Fakten - Prinzregentenstraße

1788

4. November 1788

München-Graggenau * Im Galeriegebäude am Hofgarten wird die erste Kunstausstellung der Zeichnungsakademie, einer Vorläuferin der späteren Kgl. Akademie der bildenden Künste, abgehalten. 


1789

23. November 1789

München-Graggenau * Im Galeriegebäude am Hofgarten wird die zweite Kunstausstellung der Zeichnungsakademie, einer Vorläuferin der späteren Kgl. Akademie der bildenden Künste, durchgeführt. 


1790

7. Juli 1790

München * Durch jährlich abzuhaltende Ausstellungen junger Künstler soll der Kunstgeschmack der Münchnerinnen und Münchner angehoben werden. 


1803

4. Oktober 1803

München-Graggenau * Auf dem Weg vom Hofgarten in den Englischen Garten wird das denkmalartige Standbild des „Harmlos“ von Franz Jakob Schwanthaler d.Ä. enthüllt. Es ist eine Stiftung des Ministers Theodor Graf von Morawitzky.


1804

24. Mai 1804

München-Graggenau * Der Grundstein für das Palais Salabert, dem heutigen Prinz-Carl-Palais, wird gelegt. Das Gartenpalais wird nach Plänen von Carl von Fischer erbaut.


1815

2. August 1815

Schwerin * Adolf Friedrich von Schack wird in Schwerin, im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, geboren.


1834

November 1834

Heidelberg * Adolf Friedrich von Schack wechselt an die Universität in Heidelberg. Dort beginnt er mit der Übersetzung des persischen Dichters „Firdausi“.


1835

Dezember 1835

Berlin * Adolf Friedrich von Schack schreibt sich an der Humboldt-Universität in Berlin ein.


1838

Um April 1838

??? * Adolf Friedrich von Schack legt sein „juristisches Staatsexamen“ ab.

Nach einem dreiviertel Jahr „Referendarzeit“ erhält er - aus gesundheitlichen Gründen - Urlaub für ein Jahr, den er auch zur Vertiefung seines Sprach- und Literaturstudiums nutzt.


1840

Um ??? April 1840

Mecklenburg * Adolf Friedrich von Schack wird „Kammerjunker“ des Großherzogs Paul Friedrich von Mecklenburg und „Legationssekretär bei der Mecklenburgischen Bundestagsgesandtschaft“ in Frankfurt am Main.


1845

1845

??? * Adolf Friedrich von Schack bringt sein dreibändiges Werk „Geschichte der dramatischen Literatur und Kunst in Spanien“ heraus.


1848

November 1848

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack tritt eine weitere Orientreise an, von der er erst Mitte Juli 1849 wieder zurück kommt.


1850

15. November 1850

München-Kreuzviertel * Der Verein zur Ausbildung der Gewerke wird gegründet. August von Voit übernimmt den Vorsitz und erklärt in seiner Rede, dass es zur Verpflichtung des Vereins gehört,

  • die „deutsche Kunst wieder vollständig frei zu machen von Nachahmung“,
  • worunter er die „schädliche Orientierung an der Kunstindustrie Frankreichs“ versteht.

Statt dessen wollen die Vereinsmitglieder

  • „auf die reichen, schönen, lebendigen, entwicklungsfähigen Formen des romanischen und germanischen Styles in Deutschland“ zurückgreifen,
  • um so „am größten und schwierigsten Bau der Gegenwart, an der Einheit des Vaterlandes“ mitzuwirken.

1851

20. November 1851

Mecklenburg * Adolf Friedrich von Schack scheidet endgültig aus dem Staatsdienst aus.


1853

28. November 1853

München * An seinem 43. Geburtstag stiftet König Max II. den Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Der Bayernregent beruft bedeutende Gelehrte nach München, die von der Bevölkerung als „Nordlichter“ tituliert werden. Er will so die Hofgesellschaft mit den geistigen Koryphäen beleben.

Da diese Elite aber häufig nicht-adelig ist, erhalten sie keinen Zutritt zum Königlichen Hof. Mit der Verleihung des Maximiliansordens erwirbt man die dritte Rangklasse und damit den Hofzutritt.


1854

1854

München * Adolf Friedrich von Schack, ein sogenanntes „Nordlicht“, folgt dem Ruf König Max II. von Bayern und nimmt seinen Wohnsitz in München.

28. November 1854

München * Adolf Friedrich von Schack wird Mitglied des neu gestifteten Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst.


1855

1. Juli 1855

München * Unter der Leitung des Malers Hermann Dyck nimmt die kunstvereinseigene Zeichnungs- und Modellierschule ihre Tätigkeit auf. Sie wird als Einrichtung des Kunstgewerbevereins gegründet und von der bayerischen Staatsregierung lediglich mit 1.600 Gulden unterstützt. 


1856

5. August 1856

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack kauft ein Haus in der Brienner Straße 22, später 19. Es ist das „Pallavicini‘sche Haus, [...] ein artiges Gebäude mit großen Spiegelscheiben, aber jenseits der Propyläen“.


1857

1857

München-Maxvorstadt * Die „Preußische Gesandtschaft“ befindet sich im „Palais Dürckheim“ in der Türkenstraße 4.

1857

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack erwirbt von dem „Historienmaler“ Bonaventura Genelli das erste Gemälde seiner Sammlung.

Er wendet sich den unbekannten oder verkannten Malern seiner Zeit zu. „Junge Kräfte zu entdecken oder auch solche zu beschäftigen, welche, der Gunst des großen Publikums entbehrend, brach lagen“, erscheint ihm lohnender, als Bilder von jenen Künstlern besitzen zu wollen, die den Ruhm des Tages für sich haben.

„Ich dachte“, so äußerte er sich später, „meine Galerie würde so einen eigentümlichen Charakter erhalten, während sie sonst nur Bilder von Malern aufgewiesen hätte, von denen man schon überall welche sehen konnte“.


1861

1861

München-Maxvorstadt * Da die Gemälde Adolf Friedrich von Schacks an ihrem Aufstellungsort aufgrund der Feuchtigkeit „dem sicheren Verderben“ ausgesetzt sind, lässt der Kunstmäzen von Eduard Gerhardt ein neues „Galeriegebäude“ im Garten seines Anwesens an der Brienner Straße 19 erbauen.


1865

1865

München-Maxvorstadt * Nachdem das neue „Galeriegebäude“ im Garten von Adolf Friedrich von Schack an der Brienner Straße 19 schon wieder zu klein geworden war, lässt er sich von Heinrich von Hügel einen zweiten „Galeriebau“ erstellen.


1868

1868

München * Die „Zeichnungs- und Modellierschule“ wird als „Königliche Staatliche Kunstgewerbeschule“ in eine staatliche Institution umgewandelt.


1869

3. Juli 1869

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schacks Mutter stirbt. Mit einem Teil des Geldes aus der Erbschaft kauft der Kunstmäzen die Grundstücke an der Brienner Straße 21 und 22.


1871

27. Dezember 1871

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack schließt mit dem jungen Architekten Lorenz Gedon einen Bauvertrag für die Vergrößerung seiner Galerie an der Brienner Straße.


1874

1874

München-Maxvorstadt * In seinem Testament legt Adolf Friedrich von Schack fest, dass seine Sammlung nach seinem Tod in das Eigentum des deutschen Kaisers übergehen, aber auf Dauer in München und für die öffentlichkeit zugänglich sein soll.

1874

München-Maxvorstadt * Die Arbeiten an der „Baron Schack‘schen Gallerie“ sind abgeschlossen.

Die „Münchner Stadtchronik“ schildert die nahe Vollendung des Gebäudes so: „Er verspricht eine der bemerkenswertesten Zierden Neu-Münchens zu werden. Die Facade dieses Baues ist im Spätrenaissance-Styl gehalten, die ursprünglich einen zwar überaus reichen und eigentümlichen, aber etwas unruhigen Eindruck machte, hat in letzter Zeit an Einheit und Harmonie wesentlich gewonnen“.

Und tatsächlich ist es Lorenz Gedon gelungen, mit dem Gebäudekomplex den ersten privaten Neo-Renaissance-Bau in München zu erstellen. Weil er damit einen Stil schafft, den es in München bisher so nicht gibt, kommen Besucher aus ganz Deutschland und aus Wien, um sich zu informieren, den Bau zu bewundern oder einen Auftrag in Gedons Stil zu vergeben.

Lorenz Gedons Werk wird - trotz der zum Teil erheblichen Kritik besonders aus den Reihen der Architekten - die Fassadengestaltung vieler nachfolgender Bauten nachhaltig beeinflussen.


1876

16. Juni 1876

München-Maxvorstadt - Berlin * Baron Adolf Friedrich von Schack informiert den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, den späteren Kaiser Wilhelm II., von seiner Absicht, ihm seine Sammlung zu vermachen.

22. August 1876

Berlin * Adolf Friedrich von Schack erhält die erbliche preußische Grafenwürde übertragen.


1878

Ab 1878

München-Maxvorstadt * Franz Stuck besucht die „Kunstgewerbeschule“ in München bei Ferdinand Barth. 


1880

Nach 1880

Bogenhausen * Auf dem vom „Gas-Konsortium“ aufgekauften Grund entsteht das „Gaswerk am Kirchstein in Steinhausen“.


1881

1881

München-Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack schließt seine Sammlung, die er 1857 begonnen hat, endgültig ab.

Ab 1881

München-Maxvorstadt * Franz Stuck studiert an der „Akademie der Bildenden Künste“ bei Wilhelm Lindenschmidt und Ludwig Löfftz, auch wenn er dem Unterricht häufig fern bleibt. 

Januar 1881

München - Berlin * Die Münchner Presse verbreitet das Gerücht, dass Graf von Schack seine „Galerie“ der „Stadt Berlin“ oder der „Preußischen Nationalgalerie“ übereignen will.

Schack stellt daraufhin klar, dass er, so lange er lebt, mit seiner Sammlung in München zu bleiben gedenke.

22. März 1881

München * Um Graf Adolf Friedrich von Schack bei Laune zu halten, wird ihm die Münchner „Ehrenbürger-Würde“ angetragen.


1886

14. Juli 1886

München * Franz Stuck wird als „untauglich zum Dienst im Heer und Marine“ ausgemustert. 


1887

1887

München * Aus Verärgerung tritt Adolf Friedrich von Schack aus dem „Kapitel des Maximiliansordens“ aus.

Der Grund ist die Weigerung Prinzregent Luitpolds, den österreichischen Schriftsteller Ludwig Anzengruber - wegen Bedenken klerikaler Kreise - nicht in den „Maximiliansorden“ aufzunehmen.


1890

Ab 1890

München-Lehel * Die Prinzregentenstraße wird angelegt.

Das hat einen Flächenverlust im Süden des „Englischen Gartens“ zur Folge.


1891

März 1891

München * Franz Stuck ist Gründungsmitglied des „Vereins für Original-Radierung“ in München. 

12. März 1891

München-Lehel - München-Haidhausen - Bogenhausen * Prinzregent Luitpold weiht die neue „Luitpoldbrücke“ über die Isar ein.

2. April 1891

München * Franz Stuck stellt im Münchner Kunstverein 200 Zeichnungen aus. 

1. November 1891

Bogenhausen - München-Haidhausen * Die Prinzregent-Luitpold-Terrasse am Standort des späteren Friedensengels wird der Öffentlichkeit übergeben. 


1893

1893

München-Maxvorstadt * In der letzten Fassung seines Testaments geht Graf von Schack davon aus, dass seine Sammlung nach seinem Tod nach Berlin überführt wird.

Er billigt dieses Vorgehen ausdrücklich.

1893

München * Franz Stuck wird zum Professor ernannt. 


1894

18. April 1894

Rom * Adolf Friedrich von Schack stirbt in Rom.

Er hinterlässt eine Sammlung von 267 Werken deutscher Maler.
Davon sind 183 Originale und 84 Kopien, die er nach Gemälden alter Meister - darunter 17 von Franz Lenbach und 4 durch Hans von Mareés - hat erstellen lassen.

Mai 1894

München-Maxvorstadt * Kaiser Wilhelm II. tritt Adolf Friedrich von Schacks Erbe an.

Der Nachlass soll in München bleiben. Das ist keineswegs so großzügig wie es den Anschein hat, sondern beruht auf politischem Kalkül.

Der Kaiser will mit der Verlegung der „Schack-Galerie“ nach Berlin das seit der „Reichsgründung“ angespannte Verhältnis zwischen Preußen und Bayern nicht noch mehr belasten.

Selbstverständlich ist jedoch, dass vor der „Galerie“ in der Brienner Straße - und später an der Prinzregentenstraße - das „kaiserliche Hoheitszeichen“ - der „Reichsadler“ - auf hohen Standarten aufgerichtet wird.


1895

1895

München-Lehel - München-Bogenhausen * Die beiden von der „Luitpoldbrücke“ auf die „Prinzregent-Luitpold-Terrasse“ führenden Straßenschleifen sind fertiggestellt und werden dem Verkehr übergeben. 

21. Juli 1895

München-Maxvorstadt * Franz Stuck wird an der Königlichen Akademie der bildenden Künste Nachfolger von Wilhelm von Lindenschmitt. 


1896

9. April 1896

München * Franz Stucks Tochter Mary wird „unehelich“ geboren. 

Ihre Mutter ist die Bäckerstochter Anna Maria Brandmaier. 


1897

Um den 8. März 1897

München * Franz Stuck erhält das Münchner Bürger- und Heimatrecht übertragen.

15. März 1897

München * Franz Stuck heiratet Mary Lindpaintner, geborene Hoose, die Witwe des Münchner Arztes Julius Lindpaintner. 

Um den Juni 1897

München-Haidhausen * Auf Betreiben seiner Frau erwirbt Franz Stuck ein Grundstück an der „Äußeren Prinzregentenstraße“ und beginnt umgehend mit den Planungsarbeiten für seine Villa. 

24. August 1897

München-Haidhausen * Franz Stuck legt der Lokalbaukommission die überarbeiteten Pläne für seine Künstler-Villa vor. Jetzt erhält er - nach Zustimmung der Königlichen Regierung von Oberbayern - die Genehmigung zum Bauen. 

9. Oktober 1897

München-Haidhausen * Die Erdaushubarbeiten für die Villa Stuck an der Prinzregentenstraße beginnen. 


1898

Mai 1898

München-Haidhausen * Die vier Bekrönungsfiguren auf der Villa Stuck werden aufgestellt. 


1899

16. Juli 1899

München-Bogenhausen * Das Friedensdenkmals wird feierlich eingeweiht. Das ist „der Tag, an dem vor 28 Jahren die bayerischen Truppen ihren Siegeszug in München gehalten“ haben.

13. September 1899

München-Bogenhausen * Die Isar schwillt auf 1.290 Kubikmeter in der Sekunde an. Bei diesem sogenannten Jahrhunderthochwasser wird die Luitpoldbrücke in Bogenhausen von den Fluten des Gebirgsflusses weggerissen.


1900

1900

Paris - München-Haidhausen * Franz Stuck erhält auf der in Paris stattfindenden Weltausstellung eine Goldmedaille für die Möbel im Empfangszimmer der Villa Stuck. 


1904

Ab 1904

München-Lehel * Adolf von Hildebrand entwirft im Auftrag des „Preußischen Gesandten“ Friedrich Graf von Pourtalès den Plan für einen Neubau der der „Preußischen Gesandtschaft“ und der „Schack-Galerie“ genügend Platz bietet.


1905

9. Dezember 1905

München * Franz Stuck erhält das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone und damit den persönlichen Adel. 


1906

2. Januar 1906

München * Franz von Stuck wird in die Adelsmatrikel eingetragen. Seither darf er den Namenszusatz „von“ führen. 


1907

Ab 1907

München-Lehel * Der palastartige Bau mit seiner Doppelfunktion als „Preußische Gesandtschaft“ und „Schack-Galerie“ wird bis 1909 verwirklicht.


1908

1908

München-Maxvorstadt - München-Lehel * Der Umzug der „Preußischen Gesandtschaft“ vom „Palais Dürckheim“ in der Türkenstraße 4 in die Prinzregentenstraße 9 erfolgt.


1909

18. September 1909

München-Lehel * Der Deutsche Kaiser und König von Preußen, Wilhelm II., eröffnet die Schack-Galerie an der Prinzregentenstraße 9. Die Münchner Neuesten Nachrichten schreiben: „Als Kunstfreund und Mäcen ist der Kaiser bei uns erschienen, nachdem er erst als oberster Kriegsherr, umgeben vom Glanz seines militärischen Gefolges, die friedlichen Schlachtfelder im Frankenland verlassen“.

Im Giebelfeld des neuen Kultur-Tempels, das von massigen Säulen getragen wird, befindet sich der preußische Adler und die Inschrift: „Kaiser Wilhelm II. der Stadt Muenchen zur Mehrung ihres Ruhmes und grossen Kuenstlern zum Gedaechtnis“. In diesem Sinne ist auch die kaiserliche Eröffnungsrede gehalten, in der er die wohlgesetzten Worte spricht: „Ich weiß mich eins mit der vaterländischen Gesinnung des Münchner Bürgertums, auf welches ganz Deutschland, von der Meeresküste bis zu den bayerischen Bergen, ein Recht hat, stolz zu sein.“ 


1913

1913

München-Haidhausen * Franz von Stuck erhält vom „Kölner Kunstverein“ den Auftrag, seine „Amazone“ in Lebensgröße zu gestalten. 


1914

21. Juli 1914

München-Haidhausen * Die Bauarbeiten für den neuen Atelierbau an der Villa von Franz von Stuck beginnen. Den dafür erforderlichen Grund hat er zuvor von seinem Freund, dem kgl. Bayerischen Hofschauspieler und Dichter Konrad Dreher abgekauft. 

Oktober 1914

München-Haidhausen * Der Rohbau für den neuen „Atelierbau“ an der „Villa Stuck“ ist vollendet. 

Danach beginnen die Innenarbeiten. 


1917

30. Mai 1917

München * Franz von Stucks Tochter Mary heiratet den Konsul Albert Heilmann. Er ist der Sohn des Bauunternehmers Jakob Heilmann. 


1918

Nach dem 9. November 1918

Berlin - München-Lehel * Mit der Revolution und der damit verbundenen Beendigung der Monarchie und des Kaisertums fällt die Schack-Galerie in der Münchner Prinzregentenstraße unter das beschlagnahmte Kronvermögen und wird künftig von der Krongutverwaltung des Berliner Finanzministeriums betreut.


1919

20. Februar 1919

München * Einen Tag bevor Anton Graf von Arco auf Valley zur Waffe greift, legt er seine Motive schriftlich nieder:  

  • „Eisner strebt nach der Anarchie, er ist Bolschewist, er ist Jude, er fühlt nicht deutsch, er untergräbt jedes deutsche Gefühl, er ist ein Landesverräter. [...]
  • Ich hasse den Bolschewismus, ich liebe mein Bayernvolk, ich bin ein treuer Monarchist und guter Katholik. Über alles achte ich die Ehre Bayerns.“

Arcos Zimmermädchen Walburga Kästele, die Arcos Wohnung in der Prinzregenten Straße 18 betreut, bestätigt die Entschlossenheit des jungen Grafen: „Gegen Abend des 20. Februar nach 6 Uhr sagte Arco ohne besondere Einleitung, als ich zu seiner Bedienung in seinem Zimmer war: Morgen erschieße ich den Eisner. 

Er sagte das ganz lustig und hat dazu gelacht. Ich glaubte ihm nicht und sagte, das getraue er sich doch nicht, worauf er erwiderte: Doch, doch, ich mache es, der muss weg er ist ein Bolschewik und Jude.“

11. August 1919

Weimar * Die Verfassung der Weimarer Republik tritt in Kraft. Diese enthält stärkere zentralistische Elemente und schränkt die Eigenständigkeit der alten Staaten ein.

Die Preußische Gesandtschaft in der Prinzregentenstraße besteht weiter. Sie hat nun die Aufgabe den Kontakt zwischen den beiden Länderregierungen zu vermitteln und Probleme, die im Reichsrat zu verhandeln sind, vorher zu koordinieren und abzustimmen.


1922

10. Februar 1922

München-Haidhausen * Franz von Stucks Tochter Mary wird in seinem Testament als Alleinerbin eingesetzt. Seine Frau Mary soll eine Leibrente von jährlich 100.000 Mark erhalten. 


1928

30. August 1928

München * Franz von Stuck stirbt im Alter von 65 Jahren in München. Seine Asche wird am Nordfriedhof beigesetzt. 


1929

September 1929

München-Haidhausen * Konsul Albert Heilmann, der Ehemann der Stuck-Tochter Mary, erhält für sein Gebot von 351.000 Mark den Zuschlag für die „Villa Stuck“

Die Versteigerung kam zustande, weil sich die Witwe und die Tochter Stuck nicht über den Wert des Hauses einigen konnten. 

27. Oktober 1929

München-Haidhausen * Mary von Stuck, die Witwe des berühmten Malerfürsten, stirbt. 


1930

1930

München-Haidhausen * Die Familie Heilmann-Stuck bezieht die „Villa Stuck“, muss aber bald feststellen, dass die ehemalige „Künstler-Residenz“ für die besonderen Bedürfnisse einer Familie mit vier Kindern nur wenig geeignet ist. 

Aus diesem Grund legen die Heilmanns die „Villa Stuck“ bald still.
Mary Heilmann-Stuck geht mit ihren Kindern nach Marqurtstein, Albert Heilmann ist beruflich strak in Berlin engagiert. 


1931

30. Juni 1931

Berlin - Lehel * Wegen der Weltwirtschaftskrise schließt Preußen aus Geldmangel seine Münchner Gesandtschaft.


1932

20. Juli 1932

Berlin * An diesem Tag kommt es zum sogenannten Preußenstaatsstreich. Mit Vollmacht des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg setzt Reichskanzler Franz von Papen die sozialdemokratische Preußische Staatsregierung ab und ernennt sich selbst zum Reichskommissar für Preußen. 

Die preußischen Ministerien werden durch die Reichswehr besetzt und die Minister unter Gewaltandrohung aufgefordert, ihre Amtsräume zu verlassen. Preußen erhält den Status eines Reichslandes, das ohne eigene Regierung, von der Reichsregierung mit der linken Hand mitregiert wird. Das bedeutet das Ende der staatlichen Eigenexistenz Preußens, womit die diplomatische Vertretung an der Prinzregentenstraße überflüssig geworden ist.

Die Schack-Galerie wird seither - bis zum Jahr 1939 - von der Berliner Schlösserverwaltung betreut. Mit dem Verschwinden der Preußischen Gesandtschaft geht aber auch ein Stück bayerische Eigenständigkeit verloren.


1933

1933

München-Englischer Garten - Lehel * Durch den Bau des Hauses der Deutschen Kunst verliert der Englische Garten an seiner Südseite erneut Grund und Boden.

30. Januar 1933

Berlin * Der Tag der sogenannten Machtübernahme. Adolf Hitler wird vom Reichspräsidenten Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er leitet eine Koalitionsregierung bestehend aus NSDAP, DNVP und Stahlhelm.

9. März 1933

München-Kreuzviertel * Sturz der konservativen „Regierung Held“ in Bayern durch die Nationalsozialisten.

Bayern wird als Letztes der deutschen Länder in Hitlers Herrschaft eingefügt. 

Ritter Franz-Xaver von Epp wird „Reichskommissar für Bayern“, Heinrich Himmler „kommissarischer Polizeipräsident“ in München.

15. März 1933

München * Bayerns „Ministerpräsident“ Heinrich Held von der konservativen „Bayerischen Volkspartei - BVP“ muss der nationalsozialistischen Gewalt weichen und zurücktreten.

16. März 1933

München-Kreuzviertel * Franz Xaver Ritter von Epp übernimmt als „Kommissarischer Reichsstatthalter und Ministerpräsident“ die Macht in Bayern.

10. April 1933

Berlin - München * Franz Xaver Ritter von Epp wird durch „Reichspräsident“ Paul von Hindenburg zum „Reichsstatthalter von Bayern“ ernannt.


1934

30. Januar 1934

München-Kreuzviertel * Der Freistaat Bayern geht mit dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches unter. 

  • Die Länderparlamente und die Hoheitsrechte der Länder werden aufgehoben.
  • Die Länderregierungen werden zu Mittelbehörden des Reichs. 
  • Die deutschen Länder dürfen keine eigenen diplomatischen Vertretungen mehr unterhalten. 
  • Reichsstatthalter Franz Xaver Ritter von Epp untersteht der Dienstaufsicht des Reichsinnenministeriums.
  • Seine Aufgabe besteht hauptsächlich in der schrittweisen Auflösung der politischen Selbstständigkeit Bayerns.

Als Epps Amtssitz wird das ehemalige Gebäude der Preußischen Gesandtschaft ausgewählt, das inzwischen in den Besitz des Deutschen Reichs übergegangen war.


1936

Um den Juni 1936

München-Haidhausen * Franz von Stucks „Amazone“ wird vor der Villa aufgestellt. 

Juli 1936

München-Haidhausen * Das „Franz-von-Stuck-Museum“ wird eröffnet. 

Wegen fehlendem Interesse wird es bald wieder geschlossen. 


1938

14. Februar 1938

München-Lehel * Adolf Hitler entwickelt im Atelier des Münchner Stadtbaurates Hermann Reinhard Alker die Vorstellungen zum „Haus der Deutschen Architektur“.  

Dieses Ausstellungsgebäude sollte genau gegenüber dem „Haus der Deutschen Kunst“ entstehen, aber keineswegs „ähnlich concipiert“, wenn auch gleichartig in Stein und Farbe und mit 21 Säulen.  
Nach einer vorliegenden Projektskizze hätte der Baukunsttempel noch einige Meter breiter werden sollen als der Synchronbau auf der anderen Straßenseite.
Auf zwei hohen Sockeln sollten „Sphinxe“ wachen wie vor den „Pyramiden von Gizeh“


1939

9. März 1939

München-Lehel * In einer Vormerkung an Oberbürgermeister Fiehler wird neben den Problemen der Finanzierung des Hauses der Deutschen Architektur auch die Räumung der Wohnungen und Unterbringung der Mieter angesprochen. „Durch Zusammenlegung der Juden [Münchens] in insgesamt 800 Wohnungen würden 1000 Wohnungen frei“, lautet die Empfehlung für die Entmietung, die nach Anordnung Hitlers ohne Härte [!] vor sich gehen sollte. 

April 1939

München-Lehel * „Reichskanzler“ Adolf Hitler legt die Grundsteinlegung für das „Haus der Deutschen Architektur“ für den „Tag der Deutschen Kunst 1940“ fest.  

Der inzwischen begonnene Krieg verhindert die Errichtung dieses Ausstellungsgebäudes. 


1943

1943

München-Haidhausen * Die verwaiste Villa Stuck wird von einer Sprengbombe getroffen. 

Um August 1943

München-Lehel - Grünwald * Das Luftgaukommando wird im Sommer 1943 von der Prinzregentenstraße nach Grünwald verlegt, weshalb die Gäste des Schlosshotels ausquartiert werden. Darunter auch Karl Valentin.


1944

24. April 1944

München-Haidhausen * In der Nacht vom 24. zum 25. April wird die Villa Stuck durch weitere Bombentreffer stark beschädigt. 


1945

30. April 1945

München-Haidhausen * Mit dem „Einmarsch der Amerikaner“ wird die „Villa Stuck“ umgehend von den US-Militärbehörden beschlagnahmt. 

Da die unteren Räume für Bürozwecke zu dunkel sind, wollen die „Amis“ die Wände weiß übertünchen.
Diese Maßnahme kann gerade noch verhindert werden.
Auch deshalb, weil die Besatzer ins Nachbarhaus umziehen. 

8. Mai 1945

Deutschland * Der Tag der bedingungslosen Kapitulation oder Tag der Befreiung vom Nazi-Terror. Der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland verloren.

Um August 1945

München-Haidhausen * Die Familie Heilmann-Stuck bezieht den von den Bombardierungen verschonten Teil der Dachzimmer in der „Villa Stuck“

18. September 1945

München * Die mangelnden Bemühungen bei der Entnazifizierung führen zur Absetzung des Ministerpräsidenten Fritz Schäffer. Gleichzeitig wird Wilhelm Hoegner von der SPD zum Ministerpräsidenten ernannt.

19. September 1945

München * Die amerikanische Militärregierung verfügt mit der Proklamation Nr. 2 die Bildung der Verwaltungsgebiete Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern, „die von jetzt ab als Staaten bezeichnet werden“. Die von den Amerikanern im Rahmen ihrer Demokratisierungsbestrebungen eingesetzten bayerischen Staatsregierungen stehen aber unter der Oberhoheit der US-Militärregierung für Bayern.

US-General Clay, erst stellvertretender, später oberster Militärgouverneur, schreibt später in seinen Memoiren: „Rückblickend meine ich, dass wir diese Aufgabe sicher als hoffnungslos angesehen hätten, wenn wir das chaotische Durcheinander voll überblickt hätten.“ 

20. September 1945

München * In der amerikanischen Besatzungszone werden politische Parteien zugelassen.

Um Oktober 1945

München-Haidhausen * Günther Franke richtet im ehemaligen „Bildhauer-Atelier“ der „Villa Stuck“ eine „Galerie für Werke des 20. Jahrhunderts“ ein. 


1946

8. Februar 1946

München * „Ministerpräsident“ Wilhelm Hoegner, SPD, erhält den Auftrag, einen Entwurf für einen neue „Bayerische Verfassung“ zu erarbeiten. 

Im Sitzungssaal der ehemaligen „Preußischen Gesandtschaft“ in der Prinzregentenstraße 9 trifft sich der 21-köpfige „Verfassungsausschuss der Verfassungsgebenden Landesversammlung“ zu insgesamt 32 Sitzungen.

Juni 1946

München-Haidhausen * Die „Akademie der Tonkunst“ soll in der „Villa Stuck" ihren Unterrichtsbetrieb wieder aufnehmen. 

Nach einem kurzen Intermezzo im „Maximilianeum“ wird ihr die „Villa Stuck“ als neue Wirkungsstätte zugewiesen. 

7. August 1946

München * Die Akademie der Tonkunst wird in Staatliche Hochschule für Musik umbenannt. 

8. August 1946

München-Haidhausen * Die Studenten der Staatlichen Hochschule für Musik übernehmen die Villa Stuck für ihre Studienzwecke. Zeitweise sind hier bis zu 316 Studierende eingeschrieben, darunter auch - ab Oktober 1946 - Wolfgang Sawallisch. 

1. Dezember 1946

München * In einem Volksentscheid wird über die neue Bayerische Verfassung abgestimmt. Mit 70,6 Prozent der abgegebenen Stimmen nimmt das bayerische Volk das Gesetzeswerk an.

1. Dezember 1946

Freistaat Bayern * Bei der ersten Wahl zum Bayerischen Landtag erhält die CSU 104 Sitze, die SPD erringt 54, die Wirtschaftliche Aufbauvereinigung - WAV 13 und die FDP 9 Sitze. Dadurch kann Ministerpräsident Hans Ehard ein reines CSU-Kabinett leiten.

21. Dezember 1946

München-Lehel * Hans Ehard von der Christlich Sozialen Union - CSU wird zum ersten demokratisch legitimierten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern der Nachkriegszeit gewählt. Er richtet seine Staatskanzlei in der Prinzregentenstraße 9 ein.


1948

29. März 1948

München * Mit der Lizenzierung der „Bayernpartei - BP“ am 29. März 1948 erwächst der CSU in Bayern eine nicht ganz ungefährliche Konkurrenz.

Unter der Führung von Joseph Baumgartner, der von 1945 bis 1947 der CSU angehört hatte, kämpft die „Bayernpartei“

  • für einen „selbstständigen bayerischen Staat“,
  • bekämpft den „Bonner Zentralismus“ und
  • lehnt das „Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland“ ab.

1950

2. August 1950

München-Lehel * Da die ehemalige Preußische Gesandtschaft im Zweiten Weltkrieg glimpflich davon gekommen war, kann die Schack-Galerie als eines der ersten Museen Münchens wieder für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

26. November 1950

Freistaat Bayern * Bei der Landtagswahl am 26. November 1950 muss die CSU eine verheerende Niederlage hinnehmen:

  • Nur 27,4 Prozent der Stimmen entfallen auf die CSU, während die Bayernpartei 17,9 Prozent erhält.
  • Die SPD wird mit 28 Prozent der Stimmen zur stärksten Partei.
  • Obwohl sie 60.000 Stimmen mehr als die CSU erhält, bleiben die Christsozialen aufgrund von Überhangmandaten trotzdem die stärkste Fraktion.

Hans Ehard bildet eine Koalitionsregierung aus CSU, SPD und dem rechts stehenden Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten - BHE.


1953

1953

München-Graggenau * Dieter Hildebrandt legt am Münchner „Residenztheater“ die Prüfung der Schauspieler-Genossenschaft ab. 


1954

28. November 1954

Freistaat Bayern * Bei der Landtagswahl Wahl bleibt die CSU zwar stärkste Fraktion. Doch der SPD-Vorsitzende Waldemar von Knoeringen verständigt sich mit dem Bayernpartei-Vorsitzenden Joseph Baumgartner. Nach dem Motto „Es geht auch ohne CSU“ kommen noch die FDP und der BHE dazu, womit die Viererkoalition perfekt ist.

Wilhelm Hoegner, SPD, wird Ministerpräsident, Joseph Baumgartner, BP, sein Stellvertreter. 


1957

Um Oktober 1957

München-Haidhausen - München-Maxvorstadt * Die „Staatliche Hochschule für Musik“ zieht aus der „Villa Stuck“ in ihr neues Domizil im ehemaligen „Führerbau“ in der Arcisstraße um. 

8. Oktober 1957

München * Die kleineren Koalitionspartner der Viererkoalition bekommen es mit der Angst zu tun, weshalb die Bayernpartei am 8. Oktober aus der Viererkoalition austritt und sie damit beendet.

17. Oktober 1957

München * Der CSU-Politiker Hanns Seidel, seit 22. Januar 1955 neuer CSU-Landesvorsitzender, bildet eine neue Koalitionsregierung, bestehend aus CSU, BHE und FDP. Sein Stellvertreter wird Walter Stain vom GB/BHE. SPD und Bayernpartei - BP können seither in Bayern kein Regierungsamt mehr ausüben.


1958

23. November 1958

Freistaat Bayern * Bei der Wahl zum Bayerischen Landtag ist die CSU die eindeutige Wahlgewinnerin.

  • Die CSU kann ihren Stimmenanteil von 38,4 auf 45,6 Prozent erhöhen.
  • Die SPD verbessert ihr Ergebnis um 2,7 Prozent auf 30,8 Prozent.
  • Die Bayernpartei - BP, der Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten - GB/BHE sowie die FDP fallen nach zum Teil massiven Verlusten unter die Zehnprozent-Marke. 

Der Trend zum Zweiparteien-System schält sich schon bei dieser Wahl deutlich heraus.

Obwohl die CSU mit 101 Sitzen fast die absolute Mehrheit erreicht hat, bleibt es bei der Dreierkoalition aus CSU, GB/BHE und FDP.

Zum Ministerpräsidenten wird Hanns Seidel gewählt. Sein Stellvertreter, Rudolf Eberhard, gehört aber aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nun auch der Christlich Sozialen Union an.


1960

Januar 1960

München * Nachdem Hanns Seidel aus Gesundheitsgründen zurücktreten muss, übernimmt erneut der inzwischen 72-jährige Hans Ehard das Amt des „Bayerischen Ministerpräsidenten“.

Ansonsten ändert sich an der personellen Besetzung nichts.


1961

18. März 1961

München * Franz Josef Strauß ist neuer CSU-Vorsitzender.

5. Juli 1961

München * Mary Heilmann-Stuck, die einzige Tochter des Malerfürsten, stirbt. 


1962

26. Oktober 1962

Bonn * Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß veranlasst eine widerrechtliche Polizeiaktion gegen das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Es ist zu erwarten, dass sich diese Aktion negativ auf das Wahlergebnis in Bayern auswirken würde. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

25. November 1962

Freistaat Bayern * Mit der Wahl vom 25. November 1962 werden endgültig die Weichen für die späteren Regierungsverhältnisse in Bayern gestellt. Seither führen die der CSU angehörenden Bayerischen Ministerpräsidenten - Alfons Goppel, Franz Josef Strauß und Max Streibl - von der Staatskanzlei an der Prinzregentenstraße 9 aus nur noch reine CSU-Kabinette.

Mit satten 47,5 Prozent der Stimmen kann die CSU ihren Stimmenanteil erneut um fast zwei Prozent erhöhen. Das Ergebnis reicht für die absolute Mehrheit der Landtags-Mandate aus.

30. November 1962

Bonn * Franz Joseph Strauß muss aufgrund der „Spiegel-Affäre“ sein Amt als Bundesverteidigungsminister niederlegen.


1965

8. Januar 1965

München-Haidhausen * Hans Joachim und Amélie Ziersch kaufen die Stuck-Villa um 1,1 Millionen DMark und verpflichten sich, in den Räumen der ehemaligen Künstler-Residenz ein Museum einzurichten. Die Landeshauptstadt München gewährt im Gegenzug einen einmaligen Zuschuss von 500.000 DMark. 


1966

20. November 1966

München * Das Kabinett unter Alfons Goppel setzt sich nur noch aus CSU-Mitgliedern zusammen. Während Goppels Amtszeit kann die CSU ihren Stimmenanteil beständig steigern. So erreicht sie am 20. November 1966 48,1 Prozent.


1967

1967

München-Lehel * Der größte Raum der „Schack-Galerie“, der „Lenbach-Saal“ und nachmalige „Feuerbach-Saal“, steht nicht mehr als Ausstellungsraum zur Verfügung, da er als Sitzungszimmer der „Bayerischen Staatsregierung“ genutzt wird.

5. Mai 1967

München-Haidhausen * Hans Joachim und Amélie Ziersch schenken die „Villa Stuck“, das dazugehörige Grundstück und ihre umfangreiche Sammlung dem von ihnen gegründeten „Stuck-Jugendstil-Verein“


1968

9. März 1968

München-Haidhausen * Das Museum Villa Stuck wird nach zweijähriger Umbauzeit mit einer Ausstellung über den Malerfürsten eröffnet. 


1970

22. November 1970

Freistaat Bayern * Die CSU erreicht bei der Landtagswahl 56,4 Prozent der Stimmen.


1974

27. Oktober 1974

Freistaat Bayern * Die CSU kann sich bei der Landtagswahl erneut um 5,7 Prozent steigern und sich so auf phantastische 62,1 Prozent verbessern.


1978

10. Juli 1978

München-Lehel * Das Bayerische Kultusministerium schließt die Schack-Galerie. Die besten Stücke der Sammlung sollen in die Neue Pinakothek wandern, der Rest im Depot Aufnahme finden. „Angesichts der jüngsten Terroranschläge“, so die Begründung, sei „die Sicherheit der benachbarten Staatskanzlei“ nicht mehr garantiert.

Erst der Protest von Museumsfachleuten, Fachverbänden und der Presse beendete das, wie sich die Süddeutsche Zeitung ausdrückt, das „Münchner Trauerspiel“.

15. Oktober 1978

Freistaat Bayern - München * Für die Landtagswahl gibt es mit Franz Josef Strauß einen neuen Kandidaten für das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Seine CSU bringt es auf 59,1 Prozent und erreicht damit ihr zweitbestes Ergebnis seit 1946, obwohl die Christsozialen drei Prozent verlieren. Auf Nachfragen der Journalisten reagiert der designierte Ministerpräsident unwirsch mit den Worten: „I mag diese Miesmacherei net“.


1979

3. Oktober 1979

München-Lehel * Nach den Sanierungsarbeiten wird die Schack-Galerie der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt. Das Interesse an den Schätzen der Schack-Galerie flaut jedoch ab. Nur zwischen 8.000 bis 10.000 Besucher kommen im Jahr. Oft stehen die Säle leer, weshalb ein München-Führer die Galerie sogar als „stillen Winkel“ für Ruhe suchende Kunstfreunde empfiehlt.


1982

10. Oktober 1982

Freistaat Bayern * Bei der Landtagswahl erhält

  • die CSU 58,3,
  • die SPD 31,9 Prozent.

Erstmals in der Nachkriegsgeschichte ist der Bayerische Landtag ein Zweiparteienparlament. 

  • Die FDP erhält lediglich 3,5 Prozent. 
  • Die Grünen kommen auf 4,6 Prozent und scheiterten damit knapp an der Fünf-Prozent-Klausel.

1983

18. März 1983

München-Lehel * Michael Käfer übernimmt das „P1“ im Ostflügel des Hauses der Kunst

Er macht den Club durch eine außergewöhnliche Publikumsauswahl und extravaganten Partys zu Deutschlands Tanztempel Nr. One


1985

1985

München-Haidhausen * Die Landeshauptstadt München kauft den „Atelier- und Wohntrakt“ der „Villa Stuck“ an der Ismaninger Straße und überlässt ihn dem „Jugendstil-Verein“

Gleichzeitig erhöht die Stadt ihren jährlichen Zuschuss von 99.000 auf 180.000 DMark. 


1986

12. Oktober 1986

Freistaat Bayern - München * Franz Joseph Strauß wird zum dritten Mal Ministerpräsident und kann

  • mit 128 CSU-Abgeordneten
  • gegen 61 SPD- und
  • 15 Grüne-Abgeordnete regieren.

Die SPD büßt 4,4 Prozent ein, die CSU 2,5 Prozent. Die Grünen schaffen mit 7,5 Prozent den Einzug in den Bayerischen Landtag ohne Schwierigkeiten.


1990

14. Oktober 1990

Freistaat Bayern * Bei der Landtagswahl erhält die CSU 54,9 Prozent.


1991

20. Dezember 1991

München-Haidhausen * Der Stuck-Jugendstil-Verein wird aufgelöst. Hans Joachim und Amélie Ziersch schenken die Villa Stuck an die Landeshauptstadt München. Zudem stellen sie eine beträchtliche Geldsumme als „Zustiftung Ziersch“ zur Verfügung. Mit deren jährlichen Zinsen sollen Ankäufe von Kunstwerke ermöglicht werden. 


1992

1. Januar 1992

München-Haidhausen * Unter dem Wortungetüm Museum Villa Stuck - Eine Stiftung der Landeshauptstadt München mit Schenkung Hans Joachim Ziersch kann die Künstler-Villa wieder eröffnet werden. 

1. März 1992

München-Haidhausen * Die Planungen der Instandsetzung und Erweiterung der Villa Stuck beginnen.


1993

1993

München-Lehel * Nach dem Auszug der „Bayerischen Staatskanzlei“ kann der ehemalige „Sitzungssaal der Bayerischen Staatsregierung“, von dem aus die Geschicke Bayerns regiert wurden, als „Saal der Altmeister-Kopien“ eingerichtet werden.

1993

München-Lehel - München-Graggenau * Umzug der „Bayerischen Staatskanzlei“ von der Prinzregentenstraße 9 in die Gebäude am „Hofgarten“.

Die „Bayerische Staatskanzlei“ ist mit 8.800 qm wesentlich größer als das „Weiße Haus“ in Washington (4.800 qm).

27. Mai 1993

München-Graggenau * Ministerpräsident Max Streibl muss wegen der sogenannten „Amigo-Affäre“ zurücktreten. Den Ministerpräsidenten-Sessel übernimmt sein Parteifreund Edmund Stoiber.


1998

1998

München-Haidhausen * Beginn der Renovierungs- und Umbauarbeiten an der „Villa Stuck“


2000

13. September 2000

München-Haidhausen * Der renovierte Ateliertrakt der Villa Stuck wird feierlich eröffnet. 


2004

Januar 2004

München-Haidhausen * Die Renovierungs- und Umbauarbeiten in den „historischen Räumen“ und im „Alten Atelier“ der „Villa Stuck“ beginnen. 

3. März 2004

München-Haidhausen * Eröffnung des Jugendstil-Museums in der Villa Stuck mit der Ausstellung „München! Stadt des Jugendstils“


2005

16. März 2005

München-Haidhausen * Die Vollendung der Instandsetzungs- und Erweiterungsarbeiten der „Villa Stuck“ werden mit einem Festakt gefeiert. 

Insgesamt 12,97 Millionen Euro musste die Stadt München dafür aufbringen. 

18. März 2005

München-Haidhausen * Die Historischen Räume der Villa Stuck werden wiedereröffnet. 


2009

Dezember 2009

München-Lehel * Nach einer Generalsanierung wird die „Schack-Galerie“ in der Prinzregentenstraße 9 wieder eröffnet werden. 

148 Originale und 24 Kopien aus der „Sammlung Schack“ werden gezeigt.