Am 19. April geschah

  • 19.4.1600 (vor 421 Jahren)

    München-Graggenau * Die „Inquisitoren“ nehmen sich den Vater Paulus Pämb vor.

    Er kommt an den „Wippgalgen“, bei dem man an nach hinten gestreckten Armen und einem Gewicht an den Füßen hochgezogen wird.
    Auch sein Widerstand bricht schnell und er bestätigt jede nur mögliche Grausamkeit, die man ihm und seinen erwachsenen Söhnen unterstellt.

    Die „Verhandlungsführer“ gehen immer nach dem gleichen Muster vor.
    Die gewünschten Antworten werden quasi vorformuliert und müssen von dem Opfer nur noch bestätigt werden.

    Was dann im „Geständnis“ steht, ist also in der Regel der „Phantasie der Befrager“ entsprungen.

  • 19.4.1635 (vor 386 Jahren)

    Ramersdorf * Das von den „Schwedengeiseln“ geleistete Gelübde wird eingelöst. 

    Die „Wallfahrt zu Ehren der Gottesmutter“ führt nach „Maria Ramersdorf“, wo auch ein großes „Votivbild“ angebracht wird.

  • 19.4.1694 (vor 327 Jahren)

    Lüttich * Am Vorabend der Wahl zum Bischof von Lüttich zählt die „baierische Partei“ 24 Stimmen.
    Das sind zwei Stimmen mehr als die „pfälzische Partei“ hat. 

    Kurfürst Max Emanuel hatte seinem Unterhändler die Order gegeben, Parteigängern seines Bruders zu „beliebiger Summe zu kaufen“.

  • 19.4.1775 (vor 246 Jahren)

    Boston * In der Gegend um Boston bricht der amerikanische „Unabhängigkeitskrieg“ aus. 

    Benjamin Thompson kämpft als Oberst auf der Seite der Briten.

  • 19.4.1832 (vor 189 Jahren)

    München * Das „Bayerische Innenministerium“ befasst sich mit der „Cholera“ und gibt erste vorsorgliche Hinweise an die Bevölkerung.

  • 19.4.1834 (vor 187 Jahren)

    Maxhofen bei Kirchdorf * Vom 19. zum 20. April 1834 findet das bis dahin teilnehmerstärkste Haberfeldtreiben statt. Bis zu 150 Burschen versammeln sich auf einem Hügel zwischen Maxhofen und Kirchdorf, um dem Lehrer Rothammer wegen „Umgangs mit ledigen Mädchen“ und verschiedenen Bauern von Kirchdorf wegen „ehelicher Untreue“ die Leviten zu lesen. Besonders gilt das Treiben aber dem Jäger des Grafen Arco, Friedrich Oberbichler, der die Gärtnermagd Katharina Wagner geschwängert hatte, ohne dass die Beiden aus dem Schloss verstoßen worden wären.

    Bei diesem Haberfeldtreiben wird dem Bauern Kaspar Schnitzenbaumer durch den Hut geschossen und eine Magd durch eine Schrotkugel verletzt. 

  • 19.4.1851 (vor 170 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Schwierigkeiten bereitet noch die Beleuchtung des „Centralbahnhofs“

    Doch dann kann die „Einstiegs- und Empfangshalle“ mit 156 holzgasbetriebenen Lampen illuminiert werden. 

  • 19.4.1890 (vor 131 Jahren)

    München-Theresienwiese * William Frederick Cody, besser bekannt als „Buffalo Bill“, gastiert mit seiner „Buffalo Bill‘s Wild West Show“ im Rahmen seiner „Europa-Tournee“ bis zum 4. Mai 1890 auf der „Theresienwiese“.  

    Er ist mit über 200 Cowboys und Indianern sowie 170 Pferden, Mauleseln und rund 20 Bisons unterwegs.  

    Mit dabei ist auch die junge „Kunstschützin“ Annie Oakley.

  • 19.4.1917 (vor 104 Jahren)

    Deutschland * Die „Jesuitengesetze“ werden in Deutschland endgültig aufgehoben.

  • 19.4.1918 (vor 103 Jahren)

    München-Au * Der am 1. Februar 1918 wegen seiner Beteiligung am Januarstreik verhaftete Eisengießer Karl Mettler wird aus der Untersuchungshaft entlassen. 

  • 19.4.1918 (vor 103 Jahren)

    München - Traunstein * Das Stellvertretende Generalkommando untersagt Josef Sontheimer den Aufenthalt in München.

    Für ihn wird ein Zwangsaufenthalt in Traunstein unter militärischer Kontrolle angeordnet. 

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Karsamstag und Sechster Tag des Generalstreiks: Die Zivile Sicherheitswache, bestehend aus organisierten Arbeitern, übernehmen den Sicherheitsdienst anstelle der suspendierten und entwaffneten Polizeiwachleute

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Blumengeschäfte und Theater, nicht jedoch Kinos, dürfen - trotz des Generalstreiks - wieder öffnen.

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Karsamstag: Die Stadtverwaltung darf nach über fünftägiger zwangsweiser Stilllegung den Straßenbahnbetrieb wieder aufnehmen. Damit sollen Einnahmen sichergestellt werden.

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Die Belieferung mit Lebensmitteln ist extrem mangelhaft. Das Angebot reicht nur teilweise für die ausgegebenen Lebensmittelkarten. Selbst der Viktualienmarkt wird nur sehr schlecht beliefert. 

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Der Volksbeauftragte für das Militärwesen, Wilhelm Reichart, ruft gegen unberechtigte Requirierungen und Plünderungen auf: „Schützt Euch vor den Revolutionsschmarotzern“

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München-Graggenau * Auf der Versammlung der Betriebsräte im Hofbräuhaus berichtet Ernst Toller von den Kämpfen in und um Dachau.

    Er zeigt kein Verständnis für den Befehl des Münchner Generalstabs, die Truppen sofort zurückzuziehen. Nach Tollers Ansicht wäre es möglich gewesen, ohne Blutvergießen ganz Südbayern für die Räterepublik zu gewinnen. 

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Flugzeuge werfen Flugblätter der Regierung Hoffmann ab. Diese stellen baldige Hilfe in Aussicht.

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München * Der Haidhauser Armenarzt, Dr. Rudolf Schollenbruch, wird zum Armeearzt der Roten Armee ernannt. 

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    Bamberg * Ministerpräsident Johannes Hoffmann lässt in seinem Auftrag auf Staatskosten vom Bischöflichen Generalvikariat Bamberg folgendes Telegramm an alle Pfarrämter Bayerns übermitteln:

    „Ein Haufen von Ausländern hat sich der Hauptstadt München bemächtigt, übt daselbst eine Schreckensherrschaft aus und bedroht von dorther die Provinzen, namentlich die Landbevölkerung, mit Raub und Brandstiftung. Die rechtmäßig bestehende Regierung hat einen Aufruf zur Bildung von Freikorps ergehen lassen.Von seinem Erfolg hängt das Wohl und Wehe des Vaterlandes ab. 

    Wir ersuchen die Geistlichkeit, durch Hausbesuche und auch von der Kanzel aus kräftigst dafür einzutreten, dass möglichst viele tüchtige Gemeindeangehörige dem Rufe folgen“.

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    Bamberg * Die nach Bamberg geflohene bayerische Staatsregierung genehmigt die Aufstellung von weiteren Freiwilligenverbänden

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    Bamberg - München * Der Chef der Thule-Gesellschaft, Rudolf von Sebottendorff erhält nach kurzen Verhandlungen von der Bamberger Regierung die „Ermächtigung, in Treuchtlingen das Freikorps Oberland aufzustellen“.

    Das Freikorps Oberland setzt sich aus dem Kampfbund Thule und aus Freiwilligen zusammen, die in Treuchtlingen und Eichstätt angeworben werden. 

  • 19.4.1919 (vor 102 Jahren)

    München - Berlin * Nach dem Palmsonntag-Putsch der regierungstreuen Truppen dominiert außerhalb Münchens die Propaganda der Konterrevolution. Der USPD-Politiker Felix Fechenbach liest Berliner Zeitungen und notiert in sein Tagebuch:

    „Es ist grauenvoll, was alles über München gelogen wird. Der Bahnhof zertrümmert, die Neuhauser Straße in Flammen, Massenmorde, Vermögensbeschlagnahme und die Erklärung der Frauen des Bürgertums zum Gemeineigentum. […] Wahr ist von all diesen Nachrichten nicht ein Wort“

  • 19.4.1967 (vor 54 Jahren)

    Bad Honnef * Der ehemalige Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer [CDU] stirbt im Alter von 91 Jahren in Bad Honnef. 

  • 19.4.2005 (vor 16 Jahren)

    Rom-Vatikan * Nach dem Tod des Papstes Johannes Paul II. wird „Kardinal“ Joseph Ratzinger zu seinem Nachfolger auf dem „Stuhl Petri“ gewählt.

    Der in Marktl am Inn als Sohn eines „Gendarmen“ geborene gibt sich den Namen Benedikt XVI..
    Das motiviert die „Bild-Zeitung“ umgehend, ihre Titelseite mit „WIR SIND PAPST“ zu überschreiben. 

    In der englischen Presse wird dagegen die Vergangenheit in der „Hitler-Jugend“ des „Papa-Ratzi“ hervorgehoben.