2017-02-27 1942 - Jesuiten, Widerstand, Kreisauer Kreis, Sozialdemokraten, Katholische Soziallehre, Arbeiterfrage, Drittes Reich, Offiziere, Adelige, Konservative - Rösch August, Delp Alfred, Moltke James Graf von in München-Geschichte


Februar 1942

Alfred Delp nimmt Verbindungen zum „Kreisauer-Kreis“ auf

Bogenhausen * Im Auftrag des „Jesuiten-Ordensprovinzials“ August Rösch nimmt Alfred Delp -  als Experte für Fragen der Katholischen Soziallehre, insbesondere der Arbeiterfrage - Verbindungen zum „Kreisauer-Kreis“ auf, um die Erneuerung des Staates auf der Grundlage der christlichen Soziallehre nach dem absehbaren Zusammenbruch des Dritten Reiches zu bewirken. 

Die Gruppierung um Graf James von Moltke gewinnt bis 1944 an Breite. 

Neben Priestern beiderlei Konfession, Offizieren, Adeligen und meist konservativen Politikern arbeiten auch Sozialdemokraten mit.


1942

Suchbegriffe

Jesuiten, Widerstand, Kreisauer Kreis, Sozialdemokraten, Katholische Soziallehre, Arbeiterfrage, Drittes Reich, Offiziere, Adelige, Konservative,

Personen

Moltke James Graf von

Weitere Ereignisse im Jahr 1942

1942

Berlin * Der „Lebensborn e.V.“ beschäftigt in seiner Zentrale 220 Personen.

Bei Kriegsende werden es insgesamt 700 Angestellte sein.

1942

Maxvorstadt * Nach Beendigung der Deportation der Münchner Juden geht das Haus in der Richard-Wagner-Straße 11 in den Besitz des Arztes Dr. Wilhelm Holz über.

Nun können die neuen „arischen“ Mieter einziehen.

1942

Deutschland * Erstmals gelingt die Zucht eines „Wanderfalkens“ in Gefangenschaft.

1942

Au * Das „Gesundheitsamt am Lilienberg“ wird in „Staatliches Gesundheitsamt München-Land“ umbenannt.

Ab Ende 1942

Bogenhausen * Da in der „Bürgermeister-Villa“ in der Ismaninger Straße 95 Dienstwohnungen des „Lebenborn e.V.“ untergebracht werden, müssen die Büros in die Mathildenstraße 8/9 umziehen.

1942

München * Lion Feuchtwanger arbeitet zusammen mit Berthold Brecht an dem Drama „Die Geschichte der Simone Marchand“

Januar 1942

Hackenviertel * Die „Ritterspelunke“ wird an einen Herrn Reintjes vermietet.

26. Januar 1942

Maxvorstadt * Walter Klingenbeck wird verhaftet. 

  • Er ist Mitglied einer kleinen oppositionellen katholischen Jugendgruppe, die Rundfunksender bastelt und damit oppositionelle Nachrichten verbreitet.
  • Außerdem verteilten sie Flugblätter und brachten Parolen an Gebäuden an.
28. Februar 1942

Großbritannien * Brian Jones, der spätere Lead-Gitarrist der „Rolling Stones“ kommt als Lewis Brian Hopkin Jones zur Welt. 

März 1942

Bogenhausen * Alfred Delp trifft sich zum ersten Mal mit Graf James von Moltke, dem Kopf des „Kreisauer Kreises“

2. April 1942

Bernried *  ehemalige „Sommerhaus“ der Familie Haas in Bernried wird an den „getreuen Parteigenossen“ Martin Grünwald, seiner Frau und seinen vier Kindern vermietet. 

Der Hausrat wird anhand einer Inventarliste „sichergestellt“.

9. April 1942

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Stummfilm „Der Sonderling“ aus dem Jahr 1929 wird von der NS-Zensur wegen „Verletzung des künstlerischen Empfindens“ verboten.

24. April 1942

München * Juden wird die Benutzung „öffentlicher Verkehrsmittel“ verboten.

Mai 1942

Isarvorstadt * Das „Ludwig-Monument“ auf der „Corneliusbrücke“ wird - als einziges Königsdenkmal Münchens - abgebaut und in Hamburg zur Gewinnung von „kriegswichtiger Munition“ eingeschmolzen. 

Nur der Königskopf bleibt aus „Pietät“ erhalten.

3. Mai 1942

Obergiesing * Das „Freikorps-Denkmal“, ein zehn Meter hohes monumentales Monstrum, wird an der Westseite der Ichoschule enthüllt.

Es zeigt einen nackten Freikorpssoldaten, der der „Schlange der Revolution“ den Kopf zerquetscht. 

Enttäuscht müssen die Machthaber feststellen, dass nur wenige Giesinger an der feierlichen Enthüllung dieses „Nackerten Lackls” oder „Schlangenkopfquetschers” teilnehmen. 

15. Mai 1942

Berlin * Verbot der Haustierhaltung für Juden.

Ab 22. Mai 1942

Kreisau * Die „1. Kreisauer Tagung“ findet noch ohne Alfred Delp statt. 

28. Mai 1942

Berlin * In der „Vollstreckungsurkunde IV“ wird gemeldet:
„Das Vermögen des Schülein ist auf Grund der elften Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941 dem Reich verfallen“.

4. Juni 1942

Lehel * Karl Valentin feiert im „Ketterl“ seinen 60. Geburtstag.

Liesl Karlstadt schreibt ihre eher unpersönlich gehaltenen Geburtstagsgrüße auf eine Autogrammkarte:  
„Zum 60. Geburtstag gratuliere ich und wünsche dir alles Gute - Gesundheit und noch viele schöne Jahre. Möge dir alles in Erfüllung gehen, was du dir selbst wünscht.
Deine Partnerin Liesl Karlstadt“
 

9. Juni 1942

Berlin * Juden müssen alle entbehrlichen Kleidungsstücke abgeben.

Außerdem sind alle optischen und elektrischen Geräte wie Ferngläser, Fotoapparate und Kochplatten abzuliefern.

18. Juni 1942

Liverpool * (James) Paul McCartney, Sänger, Bassist und Songwriter der Beatles, kommt in Liverpool zur Welt. 

1. Juli 1942

München * Jüdische Schülerinnen und Schüler dürfen nicht mehr in öffentlichen Schulen unterrichtet werden.

1. Juli 1942

Theresienstadt * Rosa Braun aus der Maria-Theresia-Straße 23 kommt nach „Theresienstadt“, wo sie am 4. März 1945 umgebracht wird.

10. Juli 1942

Berlin * Der „Zwickelerlass“ wird mit der „Polizeiordnung zur Regelung des Badewesens“ außer Kraft gesetzt.

20. Juli 1942

Berlin * Auf der „Wannsee-Konferenz“ wird die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen.

Ende August 1942

München * Die alliierten Angriffe aus der Luft beginnen erneut.

Ende August 1942

Haidhausen * Bei einem Fliegerangriff wird Hitlers Wohnhaus am Prinzregenten Platz 16 leicht beschädigt.

Damals wird - unter Verwendung von 4,7 Tonnen Stahl - ein weitläufiger „Luftschutzbunker“ im Keller eingerichtet.

9. August 1942

Auschwitz * Edith Stein, die konvertierte Dominikanerinnen-Klosterschwester „Teresa Benedicta a Cruce“ wird im „Konzentrationslager Auschwitz“ ermordet.

29. August 1942

München * In dieser Nacht kommt es zu den ersten wirklich schweren „Luftangriffen“ über München. 

18. September 1942

Berlin * Juden erhalten keine Fleisch-, Milch-, Raucher- und Weißbrotmarken mehr.

20. September 1942

München * Der achte Luftangriff setzt bereits 6.000 obdachlose Menschen auf die Straße, nachdem das Bombardement ihre Wohnungen zerstört hat.

24. September 1942

München * Walter Klingenbeck wird durch den „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt.

Oktober 1942

Theresienwiese * Zweiter Weltkrieg. Das „Oktoberfest“ fällt kriegsbedingt aus.

9. Oktober 1942

Berlin * Juden wird der Kauf von Büchern verboten.

Ab 16. Oktober 1942

Kreisau * Die „2. Kreisauer Tagung“ dauert bis 18. Oktober und beschäftigt sich mit den Themen: „Staat, Kirche und sozialen Fragen“.  

Dieses Mal ist Alfred Delp dabei. 

Um November 1942

Bogenhausen * Alfred Delp stellt Verbindungen zwischen dem „Kreisauer Kreis“ und dem „Sperr-Kreis“ her.

5. November 1942

Au * Unter „Ausnutzung der Verdunkelung“ überfällt der 33-jährige Wilhelm Heppert die Kassiererin der „Museum-Lichtspiele“ und raubt den Betrag von 150 Mark.

Der Räuber wird von einem Wehrmachtsangehörigen gefasst und der Polizei übergeben.

Er wird vor ein „Sondergericht“ gestellt und als „Volksschädling“ zum Tode verurteilt.
Eine Begnadigung lehnt das Gericht ab.

12. November 1942

Bogenhausen * Dr. Hermann Joseph Wehrle wird „Kaplan“ in der „Pfarrei Bogenhausen“.

30. November 1942

München * Bruno Finkenscherer, der letzte „Rabbiner“ der jüdischen Gemeinde in München schreibt:

„In ganz Bayern leben noch 1.390 „Rassejuden“, davon etwa 630 in München, von denen 171 in Berg am Laim in der Heimanlage Clemens-August-Straße Nr. 9 untergebracht sind.
An Glaubensjuden gibt es in München noch etwa 300“
.

18. Dezember 1942

Bogenhausen * Dr. med. Gregor Ebner, der „Geschäftsführende Vorstand des Lebensborn e.V.“ und „ärztlicher Leiter“ sämtlicher „Lebensborn-Heime“, wohnt mit seiner Frau und den beiden jüngeren Töchtern bis zum 4. April 1943 im ersten Obergeschoss der Villa an der Ismaninger Straße 95. 

Weitere Bewohner der Villa sind die „Lebensborn-Mitarbeiter“ Ueberschaar, Taubenheim und Pröll. Die Erdgeschosswohnung nutzt der „Leiter der Rechtsabteilung des Lebensborn e.V.“, Günther Tesch.


Verwendet in Führung:

08. Bogenhausen
28. Kreuzviertel
36. Täterorte - Opferorte * Nationalsozialismus



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