2017-02-27 1614 - Hofbräuhaus, Bockbier, Maibock, Einbeck, Brauer, Herzogshof, Gerstensaft, Weißbier, Stammwürze, Ainbock - Maximilian I. Kurfürst, Pichler Elias Braumeister in München-Geschichte


Um den 1. Mai 1614

Elias Pichler kredenzt erstmals das von ihm gebraute „Bockbier“

Graggenau * „Braumeister“ Elias Pichler kredenzt in München erstmals das von ihm gebraute Bier nach original „Einbecker Art“, das später über „ainpöckisch Bier“ den Namen „Bockbier“ erhalten wird.

Aufgrund der merkantilistischen wirtschaftspolitischen Grundprinzipien ist Herzog Maximilian I. - auch beim Bier - der Meinung, dass es wirtschaftlich besser ist, Fertigwaren auszuführen und allerhöchstens die Rohstoffe einzuführen, um dann am erzielten Mehrwert zu verdienen.
Deshalb werden ab dem Jahr 1612, mit der Anwerbung des aus Einbeck stammenden „Braumeisters“ Elias Pichler, auch die Lieferungen von „Einbecker Bier“ für den Münchner Hof eingestellt.

Schon zuvor ist am „Münchener Herzogshof“ der Bedarf an dem Gerstensaft aus dem hohen deutschen (protestantischen) Norden durch den Aufschwung, den das „Weiße Bier“ hier genommen hat, stark zurückgegangen.

Das „Luxusgetränk“ mit seinen mehr als 16 Prozent Stammwürze und über sieben Prozent Alkoholgehalt bleibt auch weiterhin ein Privileg des Landesfürsten.
Herzog Maximilian I. lässt - auf nachhaltiges Drängen - zwar den „Bock“ auch an seine „Landeskinder“ ausschenken, erklärt aber die Herstellung des „Bockbieres“ - wie schon zuvor des „Weißbieres“ - zum „fürstlichen Regal“, also zum Monopol der Landesherrschaft.

Aus dem „ainpöckischen Bier“ wird im Volksmund bald der „Bock“.
Im „Kanzleideutsch“ aber ist noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein vom „Ainbock“ die Rede. 


1614

Suchbegriffe

Hofbräuhaus, Bockbier, Maibock, Einbeck, Brauer, Herzogshof, Gerstensaft, Weißbier, Stammwürze, Ainbock,

Personen

Maximilian I. Kurfürst Pichler Elias Braumeister

Weitere Ereignisse im Jahr 1614

1614

Neuburg * Pfalz-Neuburg tritt aus der protestantischen „Union“ aus.

1614

München * Der zwölfjährige Onophrius Mießl kommt in den Verdacht der „Hexerei“, nachdem er dreimal hintereinander eine geronnene Milch heimbrachte.

Mit vorformulierten Fragen stimuliert das „Kürschnerehepaar“, bei dem er angestellt ist, ihn zu „Hexereigeständnissen“.

Auf Anraten eines Paters wird der „Stadtrichter“ vom Verdacht informiert und der Junge unter Einsatz der „Folter“ verhört.

Der Rat der Stadt stellt abschließend fest, dass das Geständnis ein „erdichtetes Lügen- und Fabelwerk“ sei und sperrt statt des Knaben das „Kürschnerehepaar“ acht Tage bei „Wasser und Brot“ ins Gefängnis. 

1614

Graggenau * Der „Hofgarten“ wird im Zusammenhang mit der Erweiterung der „Residenz“ unter Herzog Maximilian I. angelegt und der „Zentrale Pavillon“ erstellt.  

Die Wegachsen der Gartenanlage münden sternförmig in die Rundbogenöffnungen des „Pavillons“

1. März 1614

München * Mit einem herzoglichen „Mandat“ wird wieder einmal der Versuch gestartet, Bettler, müßiggehendes Gesindel und herrenlose, bewaffnete Soldaten zu bekämpfen. 

25. April 1614

München * Nach einem Befehl des Stadtrats müssen alle fremden Bettler durch die städtischen Amtsleute aus dem Münchner „Burgfrieden“ geschafft werden. 

Wer wieder zurückkommt, wird mit Peitschenhieben bestraft werden.

20. Juni 1614

Angerviertel * Für den Wiederaufbau des im Jahr 1607 durch Blitzschlag abgebrannten Turm der „Peterskirche“ genehmigt der Stadtrat 1.000 Gulden „Bausteuer“

Weitere städtische Zuschüsse folgen. 

4. November 1614

München * Maria Pettenbeck, die Gemahlin von Herzog Ferdinand, stirbt. 

21. November 1614

München * Gabriel Ridler bittet den Stadtrat, seinen Sohn Ernst „wegen seiner vielen Schulden und seines liederlichen Lebenswandels“ im Turm einzusperren.

Der Rat der Stadt bewilligt die Bitte, da man schon öfter „ungeratene Kinder auf diese Weise coerciert“ hat. 


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
10. München - Weinstadt & Biermetropole
29. Graggenau



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