • Das Aufziehen der Hauptwache.

Schon einer der ersten Filme verursacht einen Skandal. Er heißt „Endlich allein“ und zeigt ein Brautpaar am Hochzeitstag. Die Schlussszene wird umgehend zensiert.

10. August 1896

München-Haidhausen * Erstmals wird in Haidhausen „Hofbräubier“ gebraut.


1897

1897

München * Der „Verein der Brauereibesitzer in München“ hat 15 Mitglieder.

1897

München-Haidhausen * Dem „Muffatwerk“ stehen 1.370 PS zur Stromerzeugung zur Verfügung.

April 1897

München-Hackenviertel * Im „Internationalen Handels-Panoptikum“ wird eine „Witwenverbrennung in Indien“ und der „Tod eines lebenslänglich Verurteilten in den sibirischen Bergen“ gezeigt.

Mit solchen Darstellungen soll den Besuchern die Überlegenheit der westlichen Zivilisation insbesondere gegenüber der außereuropäischen Welt vor Augen geführt werden.


1898

1898

München-Haidhausen - München-Lehel * Der Kabelsteg - Münchens schönste und meistfotografierte Brücke - wird zur Kabelüberführung errichtet.


1899

1899

München-Hackenviertel * Schon einer der ersten im Internationalen Handels-Panoptikum gezeigten Filme verursacht einen Skandal. Er heißt „Endlich allein“ und zeigt ein Brautpaar am Hochzeitstag. Die Schlussszene wird umgehend zensiert. Auch in den folgenden Jahren sorgen Filme wie „Im Bad einer Pariserin“ oder „Im Chambre séparée“ für Aufregung.

Die Neue Bayerische Zeitung schreibt über das neue Medium Kino: „Es scheinen für dieses Etablissement überhaupt nur Nacktheiten als sehenswert und interessant zu existiren. Wir enthalten uns jeglicher weiterer Ausführungen und stellen nur die ergebene Anfrage: Wo bleibt die Münchner Sittenpolizei? Schläft sie oder existirt sie nicht mehr?“ 

Freilich werden neben solchen Filmen auch regelmäßig Aufnahmen von den verschiedenen und aktuellen Kriegsschauplätzen gezeigt.

16. Mai 1899

München-Au * Friedrich von Thiersch und das Baugeschäft Heilmann & Littmann unterzeichnen Pläne für die Erweiterung des Münchner-Kindl-Kellers an der Rosenheimer Straße. Thiersch gestaltet einen in den Proportionen wesentlich verbesserten Bau in Formen des Jugend- und Heimatstils. Die Fassadengestaltung strahlt eine Münchner Behäbigkeit aus.

Der weit über Münchens Grenzen hinaus bekannte Biertempel wird so beschrieben: „Die neue Hauptfront des Erweiterungsbaues ist in Deutschrenaissance gehalten. Die Mitte des Baues besteht aus einem 25 Meter hohen Giebel, an dessen beiden Seiten Türme angebracht sind; eine geräumige Terrasse, von Kreuzgewölben getragen, mit seitlichen Treppentürmchen versehen, erstreckt sich in der Höhe des ersten Stockwerkes.

Dass man sich vor einem modernen Bierpalast befindet, kennt man sofort an der originellen, dekorativen Weise, in der der Bau ausgeführt ist. Die an Maßkrugdeckel erinnernden Turmhauben und das große Bild des Münchner Kindls aus farbigen Tonplatten an der oberen Giebelfläche ist der beste Beweis hierfür”.

  • Mit einem Flächeninhalt von 1.600 Quadratmetern und einem Fassungsvermögen von über 5.000 Personen entsteht hier der größte Saalbau Münchens und der viertgrößte im Reich.
  • Hinzu kommt noch ein 500 Plätze fassendes „Bräustüberl” und ein Biergarten, in dem ebenfalls 5.000 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Am weithin sichtbaren Giebel, der von zwei Türmen mit kupfergedeckten Hauben flankiert ist, findet sich ein Mosaik mit dem Münchner Kindl. Zwischen den Turmgeschossen sind stilisierte Eichenbäume mit Blattwerk angebracht. An der Ecke zur Hochstraße, an der die Stützmauer des Biergartens mit schönen alten Kastanienbäumen die Höhe eines Vollgeschosses erreicht, schiebt sich ein Balkon zur Straße vor, überwölbt von einem Bogen, auf dem ein maßkrugschwingendes „Münchner Kindl“ steht.

Thiersch hat die Baugruppe zu einem Blickfang an der von der Isar her ansteigenden Rosenheimer Straße gestaltet. Die Formensprache seines Anbaus zeigt keinerlei Anklänge an die Renaissancearchitektur des bestehenden Altbaus, der streng symmetrisch gegliedert war. 

Sehr geschickt löst er die Aufgänge zum Biergarten und die Stützmauern aus Sichtbeton. Als Abschluss des Wirtschaftsgartens ist an der südlichen Grenze desselben noch eine gedeckte hölzerne Halle errichtet, die die unschönen Brandmauern der benachbarten Brauereien abdeckt.

13. September 1899

München-Bogenhausen * Die Isar schwillt auf 1.290 Kubikmeter in der Sekunde an. Bei diesem sogenannten Jahrhunderthochwasser wird die Luitpoldbrücke in Bogenhausen von den Fluten des Gebirgsflusses weggerissen.

Dezember 1899

München * Bereits 2.000 Münchner Haushalte sind an das öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen.


1900

Um 1900

München * Die Brauereien stehen unangefochten an der Spitze der Münchner Wirtschaft.

1900

München * Der Verein der Brauereibesitzer in München nennt sich in Verein Münchner Brauereien um.

Bis 1900

München - München-Haidhausen - Perlach * Es gibt nur eine einzige evangelische Gemeinde in München. Danach wird für alle östlich der Isar gelegenen Stadtteile die Kirchengemeinde St. Johannes, mit der Notkirche in der Haidhauser Preysingstraße, gebildet.

Auch in Perlach gibt es viele evangelische „Linksrheiner“; doch diese gehören damals noch nicht in den Burgfrieden Münchens.


1901

1901

München-Au * Die Gebäude des „Bezirksamtes am Lilienberg“ werden renoviert.

April 1901

München * Der „Civilingenieur“ Karl Müller wird in den Adelsstand erhoben. 

Er nennt sich jetzt Ritter Karl von Müller.

10. Mai 1901

München-Haidhausen * Erstmals dürfen sich die Bürger Münchens in die Fluten des Müller‘schen Volksbades stürzen.

Um den 6. Juni 1901

München-Haidhausen * In Haidhausen gibt es vier evangelische Knaben- und fünf evangelische Mädchenklassen. Da aber die protestantischen Klassen in der Unterbringung gegenüber den katholischen Klassen wesentlich benachteiligt sind, fordert der evangelische Kirchenbauverein die Erbauung eines evangelischen Schulhauses in Haidhausen. 

20. Juni 1901

München-Haidhausen * Die Lokalschulkommission entspricht dem Antrag des evangelischen Kirchenbauvereins auf Errichtung einer evangelischen Schule in Haidhausen. 


1902

1902

München-Kreuzviertel * Die ältesten Münchner Filmaufnahmen entstehen.

Sie zeigen die Fahrt einer „Pferdetrambahn“ am Promenadeplatz und am Maximiliansplatz.

1902

München-Haidhausen * Protestantischen Klassen werden in die „Wörthschule“ verlegt und dafür kleinere katholische Klassen der „Wörthschule“ in den von den evangelischen Kindern verlassenen Schulräumen an der Kirchenstraße übersiedelt. 


1904

11. Juli 1904

München-Angerviertel * Die Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr an der Blumenstraße 34 ist bezugsfertig.

September 1904

München-Au * Das „Untersuchungsgefängnis Neudeck“ wird eröffnet.

3. Oktober 1904

München-Haidhausen * Die Flurschule wird als 5. Haidhauser Schule eröffnet. Sie ist zugleich die 5. evangelische Schule in München.

1. Dezember 1904

München-Au * Das Landgerichtsgefängnis München II am Lilienberg wird geschlossen.

12. Dezember 1904

München - München-Haidhausen - München-Au * Die Generalversammlung der Aktionäre der Münchner Kindl AG beschließt die Fusion mit der Haidhauser Unionsbrauerei. Die neue Unionsbrauerei steigt dadurch zu einer der fünf größten Münchner Brauereien auf.


1905

22. Januar 1905

Petersburg * Der Petersburger Blutsonntag. Zaristische Truppen erschießen zahlreiche Demonstranten einer friedlichen Kundgebung in Petersburg.

3. Februar 1905

München-Au * Im Münchner-Kindl-Keller findet eine Solidaritätskundgebung zu Gunsten der Opfer der ersten Russischen Revolution statt.


1907

31. Dezember 1907

München * Die Brauereien nehmen mit etwa 4.000 Beschäftigten den 9. Platz unter den wichtigsten Gewerbezweigen ein.


1908

1908

München-Haidhausen * Der Zustand der Nicolai-Kirche am Gasteig ist derartig schlecht, dass ihr Abbruch ins Auge gefasst wird. Man einigt sich dann jedoch auf das Trockenlegen und Neuaufrichten der Wände. Das geschieht allerdings erst im Jahr 1912.

Bis 1908

Berg am Laim * Bis zur Änderung des „Kommunalwahlrechts“ ist die Stimmabgabe bei politischen Wahlen weitgehend an Besitz gebunden.

Von den 2.200 Berg am Laimer Gemeindebewohnern dürfen nur 50 männliche Gemeindebürger wählen.

Kein Wunder also, dass nahezu alle Bürgermeister betuchte „Ziegeleibesitzer“ sind und sich auch der „Gemeinderat“ zu etwa einem Drittel aus diesem Berufsstand rekrutiert.

März 1908

München-Au * Die Gebäude des ehemaligen „Landgerichtsgefängnisses München II am Lilienberg“ werden abgerissen.


1909

4. Juli 1909

Bozen * Ritter Karl von Müller, der Sponsor des Volksbades, stirbt in der Nähe von Bozen. 

4. September 1909

München-Au * Karl Valentin tritt - neben vielen anderen Künstlern - beim Bürgerrechts-Verein München-Ost und dem Sozialdemokratischen Verein, Sektion München-Ost im Münchner-Kindl-Keller - an herausgehobener Position - als Instrumental-Karikaturen-Komiker auf. 


1910

1910

München-Haidhausen * Die Dienstvilla für den Direktor des „Muffatwerkes“ an der Zellstraße 8 wird bezogen.

1910

München * Neben dem „Karl-Müller-Volksbad“ betreibt die Stadtgemeinde München zehn auf verschiedene Stadtbezirke verteilte „Brausen- und Wannenbadeanstalten“, die ganzjährig gegen ein geringes Entgeld benutzt werden können.

Anno 1910 stürzten sich 497.924 Personen in ein Wannenbad. Die billigeren Brausebäder benutzten 621.212 Münchner. München hat zu dieser Zeit 596.497 Einwohner.

Statistisch gesehen badet oder duscht jeder Münchner keine zwei Mal im Jahr.

31. Dezember 1910

München * Der Pro-Kopf-Bier-Verbrauch liegt in München bei 309 Liter.


1911

1911

München-Haidhausen - München-Au * Dr. Hermann Schülein ist „Direktor“ der „Unionsbrauerei“ und der „Münchner-Kindl-Brauerei“.

26. September 1911

München * Der Münchner Magistrat beschließt die Automobilisierung der Berufsfeuerwehr.


1912

Februar 1912

München-Au - München-Haidhausen * Im Münchner-Kindl-Keller und im Eberl-Bräukeller finden in den Faschingswochen „Arbeitslosen-Massenveranstaltungen“ statt. 


1913

1913

München-Haidhausen * Aus der „Nebenwache IV“ an der Kellerstraße 2 a wird die „Feuerwache V“.

1913

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig muss wegen vollständiger Durchfeuchtung der Wände geschlossen werden.


1914

21. März 1914

München-Au * Rosa Luxemburg hält im brechend vollen Münchner-Kindl-Keller eine mitreißende Rede zum Thema „Militarismus und Volksfreiheit“. Sie fordert auf, die Waffen nicht gegen die ausländischen Klassenbrüder zu erheben und das Wettrüsten zu stoppen. Die Sozialdemokraten gehen zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass der Krieg zu verhindern ist. 

Rosa Luxemburg sagt: „Wenn ein Mann von Blut und Eisen wie Bismarck trotz Ausnahmegesetz nicht mit uns fertig geworden ist, wie wollen das die Knirpse fertig bringen, die heute an der Spitze stehen!“

29. Juni 1914

München-Haidhausen * Der Grundstein für die evangelische Johanneskirche in Haidhausen wird gelegt. Mit dem Anwachsen der evangelischen Kirchengemeinde ist der Behelfsbau zu klein geworden. Eine neue Kirche auf dem gleichen Platz muss her. 

Als Architekt wird Albert Schmidt erkoren, der zuvor schon die Lukas-Kirche erbaut hat. Außerdem hat er sich einen Namen gemacht mit dem Bau der Synagoge, der Deutschen Bank und des Löwenbräukellers. 

Nach dem 4. August 1914

München * Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ziehen 90 Münchner „Berufsfeuerwehrmänner“ auf die Schlachtfelder. 

Zur Aufrechterhaltung des „Löschwesens“ werden jetzt die noch nicht eingezogenen Mitglieder der „Freiwilligen Feuerwehr“ herangezogen.


1915

1915

München-Au * Aus der „Münchner Hefeverwertungs-Gesellschaft“ gehen die „Cenovis-Werke“, eine „Nahrungsmittelfirma“, hervor. 

„Generaldirektor“ ist der jüngere Sohn des „Unionsbrauerei-Gründers“, Julius Schülein.

„Cenovis" bezeichnet eine „eiweißreiche Kraftnahrung“.
Der Firmenname setzt sich zusammen aus „cena“ = die Mahlzeit, „ovum“ = das Ei und „vis“ = die Kraft. 

Die „Cenovis-Werke“ übernehmen die Brauereigebäude der „Münchner-Kindl-Brauerei“ an der Rosenheimer Straße.


1916

1916

München-Au * Oskar Richard Moler übernimmt von Carl Gabriel das inzwischen in „Gabriels Lichtspieltheater“ umbenannte Kino an der Lilienstraße 2.

1. April 1916

München-Haidhausen * Schon am Tag vor der Einweihung der evangelischen Haidhauser „Johanneskirche“ läuten schon deren Glocken. 

Sie tragen die Inschriften: „Ehre sei Gott in der Höhe“, „Friede auf Erden“ und „Den Menschen ein Wohlgefallen“

Die Glocken waren ursprünglich für eine Gemeinde in Ostpreußen bestimmt, die durch die Kriegszerstörungen keine Kirche und keinen Turm mehr hat. 

2. April 1916

München-Haidhausen * Die evangelische Johanneskirche in Haidhausen wird eingeweiht. Die Kirchenchronik vermerkt:

„Ein erstaunlicher Vorgang ist die Fertigstellung und Einweihung der St.-Johannes-Kirche in Haidhausen.
In einer Zeit, in der alle Kräfte des Volkes angespannt werden müssen, um dem Krieg seinen Tribut zu zollen, kann die protestantische Gemeinde Münchens ihr sechstes Gotteshaus erstellen und in Gebrauch nehmen.
Die große neuromanische Kirche mit ihrem hohen Turm tritt an die Stelle der Notkirche von 1889“
.


1917

2. November 1917

München * Die Verordnung über die Zusammenfassung von Brauereibetrieben leitet einen Konzentrationsprozess ein.


1918

1918

München-Au * Das Gabriels Lichtspieltheater in der Lilienstraße 2 wird in Museum-Lichtspiele umbenannt.


1919

2. April 1919

München-Au * In einer Versammlung im Münchner-Kindl-Keller wird von den Teilnehmern die Forderung erhoben, sämtliche Mietshäuser des Stadtgebiets, mit Ausnahme der Einfamilienhäuser, zu enteignen. Zur Bekräftigung des Beschlusses will man ab 15. April keine Miete mehr bezahlen. 

5. Mai 1919

München-Haidhausen * Der 19-jährige Konrad Zeller sagt als Zeuge der Erschießungen im Hofbräukeller folgendes aus: „Gleich nach unserer Ankunft im Hofbräukeller mussten wir in Reihe antreten. Jemand, wer weiß ich nicht, gab den Befehl: ‚Ludwig raus‘. Ludwig wurde von 2 Soldaten hinter das Auto geführt. Gleich darauf krachte es 2 oder 3 mal. Ich glaube, dass Ludwig sofort erschossen worden ist“.

Gegen Mittag werden die übrigen elf Perlacher von Erschießungskommandos hingerichtet. Bei den Ermordeten handelt es sich um den bereits erwähnten Hafnermeister Josef Ludwig sowie die Hilfsarbeiter Artur Koch, Johann Keil, Sebastian Hufnagel, Albert Dengler, sowie den Arbeiter Albert Krebs, der Schweizer Staatsbürger war, weiters um den Schreiner Georg Jakob, den Maurer Josef Jakob, den Eisenbahnarbeiter Georg Eichner, den Arbeiter Konrad Zeller, den Korbmacher August Stöber und den Former Johann Fichtl.

Josef Ludwig ist Vorsitzender des Perlacher Arbeitersrats, dem aus dem Kreis der Ermordeten noch Josef Jakob und August Stöber angehören. Außerdem ist Ludwig Mitglied im Gemeindeausschuss und steht dem wichtigen Lebensmittelausschuss vor. 

Von den zwölf Ermordeten sind zehn Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - USPD. Zwei der Getöteten sind Junggesellen; insgesamt werden zehn Frauen zu Witwen, die sich um 46, davon 35 minderjährige Kinder [!], sorgen müssen. 

16. Oktober 1919

München-Haidhausen * Adolf Hitler hält im Hofbräukeller am Wiener Platz die erste parteipolitische Rede seines Lebens.


1920

1920

München-Haidhausen * Die Stadtgemeinde erwirbt das Anwesen des „Salzburger Hofes" an der Rosenheimer Straße 1.

5. September 1920

München-Au * Adolf Hitler hält im Münchner-Kindl-Keller eine Rede vor 3.000 Zuhörern, in der er die Juden verurteilt, da sie hinter dem Elend Deutschlands stecken. Wenn man erst mal die Macht habe, so sagt Hitler weiter, dann „werde man den Fetzen von einem Friedensvertrag zerreißen”.

Der NSDAP-Parteivorsitzende führt aus, dass Deutschland zwar geknebelt und wehrlos ist, sich aber nicht vor einem Krieg gegen Frankreich scheuen darf. Seine Rede beendet er mit dem Schiller-Wort: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, nicht trennen uns in Not und Gefahr“.

1. Oktober 1920

München * Das Rettungswesen, das von der Münchner Freiwilligen Rettungsgesellschaft und der Freiwilligen Sanitätskolonne des Roten Kreuzes betrieben wurde, geht jetzt auf die Berufsfeuerwehr über.

4. Dezember 1920

München-Haidhausen * Die Eberl-Faber-Aktiengesellschaft am Gasteig, die zuletzt im Besitz der Paulaner-Salvator-Brauerei Aktiengesellschaft war, geht in das Eigentum der Landeshauptstadt München über. Sie wird unter dem Namen „Stadtkeller“ weitergeführt.


1921

1921

München-Haidhausen * Pater Rupert Mayer tritt bei einer NS-Veranstaltung im „Bürgerbräukeller“ ans Rednerpult, um den Anwesenden seine ablehnende Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus darzulegen.

1921

München-Au * Die „Münchner-Kindl-Brauerei“ wird stillgelegt.

1921

Kaltenberg * Joseph Schülein kauft das „Schlossgut Kaltenberg“, das kurzfristig in der Fusionsmasse zwischen „Löwenbräu“ und „Unionsbräu“ aufgegangen war, zurück.

5. Januar 1921

München * Die Aktionäre der Löwenbräu AG stimmen der Fusion mit der Unionsbrauerei rückwirkend zum 1. Oktober 1919 zu. Obwohl Friedrich Ritter von Mildner offiziell den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernimmt, leitet dennoch Dr. Hermann Schülein das Großunternehmen.


1922

1922

München-Au * Die „Cenovis-Werke“ betreiben die größte „Hefeverwertungsanlage“ Deutschlands.

Sie übernehmen auch den „Saalbau“ der ehemaligen „Münchner-Kindl-Brauerei“ in der Rosenheimer Straße.


1923

8. November 1923

München-Haidhausen * Adolf Hitler stürmt mit einem bewaffneten Stoßtrupp den Bürgerbräukeller, in dem die Freie Vereinigung von Erwerbsständen zu einer Veranstaltung eingeladen hatte, und erklärte die „Nationale Revolution“ für „ausgebrochen“.

Am nächsten Tag machen sich die Putschisten auf den Weg in die Innenstadt. An der Feldherrnhalle kommt es zu einer Schießerei mit der Landespolizei. Sechzehn Putschisten und vier Polizisten kommen dabei ums Leben.


1924

1924

München-Au * Josef Liebl leitet die „Museum-Lichtspiele“.

26. März 1924

München-Maxvorstadt * Nach dem Tod von Friedrich Ritter von Mildner übernimmt Dr. Hermann Schülein als „Generaldirektor“ und „Vorstandsvorsitzender“ dessen Nachfolge in der „Löwenbräu AG“.

18. April 1924

München-Haidhausen * Die „Unionsbrauerei“ in der Äußeren-Wiener-Straße in Haidhausen wird geschlossen.


1925

Um 1925

München * Der Pro-Kopf-Bier-Verbrauch hat sich in München bei etwa 200 Liter eingependelt.

Das entspricht in etwa dem Doppelten des heutigen Verbrauchs, wobei man Touristen und Gäste der Stadt berücksichtigen muss.

1925

München * Die Werke Richard Wagners sind derart populär, dass eine „Simlicissimus-Karikatur“ einen Biergartenbesucher philosophieren lässt: „Wagner kann man bloß in München hören - in Bayreuth gibt's nur in den Pausen Bier“.

1925

München-Giesing - München-Haidhausen * Die evangelischen Giesinger trennen sich von „St.-Johannes“ in Haidhausen und gründen die selbstständige „Martin-Luther-Gemeinde“.

27. Februar 1925

München-Haidhausen * Adolf Hitler gründet nach seiner Haftentlassung im Bürgerbräukeller die NSDAP neu. In seiner Rede über „Deutschlands Zukunft und unsere Bewegung“, in der er den Bürgerkrieg ankündigt und bemerkt, es gehe dabei entweder der Feind über seine Leiche oder er über die Leiche des Feindes. Das führt zu Hitlers Redeverbot in öffentlichen Versammlungen. Bis zum 5. März 1927 kann die NSDAP nur mehr geschlossene Veranstaltungen durchführen.

7. Mai 1925

München-Isarvorstadt * Das Deutsche Museum auf der Kohleninsel wird eröffnet.


1926

1926

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird entfeuchtet, restauriert und umfassend erneuert.

Aus dieser Zeit stammt auch der Umgang mit den 14 Kreuzwegstationen aus Majolika.


1928

1928

München-Au * Wilhelm van Laak und Valentin Neumeier übernehmen die „Museum-Lichtspiele“ in der Lilienstraße 2.

Das Kino wird umgebaut und das Fassungsvermögen auf 280 Plätze erhöht.


1929

1929

München-Maxvorstadt * Die „Löwenbräu AG“ kann als erste Münchner Brauerei die „Ein-Millionen-Hektoliter-Grenze“ durchbrechen.


1930

1930

München-Au * Neuer Leiter der „Museum-Lichtspiele“ ist Erich König.


1931

1. Juli 1931

Berlin - München * Die Berliner Industrie- und Handelskammer will in einer Anfrage über die Cenovis-Werke wissen, ob das Unternehmen für Lieferungen an Behörden geeignet ist.

Die umgehend erfolgte Antwort führt dazu aus, dass die Firma „als durchaus leistungsfähig und zuverlässig zu gelten hat. Das Unternehmen kann deshalb auch für die Lieferung an Behörden als geeignet bezeichnet werden. Der Generaldirektor des Unternehmens ist Herr Dr. Julius Schülein aus der bekannten, hochangesehenen, alteingesessenen Brauerfamilie, der die Aktienbrauerei zum Löwenbräu gehört“.


1932

1932

München-Haidhausen * Der Braubetrieb im „Bürgerlichen Bräuhaus“ an der Kellerstraße in Haidhausen wird eingestellt.


1933

1933

München-Au * Die Museum-Lichtspiele werden von Anton Rösch betrieben.

1933

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird geschlossen, da die Wände durch die täglich rund 200 geopferten Kerzen vollständig geschwärzt sind.

30. Januar 1933

Berlin * Der Tag der sogenannten Machtübernahme. Adolf Hitler wird vom Reichspräsidenten Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er leitet eine Koalitionsregierung bestehend aus NSDAP, DNVP und Stahlhelm.

21. Februar 1933

München-Au * In der Liste der Gesellschafter der Cenovis-Werke wird Dr. Julius Schülein als Generaldirektor aufgeführt. Er wohnt in der Brienner Straße 51 und hat einen Geschäftsanteil von 392.000 RM. 

Kommerzienrat Emil Zeckendorf ist mit 140.000 RM, Fräulein Nelly Zeckendorf mit 47.800 RM am Unternehmen beteiligt. Die Letztgenannten wohnen in der Richard-Wagner-Straße 11.

1. April 1933

Berlin * Die NSDAP ruft zum reichsweiten „Judenboykott“ auf.

Über 600 jüdische Firmen in München werden boykottiert, „zum Schutz der Inhaber und zur Belehrung des Publikums durch Posten gesichert und durch Plakatierung gekennzeichnet“

Der reichsweite „Boykott jüdischer Geschäfte“ dauert bis zum 3. April an.

3. April 1933

Gießen * Die Universitäts-Klinik Gießen fragt bei der IHK München an, ob die „Cenovis eine christliche Firma“ ist.

5. April 1933

München - München-Au * Das „Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze“ der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei - NSDAP“ antwortet auf die Anfrage der „Universitäts-Klinik Gießen“, ob die „Cenovis eine christliche Firma“ ist.

Sie ist der Auffassung, „dass die Voraussetzung für einen Boykott der Cenovis Werke München, Rosenheimer Straße, nicht gegeben sind und die Firma daher nicht unter dem Boykott am 1. April 1933 gefallen ist“.

7. April 1933

München * Auf die Anfrage der „Universitäts-Klinik Gießen“, ob die „Cenovis eine christliche Firma“ ist, antwortet die „IHK München“.  

Sie führt dabei aus, dass sich „das Kapital der Firma Cenovis München teils in christlichen, teils in israelitischen Händen befindet“

11. Mai 1933

München-Maxvorstadt * Im „Vorstand der Löwenbräu AG“ wird über die „Angriffe der nationalsozialistischen Machthaber“ diskutiert.

Das Protokoll vermerkt, „gewisse Anzeichen, die auf den künftigen Wegfall städtischer und staatlicher Bierlieferungen und darüber hinaus auf die Möglichkeit eines Boykottes abzielen“.

Daraufhin stellen einige jüdische Vorstandsmitglieder ihre Mandate zur Verfügung.
Joseph Schülein zieht sich auf sein „Gut Kaltenberg“ zurück.

Dr. Hermann Schülein bleibt - aufgrund seiner unersetzlichen Fachkompetenz - formal im „Löwenbräu-Vorstand“, muss aber als Vorsitzender zurücktreten.

12. Mai 1933

München * Der Völkische Beobachter stellt zufrieden fest: 

„Die Löwenbrauerei kann nunmehr mit vollem Recht als ein deutsches Unternehmen bezeichnet werden. [...] Damit entfallen die bisherigen Anwürfe“.

23. September 1933

München-Berg am Laim • Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. 

Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...]

Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“

7. Dezember 1933

München-Berg am Laim * Die Berg am Laimer Schüleinstraße und der Schüleinplatz werden aufgrund des Antrags des NSDAP-Stadtrats in Halserspitzstraße und Halserspitzplatz umbenannt.

10. Dezember 1933

München-Maxvorstadt * Der Kommerzienrat und Handelsrichter Emil Zeckendorf, Eigentümer des Hauses Richard-Wagner-Straße 11, stirbt.


1934

1934

München-Au * In den Erdgeschossräumen des „Bezirksamtes am Lilienberg“ nistet sich der „SA Sturm 4“ ein.


1935

1935

München-Haidhausen * Im Zuge der Erweiterung des Rosenheimer Berges zum Zubringer der "Autobahn München - Landesgrenze" müssen das "Gasthaus zum Salzburger Hof" und der "Stadtkeller" mit seiner lang gestreckten Fasshalle abgetragen werden.

1935

München-Au * Das „Gesundheitsamt“ bezieht Räume im „Bezirksamt am Lilienberg“.

25. Juni 1935

Berlin * Das Luftschutzgesetz verpflichtet alle Deutschen zu „Dienst- und Sachleistungen sowie zu sonstigen Handlungen, Duldungen und Unterlassungen [...], die zur Durchführung des Luftschutzes erforderlich sind“. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern muss ein Sicherheits- und Hilfsdienst unter der Leitung des Polizeipräsidenten aufgestellt werden. Er erhält später den Namen Luftschutzpolizei. 

Die Feuerwehr untersteht somit bei kriegsbedingten Einsätzen dem örtlichen Luftschutzleiter, bei „normalen“ - friedensmäßigen - Einsätzen ist weiterhin der Oberbürgermeister ihr höchster Dienstvorgesetzter in der Stadt.

8. Oktober 1935

München * In München wird die erste Luftschutzübung abgehalten.

November 1935

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Nachdem die „Ludwigsbrücke“ schon wieder für den sich ständig verstärkenden Verkehr zu schmal geworden war, wird sie auf 29 Meter verbreitert.

Sie dient nun als Zubringer für die nach Salzburg führende „Autobahn München - Landesgrenze“.

Alle vier „Pylone“ werden an der Altstadtseite angebracht.

November 1935

München-Maxvorstadt * Dr. Hermann Schülein tritt „mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand auf seinem Wunsch aus der Löwenbräu AG“ aus.

2. Dezember 1935

München * Die NSDAP befragt die IHK München, ob der Generaldirektor der Cenovis-Werke arischer Abstammung ist.


1937

1937

München-Au * Wilhelm Sensberg führt die „Museum-Lichtspiele“ in der Lilienstraße 2.

1937

München-Au * Die in jüdischem Besitz befindlichen Geschäftsanteile der „Cenovis-Werke“ werden auf 48,47 Prozent reduziert.

Damit wird zunächst die „Anerkennung als nichtjüdischer Betrieb“ erreicht.

22. Januar 1937

München-Au * Das Stammkapital der Cenovis-Werke beträgt 1,5 Millionen Reichsmark. Davon befinden sich Geschäftsanteile in Höhe von 815.000 RM in jüdischer Hand. Von den fünf Aufsichtsräten sind zwei Juden, von den zwei Vorsitzenden Einer. Die Industrie- und Handelskammer - IHK München stellt deshalb fest:

  • „Bei dem Unternehmen kann daher sowohl nach Besitz wie auch nach Führung nicht von einer arischen Firma gesprochen werden.
  • Diese Tatsache schließt unseres Erachtens eine Berücksichtigung bei Heereslieferungen aus.“

1938

1938

München-Au * Das „Bezirksamt am Lilienberg“ wird in „Landratsamt“ umbenannt.

März 1938

Berlin * In einem „Erlaß des Reichswirtschaftsministeriums“ heißt es:

Zur „Voraussetzung für die Anerkennung als nichtjüdischer Gewerbebetrieb [ist] grundsätzlich zu verlangen, dass auch im Aufsichtsrat kein jüdisches Mitglied mehr vorhanden ist und dass bezüglich des Gesellschafterkapitals eine Dreiviertelmehrheit der nichtjüdischen Gesellschafter besteht“.

Mai 1938

München-Au - Berlin * Verhandlungen zwischen der „Cenovis-Werke“ und der „Maggi Gesellschaft mbH“ in Berlin über den Verkauf der in jüdischen Händen befindlichen Anteile der Firma beginnen.

10. Juni 1938

München * Die IHK München setzt die Cenovis-Werke unter Druck und verlangt, dass das Unternehmen bis zum 31. Juli 1938 nach dem Erlass des Reichswirtschaftsministeriums vom März 1938 „umzustellen“ ist. Ansonsten wird die Gesellschaft aus dem Verzeichnis der nichtjüdischen Betriebe gestrichen.

Zusätzlich fordert die Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft eine Bestätigung des Gauwirtschaftsberaters, wonach die Firma „in jeder Hinsicht als ein rein arisches Unternehmen angesehen werden kann“. Bis zur Erfüllung der Forderung lehnt der Brauwirtschaftsverband ab, Malzabholscheine bei den Cenovis-Werken einzulösen.

21. Juni 1938

München - Berlin * Die in jüdischen Händen befindlichen Anteile der Cenovis-Werke gehen an die Maggi GmbH Berlin über.

13. Juli 1938

München-Au * Die Cenovis-Werke schreiben an die IHK München die Zeilen: „[…] teilen wir Ihnen hierdurch mit, dass die Gesamtanteile an unserer Gesellschaft nunmehr in arischen Besitz übergegangen sind.
Die Cenovis-Werke GmbH in München sind infolgedessen sowohl in personeller wie auch in kapitalmässiger Hinsicht eine reine arische Unternehmung“
. Dann folgte das obligatorische „Heil Hitler“ und die Unterschrift „Altenrath“.

Dr. Julius Schülein kann gerade noch rechtzeitig vor der sogenannten Reichs-Kristallnacht in die USA emigrieren.

28. August 1938

München-Maxvorstadt * Jenny Zeckendorf, Eigentümerin des Anwesens Richard-Wagner-Straße 11, stirbt. Das Haus geht in den Besitz der Kinder Dr. Walter und Nelly Zeckendorf über, die aber bereits nach New York emigriert sind. Sie bleiben offizielle Besitzer bis zum Jahr 1941.

23. November 1938

München - Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen endet die kommunale Selbstständigkeit der Feuerwehren. Die Münchner Berufsfeuerwehr wird in die unter Reichsverwaltung stehende Feuerschutzpolizei integriert. Ab sofort sind die Uniformen und die Fahrzeuge grün.


1939

Nach dem 8. November 1939

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt nach dem Attentat von Georg Elser auf Adolf Hitler im Bürgerbräukeller diesem ein Telegramm und beglückwünscht ihn zu seiner „glücklichen Rettung“. Zudem bittet er Gott, „er möge auch ferner seinen schützenden Arm über Sie halten“

8. November 1939

München-Haidhausen * Die von Georg Elser im Bürgerbräukeller installierte Bombe explodiert zum vorgesehenen Zeitpunkt, doch Hitler verlässt die Veranstaltung der „Alten Kämpfer“ dreizehn Minuten zu früh.

9. November 1939

München * Nach dem Attentat auf Hitler im Bürgerbräukeller wird die kirchliche Presse angewiesen, das „besondere Walten der Vorsehung“ hervorzuheben. 


1940

Ab dem 29. Mai 1940

München * Am 29. und 30. Mai 1940 regnete es in Strömen und ununterbrochen. Beim gewaltigsten Hochwasser der Isar stürzen 1.440 Kubikmeter Wasser in der Sekunde durch das Flussbett. 


1942

1942

München-Au * Das „Gesundheitsamt am Lilienberg“ wird in „Staatliches Gesundheitsamt München-Land“ umbenannt.

29. August 1942

München * In dieser Nacht kommt es zu den ersten wirklich schweren Luftangriffen über München. 

5. November 1942

München-Au * Unter „Ausnutzung der Verdunkelung“ überfällt der 33-jährige Wilhelm Heppert die Kassiererin der Museum-Lichtspiele und raubt den Betrag von 150 Mark. Der Räuber wird von einem Wehrmachtsangehörigen gefasst und der Polizei übergeben. Er wird vor ein Sondergericht gestellt und als „Volksschädling“ zum Tode verurteilt. Eine Begnadigung lehnt das Gericht ab.


1943

27. Januar 1943

München-Obergiesing * Wilhelm Heppert, der die Kassiererin der Museum-Lichtspiele überfallen und die Kasse um 150 Mark erleichtert hat, wird im Strafgefängnis München-Stadelheim durch den Scharfrichter hingerichtet. Sein Leichnam wird dem Anatomischen Institut zur Verfügung gestellt.


1944

14. April 1944

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig brennt in dieser Bombennacht vollständig aus.

19. September 1944

München * München erlebt den schwersten Luftangriff. Er hat 7.105 Brände zur Folge.


1945

19. März 1945

Berlin * „Reichskanzler“ Adolf Hitler befiehlt: 

„Alle militärischen, Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen, die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann, sind zu zerstören“.
Und weiter: „Entgegenstehende Weisungen sind ungültig“.

Für „Gauleiter“ Paul Giesler ist nun der Zeitpunkt gekommen, alle Isarbrücken Münchens zu sprengen.

Ende April 1945

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ müssen kriegsbedingt schließen.

24. April 1945

Berlin - München * Reichsleiter Martin Bormann schreibt an den Münchner Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar Paul Giesler ein Telegramm mit dem Inhalt: „Verteidigen Sie Ihren Gau mit Rücksichtslosigkeit und Schärfe!“

Aus München sollte ein „positives Stalingrad“ werden.

29. April 1945

München * Nur wenige Stunden bevor die amerikanischen Soldaten München besetzen, will ein Sprengkommando der Wehrmacht die Ludwigsbrücke zerstören.
Ihre Erhaltung verdanken wir den Überredungskünsten des Kommissars der Landespolizei, Jakob Eder.

Ungehorsame Zivilisten retten durch ihren Einsatz die Großhesseloher Brücke und Bogenhausener Brücke.

Die Grünwalder Brücke, diejenige bei Föhring und die strategisch völlig unbedeutende Bosch-Brücke am Deutschen Museum fliegen aber dennoch in die Luft.

2. Mai 1945

München * Die amerikanische Militärregierung gliedert die „Berufsfeuerwehr“ aus der Polizei aus.

8. Mai 1945

Deutschland * Der Tag der bedingungslosen Kapitulation oder Tag der Befreiung vom Nazi-Terror. Der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland verloren.

7. August 1945

München-Berg am Laim * Die Berg am Laimer Halserspitzstraße und Halserspitzplatz werden wieder in Schüleinstraße und Schüleinplatz zurück benannt.


1946

12. Juni 1946

München-Au * Die Museum-Lichtspiele können mit dem Alfred-Hitchcock-Film „Im Schatten des Zweifels“ wieder eröffnet werden.


1949

1949

München-Au * Im „Landratsamt am Lilienberg“ wird die „Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle für den Landkreis München-Land“ eröffnet.

Die rasch anwachsende Motorisierung führt zu katastrophalen Zuständen in der kurzen und schmalen Sackgasse „Am Lilienberg“.


1950

1950

München-Haidhausen * Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird Außen renoviert.


1951

17. Dezember 1951

München-Berg am Laim * Die Feuerwache 5 an der Anzinger Straße wird bezogen.


1955

1955

München-Haidhausen * Nach ihrer Wiederherstellung kann die „Altöttinger-Kapelle“ neu eröffnet werden.


1956

1956

München-Au - München-Kreuzviertel * Nach dem Umzug des „Amtsgerichts München II“ in die „Maxburg“ wird das ehemalige Gerichtsgebäude am Mariahilf-Platz zum Sitz des „Landratsamtes München“.

Nun kann auch die „Kraftfahrzeugzulassungsstelle für den Landkreis München-Land“ vom „Lilienberg“ an den Mariahilfplatz ziehen.

18. August 1956

München-Au * Das Landratsamt München übergibt ihre Räume am Lilienbergman die Regierung von Oberbayern, die in dem Haus die Verwaltung des Auswandererlagers unterbringt.


1959

10. Juni 1959

München-Haidhausen * Die aus zwei Marmorfiguren und einem Bronze-Kruzifix bestehende Kreuzigungsgruppe wird in der Grünanlage nahe dem ehemaligen Leprosenhaus aufgestellt. Sein ursprünglicher Standort befand sich zuvor auf der gegenüberliegenden Straßenseite, beim heutigen Kulturzentrum. 


1960

1960

München-Haidhausen * Die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig wird im Inneren restauriert.

Dabei werden die drei vorhandenen Aläre entfernt und durch einen frühbarocken Altar aus dem Jahr 1691 ersetzt.
Er stammt ursprünglich aus einer Kirche in Garmisch.


1961

Januar 1961

München-Haidhausen * Im „Bürgerbräukeller“ findet der traditionelle Faschingsball „Karneval in Texas“ des „Cowboy-Clubs München 1913“ statt.

Die Feierabend-Rothäute und Freizeit-Cowboys von der „Nockher-Ranch“ lassen ihre Colts sprechen, springen durch Lassos und stellen ihre Squaws und Cowgirls an die Bretterwand, um sie dann mit Pfeilen und brennenden Wurfmessern einzurahmen. 


1964

1. April 1964

München-Berg am Laim * Die Adresse der „Feuerwache 5“ wird in Anzinger Straße 41 umbenannt.


1968

November 1968

München-Au * Die „Auto-Zentrum GmbH & Co“ tritt mit einem 50 Millionen DMark umfassenden Riesenprojekt an die öffentlichkeit.

Sie will auf dem Ruinengrundstück des ehemaligen „Münchner-Kindl-Kellers“ an der Ecke Rosenheimer- und Hochstraße ein Großhotel und eine Ladenstraße anlegen.


1969

1969

München-Au * Die ehemaligen Gebäude des „Landratsamtes am Lilienberg“ werden umfangreich saniert.


1970

Februar 1970

München-Haidhausen * Die von der "Firma Stahlgruber" gemieteten Räume der ehemaligen "Eberl-Faber-Aktiengesellschaft" an der Rosenheimer Straße werden nach dem Umzug des Unternehmens in die Einsteinstraße abgerissen.

24. September 1970

München-Au * Das Haus des Deutschen Ostens am Lilienberg wird als „Geschenk des bayerischen Staates an die vertriebenen Mitbürger“ den Heimatvertriebenen und ihren Verbänden übergeben und damit eröffnet. Die nichtrechtsfähige öffentliche Anstalt wird als Behörde des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung geführt.


1971

20. Juli 1971

München-Au * Der Grundstein für das neue Auto- und Einkaufszentrum an der Rosenheimer Straße wird gelegt. Bauherrn des inzwischen auf 100 Millionen DMark bezifferten Projekts sind die Treuhandgesellschaft mbH & Co KG Berlin-München und die Europaen Hotel Company.


1973

1973

München-Haidhausen * Das „Muffatwerk“ wird wegen Unwirtschaftlichkeit aufgelassen.


1974

1974

München-Haidhausen * Der Metzgermeister Sepp Krätz arbeitet als „Schankkellner“ im „Hofbräukeller“, später im „Hirschgarten“


1975

1975

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ werden in drei Kinos aufgeteilt.

1975

München-Au * Mit einem „Italo-Western“ werden die inzwischen als „Revolver-Kino“ bezeichneten „Museum-Lichtspiele“ an der Lilienstraße 2 geschlossen.

September 1975

New York * Die „Rocky Horror Pictures Show“ wird in New York uraufgeführt.

Dezember 1975

München-Au * Hartmut Hinrichs übernimmt die „Museum-Lichtspiele“ und wandelt es zu einem „Spezialkino für Musicalfilme“ um.


1976

1976

München-Au * Weil das reine Musikprogramm nicht im gewünschten Umfang läuft, kommt in den „Museum-Lichtspielen“ ein „Kino 2“ mit 35 Plätzen dazu.

Das „Intime Theater“ wird mit anspruchsvollen Filmen für Erwachsene bespielt. Die Filme stammen alle aus der Produktion von Beate Uhse oder sind von ihr angekauft.

1976

Avia di Buia - München-Haidhausen * Das große Erdbeben, das den Friaul heimsuchte, zerstört auch die Kirche in Avilla di Buia, in der die aus Haidhauser Lehm geformte Madonna Aufstellung fand. 

Wie durch ein Wunder bleibt jedoch die „Madonna della Saluta“ nahezu unbeschädigt erhalten.

April 1976

New York * Die New Yorker stürmen die Kinokassen.

Der Film „Rocky Horror Pictures Show“ zieht die Menschen nur so an. Sie Kinobesuch mit Netzstrümpfen und Korsagen.

Sie sprechen die Texte und singen die Lieder mit. Die Fans tanzen synchron mit den Stars auf der Leinwand und machen den Film durch ihr eigenes Einbringen und Zutun noch immer zum absoluten Hit.

Deshalb gehört es auch zum Ritual, sich an der Kinokasse ein Set mit Utensilien zu kaufen, das Reis, Luftschlangen, „Wunderkerzen“ und anderes beinhaltet.

Während der Trauungsszene werfen die Fans mit Reis; wenn Janet und Brad durchs Unwetter stapfen, halten sie sich eine Zeitung über den Kopf und zum Song „There’s a Light“ schwenken sie rhythmisch die „Wunderkerzen“.

4. Oktober 1976

München-Au * Bevor die Museum-Lichtspiele in der Lilienstraße 2 endgültig zum Pornokino verkommen, läuft die „Rocky-Horror-Picture-Show“ an. Ein Kino wird eigens dafür umgebaut. Es ist damit das erste Kino der Welt, dessen Inneneinrichtung für einen einzigen Film gestaltet worden ist.


1977

24. Juni 1977

München-Au * Die „Rocky-Horror-Picture-Show“ läuft regelmäßig und ohne Unterbrechungen in den Museum-Lichtspielen.


1978

??? 1978

Haidhausen * Hans Osel schafft den aus Muschelkalk hergestellten „Ziegelbrenner-Brunnen“ am Haidhauser Preysingplatz.


1979

1979

München-Haidhausen * Die verbliebenen Reste des alten Haidhausens werden unter „Ensembleschutz“ gestellt.


1980

1980

München-Au * Für die „Rocky-Horror-Picture-Show“ wird ein weiterer Kinosaal in den „Museum-Lichtspielen“ eingerichtet.

Es ist weltweit das erste Kino, dessen Inneneinrichtung für einen einzigen Film gemacht ist.
An der Kasse gibt es dazu die spezielle „Rocky-Horror-Pictures-Show-Spieltüte“ zu erwerben.

Oktober 1980

Avilla di Buia * Die wiederaufgebaute Kirche in Avilla di Buia wird eingeweiht - mit der „Madonna della Saluta“ im Mittelpunkt.

Ein großes Glasbild zeigt unter anderem das Dorf Haidhausen.


1981

1981

Freistaat Bayern - München * Der „Freistaat Bayern“ vergibt als erstes Bundesland neben Zuschüssen für Modernisierung eigene „Filmtheater-Prämien“ für herausragende Programmgestaltung.


1985

10. November 1985

München-Haidhausen * Die Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum wird feierlich eröffnet.


1987

6. April 1987

München-Haidhausen * Die denkmalgeschützte „Mälzerei“ des „Hofbräukellers“ brennt ab. 

Der Sachschaden wird mit 14 Millionen DMark beziffert.


1988

1988

München-Au * Die Museum-Lichtspiele kommen - neben weiteren Münchner Filmtheatern - in den Genuss der Filmtheater-Prämie in Höhe von 10.000 DMark. Oberbürgermeister Georg Kronawitter kann den Preis übergeben.

Bundesweit werden 98 Kinos ausgezeichnet. Doch an keinen Ort gehen mehr Auszeichnungen wie an München.

1988

München-Haidhausen * Der neubarock ummantelte Kamin des Muffatwerks wird für fast 2 Millionen DMark renoviert.


1989

1989

München-Haidhausen * Die Trennung der Geschlechter im „Volksbad“ wird offiziell aufgehoben.


1991

4. Oktober 1991

München-Au * 15 Jahre nachdem der Film Rocky Horror Pictures Show in den Museum-Lichtspielen angelaufen war, feiern die Fans den Kino-Weltrekord im Guiness-Buch der Rekorde.


1993

1993

München-Au * Das „Motorama“ an der Rosenheimer Straße wird eröffnet.

1. Juli 1993

München-Haidhausen * Die Muffathalle wird als Kultur-Projekt betrieben.


1995

1995

München-Au * Ein zusätzlicher Kinoraum wird in den „Museum-Lichtspielen“ eingerichtet.

Damit stehen vier Kinosäle zur Verfügung.

1995

München-Haidhausen * Margot und Günter Steinberg übernehmen den „Hofbräukeller“ am Wiener Platz in Haidhausen.

12. Mai 1995

München * Die „Erste bayerische Biergarten-Revolution“ findet am Marienplatz mit rund 25.000 Unterstützern statt.  

Der von der Obrigkeit genehmigte Aufstand war allerdings nichts anderes als eine Demonstration.


1996

1996

München-Au * Die Renovierungsarbeiten an dem aus dem Jahr 1780 stammenden Hauses an der Lilienstraße 1 werden abgeschlossen.

1,7 Millionen DMark mussten inverstiert werden.

1. Januar 1996

München-Hackenviertel * Der Standort der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr wird von Blumenstraße 34 in An der Hauptfeuerwache 8 umbenannt.

August 1996

München-Haidhausen * Bürgermeister Hep Monatzeder enthüllt gemeinsam mit dem „Hofbräukeller-Wirt“ Günter Steinberg und den Enkeln der zwölf am 5. Mai 1919 im Garten des „Hofbräukellers“ ermordeten Perlacher Arbeiter eine „Gedenktafel“, die an die Vorgänge erinnern soll.

Damit will die Landeshauptstadt München verhindern, dass die Opfer der „Niederschlagung der Münchner Räterepublik“ in Vergessenheit geraten.

Hep Monatzeder betont dies bei der Enthüllung der Gedenktafel und sagte weiter: „Sie soll aber auch zur Wachsamkeit und zum Widerstand mahnen gegen jedes neue Aufflammen von Rechtsextremismus, Fanatismus und Intoleranz“


1999

Mai 1999

München * Obwohl die Isar beim „Pfingsthochwasser“ nur 750 Kubikmeter Wasser in der Sekunde führt, gibt die „Wilde Karwendelkönigin“ einen Eindruck ihrer Macht und Gewalt, die in ihr steckt.


2000

April 2000

München-Au * Nach einer zweijährigen Umbau- und Renovierungszeit wird das „Motorama“ wieder eröffnet.


2001

2001

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ werden vom „FilmFernsehFonds Bayern“ mit einer Prämie von 15.000 DMark ausgezeichnet.


2005

April 2005

München-Haidhausen * Der „Club Ampere“ ergänzt die „Muffathalle“, das Café und den Biergarten.


2006

2006

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ beteiligen sich am „Münchner Filmfest“.