Am 28. April geschah

  • 28.4.1330 (vor 687 Jahren)

    Ettal * Kaiser Ludwig „der Baier“ stiftet das „Kloster Ettal“.

  • 28.4.1600 (vor 417 Jahren)

    Graggenau * Zuletzt widmen sich „Hofkommissar“ Dr. Johann Simon Wagnereckh und die „Hofräte“ Hainmüller und Roming der betagten Mutter Anna.

    Bei ihr fragt man nicht erst nach Morden oder anderen Verbrechen, sondern widmet sich gleich dem schlimmsten aller Verbrechen: der „Hexerei und Teufelsanbetung“.

    Dabei steht gar nicht zur Frage, ob sie eine „Hexe“ sei.
    Das wird als Tatsache vorausgesetzt.

    Die gemarterte Frau erfindet äußerst wilde Geschichten von der alten „Zieglerin“ und dem Knecht, der der „Satan“ gewesen sei, um den Qualen endlich ein Ende zu bereiten.

    Insgesamt gibt Anna Pämb zu, dass sie 100 Kinder und 19 alte Menschen mit ihren „Zauberkünsten“ brutal ermordet habe.  
    Ferner nennt sie rund 400 weitere Personen, die ebenfalls „Hexerei“ betreiben. 

  • 28.4.1803 (vor 214 Jahren)

    München * Den „Bruderschaften“ wird das Tragen von Kutten verboten. 

  • 28.4.1828 (vor 189 Jahren)

    Maxvorstadt * Der Grundstein zum „Herzog-Max-Palais“ in der Ludwigstraße wird gelegt. 

  • 28.4.1847 (vor 170 Jahren)

    Maxvorstadt * Lola Montez kann das für sie vom König angekaufte, neu gestaltete und standesgemäße „Palais“ an der Barer Straße 7 beziehen. 

  • 28.4.1848 (vor 169 Jahren)

    München * Die „Wahlmänner“ wählen die bayerischen Abgeordneten für das Frankfurter „Paulskirchenparlament“.  
    Bayern hat siebzig „Abgeordnete“ zu stellen.  

    Die in München gewählten 125 und 59 „Wahlmänner“ wählen in einer „Honoratioren-Auslese“ aus der lokal bekannten Bürger- und Beamtenschaft zwei „Abgeordnete“. 

  • 28.4.1915 (vor 102 Jahren)

    Den Haag * Angeregt von Anita Augspurg, Lida Gustava Heymann und Aletta Jacobs beginnt in Den Haag der „Internationale Frauenfriedenskongress“

  • 28.4.1919 (vor 98 Jahren)

    München * Von den „Betriebs- und Soldatenräten“ wird ein neuer zwanzigköpfiger „Aktionsausschuss“ gewählt.
    Ernst Toller, Gustav Klingelhöfer und Rudolf Egelhofer kandidieren nicht für dieses Gremium.
    Der gewählte „Aktionsausschuss“ besteht aus 15 „Betriebsräten“ und fünf „Soldatenräten“.
    Unter ihnen ist kein Kommunist.

    Doch unmittelbar vor der Wahl wird das „Hofbräuhaus“ von Einheiten der „Roten Armee“ umstellt.

    • Diese fordern  die sofortige Beseitigung der Polizei und
    • die Ausstattung des „Oberkommandos der Roten Armee“ mit allen Vollmachten, „um den erfolgreichen Kampf gegen die Weiße Garde und besonders gegen die innere Reaktion führen zu können“.

    Durch die nun beginnende „Diktatur der Roten Armee“ unter ihrem „Oberkommandierenden“ Rudolf Egelhofer ist die Wahl des neuen „Aktionsausschusses“ mehr oder weniger gegenstandslos geworden.

    Gleichzeitig findet im „Münchner-Kindl-Keller“ eine Versammlung der Kommunisten statt.
    Darin versuchen Eugen Leviné und Max Levien das Scheitern ihrer Politik zu rechtfertigen.
    Dabei erklärt Levien: Es kommt nicht darauf an, „ein paar Tausend Bürgerlichen die Gurgel abzuschneiden“.

    Am Nachmittag besetzen Kommunisten das „Wittelsbacher Palais“, den Sitz des „Aktionsausschusses“.

    Am Abend stürmen rund einhundert Giesinger Kommunisten das „Polizeipräsidium“, entwenden und vernichten Material des „Erkennungsdienstes“ und der „Fahndungsabteilung“ und verwüsten das Gebäude.
    Wertgegenstände und Waffen werden gestohlen.

    Die „Steckbriefsammlung“, die Akten der „Zigeuner-Nachrichtenstelle“ und die „Einwohnerlisten“ türmen sich meterhoch in den Höfen des Präsidiums.
    Sie werden teilweise mit Benzin übergossen und angezündet. 

    Gerüchte tauchen auf, dass Max Levien mit der „Kasse der Kriegsgeschädigten“ durchgebrannt wäre. 

    Das „Luitpold-Gymnasium“ wird Sitz des „Aktionsausschusses“ und des „Vollzugsausschusses“, nachdem es zuvor schon Sitz der „IV. Abteilung der Roten Armee“ war. 

    Generalleutnant Ernst von Oven befiehlt den Vollzug der „Einschließung Münchens“ bis zum 30. April.
    Er ordnet an, dass die bayerischen Streitkräfte nicht vorzeitig und vereinzelt losschlagen. 

    Die Befehle für den Zeitpunkt des Einmarsches in München sind eindeutig. 
    Am Freitag, 2. Mai, um 12:00 Uhr, soll gleichzeitig und überraschend in die Landeshauptstadt eingerückt werden und damit dem Gegner möglichst wenig Möglichkeit zur Entfaltung der eigenen Kampfstärke gegeben werden. 

    Dabei zeigen die „Späherberichte“ ganz deutlich die Stimmung in der „Betriebs- und Soldatenräte-Versammlung“
    „Die Reden in der siebenstündigen Versammlung zeigten, dass man bestrebt ist, so gut es geht den Weg zum Ausgangspunkt zurückzufinden. 
    Das ist die Stellung der vernünftigen und größeren Mehrheit der Münchner Arbeiter“

    Mit dem Herannahen der Regierungstruppen wird die Zahl derer, die bereit sind zu kämpfen, immer kleiner. 

    Doch die „Regierung Hoffmann“ hat sich bei der „Befreiung Münchens“ praktisch der „Reichswehr“ ausgeliefert.  
    Nachdem sie einmal die Zustimmung zur „Reichsexekution“ gegeben hat, kann sie keinerlei Einfluss mehr auf den ganzen Vorgang ausüben. 

  • 28.4.1919 (vor 98 Jahren)

    Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber verlässt München, um außerhalb Münchens „Firmungen“ vorzunehmen. 

    Er kommt erst am 6. Mai wieder zurück. 

  • 28.4.1933 (vor 84 Jahren)

    Kreuzviertel * Der „Bayerische Landtag“ tritt an diesem und dem darauffolgenden Tag letztmalig für die nächsten 13 Jahre zusammen.

    Der Landtag wird nach dem Ergebnis der „Reichstagswahlen“ vom 5. März 1933 gebildet.
    Von den 103 Abgeordneten gehören 51 Abgeordnete der NSDAP an, 30 der „Bayerischen Volkspartei - BVP“, 17 der SPD und 5 der „Kampffront“.
    Von einer freien Volksvertretung kann allerdings keine Rede mehr sein.

    Der Landtag hat nur mehr das „Ermächtigungsgesetzes“ zur endgültigen Selbstausschaltung als Verfassungsorgan zu erlassen.  
    Ansonsten dienen die beiden Sitzungen vornehmlich der Demonstration der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Bayern. 

  • 28.4.1937 (vor 80 Jahren)

    Berlin * Die „Polizeidienststellen“ werden verpflichtet, Personen, die einer geplanten Emigration verdächtigt werden, der „Finanzbehörde“ anzuzeigen.

  • 28.4.1938 (vor 79 Jahren)

    Berlin - Theresienwiese * In einer Anordnung Adolf Hitlers sollen bei der Bekanntgabe der Bauvorhaben für München „die nur für eine gewisse Zeit, nämlich für Ausstellungszwecke zu erstellenden Baulichkeiten auf der Wiese im Planbild weggelassen werden“, denn die „Wiese (gemeint ist natürlich das Oktoberfest) ist für den Münchener etwas Heiliges, mit ihr verbindet sich eine alte Tradition und an sie darf nicht getastet werden“

  • 28.4.1939 (vor 78 Jahren)

    Berlin * Adolf Hitler kündigt den „deutsch-polnischen Nichtangriffspakt“

  • 28.4.2014 (vor 3 Jahren)

    Theresienwiese * Der „Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft“ befasst sich mit der Frage, wer die Nachfolge für „Wiesnwirt“ Sepp Krätz im „Hippodrom“ antreten soll.

    Sepp Krätz war am 28. März von der „Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht München I“ in 36 Fällen wegen „Steuerhinterziehung“ zu einer „Freiheitsstrafe von einen Jahr und zehn Monaten auf Bewährung“ und einer Geldstrafe von 570.000 Euro verurteilt.
    Seine „Schanklizenz“ für den „Andechser am Dom“ hat er bereits verloren, das selbe Verfahren für die „Waldwirtschaft“ in Großhesselohe wird im Mai angeschlossen.

    Das „Wirtezelt“ wird Siegfried Able, der bisherige Wirt der „Kalbskuchl“ auf der „Wiesn“, übernehmen.

    Er ist Betreiber des „See-Biergartens Lerchenau“ mit 1.200 Plätzen, des „Eiszaubers“ am Stachus und seit 2008 auch der „Kalbskuchl“.
    Zudem gehören ihm „Pizza-Stände“ im Stachus-Untergeschoss und im Hauptbahnhof, in Letzterem auch der Süßigkeitenstand „Münchner Zuckerl“.
    Im „Tierpark Hellabrunn“ hat er einen Biergarten, ein „Café“ und einen „Fish-and-Chips“-Stand.

    Siegfried Able wird das „Hippdrom“ in „Marstall“ umbenennen.
    Auch das „Festzelt“ wird vollkommen neu gestaltet.

    Seine „Kalbskuchl“ mit 300 Plätzen übernimmt Erich Hochreiter, der Wirt des „Biergartens am Viktualienmarkt“.

    Der Besetzung des „Wirtezeltes“ auf der Wiesn gehen hinter den Kulissen heftige Auseinandersetzungen.
    Deutlich und laut fällt die Kritik an dem seit 1980 praktizierten „Vergabesystem“ der Stadt aus, das zwar korrekt abgewendet worden sei, aber aus einer Zeit stammt, als „Volksfeste“ noch ein reines „Reisegewerbe“ waren.  

    Unangenehm heftig fällt die Kritik des „Sprechers der Wiesnwirte“, Toni Roiderer, aus.
    Für ihn ist der „Emporkömmling“ Siegfried Able nur ein „Kioskbetreiber“, der nie „Wunschkandidat“ war. 
    Die etablierten „Wiesnwirte“ wollen sogar ernstlich prüfen, ob sie ihn überhaupt in ihrem Kreis aufnehmen wollen.