Fakten - Auf den Spuren eines Genies - Karl Valentin

1833

2. Juli 1833

Darmstadt * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, wird in Darmstadt geboren. 


1840

1840

Vorstadt Au * Elisabeth Falk wird geboren.


1845

3. Januar 1845

Zittau * Johanna Maria Schatte, die spätere Mutter von Karl Valentin,  wird in Zittau (Sachsen) geboren.


1847

1847

Vorstadt Au * Der „Tapezierer“ Karl Falk gründet die „Firma Karl Falk“.


1851

27. September 1851

Vorstadt Au * Der Magistrat der Vorstadt Au genehmigt den Antrag des bürgerlichen Tapezierermeisters Karl Falk für ein „neuzuerbauendes Wohn- und Waschhaus“ in der Unteren Isargasse 45, später Entenbachstraße 63, heute: Zeppelinstraße 41.

Es handelt sich dabei um das spätere Geburtshaus der Münchner Volkssängers Karl Valentin. 


1852

25. September 1852

Vorstadt Au * Johann Valentin Fey beginnt beim Auer Tapezierer Karl Falk in der Entenbachstraße 63 zu arbeiten. 


1855

1855

München-Au * Pläne zum Ausbau des Dachgeschosses für das Wohnhaus des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk werden zwar erstellt, aber nie ausgeführt. 

Die Höhe der zusätzlichen Wohnung hätte wegen des Satteldachs nur rund 2.30 Meter betragen.


1857

1857

München-Au * Aus der Unteren Isargasse wird die Entenbachstraße. 


1859

Seit dem Jahr 1859

München-Au * Johann Valentin Fey übt beim Auer „Tapezierer“ Karl Falk in der Entenbachstraße 63 die Tätigkeiten eines Geschäftsführers und Vorarbeiters aus.


1864

4. März 1864

München * Der aus Darmstadt stammende Johann Valentin Fey stellt beim Münchner Magistrat im Alter von 30 Jahren den Antrag für eine persönliche Tapeciererconzession

Er tritt dabei gegen den Tapeziergehilfen Voll in Konkurrenz.

Als persönliches Vermögen gibt er 1.000 Gulden Elterngut und 550 Gulden Ersparnisse an.
Des weiteren legt er ein notariell beglaubigtes Zeugnis des Tapezierers Karl Falk vor, bei dem er elf Jahre gearbeitet hat,  
und sein in Freising absolviertes Prüfungszeugnis vom 25. November 1863, in dem ihm die Note I „vorzüglich“ attestiert wird. 

8. Juli 1864

München - München-Au * Durch Beschluss des Magistrats wird Johann Valentin Fey „als Bürger und Tapezierer dahier aufgenommen“

Das kostet dem Neubürger 75 Gulden Bürgeraufnahmsgebühren

16. September 1864

Darmstadt * Das Großherzogliche Hessische Kreisamt Darmstadt erteilt dem Tapezierer Johann Valentin Fey die Entlassung aus dem Großherzoglich Hessischen Unterthanen-Verbande

Damit steht seiner endgültigen Übersiedlung nach München nichts mehr im Wege. 

29. Oktober 1864

München-Au - München * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, erwirbt das kostenpflichtige und mit einem direkten Steuersatz verbundene „Münchner Bürgerrecht“, das nur etwa 5 Prozent der Münchner Einwohnerschaft besitzen. 

Damit verbunden ist beispielsweise das „kommunale Wahlrecht“.
(siehe auch 5. Dezember 1893)


1865

1865

München-Au * Der aus Darmstadt kommende „Tapeziermeister“ Johann Valentin Fey heiratet die 25-jährige, kinderlose Hausbesitzerstochter und „Tapeziererswitwe“ Elisabeth Sigl, geborene Falk.

Das ermöglicht ihm, bei seinem Schwiegervater als „Compagnon der Firma Falk & Fey“ einzusteigen.


1868

1868

München-Au * Elisabeth Fey stirbt im Alter von 28 Jahren.


1869

13. Juli 1869

München - München-Au * Johann Valentin Fey stellt ein „Gesuch um Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses“

Der verwitwete Tapezierer möchte Johanna Maria Schatte heiraten.

29. August 1869

München-Au - Herwigsdorf * Der 36-jährige „Tapezierer“ Johann Valentin Fey heiratet die 24-jährige „Köchin“ Johanna Maria Schatte aus Zittau in Herwigsdorf in Sachsen nach evangelischem Ritus. 

Sie möchten ganz bewusst der selben Zeremonie im erzkatholischen München entgehen.


1870

11. April 1870

München-Au * Scheinbar haben die Eheleute Johann Valentin und Johanna Maria Fey ihre in Sachsen vollzogene Eheschließung nicht bei der „Königl. Polizeidirektion München“ gemeldet, weshalb die Behörde Nachforschungen anstellt. 

15. September 1870

München-Au * Karl Valentins älteste Schwester Elisabeth wird geboren.

Sie stirbt kurz nach der Geburt.


1873

25. Dezember 1873

München-Au * Karl Fey, der älteste Bruder von Valentin Ludwig (Karl Valentin), kommt zur Welt.


1874

8. August 1874

München-Au * Unter der Bauherrschaft des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk wird von den „Maurermeistern Muckenthaler & Sepp“ an das vier Fensterachsen umfassende Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 ein Neubau mit drei Fensterachsen angefügt. 


1875

16. Juli 1875

München-Au * Der Anbau für das Wohnhaus des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk an der Entenbachstraße 63 wird von der „Baupolizei“ abschließend besichtigt. 

Mit der Umbaumaßnahme ergibt sich ein Raumgewinn von zwei größeren Zimmern pro Etage, die als Wohnungen vermietet werden.
Der Eingang ist auf die Rückseite verlegt worden. Das Dach ist zur Hofseite hin abgewalmt. 


1876

21. August 1876

München-Au * Max Fey, der zweitälteste Bruder von Valentin Ludwig, wird geboren.


1882

4. Juni 1882

München-Au * Valentin Ludwig Fey wird als Sohn des Tapeziermeisters Johann Valentin Fey und seiner Ehefrau Johanna Maria in der Entenbachstraße 64/I, heute: Zeppelinstraße 41, geboren.

10. Juni 1882

München-Ludwigsvorstadt * Valentin Ludwig Fey wird in der „Matthäuskirche“ nach evangelischem Ritus getauft.

27. Oktober 1882

München-Au * Max Fey, Karl Valentins Bruder, stirbt im Alter von 6 Jahren an der Diphtherie.

24. November 1882

München-Au * Karl Fey, der älteste Bruder von Karl Valentin, stirbt im Alter von 8 Jahren ebenfalls an der Diphtherie.


1883

1883

München-Au * Johann Valentin Fey führt das „Möbeltransport-Geschäft Falk & Fey“ in eigener Regie.

1883

München-Graggenau * König Ludwig II. lässt das „Cuvilliés-Theater“ als erste Bühne Deutschlands elektrifizieren. 

14. November 1883

München-Au * Johann Valentin Fey kauft das Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später:Zeppelistraße 41] vom „Tapezierer“ Karl Falk um 50.000 Mark. 


1884

1884

Au * Valentin Ludwig Fey tritt in die „Kleinkinderbewahranstalt der Vorstadt Au“, in der Lilien-Ecke Ohlmüllerstraße, ein.

6. Februar 1884

Au * Der Anbau am Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelistraße 41] wird seit Dezember 1883 erneut umgebaut. 

In jedem der drei Stockwerk werden Wände eingezogen, die die Errichtung einer separaten Küche ermöglichen.
Die Herde und Öfen müssen einen Mindestabstand zu den mit Lehm verputzten Lattenwänden aufweisen. 


1887

1887

Milbertshofen * „Die Rosenau“, ein Gartenlokal in der Schleißheimer Straße 128, wird eröffnet. 

Es wird besonders an den Wochenenden von Soldaten und ihren Liebschaften frequentiert. 


1888

1888

München-Isarvorstadt * Der „Ernst des Lebens“ beginnt auch für Valentin Ludwig Fey.

Er besucht die „Klenzeschule“.


1892

1892

München-Au - München-Graggenau * Valentin Ludwig Fey wechselt in die rein protestantische „Schule an der Herrnstraße“ über.

Den Schulbesuch empfindet er als „Siebenjährige Zuchthausstrafe“.

12. Dezember 1892

München * Elisabeth Wellano, die spätere Liesl Karlstadt, wird als Fünftes von 9 Kindern geboren.


1893

15. Juni 1893

München - Deutsches Reich - Berlin * Bei dieser „Reichstagswahl“ sind über 106.800 Münchner Männer wahlberechtigt. 

  • Den „Wahlkreis München I“ (Altstadt, Lehel, Maxvorstadt) gewinnt Georg Birk [SPD],
  • der „Wahlkreis München II“ (Isarvorstadt, Ludwigsvorstadt, Au, Haidhausen, Giesing), München-Land, Starnberg, Wolfratshausen, wird von Georg von Vollmar [SPD] erobert. 
12. Juli 1893

Königreich Bayern * Bei der Neuwahl zum „Bayerischen Landtag“ können zwei neue Parteien in die „Abgeordnetenkammer“ einziehen.  

  • Die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands - SPD“ erhält fünf Mandate,
  • der „Bayerische Bauernbund - BBB“ stellte sogar neun „Abgeordnete“.  
  • Das „Zentrum“, das aus der „Patriotischen Partei“ hervorgegangen ist, verfügt nur noch über 74 Mandate.  

Aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen in Reich, Land und Stadt sind

  • bei der „Landtagswahl“ 56.100, hingegen
  • bei der „Reichstagswahl“ 106.800, und
  • bei der „Kommunalwahl“ aber nur 19.292 Münchner wahlberechtigt. 
5. Dezember 1893

München * Kommunalwahl: Von den rund 380.800 Einwohner Münchens haben gerade einmal 19.292 das Wahlrecht für die Stadtratswahl.  

Die Wahlberechtigten setzen sich vor allem Haus- und Grundbesitzern, selbstständigen Handwerkern, Geschäftsleuten und Industriellen zusammen.

  • Nur der darf wählen, der das (gebührenpflichtige) „Bürgerrecht“ besitzt.
  • Voraussetzung dafür sind unter anderem der Besitz des „Heimatrechts“, ein „ständiger Wohnsitz in München“, die Entrichtung von Steuern sowie Unbescholtenheit und Volljährigkeit.
  • Tagelöhner, Handwerksgesellen, kleine Gewerbetreibende und Frauen sind vom politischen Leben nahezu ausgeschlossen.  

Trotzdem kann Georg Birk als erster Sozialdemokrat in das Gemeindekollegium einziehen. 


1895

1895

München-Graggenau * Valentin Ludwig Fey beginnt mit seiner Ausbildung in der „Privat-Bürgerschule Dr. Ustrich“ in der Münzstraße 4.


1896

1896

München-Isarvorstadt * Valentin Ludwig Feys Zitherlehrer, Ignaz Hepper, nimmt seinen „Zögling“ mit in das „Kolosseum“, wo der „Gesangshumorist“ Karl Maxstadt auftritt.

Das war Valentins „Erweckungserlebnis“.
Später schrieb er: „Ich wollte Varieté-Humorist werden wie Karl Maxstadt“.

Dezember 1896

München-Lehel * Ludwig Ganghofer lässt sich in seinem Wohnzimmer einen Biergarten samt Bühne einrichten.

Einer der Schreiner, der die Bühne errichtet, ist ein gewisser Valentin Ludwig Fey, der später als „Karl Valentin“ eine steile Karriere als „Volkssänger“ und Schauspieler machen wird.

Ludwig Ganghofer wird in dem angehenden Schreiner und weiteren Münchner Bühnen-Talenten zu Beginn ihrer Karriere unterstützend unter die Arme greifen. 


1897

Seit dem Jahr 1897

München * Der 15-jährige Valentin Ludwig Fey tritt bereits als „Vereinshumorist“ auf.

Dabei begleitete er sich selbst mit der Zither und der Ziehharmonika, um anschließend mit dem Teller bei den Gästen ein wenig Geld einzusammeln. Diese Tätigkeit nannte man „schuberln“.

Sein „Auftrittsverzeichnis“ umfasst bis zum Jahr 1908 eine Vielzahl von Engagements.

4. März 1897

München-Haidhausen * Valentin Ludwig Fey beginnt auf Wunsch seines Vaters eine Lehre beim Schreinermeister Johann Hall­huber in der Weißenburger Straße 28, Rückgebäude. 

Der Vater muss für seinen Buben insgesamt 500.- Mark Lehrgeld bezahlen.


1898

1898

München-Au * Ludwig Weinberger senior gründet eine „Wagnerei“ in der Brunnthaler Straße und beschäftigt sich zunächst mit der Herstellung von Pferdefuhrwerken. 


1899

1899

München-Maxvorstadt * Nach Ablegen seiner Gesellenprüfung arbeitet Valentin Ludwig Fey beim Schreinermeister Röder in der Arcisstraße 66 und später beim Schreinermeister Nürnberger, Barer Straße 70.

Er verdient in der Woche zwischen 20.- und 25.- Mark.

15. August 1899

München-Au * Gisela Royes, Karl Valentins spätere Ehefrau, wird im Hause Fey als Dienstmädchen [„Köchin“] angestellt.


1901

1901

München-Haidhausen * Valentin Ludwig Fey arbeitet wieder als Geselle beim Schreinermeister Johann Hallhuber.

Diesem entwendet er einen Nagel, „schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreiner für immer auf“.


1902

Seit 1902

München-Au * Karl Valentin beginnt mit dem Bau eines gigantischen, über 300 kg schweren Musikapparats, dem „Orchestrion“, das aus mehr als 20 Musikinstrumenten besteht.

Ab Mai 1902

München * Valentin Ludwig Fey besucht bis August 1902 die „Münchner Varieté-Schule Lehmann & Grimm“.

Die Ausbildung kostet 400.- Mark. Da Valentin noch nicht volljährig ist, unterschreibt sein Vater als „Erziehungsberechtigter“ den Vertrag und bezahlt die damals „stolze Summe“

5. August 1902

München-Au * In einem Liebesbrief an seine spätere Ehefrau Gisela Royes schreibt Valentin Ludwig Fey:
„Ich heiße jetzt und für immer KARL VALENTIN - Münchner Original Humorist“.

Wirklich unveränderlich wird sein Name allerdings erst ab 1907.

1. Oktober 1902

Nürnberg * Karl Valentin tritt im Nürnberger „Zeughaus“ auf. 

5. Oktober 1902

Nürnberg - München-Au * Karl Valentin schreibt an seine Eltern über seinen Auftritt im Nürnberger Zeughaus:

„Mir geht es sehr gut. Ich bin unberufen sehr gesund und habe mir den ersten Abend Asthma geholt. Ein Zimmer habe ich, da ist unser Knechtzimmer ein Salon dagegen. - Das Programm besteht aus 8 Damen (keine Angst haben) und aus mir“

7. Oktober 1902

Nürnberg * Noch vor Vorstellungsbeginn erhält Karl Valentin ein Telegramm von  seiner Mutter, in dem sie ihm mitteilt, dass sein Vater plötzlich schwer erkrankt ist.

Er macht sich sofort auf den Weg nach Hause.
Doch als er am nächsten Morgen um 8 Uhr in München ankommt, ist Johann Valentin Fey bereits im Alter von 69 Jahren verstorben. 

Karl Valentin muss sich jetzt um die „Firma Falk & Fey“ und um seine Mutter kümmern.

Der in Geschäftsdingen nicht sonderlich glücklich agierende Valentin fährt das Unternehmen innerhalb von vier Jahren voll an die Wand, sodass nicht nur die Firma, sondern gleich das ganze Anwesen verkauft werden muss. 


1904

1904

München-Au * Ludwig Weinberger senior karossiert seinen ersten Motorwagen.

Damals sind Automobile überlicherweise noch zweigeteilt:

  • Es gibt einerseits das „Fahrgestell“ mit Motor und Kühler - das „Chassis“ - und dann noch
  • die „Karosserie“ als zweiten Bestandteil.

Meistens werden beide Komponenten nicht vom selben Hersteller produziert, weshalb es den Beruf des „Wagenbauers“ gibt.  
Eineinhalb Jahrzehnte lang gestaltet Ludwig Weinberger senior verschiedenste Fahrgestelle mit einzelgefertigten Aufbauten, ganz nach Wunsch des Kunden. 


1905

Um August 1905

München-Au * Johann Royes besucht seine 24-jährige Tochter Gisela, die spätere Ehefrau von Karl Valentin, in der Au.  

Dabei bemerkt er die unübersehbare Schwangerschaft seiner Tochter. 

Sie erhält von dem „frommen Katholiken“ eine saftige Watschn, nachdem er erfahren hat, dass der Vater des Kindes „bloß a luthrischer Komödiant“ sei.  
Also ein Taugenichts und Habenichts. 

19. Oktober 1905

Aufhausen/Oberpfalz * Karl Valentins Freundin Gisela Royes bringt die gemeinsame uneheliche Tochter Gisela zur Welt. 

Um kein Aufsehen zu erregen und weil das Kind zum unpassenden Zeitpunkt geboren wird, findet die Geburt in Aufhausen in der Oberpfalz statt. Das ist der Wohnsitz der Familie der Mutter.


1906

Vermutlich am 1906

München-Au * Ein Teil der Entenbachstraße wird in Zeppelinstraße umbenannt. 

11. September 1906

München - München-Au * Der etablierte „Spediteur“ Jean Hopp stirb im Alter von 39 Jahren.

Er kaufte kurz vor seinem Tod die „Firma Falk & Fey“ samt Inventar um 2.000 Mark.
Der erst 1903 aus der damals bayerischen Rheinpfalz nach München zugewanderte Unternehmer wollte durch den Firmenkauf als „lange eingeführte Firma“ erscheinen.

7. Oktober 1906

München-Au * Das Fey-Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelinstraße 41] wird um 74.018 Mark an den „Spediteur“ Adolf Weiß und seine Ehefrau Maria über.

Nach Abzug aller ausstehenden Forderungen und Hypotheken, die noch der verstorbene Vater „infolge schlechten Geschäftsganges“ aufgenommen hat, verbleiben Karl Valentin und seiner Mutter etwa 6.000 Mark.

15. November 1906

München-Au - Zittau * Karl Valentin und seine Mutter melden sich in München ab und ziehen um nach Zittau.


1907

1907

München * Spätestens ab jetzt ist Valentin Ludwig Feys Künstlername „Karl Valentin“ unveränderlich.

Ab 16. März 1907

Halle * Unter dem Pseudonym „Charles Fey - Musical-Fantast“ geht Karl Valentin mit seinem „Orchestrion“ auf Tournee. 

Er will mit dem „Lebenden Orchestrion“ möglichst gleichzeitig bis zu zwanzig verschiedene Instrumente bedienen und damit ein großes Orchester imitieren.

Am 16. März tritt „Charles Fey“ in Halle in „Süssmilch‘s Walhalla-Theater“ auf.

17. März 1907

Halle * Die Geschäftsführung des „Süssmilch‘s Walhalla-Theaters“ in Halle kündigt dem „Musical-Fantast“ Charles Fey. 

Um Juni 1907

Deutsches Reich * Die Tournee des „Musik-Clowns“ Karl Valentin endet im Fiasko. 

In einem „Anfall von einem Löwenbräubierriesenrausch“ zerstört er - angeblich - seinen Musikapparat.

15. Juni 1907

München-Angerviertel * Karl Valentin ist wieder in München gemeldet.

Sein erster Wohnsitz ist in der Bierwirtschaft „Stubenvoll“, in der Schlafstellen vermietet werden.

Karl Valentin ist ein sogenannter „Schlafgänger“.
Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mit Zithervorträgen in verschiedenen Lokalen.

Um Dezember 1907

München - Zittau * Karl Valentin reist, von Schulden und ständigen Geldsorgen geplagt, zu seiner Mutter nach Zittau, um sich Geld von ihr zu leihen.

Unverrichteter Dinge muss er jedoch wieder abreisen.


1908

1908

München * Karl Valentin tritt als „Blödsinnkönig Valentin“ auf.

Frühestens Januar 1908

München-Maxvorstadt * Karl Valentin tritt mit dem selbstironischen „Ich bin ein armer magrer Mann“, vor allem aber mit seiner Geschichte vom „Aquarium“ beim „Baderwirt“ in der Dachauer Straße 1a auf.

Ein Riesenerfolg!

8. Februar 1908

München * Karl Valentin lebt für 3 Monate beim Ehepaar Greiner als „Zimmerherr“.
Sie bringen ihn auf die „Straße des Erfolgs“.

Ludwig Greiner erfindet die neue Bühnenfigur, den „Skelett-Gigerl“; Therese Greiner näht ihm die hautengen und viel zu kurzen Klamotten, die sein ausgezehrtes, klapperdürres Gestell in unnachahmlicher Weise zur Geltung bringen.

24. Juni 1908

München * Hannes König, der spätere Begründer des Valentin-Musäums, wird in München geboren.

1. Juli 1908

München-Angerviertel * Nach einer Textillehre bei der „Firma Eder“ am Viktualienmarkt erhält Elisabeth Wellano eine Anstellung im „Kaufhaus Hermann Tietz“.

1. Juli 1908

München-Ludwigsvorstadt * Josef Durmer, der Besitzer des „Hotels Frankfurter Hof“, Schillerstraße 49, besuchte eine Veranstaltung von Karl Valentin und engagiert ihn umgehend für ein dauerhaftes Engagement an seiner renommierten „Volkssängerbühne“.

Am 1. Juli tritt der 26jährige Künstler erstmals im „Frankfurter Hof“ für eine Gage von 5.- Mark am Abend auf.

Zum gleichen Zeitpunkt meldet er sein Gewerbe als „Singen im Stadtbezirk“ an.
Nun ist er „amtlich gemeldeter Volkssänger“.

Oktober 1908

München-Au * Nachdem sich seine finanzielle Lage verbessert hat, holt Karl Valentin seine Mutter aus Zittau nach München.

Sie wohnen in der Ackerstraße 1 in der Au.


1909

1909

München * Elisabeth Wellanos 15jähriger Bruder xxx stirbt.

22. Juni 1909

München * Elisabeth Wellanos (= Liesl Karlstadt) Mutter stirbt.

4. September 1909

München-Au * Karl Valentin tritt - neben vielen anderen Künstlern - beim Bürgerrechts-Verein München-Ost und dem Sozialdemokratischen Verein, Sektion München-Ost im Münchner-Kindl-Keller - an herausgehobener Position - als Instrumental-Karikaturen-Komiker auf. 

November 1909

München-Lehel * Karl Valentin zieht mit seiner Mutter von der Ackerstraße 1 in die Kanalstraße 16 (27/I) im Lehel um.


1910

1910

München-Hackenviertel * Ihr Bruder lädt Elisabeth Wellano im Alter von 17 Jahren in den „Bamberger Hof“ ein, wo die „Münchner Alpensängergesellschaft Schnackl Franz“ auftritt.

Dadurch wird bei ihr das „Theaterfeuer“ gelegt.

1910

München-Au * Das Anwesen in der Zeppelinstraße 41 geht in das Eigentum von Ludwig Weinberger senior über. 

Er lässt das Rückgebäude der ehemaligen „Spedition Falk & Fey“ abreißen und baut dort neue Werkstätten ein. 

21. Oktober 1910

München-Lehel * Karl Valentins zweite Tochter Berta wird unehelich geboren.


1911

15. Februar 1911

München * Elisabeth Wellano kündigt ihren Job bei „Hermann Tietz“ und steht für 3.- Mark Gage jeden Abend auf der Bühne im „Frankfurter Hof“.

29. April 1911

München-Graggenau * Im Café Perzl am Marienplatz [heute: Kaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck] wird ein Ehrenabend anlässlich des 20. Bühnenjubiläums von Constantin Pfrang, genannt „Stanzl“, durchgeführt.

Unter „Nummer 6“ tritt Karl Valentin als „Karikatur“ auf.
Er ist der einzige Künstler, bei dem während seines Auftritts nicht serviert wird. 

Vielleicht Mai 1911

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Elisabeth Wellano treffen im „Hotel Frankfurter Hof“ aufeinander.

Der bereits etablierte Karl Valentin kommt auf die „dantschige“ Nachwuchs-Schauspielerin zu und meint:
„Sie, Fräulein, Sie sind als Soubrette aufgetreten.
Heut hab ich Sie zum ersten Mal gesehen. 

Des is nix. Wissen‘s, Sie sind zu schlank für a Soubrette.
Als Soubrette muss man kess sein, die muss an großen Busen haben.
Außerdem sind Sie viel zu schüchtern. Und so brav schaun Sie aus, fast wia a Kommunionmäderl. -

Aber Sie sind sehr komisch.
Sie müssen sich aufs Komische verlegen.
Das ist geeignet für Sie“
.

Daraufhin ist das Fräulein Wellano empört und schwer beleidigt.

Doch Karl Valentin meint es ehrlich, weshalb er weiter auf Liesl Wellano einredet und meint:
„Ich schreib Ihnen einmal in der nächsten Zeit a komisches Soubrettencouplet, also eine Parodie auf eine richtige Soubrette. Und des bringens dann“.

Er schreibt ihr also ein Couplet mit dem Titel „Das Gretchen“.

Die talentreiche Nachwuchsschauspielerin ist zwar nicht überzeugt davon, lässt sich aber auf das Abenteuer ein, lernt das Lied auswendig und trägt es vor. „Ich hab mich aber nicht so schön angezogen im Flitterkleid, sondern schon a bissl komisch gmacht“, schreibt sie später.

Und weiter: „Damals war es Mode, dass man irgend einen Herrn im Publikum ansingt als Soubrette“.
Liesl sucht ihr Opfer aus und singt in der letzten Strophe: „O nimm mir diesen Stein vom Herzen“.

Dabei greift sie in ihren Ausschnitt, zieht einen Isarkiesel hervor, schmeißt ihn auf den Boden und schmettert dann weiter:
„Bereit mir nicht so viel Kummer, Sorg und Schmerzen, Sag‘ es aufrichtig, hast Du mich lieb, Du kecker Herzensdieb“.

Das war ein Riesenerfolg und ein großer Lacher - und machte aus der einst „feschen Soubrette“ eine „komische Soubrette“

6. Mai 1911

München * Elisabeth Wellano unterschreibt einen Bühnenkontrakt bei Adalbert Meiers „Gesellschaft die lustigen Dachauer“.

Ihre monatliche Gage ist doppelt so hoch wie ihr Verdienst im Kaufhaus Hermann Tietz war.
Das Engagement dauert vom 1. Juni 1911 bis 1. Juli 1912.

31. Juli 1911

München-Lehel * Karl Valentin (Fey) heiratet Gisela Royes in der St.-Anna-Basilika im Lehel.


1912

Ab 1912

München * Die 20-jährige Elisabeth Wellano tritt - solo und selbstbewusst - als „Blödsinnkönigin Frl. Lisi“ auf.

1912

München * Karl Valentin dreht - immerhin 2 Jahre bevor Charly Chaplin mit „Making a living“ beim Film debütiert - seine erste Version der Stummfilmgroteske „Karl Valentins Hochzeit“.

ab 1912

München * Karl Valentin stellt seine eigenen „Volkssänger-Ensembles“ zusammen.

Das ist das Ende seines „Ein-Mann-Unternehmens“.


1913

1913

München * Der Stummfilm „Karl Valentin privat und im Atelier“ entsteht. 

Dazu gehört auch das 18 Meter lange Fragment „Der Kuss“.

1913

München * Weil die ersten Filmaufnahmen von „Karl Valentins Hochzeit“ unterbelichtet waren, wird der Streifen nochmal gedreht. 

Jetzt ist auch Liesl Karlstadt mit im Team.

1913

München-Lehel * Karl Valentin zieht von der Kanalstraße 16 in die Kanalstraße 8/2, Gartenhaus, um.

1913

München * Der Film „Die lustigen Vagabunden“ entsteht. 

Karl Valentin spielt darin einen ziemlich vertrottelten Polizisten.

Juli 1913

München-Maxvorstadt * Elisabeth Wellano tritt im „Serenissimus“ in der Akademiestraße als „Lisl Mackstadt“ auf. 

Kurz darauf erfolgt die Umbenennung in „Liesl Karlstadt“. Es ist einer der wenigen Fälle, in dem ein exotisch klingender Name zugunsten eines „normalen“ aufgegeben wird. 

Die Umbenennung ist für beide zufriedenstellend: Karl Valentin muss nicht länger befürchten, dass der exotische Name „Wellano“ von ihm ablenkt und ihr von Anfang an eine zu große Aufmerksamkeit garantiert. Sie war froh, ihn endlich los zu sein.

Ihren Namen hat sie nie sehr geliebt, da er für sie untrennbar mit ihrer Kindheit verbunden war, als sie mit „Wellano - Italiano - lebst aa no?“ verspottet wurde.

Um den August 1913

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Karl-Valentin-Mehrpersonenstücks „Alpengesangsterzett Alpenveilchen“ im „Frankfurter Hof“, Schillerstraße 49. 

Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten erstmals gemeinsam in einem Stück auf.

Das Bühnenstück wird insgesamt 385 Mal aufgeführt.


1914

Um 1914

München * Der Karl-Valentin-Film „Erbsen mit Speck“, auch unter dem Titel „Ein Teller Erbsensuppe“ genannt, entsteht. 

Der Film ist verschollen.

1914

München * In München gibt es etwa 800 als „Volkssänger“ gemeldete Personen.

Sie organisieren sich im „Volkssängerverband“, mit eigener Zeitung, Krankenversicherung und Künstlerbörse, organisieren.

Um 1914

München * Karl Valentins Stummfilm „Der neue Schreibtisch“ wird gedreht. 

Sein erster „Atelierfilm“ bringt ihm einen Gewinn von 200.- Mark ein.

1914

München-Neuhausen * Die „Firma Falk & Fey“ hat an seinem Standort in der Richelstraße 72 Möbelwagen als Pferdefuhrwerke sowie mehrere Speditionswagen und Lastkraftwagen im Einsatz.

1. August 1914

München * Karl Valentin erzählt über den Kriegsausbruch:  

„Für 1. August 1914 war ich wieder bei Benz engagiert.
Eine Revue ‚Im Lande der Kastanien‘ sollte einstudiert werden, mehrere Nachmittage wurde fest geprobt, [...] - mitten im Kampfe ein Trommelwirbel aus der Ferne? ...
Wir unterbrachen die Probe und eilten auf die Straße, da stand, [...] ein Trommler [...] und neben ihm ein Sergant, der Folgendes vorlas: ‚Im Namen seiner Majestät, König Ludwig III. von Bayern - Frankreich hat heute den Krieg erklärt usw.‘.  

Schweigend gingen wir in das Haus zurück, die Probe war aus und acht Tage später gingen schon mindestens zehn Männer aus dem Hause Benz hinaus und sangen mit Blumen geschmückt; ‚Ich hatt‘ einen Kameraden‘.

Vierzehn Tage nach Ausbruch des Krieges durfte, um den in der Heimat weilenden Artisten, Schauspielern usw. Verdienstmöglichkeiten zu geben, wieder gespielt werden mit der Bedingung, zeitgemäße Darbietungen zu bringen.  

Jeder Theaterdirektor empfahl patriotische Darbietungen zu bringen.  
Auch ich musste, obwohl es eigentlich von mir als Blödsinn-Interpret niemand gewohnt war, auch ernste Sachen bringen, so unter anderem eine Kriegsmoritat.
Der Erfolg war groß und zwei Monate sang ich als Komiker traurige, ernste Vorträge. 

Karl Valentin und Liesl Karlstadt beteiligen sich im Ersten Weltkrieg an insgesamt rund 120 „Lazarett-Vorstellungen“.  
Im Gegensatz zu „einigen großen Persönlichkeiten der Münchner Hofbühne“, die den kranken Soldaten „blutige Schlachtengedichte“ vortragen, leisten sie den Genesenden mit ihrem „lustigen, harmlosen Späßen“ einen wesentlich größeren Nutzen. 

11. Oktober 1914

München * Der geschäftstüchtige Karl Valentin veröffentlicht in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ ein Inserat: 

„Bevor Sie ins Feld ziehen, sollten Sie Ihre Stimme verewigen.
Eine Aufnahme Mark 10.-. Schönstes Andenken!“
 

13. Dezember 1914

München * Einen Tag nach Elisabeth Wellanos 22. Geburtstag stirbt ihr Vater.


1915

1. Juni 1915

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt übernehmen gemeinsam die Direktion des „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße.

Das Engagement dauert bis 15. Dezember 1916.
Das sind fast eineinhalb Jahre. 

17. Juni 1915

München * Karl Valentins Ehefrau Gisela Fey ist bis 2. Mai 1916 an einem anderen Wohnort gemeldet.

??? August 1915

München * Liesl Karlstadt tritt als „chinesischer Salonkomiker“ auf.

„Mantsche, Mantsche, Pantsche ...“.

4. Dezember 1915

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Schau- & Sturzflüge im Zuschauerraum“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23.

Das Stück wird 98 mal aufgeführt.

Um den 5. Dezember 1915

München-Ludwigsvorstadt * Erste Projektionen von Karl Valentins „Komischen Lichtbildern“ im „Frankfurter Hof“, Schillerstraße 49.


1916

1916

München-Neuhausen * Umbenennung der „Firma Falk & Fey“ in „Münchner Möbelheim, vormals Falk & Fey“.

4. März 1916

München-Ludwigsvorstadt * Das Bühnenstück „Aus der guten alten Zeit - Unsere Bürgerwehr vor 100 Jahren“ von Karl Valentin und Alois Hönle hat im Kabarett Wien-München im Hotel Wagner in der Sonnenstraße Premiere. 

Die Regie führt Georg Rückert.

„Diese neue Idee von Karl Valentin soll nur bezwecken, das P.T. Publikum auf einige Stunden die jetzige schwere Zeit vergessen zu machen getreu dem alten Motto: ‚Lachen ist gesund‘“.

15. Dezember 1916

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt beenden ihr Engagement im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße. 

16. Dezember 1916

München-Lehel * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Annenhof“, in der Liebigstraße 22 auf.


1917

16. Januar 1917

München-Lehel * Karl Valentin eine Einladung an seinen ehemaligen Mäzen Dr. Ludwig Ganghofer und lädt ihn in den Annenhof ein:

 „Eine große Ehre würden Sie mir erweisen, wenn ich Herrn Doktor samt Familie zu einer meiner täglichen Vorstellungen im Annenhof Liebigstraße 22 einladen dürfte, und würde ich nach telefonischer Benachrichtigung die schönsten Plätze reservieren“

Ab 1. März 1917

München-Maxvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten vom 1. März 1917 bis zum 1. Oktober 1919 im „Serenissimus“ in der Akademiestraße auf. 

22. Dezember 1917

München-Schwabing * Annemarie Fischer, Karl Valentins spätere zweite Bühnenpartnerin, kommt zur Welt.

Die Familie wohnte in der Elisabethstraße 43.


1918

26. Juli 1918

München * Bei der „100. Lazarett- und Verwundeten-Vorstellung“ treten Karl Valentin und Liesl Karlstadt neben anderen Künstlern „Im Dienste des Roten Kreuzes“ im „Vereinslazarett der Münchener Rück-Versicherungs-Gesellschaft“ auf. 

8. August 1918

München * Liesl Karlstadt spielt erstmals den Kapellmeister in dem Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Theater in der Vorstadt“.

26. Oktober 1918

München * Für ihre „ersprießliche Tätigkeit im Dienste des Roten Kreuzes“ erhält „Frl. Elise Wellano, gen. Liesl Karlstadt, Humoristin“ das „König-Ludwig-Kreuz“ verliehen.

Karl Valentin und Liesl Karlstadt waren zuvor bei zahllosen „Weihnachts- und Vereinsfeiern, Wohltätigkeits-, Lazarett-, Kriegsfürsorge- und Heimkehrervorstellungen“ aufgetreten. 


1919

1919

Molsheim * Die Planungen und Entwürfe für den „Bugatti Royale Typ 41“ beginnen.

Ettore Bugatti will ein Luxusfahrzeug konstruieren, das, angetrieben von dem stärksten und laufruhigsten Motor seiner Zeit, der Konkurrenz von Rolls-Royce, Mercedes-Benz, Maybach und Cadillac überlegen ist.
Als Kundschaft hat Ettore Bugatti die europäischen Königshäuser und die Reichen der Zeit im Blick.

Es werden allerdings nur sechs Fahrzeuge gebaut werden. 

17. September 1919

München-Au * Am 17. und 18. September entstehen die ersten Schallplattenaufnahmen - im Trichterverfahren - mit Liesl Karlstadt und der Schallplattenfirma Polyphon im Festsaal der Paulanerbräu-Gaststätte München.

21. Dezember 1919

München * Karl Valentins „Gesuch um Ausstellung eines Waffenscheins“ wird von der Polizeidirektion genehmigt. 


1920

1920

München * Die Firma „Münchner Möbelheim, vormals Falk & Fey“ betätigt sich mit der „Einrichtung von Wohnungen nach eigenen Entwürfen, Handel und Kommissionshandel von Waren aller Art insbesondere Antiquitäten und Kunstgegenständen, außerdem Übernahme von Versteigerungen“.

1920

München * Der Stummfilm „Der Kinematograph“ mit Karl Valentin, August Junker und Alois Hönle in den Hauptrollen wird gedreht.

Der Film ist verschollen.


1921

1921

München * Der in diesem Jahr entstandene Karl-Valentin-Film „Drei Stunden im Himmel“ ist verschollen.

Um 1921

München * Karl Valentin, Liesl Karlstadt und August Junker spielen die Hauptrollen in dem Stummfilm „Zirkus Schnabelmann“.

Der Film ist verschollen.

1921

München * Dreharbeiten zu dem Stummfilm „Die Schönheitskonkurrenz oder: Das Urteil des Paris“ mit Karl Valentin und August Junker.

Um 1921

München * Karl Valentin spielt in dem Stummfilm „Der dritte Schlüssel“ einen Amtsdiener.

Der Film ist verschollen.

1921

München * Der Stummfilm „Der ‚entflohene‘ Hauptdarsteller“ entsteht.

Wahrscheinlich ist das Fragment „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ diesem verschollenen Film zuzuordnen.

1921

München-Milbertshofen„Die Rosenau“, das Gartenlokal in der Schleißheimer Straße 128, wird geschlossen.

Karl Valentin wird das Gartenlokal in seinem Bühnenstück „Das Brilliantfeuerwerk oder ein Sonntag in der Rosenau“ verewigen.

Februar 1921

München-Hackenviertel * Karl Valentin und Liesl Karlstadt gastieren bis Ende Januar 1922 im „Monachia“ am Karlstor.

2. Oktober 1921

München-Theresienwiese * Auf dem Münchner Oktoberfest betreibt Karl Valentin die von ihm entwickelte Froschbahn.


1922

1922

München * Liesl Karlstadt bringt die Idee zum „Firmling“ aus einem Zigarrenladen mit, in dem ein Mann aus Begeisterung über den Firmanzug seines Sohnes immer wieder auf die Theke schlägt und laut ausruft: „Der Bua probiert den Anzug - und stellen S‘Eahna vor - passt hat er!“

1922

München * Karl Valentins Stummfilm „Verfilmte Anekdoten“ entsteht.

Er ist verschollen.

Um 1922

München * Der Valentin-Stummfilm „Die harten Köpfe“ entsteht. 

Er ist verschollen.

1922

München-Neuhausen * Umfirmierung der ehemaligen „Firma Falk & Fey“ in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen „Transhand Transport- und Handels AG, vormals Falk & Fey“.

1. Februar 1922

München-Ludwigsvorstadt * Das Komikerpaar Valentin-Karlstadt tritt bis 15. August im „Germania-Brettl“ in der Schwanthalerstraße auf.

1. Juli 1922

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Das Christbaumbrettl“ im „Germania-Brettl“ in der Schwanthalerstraße 28.

Das Stück wird 193 Mal aufgeführt.

29. September 1922

München-Maxvorstadt * Das Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ des 24-jährigen Bert Brecht, wird unter der Regie von Otto Falckenberg in den „Münchner Kammerspielen“, damals noch in der Augustenstraße 89, uraufgeführt.

Das Stück spielt vor dem Hintergrund der revolutionären Kämpfe in Deutschland 1918/19. Bei der Uraufführung hängen im Zuschauerraum Plakate mit Aufschriften wie „Glotzt nicht so romantisch“.

Karl Valentin und Liesl Karlstadt sind bei der Premiere anwesend.
Das Stück wird am nächsten Tag unter Mitwirkung von Valentin/Karlstadt parodiert. 

30. September 1922

München-Maxvorstadt * Nach der Aufführung des Bert-Brecht-Bühnenstücks „Trommeln in der Nacht“ wird in den Münchener Kammerspielen in der Augustenstraße 89 in der Nachtvorstellung zwischen 22:00 und 23:30 Uhr die Uraufführung von „Die rote Zibebe. Improvisationen in zwei Bildern von Bert Brecht und Karl Valentin“ gezeigt.

Die  „Improvisationen“ bestehen laut Programmzettel im ersten Bild aus dem Bert-Brecht-Stück „Der Abnormitätenwirt“ und dem zweiten Teil „Weihnachtsabend“, der sich aus einer „Hochradnummer“ und dem Valentin-Karlstadt-Einakter „Das Christbaumbrettl“ zusammensetzt.

Für das Humoristenpaar Valentin-Karlstadt stellen die Auftritte in „Die rote Zibebe“ zugleich ihr Debüt auf einer Theaterbühne dar, womit ihnen erstmals der Sprung ins „richtige Theater“ gelingt. 

1. Oktober 1922

München-Maxvorstadt * Nach der Nachmittagsvorstellung des Dramas „Das Weib auf dem Tiere“ von Bruno Frank und schließlich nach der Abendvorstellung des Bühnenstücks „Helden“ von George Bernard Shaw wird jeweils „Die rote Zibebe. Improvisationen in zwei Bildern von Bert Brecht und Karl Valentin“ gezeigt.

Die „Improvisationen“ bestehen aus dem Bert-Brecht-Stück „Der Abnormitätenwirt“ und aus einer „Hochradnummer“ und dem Valentin-Karlstadt-Einakter „Das Christbaumbrettl“

5. Oktober 1922

München-Maxvorstadt * Das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Das Christbaumbrettl“ bleibt als „einaktiger Scherz“ weiterhin im Programm der Münchener Kammerspielen in der Augustenstraße 89 und wird zwischen dem 5. und 15. Oktober 1922 noch viermal in den legendären Nachtvorstellungen aufgeführt. 

9. Dezember 1922

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Der Firmling“ im „Germania-Brettl“ in der Schwanthalerstraße 28. 

Das Stück erlebt 395 Vorstellungen.

20. Dezember 1922

Berlin * Das Bert-Brecht-Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ wird im Deutschen Theater in Berlin aufgeführt.

Das Drama ist hier ein Misserfolg und wird schon nach wenigen Wochen abgesetzt. 


1923

1923

Hackenviertel * Eine erste Aufzeichnung des Auftritts von Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der „Monachia-Bühne“ zeigt „Orchester- und Fliegerszenen“.

Der Film ist verschollen.

Um 1923

Schwabing * Unter der Regie von Erich Engel und Berthold Brecht entsteht der Stummfilm „Die Mysterien eines Frisiersalons“.

Er wird auf dem Speicher eines Hauses in der Tengstraße gedreht.

Karl Valentin lässt den Film aus dem Verkehr ziehen, nachdem er zufällig entdeckt, dass eine amerikanische Groteske den gleichen Inhalt erzählt.
Worum es sich handelte, ist allerdings unklar.

1923

München * Der Stummfilm „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ wird gedreht.

14. Januar 1923

München * Johanna Maria Fey, Karl Valentins Mutter, stirbt.

1. März 1923

Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen bis 31. März in Wien bei „Leopoldi/Wiesenthal" in der Rotgasse.

1. Juni 1923

Zürich * Gastspielreise von Karl Valentin und Liesl Karlstadt nach Zürich, wo sie bis 15. Juni in der „Bonbonniere“ auftreten.

9. August 1923

München-Maxvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“ im „Steinickesaal“ in der Adalbertstraße 15.

Das Stück wird 67 Mal aufgeführt.

15. November 1923

Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben bis 15. Dezember ein Gastspiel im „chat noir“ in der Mariahilferstraße in Wien.


1924

1924

Planegg * Karl Valentin kauft in der Georgenstraße 2 in Planegg ein Landhaus um 14.000 Mark auf einem 1.440 qm großen Grundstück, das er auf seine Ehefrau Gisela Fey überschreiben lässt.

1. April 1924

München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Raubritter vor München“ in den „Kammerspielen“ in der Augustenstraße 89. 

Das Stück erlebt 284 Vorstellungen.

12. September 1924

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt machen sich zu einer Gastpielreise nach Berlin auf. 

15. September 1924

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Neuen Operettenhaus am Schiffbauerdamm in Berlin mit „Theater in der Vorstadt“ auf.  

7. Oktober 1924

München-Lehel * Karl Valentins Gesuch zur „Genehmigung zur Errichtung und zum Betriebe einer Rundfunkempfangsanlage in der Wohnung“ wird von der Polizeidirektion positiv beschieden. 


1925

Seit dem Jahr 1925

München * Karl Valentin beginnt - ohne Rücksicht auf finanzielle Belastungen - alte Fotgrafien von München zu sammeln.

Sigi Sommer überlieferte Valentins Ausspruch: „A oids Buidl vo München is mehra wert ois a Brilliant“.

1. Januar 1925

München-Graggenau * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Der Bittsteller“ in der „Bonbonniére“ in der Neuturmstraße 5. 

Das Stück wird 139 Mal aufgeführt.

4. April 1925

München-Graggenau * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Die beiden Elektrotechniker“, später „Der reparierte Scheinwerfer“ im  „Cherubin-Theater“ in der Maximilianstraße, Eingang Marstallstraße 7. 

Das Stück wird 296 Mal aufgeführt.


1926

1926

München * Hannes König tritt der „Kommunistischen Partei“ bei.

Er wird während der Zeit des Nationalsozialismus überwacht und hat Berufsverbot.

5. Mai 1926

München-Graggenau * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Brilliantfeuerwerk oder Ein Sonntag in der Rosenau“ im  „Schausspielhaus“ in der Maximilianstraße 26. 

Das Stück erlebt 256 Vorstellungen.

1. September 1926

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Rundfunkszene“, später „Der Antennendraht/Im Senderaum“ im  „Deutschen Theater“ in der Schwanthalerstraße 13. 

Das Stück wird insgesamt 498 Mal aufgeführt.

21. Dezember 1926

München * Theaterdirektor Hermann Haller, der im Berliner „Admiralspalast“ seine bekannte „Haller Revue“ aufführt, erwirkt am „Landgericht München I“ eine einstweilige Verfügung gegen das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Im Senderaum“

Es geht dabei um Plagiatsvorwürfe gegen Karl Valentin, wobei nicht der Münchner Komiker, sondern der Leiter des „Deutschen Theaters“, Hans Gruß, der das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“ aufgeführt hat, im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht. 

Hermann Haller behauptet in seiner Anklageschrift, dass Karl Valentin sein später entstandenes Bühnenstück „Im Rundfunksenderaum“ aus dem Sketch „Hinter den Kulissen des Rundfunks“ von Roland Jeans aus Hermann Hellers Revue „An und Aus“ geklaut hätte. 

Der Kläger verlangt die 

  • „Unterlassung der weiteren Karl-Valentin-Aufführungen“
  • „Rechnungslegung über die aus den bisherigen Aufführungen erzielten Einnahmen“ 
  • und natürlich „Schadensersatz“.

1927

Ab 1927

München * Erste Ausstellungen von Karl Valentins „Alt-Münchner Bildersammlung“.

5. Januar 1927

München * Das „Landgericht München I“ hebt in der „Widerspruchsverhandlung“ die einstweilige Verfügung wieder auf, die Hermann Haller gegen das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Im Senderaum“ am 21. Dezember 1926 erwirkt hatte. 

Theaterdirektor Hermann Haller zieht nach dieser Niederlage vor das „Oberlandesgericht München“
Und nachdem er auch dort nicht zu seinem Recht kommt, zieht er vor das „Reichsgericht“ in Leipzig. 

2. Mai 1927

München * Karl Valentin besucht eine Fahrschule zum Erwerb des Führerscheins.

Obwohl man ihm bestätigt, dass er „an 13 verschiedenen Tagen eine Gesamtstrecke von 150 km während eines Zeitraumes von im ganzen 8 ¾ Stunden unter Aufsicht auf öffentlichen Wegen und Plätzen gelenkt hat“, legt er - trotz dreimaliger Aufforderung - die Prüfung nicht ab. 

7. Juni 1927

München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Photoatelier“ im „Apollo-Theater“ in der Dachauer Straße 19.

Das Stück wird 348 Mal gespielt.


1928

1928

München * Dreharbeiten zur Stummfilmversion der „Orchesterprobe“ entstehen.

Der Film ist verschollen.

Um 1928

München * Der Stummfilm „In der Schreiner-Werkstätte“ entsteht.

In den Hauptrollen spielen Karl Valentin und Liesl Karlstadt.
Der Film, der Teil einer Tonfilmimitation ist, gilt als verschollen.

Ab dem Januar 1928

München-Graggenau * Karl Valentin soll im Januar und Februar insgesamt acht Mal die Rolle des „Froschs“ in der „Fledermaus“ übernehmen. 

Pro Auftritt sollte der Komiker eine Gage von 300 Mark erhalten.
Das entspricht dem Monatsgehalt eines verheirateten Beamten mit zwei Kindern.

Doch Karl Valentin schreibt dem „Generalintendanten der Bayerischen Staatstheater“, Erwin Georg Heinrich Karl Bonaventura Klemens Freiherr von Franckenstein einen Brief, in dem er das Engagement aus gesundheitlichen Gründen absagt. 

14. Januar 1928

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Berliner „Kabarett der Komiker“ auf.
Das Engagement ist ursprünglich bis zum 20. Februar geplant.

Vier Stücke spielt das Komikerpaar Valentin-Karlstadt:
„Der Firmling“, „Die Orchesterprobe“, „Der reparierte Scheinwerfer“ und „Im Senderaum“.  
Während die anderen Stücke Pulikumsrenner sind, fällt „Der Firmling“ bei den Berlinern durch.

Der Überredungskunst Liesl Karlstadts ist es zu verdanken, dass er dem Wunsch der Theaterleitung zustimmt und seine Auftritte bis Ende des Monats ausdehnt. 

Er erhält dafür - mit 350 Mark für täglich zwei Vorstellungen - die höchste Gage, die je einem Gaststar im „Kabarett der Komiker“ bezahlt worden ist.

Gutes Geld vermindert scheinbar das Heimweh des „Volkssängers“.

18. April 1928

Leipzig * Das „Reichsgericht“ in Leipzig beendet einen Rechtsstreit in letzter Instanz, in dem es um Plagiatsvorwürfe gegen Karl Valentin geht.

Der Prozess dauert bereits eineinhalb Jahre und ist vom Berliner Theaterdirektor vom „Admiralspalast“, Hermann Haller, mit „außergewöhnlicher Heftigkeit“ durch drei Instanzen durchgepeitscht worden.
Vom „Landgericht München I“ über das „Oberlandesgericht München“ bis hinauf zum „Reichsgericht“ in Leipzig.

Hermann Haller hat den Direktor des „Deutschen Theaters“ in München, Hans Gruß, verklagt, weil er das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“ aufführte und verlangt dafür Schadensersatz.  
Der Kläger behauptet, dass Karl Valentin sein Bühnenstück „Im Senderaum“ aus dem Sketch „Hinter den Kulissen des Rundfunks“ von Roland Jeans aus Hermann Hellers Revue „An und Aus“ geklaut hätte.

Das höchste deutsche Gericht kommt jedoch zur Auffassung, dass sich Valentins Werk grundlegend vom Sketch von Roland Jeans unterscheidet und es sich dabei um zwei völlig eigenständige Arbeiten handelt.
Der Plagiatsvorwurf gegenüber Karl Valentin und alle sonstigen Beschuldigungen werden vom Gericht als völlig haltlos zurückgewiesen.

In der Urteilsbegründung heißt es: Der Vergleich der beiden Stücke „beweise auf das bündigste, dass Karl Valentin nicht das vorbestehende Bühnenstück von Roland Jeans nachgeschrieben, sondern etwas völlig anderes eigenschöpferisch neu geschaffen habe“.  
Damit stellt das „Reichsgericht“ auch fest, dass Valentin gar nicht in der Lage ist, „etwas Vorgegebenes nachzumachen, gar nachzuschreiben oder auch nur nachzuspielen“

Juni 1928

Nürburgring * Beim „Großen Preis von Deutschland“ am „Nürburgring“ wird der „Bugatti Royale Typ 41“ erstmals öffentlich vorgeführt.

Das Auto ist sechs Meter lang, schluckt fünfzig Liter Benzin pro hundert Kilometer und erreicht dank seines 300 PS starken Motors eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. 

23. August 1928

München-Isarvorstadt * Uraufführung des als „technische Bühnenneuheit“ angepriesen Karl-Valentin-Stücks „Der Flug zum Mond im Rakentenflugzeug“ im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4.

Das Stück erlebt 64 Vorstellungen.


1929

1929

München * Der verschollene Film „Karl Valentins humoristische Wochenschau“ entsteht.

Um 1929

München * Der Stummfilm „Die beiden Musikal-Clowns“ nach der Originalszene „Die verhexten Notenständer“ von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entsteht.

1929

München * Der Stummfilm „Mit dem Fremdenwagen durch München“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt als „Erzähler“ und Josef Rankl als „Fremdenautoführer“ entsteht. 

Es ist der Anfangs- und Schlussfilm einer multimedialen Live-Darbietung mit Lichtbildern.
Er wird im Rahmen des von Walter Jerven moderierten Stummfilmprogramms „Aus der Kinderstube des Films“ gezeigt.

Februar 1929

München * Wiederentdeckung des Karl-Valentin-Stummfilms „Die lustigen Vagabunden“ aus dem Jahr 1914.

13. Februar 1929

München-Maxvorstadt * Premiere der Valentin-Karlstadt-Tonfilmimitation „In der Schreiner-Werkstätte“ im „Apollotheater“.

Während auf der Leinwand der Film läuft, wird dahinter die dazu passende Tonkulisse erzeugt. 
Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ schreiben dazu: „Man hört Hunderte verschiedene Geräusche, fallende Bretter, Suppenlöffel, Säge, Laufschritte usw.: sehr deutlich ist das, was gesprochen, gezankt wird; und sogar durchaus synchron“

3. März 1929

Berlin * Im Berliner Kino „Kapitol am Zoo“ werden die unter dem Titel „Aus der Kinderstube des Films“ zusammengefassten Karl-Valentin-Filme gezeigt. 

Der Münchner Komiker wird von der überregionalen Filmkritik gefeiert.

9. März 1929

Planegg * Karl Valentin vergrößert um 3.800 Mark seinen Planegger Besitz durch den Ankauf von weiteren 1.348 qm Grund.

April 1929

München * Walter Jerven, Johannes Eckhardt, Karl Valentin und Liesl Karlstadt gründen die „Karl Valentin Filmproduktion“.

3. April 1929

München-Maxvorstadt * Das „Apollo-Theater“ in der Dachauer Straße 19 wird geschlossen.

Mai 1929

??? * Der Valentin-Karlstadt-Stummfilm „Fern-Kino“ wird im „Filmpalast“ uraufgeführt.

Nach dem 29. Mai 1929

München * Uraufführung der „Wochenschau von Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Serie 14“.

Um September 1929

München-Geiselgasteig * Die Dreharbeiten zu Karl Valentins ersten langen Stummfilm „Der Sonderling“ beginnen. 

Ab dem 1. November 1929

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben ein Gastsspiel im „Kabarett der Komiker“ in Berlin. 

Im November geben sie das Bühnenstück „Im Photoatelier“

Ab dem 1. Dezember 1929

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen im Berliner „Kabarett der Komiker“ das Bühnenstück „Die Orchesterprobe“ (= „Tingeltangel“).

28. Dezember 1929

München * Uraufführung des Stummfilms „Der Sonderling“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen in drei Münchner Kinos. 

Der Film wird 1942 von der NS-Zensur wegen „Verletzung des künstlerischen Empfindens“ verboten.


1930

Spätestens seit 1930

München-Lehel * Der Komiker Karl Valentin beginnt „die mir noch in Erinnerung gebliebenen Erlebnisse aus meiner Jugend-, Jünglings- und Mannszeit“ zu sammeln.

Das geplante Buch, das „eine Reihe hübscher Jugendbegebenheiten, illustriert von Ludwig Greiner“ enthalten soll, wird so nie veröffentlicht.

Die „Süddeutsche Sonntagspost“ bringt ab dem 28. August 1932 einige Auszüge.

Erst 1951 werden „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ veröffentlicht.
Gerhard Pallmann gibt eine Zusammenstellung aus Karl Valentins Nachlass heraus. 

Um 1930

München-Maxvorstadt * Es entstehen Tonfilmprobeaufnahmen der Valentin-Soloszene „Der Feuerwehrtrompeter“ im „Arri-Atelier“ in München.

1930

München * Liesl Karlstadt wagt den künstlerischen Alleingang.

Sie nimmt professionellen Schauspielunterricht bei Adele Feldern-Förster.

Ab dem 1. Januar 1930

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Berliner „Kabarett der Komiker“ mit dem Bühnenstück „Clownsduett“ (= „Die verhexten Notenständer“) auf.  

Das Berliner Engagement endet am 15. Januar. 

3. November 1930

München-Isarvorstadt * Uraufführung des Karl-Valentin-Bühnenstücks „An Bord“ im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4.

Das Stück erlebt 188 Vorstellungen.

14. Dezember 1930

München-Graggenau * Otto Falckenberg holt Liesl Karlstadt an die „Münchner Kammerspiele im Schauspielhaus“ an der Maximilianstraße, wo sie die Rolle der um ihren Hund kämpfenden Frau Vogl in der Komödie „Sturm im Wasserglas“ schlüpft. 

Liesl Karlstadt vertritt Therese Giehse, die zu diesem Zeitpunkt ein Engagement in Berlin hat.


1931

1931

München-Au * Ludwig Weinberger junior, der zuvor sein Studium am „Technikum“ in Köthen abgeschlossen hat, tritt in das väterliche Karosserie-Unternehmen in der Au ein.

Fast gleichzeitig übernimmt Weinberger eine BMW-Vertretung.
Seit dieser Zeit werden fast nur noch BMW-Fahrgestelle mit Aufbauten – häufig offene Zweisitzer – versehen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg entstehen etwa 300 Karosserien.

Dr. Joseph Fuchs, der rennfahrende Chirurg aus Nürnberg, lässt sich von Ludwig Weinberger jun. einen Bugatti Typ 50 mit 4,9-Liter-Maschine karossieren.
Die schwarze Lackierung und die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder lassen das ohnehin niedrige Zweitüren-Cabriolet noch gestreckter erscheinen.

Die Gestaltung dieses Autos weist schon eine große Ähnlichkeit mit dem „Bugatti Royale“ auf. 

1931

Frankreich * Der Erste, der einen „Bugatti Royale“ kauft, ist der französische Industrielle Armand Esders. 

17. Januar 1931

München-Schwabing * Am 17. und 18. sowie vom 26. bis 28. Januar treten Karl Valentin und Liesl Karlstadt im „Goethesaal“ in der Leopoldstraße auf.

2. Februar 1931

München-Schwabing * Karl Valentin stellt den „Antrag zur Erteilung eines Bühnenspielbetriebs im Goethesaal“ in der Leopoldstraße 46a und begründet diesen mit seiner Asthmaerkrankung.

Doch selbst ein Künstler wie Karl Valentin muss sich den polizeilichen Vorgaben unterwerfen.
Er erhält zwar die „Konzession“, doch kleinliche behördliche Auflagen zwingen ihn schon bald wieder zur Aufgabe des Lokals.

Die „Feuerpolizei“ will ihm sogar eine wichtige Pointe aus dem Bühnenstück „Im Photoatelier“ zunichte machen.
Sie verbietet Karl Valentin, dass das in der Szene vom Gehilfen abgeschnittene glühende Ende der Zigarette, die Valentin verbotenerweise im Atelier raucht, auf den Boden fällt und sich durch seine Rauchentwicklung verrät, was zu Valentins Ausrede führt, es handle sich dabei wohl um ein „Glühwürmchen“.

23. Februar 1931

München-Schwabing * Karl Valentin erhält die Konzession für eine „Valentin-Bühne im Goethesaal“.

28. Februar 1931

München-Ludwigsvorstadt * Offizielle Eröffnung von Karl Valentins und Liesl Karlstadts „Valentin-Bühne im Goethesaal“

Das Unternehmen entwickelt sich im ersten Monat ganz gut.

22. April 1931

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Stummfilms „Die beiden Musikal-Clowns“ im „Deutschen Theater“ anlässlich der Tagung des „Reichsverbands Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer“

Der Film kommt nie in die Kinos.

23. April 1931

München-Schwabing * Das „Valentin-Karlstadt-Unternehmen im Goethesaal“ ist schon wieder am Ende. 

Ein Berg offener Rechnungen bleibt übrig.

26. April 1931

München * In der „Süddeutschen Sonntagspost“ heißt es zu Karl Valentins Scheitern im „Goethesaal“

„Seine Nervenzerrüttung ist in erster Linie auf die zahlreichen, fortgesetzten, paragraphenhaften, kleinlichen Reklamationen zurückzuführen, mit denen die Behörden ihm die Arbeit auf seiner eigenen Bühne erschwerten“.

30. April 1931

München * In einem aus einer Zeile bestehenden Brief an die Polizeidirektion gibt Karl Valentin - knapp zwei Monate nach der Eröffnung - seine „Konzession für einen Spielbetrieb im Goethesaal“ in der Leopoldstraße 46a wieder zurück. 

Juli 1931

München * Es kommt zum „Katholischen Bildersturm“ gegen ein ausgestelltes Szenenfoto aus dem Valentin-Stück „Der Firmling“.

Die katholische Kirche hatte in der Presse verlautbaren lassen, dass das Bild „eine unwürdige und verzerrende Verletzung des heiligen Sakraments der Firmung“ darstelle.

Karl Valentin droht München zu verlassen.

Um den 23. Dezember 1931

München * Der Fotoband „Das Karl Valentin Buch“ erscheint im „Verlag Knorr & Hirth“.

Der überdimensionale Untertitel des Buches lautet:
„Erstes und einziges Bilderbuch von Karl Valentin über ihn und Lisl Karlstadt mit Vorwort und ernsthafter Lebensbeschreibung und Bildunterschriften von ihm selbst, sowie zwei Aufsätzen von Tim Klein und Wilhelm Hausenstein“


1932

1932

München-Au * Ludwig Weinberger junior macht den Zwanzig-Mann-Betrieb in der Zeppelinstraße 41 in der Autowelt über Nacht berühmt.

Der Nürnberger Modearzt Dr. Joseph Fuchs, der bereits auch einige Rennen mit kleineren „Bugatti-Rennwagen“ gefahren ist, lässt in der Werkstatt in der Au sein „Bugatti Royale“-Fahrgestell (Typ 41) mit einer imposanten Karosserie versehen.

Das Chassis 41-121 ist das erste Fahrgestell der „Bugatti-Royale“-Serie, das nur einen Aufbau erhält.

Das Luxusauto erhält eine Cabriolet-Karosserie mit langer Motorhaube und knapp geschnittenem Fahrgastabteil.
Das Auto wird mit einer schwarzen Lackierung, die auch die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder aufweist, und hellem Verdeck ausgeliefert.
Die Sitze werden mit grobporigem Schweinsleder bezogen.
Die Kühlermaske und die Stoßstangen sind verchromt.

Drei Monate dauert die Herstellung der „Karosserie“, die etwa 7.000 RM kostet.
Das Fahrgestell für das Auto der Luxusklasse war rund 75.000 RM teuer.
Der Gesamtpreis entspricht dem Wert von mehr als acht Einfamilienhäusern. 

12. Januar 1932

München-Isarvorstadt * Im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4, kommt die Valentin-Komödie „Er und Sie“ zur Uraufführung. 

Das Stück beruht im Wesentlichen auf dem Stummfilm „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ von 1923. 

Es erlebt 87 Vorstellungen.

16. Mai 1932

München-Geiselgasteig * Die Dreharbeiten für Karl Valentins und Liesl Karlstadts ersten abendfüllenden Tonfilm „Die verkaufte Braut“ in den „Emelka-Studios“ in Geiselgasteig dauern bis zum 5. Juli 1932.

Der Regisseur Max Ophüls versteht es ausgezeichnet, sich auf Valentins Textschwäche einzustellen.

4. Juni 1932

München * Zu Karl Valentins 50. Geburtstag trägt Liesl Karlstadt ein langes und liebevolles Geburtstagsgedicht vor. 

16. August 1932

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die verkaufte Braut“ im Phoebus-Palast und im Gloria-Filmpalast“

Ab dem 16. August 1932

München * Liesl Karlstadt steht in dem Stück „Die drei Gschpusi der Zenta“ mit großem Erfolg auf der Bühne.

Karl Valentin hält von diesen „Eskapaden“ nicht sehr viel.

28. August 1932

München * In der „Süddeutschen Sonntagspost“ erscheinen unter dem Titel „Karl Valentin der Lausbub“ die Jugenderinnerungen des großen Komikers.

Ab 26. November 1932

München-Geiselgasteig * Der 29-Minuten-Film Im Photoatelier, nach der gleichnamigen Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt, wird in Geiselgasteig gedreht.

Dezember 1932

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im „Deutschen Theater“ in der Raubritter-Revue „Wie‘s früher war“ auf.


1933

1933

München-Lehel - München-Haidhausen * Karl Valentin zieht von der Kanalstraße 8 im Lehel in die Sckellstraße 1, direkt hinter dem Maximilianeum, nach Haidhausen um.

1933

München * Karl Valentin arbeitet an seiner Fotosausstellung „Alt-München in der Photographie 1850 - 1900“.

1933

München-Haidhausen - München-Lehel * Karl Valentin zieht von der Sckellstraße 1 an den Mariannenplatz 4 im Lehel.

3. Januar 1933

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Im Photoatelier“ in München.

30. Januar 1933

Berlin * Der Tag der sogenannten „Machtübernahme“.

Adolf Hitler wird vom „Reichspräsidenten“ Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg zum „Reichskanzler“ ernannt.
Er leitet eine Koalitionsregierung bestehend aus NSDAP, DNVP und „Stahlhelm“.

Februar 1933

München * „Snip, der Springende Punkt“, ein Reklamefilm der „Austria Tabak“ mit Karl Valentin entsteht.

19. März 1933

München-Graggenau * Liesl Karlstadt steht in den „Kammerspielen“ für Therese Giehse auf der Bühne, weil diese - aufgrund ihrer jüdischen Abstammung - in die Schweiz emigrieren musste.

27. April 1933

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Stücks „Ehescheidung vor Gericht“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“, Sonnenstraße 23.

Innerhalb von 15 Minuten tritt Liesl Karlstadt als Ehemann, Ehefrau, Sohn, preußischer Untermieter und als „Ratschkathl“ auf.
Das Stück wird in 64 Vorstellungen aufgeführt.

5. Juli 1933

München-Geiselgasteig * Karl Valentin und Liesl Karlstadt nehmen den 23-Minuten-Film „Orchesterprobe“ in Geiselgasteig auf.
Regie: Carl Lamac. 

21. Oktober 1933

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Bühnenstücks „Der Theaterbesuch“ im „Kabarett Wien-München“, im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23.

Das Stück wird 156 Mal aufgeführt.

27. November 1933

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Die Orchesterprobe" in Berlin im Beiprogramm zu „Glückliche Reise“.

Dezember 1933

München-Geiselgasteig * Dreharbeiten zu dem Film „Es knallt“ mit Karl Valentin als Fürst und Kunstschützen sowie Liesl Karlstadt als Wirtin in den Hauptrollen.


1934

1934

Nürnberg * Der Nürnberger Arzt Dr. Joseph Fuchs muss nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten - aufgrund seiner „jüdischen Abstammung“ - emigrieren. 

Seinen „Bugatti Royale“ nimmt er mit ins Exil, das ihn über die Schweiz, Shanghai und Kanada nach New York führt. 

1934

München * Nach seiner Originalszene „Der Zithervirtuose“ wird im Münchner „Arri-Atelier“ der gleichnamige Film gedreht. 

Karl Valentin spielt den Zithervirtuosen, Adolf Gondrell den Ansager.

Anfang Januar 1934

München-Geiselgasteig * Die Arbeiten zum Film „Der Theaterbesuch“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen beginnen. 

Der Film dauert 23 Minuten.
Die Regie führt Joe Stöckel.

31. Januar 1934

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Beim Rechtsanwalt“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23. 

Das Stück erlebt insgesamt 138 Vorstellungen.

Februar 1934

München * Karl Valentin und Liesl Karlstadt beteiligen sich mit einem Wagen am "Münchner Faschingszug"

Er ist mit Gerümpel vollgestellt und trägt die Aufschrift: "Entschuldigung wir sind mit dem Wagen nicht fertig worn".

Februar 1934

München-Geiselgasteig * Der 19-Minuten-Film „Im Schallplattenladen“ nach der gleichnamigen Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entsteht unter der  Regie von Hans H. Zerlett.

17. März 1934

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin beantragt die Konzession für sein „Panoptikum“ in den Kellerräumen des „Hotels Wagner“ in der Sonnenstraße. 

Als Unternehmer gibt er an: „Karl Valentin (Fey) Schauspieler, Liesl Karlstadt (Wellano) Schauspielerin, Eduard Hammer Universitätsplastiker und Gebrüder Wagner, Besitzer des Hotels Wagner“.
Die Illustrationen für das „Panoptikum“ fertigt Ludwig Greiner.

9. April 1934

München * Die „Polizeidirektion“ bewilligt die Konzession für Valentins „Panoptikum“ für die Zeit vom 1. Mai bis 31. Dezember 1934.

11. April 1934

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Der Theaterbesuch“ im „Primus Palast“ in Berlin als Beiprogramm zu „Achtung, wer kennt diese Frau“.

17. April 1934

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Es knallt“ im „Atrium" in Berlin im Beiprogramm zu „Die vertauschte Braut".

Mai 1934

München-Geiselgasteig * In Geiselgasteig entsteht der Film „So ein Theater/Vorstadttheater“ mit Karl Valentin als Geiger und Liesl Karlstadt als Kapellmeister in den Hauptrollen.

Ab 29. Mai 1934

München-Geiselgasteig * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen die Hauptrollen in dem 21-Minuten-Film „Der verhexte Scheinwerfer“, der in Geiselgasteig gedreht wird. 

Er entsteht nach der Originalszene „Der reparierte Scheinwerfer“ des Komikerduos.

29. Mai 1934

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Film „Im Schallplattenladen“ wird in Berlin im „Primus-Palast“ und im „Titania-Palast“ im Beiprogramm zu „Bei der blonden Kathrein“ uraufgeführt.

29. Mai 1934

München-Geiselgasteig * In Geiselgasteig entsteht in zwei Tagen der 22 Minuten dauernde Film „Der Geizhals/Der Geizige“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen. 

Der Film ist verschollen.

Nach dem 20. Juni 1934

München * Der inzwischen verschollene Karl-Valentin-Film „Der Geizhals/Der Geizige“ feiert Premiere.

Nach dem 31. Juli 1934

München * Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der verhexte Scheinwerfer“.

Nach dem 31. Juli 1934

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „So ein Theater/Vorstadttheater“ wird uraufgeführt.

August 1934

München-Geiselgasteig * Dreharbeiten zu dem Film „Der Firmling“ im „Arya-Atelier“

Karl Valentin spielt den Vater, Liesl Karlstadt dessen Sohn Pepperl.

14. Oktober 1934

München * Liesl Karlstadt übergibt ihrem Bühnenpartner Karl Valentin 4.000.- Mark - zinsfrei - für das „Panoptikum“

Dafür erhält das „Frl. Karlstadt von den Einnahmen auf die Zeitdauer des Unternehmens ein Drittel Gewinnanteil“.

21. Oktober 1934

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin eröffnet in den Kellerräumen des „Hotels Wagner“ in der Sonnenstraße sein „Panoptikum“, einen „Kuriositäten- und Schauerkeller“, mit dem angeschlossenen Nachtlokal „Die Hölle“ mit „Barbetrieb und Höllenmusik“.

9. November 1934

München - Berlin * In einem Brief an den Präsidenten der „Reichsfilmkammer“ schreibt Karl Valentin, dass es „1927 einem gewissen Walter Jerven (richtiger Name: Samuel Wucherpfennig) [gelang], das Bankhaus Löwenthal und Walther zur Finanzierung eines Valentin-Films ‚Der Sonderling‘ heranzuziehen“.

Aufgrund der Zeilen musste der Angegriffene, der eigentlich Wilhelm Wucherpfennig hieß und sich 1924 in Walter Jerven umbenannte, seine arische Abstammung nachweisen.

Zum Glück war das für ihn kein Problem, denn sonst hätte er mit Konsequenzen rechnen müssen. 

Dezember 1934

München * Liesl Karlstadt ist wegen „Depressionen“ bei Dr. Leonhard Seif und Dr. Oskar Wolfram in ärztlicher Behandlung.

4. Dezember 1934

München-Ludwigsvorstadt * In Karl Valentins „Panoptikum“ ist auch die Nachbildung der im „Gefängnis Stadelheim“ verwendeten „Fallschwertmaschine“ (= „Guillotine“) ausgestellt.
Der „Nachrichtergehilfe“ Donderer erklärt dem Publikum die Tötungsvorrichtung.

Nun fragt das „Bayerische Justizministerium“ beim „Innenministerium“ an, ob die Genehmigung der Darstellung der Hinrichtung weiterhin aufrecht erhalten werden soll.

Gleichzeitig wird ausgeführt, dass „der bisherige Nachrichtergehilfe Donderer [...] künftig zur Vollstreckung von Todesurteilen nicht mehr herangezogen werden [wird]“

Er wird wegen seiner Erklärertätigkeit im „Panoptikum“ aus dem Staatsdienst entlassen. 

14. Dezember 1934

Berlin * Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der Firmling“ im „Ufa-Pavillon“ am Nollendorfplatz in Berlin, im Beiprogramm zu „Schach der Eva“.

Nach dem 21. Dezember 1934

München * Uraufführung des Karl-Valentin-Films „Der Zithervirtuose“.

31. Dezember 1934

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentins „Panoptikum“ wird geschlossen, nachdem die Konzession ausgelaufen ist.


1935

1935

München-Geiselgasteig * Der fünfminütige Film „Karl Valentin bei der Wahrsagerin“ entsteht.

Es handelt sich um einen selbstständigen Dialogsketch, in den Szenen aus „Kirschen in Nachbars Garten“ einmontiert wurden.

1935

München-Geiselgasteig * Unter der Regie von Erich Engels entsteht der Film „Kirschen in Nachbars Garten“ in den „Bavaria-Ateliers“ in Geiselgasteig.

Karl Valentin spielt einen Gärtner, Liesl Karlstadt eine Magd.

16. Februar 1935

München * Das „Bayerische Innenministerium“ hat mit der Ausstellung der Nachbildung der im „Gefängnis Stadelheim“ genutzten „Fallschwertmaschine“ in Karl Valentins „Panoptikum“ keinerlei Probleme.

Denn: „Der unbefangene Besucher kommt bei der Besichtigung dieser Hinrichtungsszene wohl nicht auf den Gedanken, dass die Darstellung genau der Wirklichkeit entspricht, vielmehr hält er sie, wie auch die sonstigen Gegenstände des Juxmuseums für ein Erzeugnis der verschrobenen Fantasie des Ausstellers Valentin. 

Durch ein Verbot dieser Hinrichtungsszene würden zweifellos mehr abträgliche Wirkungen ausgelöst werden, als durch deren Weiterduldung“

6. April 1935

München-Lehel * An der Prinzregentenbrücke wird vormittags um 9 Uhr eine junge Frau aus der Isar gezogen, die sich das Leben nehmen wollte: Liesl Karlstadt.

4. Mai 1935

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin eröffnet sein „Panoptikum“ erneut.

September 1935

München * Die „Valentin-Zeitung“, in der Originaltexte, Witze und Erinnerungen von Karl Valentin publiziert werden, erscheint einmalig.

Weil das Erscheinungsdatum mit „nur Hie und Da“ angegeben ist, wird die „Valentin-Zeitung“ von den Nationalsozialisten - mit der offiziellen Begründung des presserechtlich unzulässigen Impressums - verboten.

13. September 1935

Dachau * Karl Valentins Schwiegersohn Ludwig Freilinger wird zusammen mit drei Freunden im „KZ Dachau“ inhaftiert.  

Die Vier hatten den Aufhausener Bürgermeister der Veruntreuung von Teilen der „Winterhilfssammlung“ verdächtigt und sind dann wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ in „Schutzhaft“ genommen worden.

Der Komiker hat gegenüber dem Schlosser ein angespanntes Verhältnis, weil er ihm nicht den richtigen Mann für seine Tochter Gisela sieht. 

16. November 1935

München-Ludwigsvorstadt * Das „Panoptikum“ Karl Valentins im „Hotel Wagner“ schließt - wegen Erfolglosigkeit - endgültig.

1. Dezember 1935

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt absolvieren bis 12. Dezember im „Kabarett der Komiker“ in Berlin ein Gastspiel.

20. Dezember 1935

Berlin * Die Premiere des unter Beteiligung von Karl Valentin und Liesl Karlstadt gedrehten Films „Kirschen in Nachbars Garten“ findet im „Titania-Palast“ in Berlin statt.


1936

Januar 1936

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben ein Gastspiel im Berliner „Kabarett der Komiker“.  

Sie spielen: „Im Photoatelier“, „Im Senderaum“ und „Theater in der Vorstadt“ (= „Tingeltangel“). 

Februar 1936

München * Der Film „Beim Rechtsanwalt“, nach einer Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entsteht im „Arri-Atelier“.

Valentin spielt einen Bauern, die Karlstadt seine Tochter. Den Rechtsanwalt stellt Reinhold Bernt dar.

21. Februar 1936

Dachau * Ludwig Freilinger, Karl Valentins Schwiegersohn, wird aus der „Schutzhaft“ aus dem „KZ Dachau“ entlassen. 

Und zwar Monate vor seinen ebenfalls inhaftierten Freunden. 

26. Februar 1936

München-Geiselgasteig * Dreharbeiten zu dem 17 Minuten langen Film „Die karierte Weste“ mit Karl Valentin als Trödler und Liesl Karlstadt als seine Frau in den Hauptrollen. 

Regie führt Erich Engels.

27. Februar 1936

München-Geiselgasteig * Der 19 Minuten lange Streifen „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“ entsteht.

Als Darsteller treten in dem Film auf: Karl Valentin als Herr Meier, Liesl Karlstadt als Nervenarzt, Bäcker und Ober sowie Reinhold Bernt als Bäckergeselle.
Regie führt Erich Engels.

März 1936

München-Geiselgasteig * Unter der Regie von Ralf Raffé entsteht nach der gleichnamigen Originalszene der Kurzfilm „Das verhängnisvolle Geigensolo“.

In dem 20-Minuten-Streifen spielt Karl Valentin den Solisten und Liesl Karlstadt den Gerichtsvollzieher.

April 1936

München-Geiselgasteig * Dreharbeiten zu den Valentin-Karlstadt-Filmen „Straßenmusik“ und „Die Erbschaft“.

Nach dem 24. April 1936

München * Der Kurzfilm „Das verhängnisvolle Geigensolo“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen wird uraufgeführt.

Mai 1936

München-Geiselgasteig * In den „Bavaria-Filmstudios“ in Geiselgasteig entsteht der 21 minütige Film „Die Erbschaft“ nach der gleichnamigen Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

Regie führt Jacob Geis.

Nach dem 8. Mai 1936

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Beim Rechtsanwalt“.

19. Mai 1936

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Die karierte Weste“ hat Premiere.

Nach dem 18. Juni 1936

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“.

Der Film läuft zeitweise im Beiprogramm zu „Drei tolle Tage“.

Juli 1936

München * Dreharbeiten an dem 16-Minuten Valentin-Karlstadt-Film „Musik zu Zweien“ im „Arri-Atelier“.

Der Film wurde während der NS-Zeit nicht öffentlich aufgeführt. Er lag auch nie der Zensur vor.

Juli 1936

München * Karl Valentin spielt den Herrn Brandstetter, Liesl Karlstadt den Kommerzienrat in dem 15-Minuten-Film „Der Bittsteller“.

Die Regie führt Erich Engels. Gedreht wird der Streifen im „Arri-Atelier“.

10. Juli 1936

München-Hackenviertel * Uraufführung des Films „Straßenmusik“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im „Ufa-Theater Sendlingertor-Lichtspiele“.

August 1936

Berlin-Marienfelde * Im „Terra-Atelier“ in Berlin-Marienfelde entsteht der Erich-Engels-Spielfilm „Donner, Blitz und Sonnenschein“ unter Beteiligung von Karl Valentin als Schneidermeister Huckebein und Liesl Karlstadt in der Rolle seiner Frau Barbara.

August 1936

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Film „Die Erbschaft“ wird von der NS-Filmzensur wegen „Elendstendenzen“ verboten.

21. September 1936

München * Der Valentin-Karlstadt-Kurzfilm „Die Erbschaft“ wird von der nationalsozialistischen Zensur verboten.

30. Oktober 1936

München * Uraufführung des abendfüllenden Spielfilms „Donner, Blitz und Sonnenschein“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Münchner „Atlantik-Filmpalast“.


1937

Februar 1937

München * Karl Valentin schmückt einen Festwagen für den „Münchner Faschingszug“.

Darauf türmt sich ein Verkehrsschilderchaos.
Darunter steht geschrieben: „I kenn mi nimmer aus“.

Mitten zwischen den Verbots- und Gebotsschildern steht ein einsamer Wegweiser: „Nach Dachau“.

18. Juni 1937

München-Hackenviertel * Karl Valentins „Panoptikum“ ist umgezogen und befindet sich jetzt im Färbergraben 33. 

25. Juli 1937

München * Karl Valentin beklagt sich in einem Brief an Hans H. Zerlett, dem Regisseur des Films Im Schallplattenladen, über seine eigene finanzielle Lage. Darin greift er Heinz Rühmann an: 

„Herr Rühmann (bitte um Diskretion) spielt jährlich mindestens drei Filme á 20.000.- Mark. Seine Frau soll nicht arischer Abstammung sein. Warum hat [...] dieser Mann den Vorzug? Soll ich mich noch scheiden lassen und eine andersrassige Dame heiraten?“

November 1937

München-Geiselgasteig * Erich Engels führt Regie in dem 20-Minuten-Film „Ewig Dein“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

Gedreht wird in Geiselgasteig.
Der Film ist bis auf ein 58 Meter langes Fragment verschollen.

Um den Dezember 1937

München-Au - New York * Der von Ludwig Weinberger gestaltete „Bugatti Royale“ erleidet infolge eines eingefrorenen Kühlsystems einen kapitalen Motorschaden.

Schließlich gelangt der Wagen auf einen Schrottplatz in der Bronx. 

Dezember 1937

München * Im „Arri-Atelier“ entsteht der Werbefilm „Braunkohlesyndikat“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

Der Film ist verschollen.


1938

Um 1938

München-Geiselgasteig * Im Auftrag des „Deutschen Sparkassen- und Giroverbands“ entstehen die 3-Minuten-Werbefilme „Selbst Valentin macht mit“ und „Nur nicht drängeln“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen.

Um 1938

München-Geiselgasteig * Nicht sicher ist der Entstehungszeitpunkt des Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Der Antennendraht/Im Senderaum“.

Regie führt Joe Stöckl.
Er könnte aber bereits 1937 entstanden sein.

1938

München * Mit dem Stück „Architekt Sachlich“ kritisiert Karl Valentin die Monumental-Architektur der Nationalsozialisten.

Um 1938

München * Nicht sicher ist der Entstehungszeitpunkt des Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Der Antennendraht/Im Senderaum“.

Regie führte Joe Stöckl.
Der könnte bereits 1937 entstanden sein.

1938

München-Neuhausen * Die Firma „Transhand Transport- und Handels AG, vormals Falk & Fey“ wird in eine „oHG“ (offene Handelsgesellschaft) umgewandelt.

4. April 1938

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Der Bittsteller“ liegt erst zwei Jahre nach seiner Entstehung der Zensur vor. 

Obwohl der Film nicht verboten wird, kommt er nicht zur öffentlichen Aufführung.

1. Mai 1938

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung der Valentin-Karlstadt-Groteske „Der Umzug“ im „Deutschen Theater“, Schwanthalerstraße 13.

Das NS-System zensiert den ursprünglichen Schluss des Stücks, als ein Abrissbagger auf die Bühne rollt.
Das Stück wird insgesamt 78 Mal aufgeführt.

31. Oktober 1938

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Der Antennendraht/Im Senderaum“ liegt der Zensur vor.

Laut Karl Valentin wurde der Film während der Nazi-Zeit nicht öffentlich aufgeführt.

November 1938

München * In dem Dokumentarfilm „München 1938“ hat Karl Valentin einen Kurzauftritt mit dem Titel „Nacht der Amazonen“.

Dezember 1938

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten letztmals eine Gastspielreise nach Berlin an.

Sie treten wieder im „Kabarett der Komiker“ auf.


1939

23. April 1939

Augsburg * Während eines Gastspiels mit Karl Valentin im „Apollotheater“ in Augsburg bricht Liesl Karlstadt zusammen. 

Daraufhin zieht sie sich von der Bühne zurück.

Karl Valentin lässt umgehend Annemarie Fischer aus München kommen und besetzt die Karlstadt-Rolle bis zur Beendigung des Engagements am 30. April mit ihr.

24. Mai 1939

München * Der Dokumentarfilm „München 1938“ erlebt im „Phoebus-Palast“ seine Premiere. 

Das war die einzige Vorführung, da er auf persönlichen Wunsch Adolf Hitlers verboten wurde.

Ab 11. Juni 1939

München-Isarvorstadt * Karl Valentin tritt in Eduard Künneckes „Glückliche Reise“ im „Theater am Gärtnerplatz“ als „Radfahrer“ auf.

17. Juli 1939

München-Hackenviertel * Karl Valentin hat seinem „Panoptikum“ im Färbergraben 33 einen neuen Spielort für seine Stücke hinzugefügt. 

Die „Ritterspelunke“ ist eine Verbindung von Panoptikum, Kellerkneipe und Kabarett

Die „Ritterspelunke“ vereinigt das „Panoptikum“, eine Künstlerkneipe und den Theaterbetrieb.
„Zum Verlassen des Panoptikums kann der Ausgang kostenlos genützt werden, dagegen ist der Eintritt von 60 Rpf. am Eingang zu bezahlen“

28. August 1939

München * Karl Valentin verkauft um 20.000 Mark seine umfangreiche Fotosammlung an das „Münchner Stadtarchiv“.

6. Dezember 1939

München-Hackenviertel * Die Karl-Valentin-Szenenfolge „Ritter Unkenstein“ erlebt in der Ritter­spelunke am Färbergraben 33 ihre Premiere. Valentins neue Partnerin ist die junge Schauspielerin Annemarie Fischer.

Das Stück wird über einhundert Mal aufgeführt.


1940

1940

München * Als Karl Valentin im Rahmen einer „Wohltätigkeitsveranstaltung“ einige seiner dem „Stadtarchiv München“ verkauften Dias zeigen will, erklärt man ihm unmissverständlich, dass er mit dem Verkauf jegliche Rechte an seinen Fotos verloren hat.

Februar 1940

München-Isarvorstadt * Karl Valentin wird behördlicherseits aufgefordert, seinen Requisitenkeller im „Kolosseum“ zu räumen, da dort ein Luftschutzkeller eingerichtet werden soll.

Aus Wut und Verzweiflung zerstört oder verschenkt er daraufhin seinen gesamten Bühnenfundus.
Kurz darauf wird ihm mitgeteilt, dass er den Raum nun doch weiterhin nutzen kann.

März 1940

München-Isarvorstadt * Karl Valentin tritt als „Frosch“ in der „Fledermaus“ am „Gärtnerplatz-Theater“ auf.

April 1940

München - Berlin * Karl Valentin kündigt seine Mitgliedschaft in der „Reichsfachschaft Film“.

5. Juni 1940

München-Hackenviertel * Die letzte Vorstellung von Karl Valentins „Ritter Unkenstein“ in der „Ritterspelunke“ am Färbergraben. 

August 1940

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin tritt mit „Theater in der Vorstadt“ im „Deutschen Theater“ auf.

November 1940

München-Ludwigsvorstadt * Karl Valentin tritt mit „Der Theaterbesuch“ im „Deutschen Theater“ auf.

30. November 1940

München-Hackenviertel * Karl Valentins „Panoptikum“ in der „Ritterspelunke“ am Färbergraben 33 schließt für immer. 

Dezember 1940

München-Graggenau * Liesl Karlstadt spielt - äußerst erfolgreich - in der Revue „Münchner G‘schicht‘n“ in Adolf Gondrells „Bonbonniere“.


1941

Anfang ??? 1941

Ehrwald * Nach einer neuerlichen Krankheit sucht Liesl Karlstadt Erholung bei einem Bekannten in Ehrwald. 

Hier freundet sie sich mit den Soldaten eines „Gebirgsjägertrupps“ an, der auf der „Ehrwalder Alm“ stationiert ist. Besonders die Maultiere, die „Mulis“, haben es ihr angetan.

Die Soldaten nehmen Liesl Karlstadt in ihre Gemeinschaft auf, geben ihr den Namen „Gustav“ und ernennen sie zum „Obergefreiten“.

Sommer ??? 1941

München-Lehel - Grünwald * Aus Angst vor Bombardierungen zieht Karl Valentin vom Mariannenplatz 4 ins Grünwalder „Schlosshotel“, wo er sich mit den Vorarbeiten zur Verfilmung seines Theaterstücks „Ritter Unkenstein“ beschäftigt.

24. Januar 1941

München * Das von Karl Valentin an diesem Tag aufgenommene „Soldatenmarschlied“ wird von der nationalsozialistischen Zensur für jede Ausstrahlung gesperrt. 

In dem Lied überzeichnet der den Soldatenalltag aus Sicht der Machthaber zu ironisch und desillusionierend. 

Juni 1941

München-Geiselgasteig * Hans Albin führt Regie für den 17-Minuten-Film „Der Tobis-Trichter - Volkstum aus deutschen Gauen“.

Der Film enthält neben Auftritten von Adolf Gondrell, Weiß-Ferdl und anderen den Valentin-Karlstadt-Sketch „In der Apotheke“.

19. August 1941

Berlin * Der Film „Der Tobis-Trichter - Volkstum aus deutschen Gauen“ wird im Berliner „Tauentzien-Palast“ uraufgeführt. 

Der Film enthält neben Auftritten von Adolf Gondrell, Weiß-Ferdl und anderen den Valentin-Karlstadt-Sketch „In der Apotheke“
Hans Albin führt Regie für den 17-Minuten-Film. 

16. November 1941

München-Maxvorstadt * Karl Valentin tritt im Rahmen der „Winterhilfswerk“-Veranstaltung „Heiterkeit und Fröhlichkeit in der Manege“ im „Zirkus Krone“ auf.

Die Veranstaltung wird am 23. November wiederholt.


1942

Januar 1942

München-Hackenviertel * Die „Ritterspelunke“ von Karl,Valentin wird an einen Herrn Reintjes vermietet.

9. April 1942

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Stummfilm „Der Sonderling“ aus dem Jahr 1929 wird von der NS-Zensur wegen „Verletzung des künstlerischen Empfindens“ verboten.

4. Juni 1942

München-Lehel * Karl Valentin feiert im „Ketterl“ seinen 60. Geburtstag.

Liesl Karlstadt schreibt ihre eher unpersönlich gehaltenen Geburtstagsgrüße auf eine Autogrammkarte:  
„Zum 60. Geburtstag gratuliere ich und wünsche dir alles Gute - Gesundheit und noch viele schöne Jahre. Möge dir alles in Erfüllung gehen, was du dir selbst wünscht.
Deine Partnerin Liesl Karlstadt“
 


1943

1943

New York * Der „General-Motors-Ingenieur“ Charles Chayne erwirbt den „Bugatti Royale“ vom Schrottplatz in der New Yorker Bronx. 

Sommer 1943

München-Lehel - Grünwald * Das „Luftgaukommando“ wird von der Prinzregentenstraße nach Grünwald verlegt, weshalb die Gäste des „Schlosshotels“ ausquartiert werden.

Darunter auch Karl Valentin.

1. September 1943

Planegg * Karl Valentin verlegt seinen Wohnort in sein Landhaus in der Georgenstraße 2 in Planegg.

Seine Wohnung am Mariannenplatz 4 ist laut polizeilichem Meldebogen „z.Zt. vermietet“.

November 1943

München * Karl Valentin erhält von Dr. Hans Frank, dem „Generalgouverneur für Polen“ eine Einladung vor bayerisch-österreichischen Soldaten in Krakau aufzutreten.

Karl Valentin lehnt dies mit mit Hinweis auf seinen schlechten Gesundheitszustand ab.


1945

Nach 1945

München * Die Brüder Hopp strengen einen Prozess zur Firmenauseinandersetzung und Auflösung der „oHG“ an.

Daraus entstehen für jeden eine Firma:

  • Das „Transhand-Möbelhaus, Inhaber Christian Hopp“ und
  • die „Transhand, Transport und Lagerei, vormals Falk & Fey, Inhaber Robert Hopp“.
April 1945

München-Neuhausen * Nach fünf Luftangriffen ist von der Firma „Transhand Transport- und Handels oHG, vormals Falk & Fey“ nur mehr ein „Tempo-Dreirad-Lieferwagen“ und zwei Lagerhäuser übrig geblieben.

8. Mai 1945

Deutschland * Der „Tag der bedingungslosen Kapitulation“.

Der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland verloren.

Ab 20. November 1945

München * Liesl Karlstadt spielt im „Volkstheater“ in dem Stück „Sturm im Wasserglas“.

Um Dezember 1945

Planegg * Karl Valentin träumt von der Errichtung eines eigenen Filmateliers. 

Es bleibt beim Träumen.


1946

Ab dem 1946

München-Au - USA * Der von Ludwig Weinberger gestaltete „Bugatti Royale“ wird vom „General-Motors-Ingenieur“ Charles Chayne restauriert.
Dabei werden zahlreiche Änderungen und Eingriffe vorgenommen.

Technisch gehört dazu

  • der Ersatz des einzelnen „Schebler-Vergasers“ durch eine Anlage mit vier „Strombergvergasern“ und
  • die Umrüstung von mechanischen auf hydraulische Bremsen.
  • Der Umbau der Bremsen erfordert andere Felgen, denn Bugatti hat die Trommelbremsen des Originals in die aus Guss-Aluminium gefertigten Felgen integriert, um die ungefederten Massen zu reduzieren. 
  • Charles Chayne setzt auf die neuen Stahl-Felgen eigens angefertigte, verchromte Radkappen.

Zu den äußerlichen Veränderungen gehört eine Umlackierung auf perlmutt-weiß mit schwarzen Akzenten, schwarzem Verdeck und ebensolchem Koffer.

Auch den Innenraum überarbeitet Charles Chayne nach seinen Vorstellungen. 

1946

München * Die Hörfunkserie des Bayerischen Rundfunks „Es dreht sich um Karl Valentin“ wird nach Protestbriefen aus Hörerkreisen nach der fünften Folge wieder eingestellt.

Ab Februar 1946

München * Liesl Karlstadt hat eine Rolle in dem Stück „Das schwedische Zündholz“ übernommen.

Es wird im „Volkstheater“ aufgeführt.

26. Juni 1946

Freistaat Bayern * Bis 30. September 1946 unternimmt Liesl Karlstadt mit dem Stück „Das schwedische Zündholz“ eine ausgedehnte Tournee durch 56 bayerische Städte.

17. Oktober 1946

München * Liesl Karlstadt nimmt die Zusammenarbeit mit Karl Valentin wieder auf.

Zuerst mit gemeinsamen Rundfunkaufnahmen.


1947

21. Juni 1947

Planegg - Weihmichl * Karl Valentin schreibt an den Roider Jackl: „Es ist nicht damit abgetan, Ihre Verse mit ‚gescherte Gstanzl‘ zu betiteln - sie sind sogar tiefe Philosophie, unterlegt mit einer bäuerlichen Melodie - und so ist es richtig“

6. September 1947

München-Pasing * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten nach siebenjähriger Pause „anlässlich einer geschlossenen Veranstaltung in Pasing“ erstmals wieder gemeinsam auf.

11. Dezember 1947

München-Haidhausen * Karl Valentin und Liesl Karlstadt gastieren bis 15. Dezember im „Bunten Würfel“ in Haidhausen.


1948

1948

München * Der Zeichner und Bühnenbildner für Theater und Film, Hannes König, übernimmt den Landesvorsitz der „Gewerkschaft der geistig und kulturell Schaffenden“.

1. Januar 1948

München-Maxvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten bis 12. Januar gemeinsam im „Simpl“ auf.

22. Januar 1948

München-Haidhausen * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben bis 31. Januar ein Gastspiel im „Bunten Würfel“ an der Preysingstraße 42.

9. Februar 1948

Planegg * (Rosenmontag) Karl Valentin stirbt im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in Planegg.

11. Februar 1948

Planegg * (Aschermittwoch) Karl Valentin wird auf dem Friedhof in Planegg beigesetzt.


1949

1949

München * Der extrem sparsame Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer weigert sich für Karl Valentins Nachlass 10.000 Mark an die Witwe Gisela Fey zu zahlen.

1949

München * Hannes König regt an, bei Fußballspielen in der Halbzeit "Volkssänger" auftreten zu lassen.


1951

1951

München * Gerhard Pallmann gibt eine Zusammenstellung aus Karl Valentins Nachlass unter dem Titel „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ heraus.

1951

Planegg * Gisela Fey verkauft Teile ihres Planegger Grundstücks an den Bauunternehmer Leonhard Rupp, als sie nach Karl Valentins Tod in finanzielle Not geraten war.


1952

1952

München * Der Bayerische Rundfunk startet unter dem Titel „Der Haushaltslehrling“ eine neue Sendereihe mit Liesl Karlstadt als „Mutter Brandl“.

Die Sendung läuft jeden Donnerstag und wird ein Riesenerfolg.


1953

1953

München-Au * Der in der Zwischenzeit weltweit angesehene „Auto-Designer“ Ludwig Weinberger gibt aus Altersgründen den „Karosseriebau“ auf und zieht sich ins Privatleben zurück. 

Ludwig Weinberger hat - nach eigenesn Angaben - insgesamt etwa zehn Bugattis und fast 300 „BMW- Fahrgestelle“ karossiert.  

Das Anwesen in der Zeppelinstraße 41 bleibt auch weiterhin in Weinbergers Familienbesitz. 

1953

Köln-Wahn * Karl Valentins Nachlass kommt in das „Theatermuseum im Schloss Wahn“ bei Köln.

Mit Recht spotten die Kölner noch heute über das „engstirnige und kleinkarierte Verhalten“ der „Münchner Kulturbeauftragten und Stadtoberen“.

18. Oktober 1953

München-Angerviertel * Der „Karl-Valentin-Brunnen“ am „Viktualienmarkt“ wird enthüllt.


1956

Ab dem Jahr 1956

München * Jeden zweiten Samstag ist Liesl Karlstadt um 16:40 Uhr als „Frau Brandl“ in der Hörspielserie „Familie Brandl“ im Radio zu hören.


1958

1958

Dearborn * Der „General-Motors-Ingenieur“ Charles Chayne schenkt den restaurierten „Bugatti Royale“ dem „Henry Ford Museum“ in Dearborn, wo er noch bis heute eine der größten Attraktionen darstellt.

Er befindet sich noch immer in dem modifizierten Zustand, in dem ihn das Museum erhalten hat.

18. Juni 1958

München-Maxvorstadt * „800 Jahre und 5 Tage nach der Gründung der Stadt München“ wird im „Pavillon im Alten Botanischen Garten“ die „Karl-Valentingedächtnisausstellung“ eröffnet.

  • Gezeigt wird der Stummfilm „Der neue Schreibtisch“.  
  • Außerdem spielt Hannes König auf Karl Valentins Zither.  
  • Professor Carl Niessen, der im Jahr 1953 den Nachlass von Karl Valentin für das „Institut Theaterwissenschaft der Universität Köln“ erworben hatte, stellt Originale für die Ausstellung zur Verfügung. 
Oktober 1958

München-Au * Auf der Auer „Herbstdult“ präsentiert Hannes König in einem Zelt „Die Karl-Valentin-Ausstellung 2. Teil“.

Die Ausstellung ist so erfolgreich, dass Hannes König dem Münchner Zweiten Bürgermeister Adolf Hieber von der „Bayern-Partei“ einen Scheck über die erwirtschafteten Überschüsse überreichen kann.

Er erhält ihn sofort - als Startkapital für den Ausbau des „Isartor-Turmes“ - zurück.


1959

1959

München-Schwabing * Hannes König gründet die „Münchner Volkssänger-Bühne“.

Nach verschiedenen Spielorten findet sie in der „Max-Emanuel-Brauerei“ ihren festen Auftrittsort.

Hannes König führt Regie, schreibt Stücke neu oder um und entwirft sowie gestaltet die Bühnenbilder. 

Um Februar 1959

München-Graggenau - München-Angerviertel * Hannes König überzeugt Oberbürgermeister Thomas Wimmer vom Sinn und Zweck eines „Volkssänger- und Valentin-Museums“.  

Er erhält den südlichen Isartorturm, der damals noch eine Ruine war, zur mietfreien Nutzung. 

19. September 1959

München-Graggenau - München-Angerviertel * Um 11:01 Uhr eröffnet Hannes König im südlichen Turm des Isartores das „Valentin-Musäum“.


1960

27. Juli 1960

Garmisch * Liesl Karlstadt stirbt im Alter von 68 Jahren während einer Urlaubsreise in Garmisch.

30. Juli 1960

München-Obergiesing - München-Bogenhausen * Liesl Karlstadt wird unter größter Anteilnahme der Münchner Bevölkerung am Ostfriedhof beigesetzt.

Ihr Grab befindet sich inzwischen auf dem Bogenhausener Prominentenfriedhof.


1961

1961

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die Turmschreiber vergeben im Turmstüberl des Valentin-Musäums erstmals ihren Poetentaler

28. Juli 1961

München-Angerviertel * Der „Liesl-Karlstadt-Brunnen“ am Viktualienmarkt wird aufgedreht.

Hans Osel formte die Bronzefigur der langjährigen Partnerin von Karl Valentin.


1964

1964

München * Hannes König gründet zusammen mit Gurdun Köhl die „​Münchner Volkssängerbühne".


1967

1967

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das „Valentin-Musäum“ vergibt den „Blödsinnstaler“.  

Prämiert wird der „größte Blödsinn des Jahres“


1974

1974

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das „Valentin-Musäum“ bekommt Zuwachs und kann seither auch den nördlichen Turm für Ausstellungen und das Archiv nutzen.


1976

16. Mai 1976

München-Angerviertel * 40 Jahre nach Entstehen des von der Nazi-Zensur verbotenen Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Die Erbschaft“ wird dieser im „Münchner Stadtmuseum“ uraufgeführt.


1983

1983

München * Der „Turmschreiber-Kalender“ erscheint jährlich. 


1987

1987

München-Au * Weinbergers Familienbesitz in der Zeppelinstraße 41 geht an die Landeshauptstadt München über.


1989

11. Oktober 1989

München * Hannes König, der Gründer des „Valentin-Musäums“, stirbt.
An seinem Grab spielt man die „Internationale“

Gudrun Köhl leitet das „Valentin-Karlstadt-Musäum“ bis zum 1. November 2004 weiter.


1991

1991

Atlanta * Bei einer Auktion in Atlanta (USA) überschreitet die Bietersumme für einen „Bugatti Royale Typ 41“ die Marke von 10 Millionen US-Dollar. 

Ein nicht genannter Japaner erhält den Zuschlag.

Den „Bugatti Royale“ verehren Liebhaber noch heute als „das schönste Auto der Welt“


1993

1993

München * Der „Turmschreiber-Verlag“ wird gegründet. 


1994

1994

München-Graggenau - München-Angerviertel * Im „Valentin-Musäum“ wird wieder einmal der „Blödsinnstaler“ für den „größten Blödsinn des Jahres“ vergeben.

Es ist der „Gebissersatz Marke Seehofer“ - ein Fleischwolf, der die Speisen so zerkleinert, dass sie auch ohne Zähne verspeist werden können. 


1996

vor 1996

München-Au * Rudolph Mooshammer will im „Valentin-Haus“ in der Zeppelinstraße 41 „Münchens längste Theke“ unterbringen.

Die Haidhausen-Auer Stadtteilpolitiker laufen gegen das Projekt Sturm.


1997

17. Januar 1997

München-Au * Der Dipl. Ing. Klaus Schmidt stellt den Antrag auf Sanierung des „Karl-Valentin-Geburtshauses“ in der Zeppelinstraße 41. 

21. April 1997

München-Au * Beginn der Fundamentierungsarbeiten am „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41. 

19. Juni 1997

München-Au * Die Baugenehmigung des „Referats für Stadtplanung“ für das „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 liegt vor. 

1. Juli 1997

München-Au * Die Bauarbeiten am „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 beginnen. 


1998

Februar 1998

Grünwald * Aus Anlass des 50. Todestages von Karl Valentin wird am „Schlosshotel“ in Grünwald eine Gedenktafel angebracht, die auf den fast zweijährigen Aufenthalt des Komikers in den Jahren 1942/43 hinweist.

Um den 15. Dezember 1998

München-Au * Die Bauarbeiten am „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41 sind fertig gestellt. 

Die Baumaßnahme hat rund 7 Millionen DMark verschlungen.


1999

1999

München-Graggenau - München-Angerviertel * Umbenennung des „Valentin-Musäums“ in „Valentin-Karlstadt-Musäum“.

Um den 10. Februar 1999

München-Au * Die Amtliche Abnahme der Baumaßnahme „Karl-Valentin-Geburtshaus“ in der Zeppelinstraße 41. 

2. Juni 1999

München-Au * Die Freiflächen, der Garten, des „Karl-Valentin-Geburtshauses“ in der Zeppelinstraße 41 werden amtlicherseits abgenommen.  

Damit ist das Bauvorhaben endgültig abgeschlossen. 


2001

2001

München-Graggenau - München-Angerviertel * Liesl Karlstadt wird im „Valentin-Karlstadt-Musäum“ angemessen gewürdigt.

Valentins kongeniale Partnerin erhält ein „Liesl-Karlstadt-Kabinett“.


2004

1. November 2004

München-Graggenau - München-Angerviertel * Sabine Rinberger folgt Gudrun Köhl als neue Direktorin des „Valentin-Karlstadt-Musäums“.


2012

15. Mai 2012

München-Graggenau - München-Angerviertel * Im „Turmstüberl“ des „Valentin-Karlstadt-Musäums“ gründet sich der „Valentin-Karlstadt-Förderverein e.V. * SAUBANDE“

Seine Aufgaben sieht er in der „Wahrung, Stärkung und Verbreitung des Ansehens und des Wissens über Karl Valentin, Liesl Karlstadt und den Münchner Volkssängern“.

18. November 2012

München-Maxvorstadt * Auftaktveranstaltung der "Saubande", dem Valentin-Karlstadt-Förderverein e.V..

Bei der großen Matinée zur Vereinsgründung treten auf: Luise Kinseher, Maria Peschek, Helmut Schleich, Christian Springer, die Couplet AG, Ilse Neubauer, Bele Turba mit dem Valentin-Karlstadt-Theater, Andreas Koll und Hans well mit den "Wellbappn" sowie Uli Bauer, bekannt als Christian Ude. Moderation: Holger Paetz.


2013

17. November 2013

München-Maxvorstadt * Im „Volkstheater“ findet die zweite „SAUBANDE-Matinée“ statt. 


2014

5. November 2014

München * Die „Münchner Gesellschaft Narrhalla“ nominiert den Sänger „Heino“, 75, als 43. Ordensträger für den „Karl-Valentin-Orden 2015“.  

Verliehen wird der Orden - so die „Narhalla“ - für „die humorvollste beziehungsweise hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl Valentin, für eine Rede oder Handlung, für ein Zitat, welches in der Öffentlichkeit publik wurde“.  

Der Orden wurde erstmals 1973 an den Kabarettisten Werner Fink verliehen. 

16. November 2014

München-Maxvorstadt * Im „Volkstheater“ findet die dritte „SAUBANDE-Matinée“, des „Karl Valentin-Liesl Karlstadt-Fördervereins“, statt.  

Es wirken mit: Luise Kinseher, Maria Peschek, Frank-Markus Barwasser (alias Erwin Pelzig), die Couplet AG, Bele Turba, das „Fünferl“ mit Johanna Bittenbinder, Heinz Josef Braun, Sebi Tramontana und Andreas Koll, Hans Well mit den „Wellbappn“, Stephan Zinner und Holger Paetz. 


2015

30. Januar 2015

München * Der Sänger Heino („Schwarzbraun ist die Haselnuss“) erhält für „die humorvollste beziehungsweise hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl Valentin, für eine Rede oder Handlung, für ein Zitat, welches in der Öffentlichkeit publik wurde“, den „Karl-Valentin-Orden 2015“ der „Münchner Gesellschaft Narrhalla“ überreicht. 

Peinlich!


2017

26. Juli 2017

München-Graggenau * Der Stadtrat beschließt in seiner Vollversammlung, dass das „Valentin-Karlstadt-Musäum“ zum 1. Januar 2018 ein „städtischer Betrieb“ wird.

Damit kommt das „Valentin-Karlstadt-Musäum“ dorthin, wo es eigentlich schon immer hingehört - in die Hände der Münchner Stadtgesellschaft. 

19. November 2017

München-Maxvorstadt * Zum sechsten Mal veranstaltet die „SAUBANDE“, der Valentin-Karlstadt-Förderverein, eine „Benefiz-Matinée“ im Münchner „Volkstheater“.

Es treten auf: Ilse Neubauer, Maria Peschek und Helmut Dauner, Mrs. Zwirbel, Hans Well und die Wellpappn, Bele Turba und Nadia Tamborrini, das „Fünferl“ mit Johanna Bittenbinder, Heinz Josef Braun, Sebi Tramontana und Andreas Koll, Veronika Bittenbinder mit Band, Stefan Noelle, Stephan Zinner, Arthur Senkrecht mit Bastian Pusch am Piano und Holger Paetz sowie die eine oder andere Überraschung.

Die namhaften Künstlerinnen und Künstler geben ihr Bestes, garniert mit valentinschen Spitzen.


2018

1. Januar 2018

München-Graggenau - München-Angerviertel * Das „Valentin-Karlstadt-Musäum“ ist ein „städtischer Betrieb“.

Bis dahin war das „Musäum“ ein privat betriebenes Museum, das seinen Betrieb bis 2016 ausschließlich selbst erwirtschaften musste.