2017-02-26 1876 - Schloss Linderhof, Hundinghütte, Ammerwald - Ludwig II. König in München-Geschichte


1876

Errichtung der „Hundinghütte“ bei „Schloss Linderhof“

Schloss Linderhof * Errichtung der „Hundinghütte“ im „Ammerwald“ bei „Schloss Linderhof“


1876

Suchbegriffe

Schloss Linderhof, Hundinghütte, Ammerwald,

Personen

Ludwig II. König

Weitere Ereignisse im Jahr 1876

1876

Die „Bruderschaft zur Verehrung der hl. fünf Wunden unseres Herrn Jesu Christi“ wird in die „Bürgersaalkirche“ verlegt.

Ab 1876

Sendling - Angerviertel * Zwischen 1876 und 1878 entsteht auf dem „Sendlinger Unterfeld“ der „Zentrale Schlacht- und Viehhof“.

Damit können die „Untere Metzg' am Füße des Petersbergls“ und die „Obere Metzg' am Färbergraben“ aufgehoben werden.

1876

Maxvorstadt * Durch das ständig steigende Verkehrsaufkommen wird der „Centralbahnhof“ umgebaut. 

1876

Graggenau * Adolph Brougier steigt in das Unternehmen seines Freundes Emil Wilhelm mit ein.

Die Firma heißt jetzt „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“.

1876

Haidhausen * Erst jetzt erhält der im Neurenaissance-Stil errichtete „Braunauer Bahnhof“ den Namen „Ostbahnhof“

1876

Italien * In Italien wird das erste „Krematorium“ gebaut. 

1876

München * Die Künstlervereinigung „Allotria“ trägt dem aufstrebenden Maler Franz Lenbach die „Ehrenmitgliedschaft“ an.

1876

Untergiesing * Auf dem „Schyrenplatz“ befindet sich ein Übungsgelände des „Münchner Veloziped-Clubs“.

Aus ihr wird später die erste „Profi-Radrennbahn der Welt“.

1876

Starnberger See * Errichtung einer neugotischen Kapelle bei Berg. 

1876

München * Über die Münchner „Prostituierten“ liest man:

„München zählt [...] nahezu 1.000 konskribierte öffentliche Phrynen [Dirnen], deren Kleiderkunst und übertünchte Gesichter sich in den schönen Teilen der Stadt zeigen“.

Weiter beklagt der Bericht die überhand nehmende Straßenprostitution und plädierte für die Errichtung eigener „Freudenhäuser“.

1876

Kreuzviertel * Zwischen 1876 und 1899 tritt „Papa“ Jakob Geis, der bekannte Münchner Komiker und Direktor einer Singspielgesellschaft, tritt - mehrmals in der Woche - im „Oberpollinger“ auf. 

3. Januar 1876

Angerviertel * Der „Stabsarzt“ Dr. Anderl und die „Buchhalterstochter“ Caroline Leutner heiraten im „Kleinen Rathaus“.

Es ist die erste Münchner „Ziviltrauung“

Im „Kleinen Rathaus“ befindet sich das erste und lange Zeit einzige Münchner „Standesamt“

5. Januar 1876

Köln * Konrad Adenauer, der spätere Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und CDU-Vorsitzende, wird in Köln geboren. 

23. Januar 1876

Stuttgart * Rupert Emil Mayer, der spätere „Jesuitenpater“, wird in Stuttgart geboren.

14. Februar 1876

Edinburgh * Graham Bell meldet sein elektromagnetisches Telefon zum Patent an. 

2. März 1876

Rom * Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII. und langjährige „Nuntius“ in München, wird in Rom geboren. 

26. März 1876

München - Brüssel * „Bürgermeister“ Alois von Erhardt schließt mit dem aus Brüssel stammenden „Industriellen“ Edouard Otlet - vorbehaltlich der Genehmigung durch die beiden „Ratskollegien“ - einen Vorvertrag ab.  
Dieser sieht eine „Konzession“ auf dreißig Jahre vor.  

Edouard Otlet, der bereits zuvor in Prag und Wiesbaden erfolgreich „Pferdebahnen“ aufgebaut hat, verpflichtet sich, auch in München ein weit gespanntes Linienkreuz zu errichten.  

Die „West-Ost-Achse“ soll vom „Nymphenburger Schlosspark“ über Neuhausen zum Stachus führen und sich dort verzweigen.  
Ein Nebenast soll über den „Lenbachplatz“ zum „Promenadeplatz“ und den dort gelegenen Hotels und Geschäften führen.  
Der Hauptast soll - die Altstadt umfahrend - über die Sonnenstraße den Sendlinger-Tor-Platz erreichen und von dort über den Gärtnerplatz zur Isarbrücke, weiter durch die Rosenheimer- und Weißenburger Straße und am damals noch „Haidhauser Bahnhof“ genannten „Ostbahnhof“ enden.  
Der Verlauf der „Nord-Süd-Linie“ beginnt am „Großen Wirt“ in Schwabing und führt weiter über die heutige Leopoldstraße zum Odeonsplatz, von dort über die Brienner Straße zum Stachus, weiter zum Bahnhofsplatz und endet am Fuße der „Theresienhöhe“.  
Mit dieser Linienführung können die engen Altstadtstraßen geschickt umfahren werden.  

Außerdem soll die „Pferdetram“ in einem zehnminütigen Abstand verkehren und Otlets Gesellschaft - für die Benutzung des städtischen Straßengrundes ein Prozent der Bruttoeinnahmen an die Stadtgemeinde abführen. 

Mai 1876

Schloss Linderhof * König Ludwig II. kauft den „Maurischen Kiosk“ für den „Schlosspark in Linderhof“

7. Mai 1876

München * Franz von Pocci stirbt in München. 

16. Juni 1876

Maxvorstadt - Berlin * Baron Adolf Friedrich von Schack informiert den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, den späteren Kaiser Wilhelm II., von seiner Absicht, ihm seine Sammlung zu vermachen.

23. Juni 1876

München * Die Stadt und Edouard Otlet unterzeichnen den endgültigen Vertrag zum Betrieb einer „Pferdetrambahn“

Juli 1876

Kreuzviertel - Maxvorstadt * Die Gleisbauarbeiten für die erste Versuchsteilstrecke für Münchens erste „schienengebundene Pferdetrambahnlinie“ - vom „Promenadeplatz“ über den Stachus zur Nymphenburger Straße - beginnen.  

Sie endet an der „Burgfriedensgrenze“ an der „Maillingerstraße“

6. August 1876

Bayreuth * König Ludwig II. und Richard Wagner treffen sich in Bayreuth. 

Der König wohnt den Generalproben zum „Ring des Nibelungen“ bei. 
Ludwigs II. Aufenthalt dauert bis zum 9. August.

7. August 1876

Leeuwarden * Margaretha Geertruida Zelle, die spätere „Mata Hari“, kommt im westfriesischen Leeuwarden als Tochter eines „Hutmachers“ zur Welt. 

13. August 1876

Bayreuth * Richard Wagner eröffnet - im Beisein des deutschen sowie des brasilianischen Kaisers und des württembergischen Königs - sein „Festspielhaus“ in Bayreuth.

Bayerns König Ludwig II. befindet sich nicht unter den Gästen, obwohl er zuvor dem Komponisten beim Bau des Theaters großzügigst unter die Arme gegriffen hatte.

21. August 1876

Au * Max Fey, der zweitälteste Bruder von Valentin Ludwig, wird geboren.

22. August 1876

Berlin * Adolf Friedrich von Schack erhält die erbliche preußische Grafenwürde übertragen.

25. August 1876

Ludwigsvorstadt - Au * Am 31. Geburtstag König Ludwigs II. wird die „Wittelsbacherbrücke“ der Öffentlichkeit übergeben.

Die eiserne Brücke stammt von der Münchner Tochtergesellschaft der „Cramer-Klett'schen Eisenwerke Nürnberg“, der „Süddeutschen Brückenbaugesellschaft“.
Einen besonderen Aufwand betreibt man mit den zwei Brückenportalen, die reich ausgestattet waren.
Den Holzsteg reißt man kurz vor Fertigstellung der Brücke ab.

Zweifellos ist eine leistungsfähige Brücke für Untergiesing überlebensnotwendig, da hier bisher nur sehr wenig funktioniert hat: kein Bahnhof, kein Schlachthof, dafür aber der städtebaulich stark behindernde Bahndamm.

Eine Brücke ist Untergiesings letzte Chance, denn nur durch sie ist mit einer großflächigen Ansiedlung von Industriebetrieben und Unternehmen zu rechnen, nur durch sie entstehen neue Impulse für die Entwicklung des Stadtviertels, nur durch den neuen Isarübergang kann der Wohlstand der Bewohner gefördert werden und nur durch ihn kann bei der Vorstadt-Bevölkerung „Bildung und bürgerlicher Freisinn“ zunehmen.

27. August 1876

Bayreuth * Zwischen dem 27. und dem 31. August besucht König Ludwig II. den dritten und letzten „Ring“-Zyklus der ersten „Bayreuther Festspiele“.

September 1876

Theresienwiese * Die erste, noch sehr bescheidene „Völkerschau“ wird auf dem „Oktoberfest“ gezeigt. 

Gezeigt werden: „Die Lappländer Polarmenschen, bestehend aus 2 Männlichen und 2 Weiblichen, produzieren sich hier während des Oktoberfestes auf der Festwiese, und zwar mit ihren 4 Renntieren, Eishunden (Bärenfänger), Hütten, Fahrzeugen und vielen Originalgerätschaften in einem eigens zu diesem Zwecke elegant hergerichteten Theater“.

September 1876

Theresienwiese * Michael August Schichtl‘s „Hinrichtung einer lebenden Person“ zieht die Menschen an.

21. Oktober 1876

München * Münchens erste „schienengebundene Pferdetrambahnlinie“ kann eröffnet werden.  

Schon am ersten Tag wird die „Münchner Tramway Ed. Otlet“ von 5.092 Fahrgäste genutzt.  
Das sind weit mehr Straßenbahnbenutzer, als die Betreiberfirma zuvor erwartet hat.  

Damit begann der Siegeszug der „Straßenbahn“

22. Oktober 1876

München * Im Bericht der „Münchner Neuesten Nachrichten“ heißt es:

„Auf dem Promenadeplatz hatte sich eine speziell geladene Gesellschaft eingefunden.  
Es rollten sieben mit sehr hübschen, muthigen Pferden bespannte elegante Waggons heran.  
Signalpfeifen der sechs in blauer Uniform gekleideten Condukteurs ertönten und die Fahrt begann.  
In ca. 20 Minuten hatte der Zug sein Ziel, die Endstation Burgfrieden an der Nymphenburgerstraße, erreicht“
.  

Trotz anfänglicher Probleme wird das neue Verkehrsmittel von den Münchner äußerst positiv angenommen.  

Edouard Otlets Unternehmen schaffte für München  49 „geschlossene Waggons mit zwei offenen Plattformen an jeder Seite“ an.  

Gebremst wird das Gefährt vom „Wagenführer“ per Fuß mit einer einfachen „Hebelbremse“.  
Als jedoch bei einer Probefahrt ein Wagen auf dem abschüssigen „Rosenheimer Berg“ beim „Gasteig“ nicht zum Stehen kommt, sondern einfach weiter rutscht, wird die Fertigungsfirma zum Einbau einer „Spindelbremse“ verpflichtet.  

Die weiß-blau gestrichenen „Trambahnwagen“ sind mit bequem gepolsterten Sitzen ausgestattet.  
Für Kinder ist in den Waggons eigens eine Messlatte angebracht, da sie bei einer Körpergröße unter einem Meter - in Begleitung eines Erwachsenen - kostenlos mitfahren konnten.  

„Haltestellen“ gibt es zwar, aber jeder steigt ein und aus, wo es ihm passt.
Eine Münchner Zeitung berichtet:  
„Ein weiterer Übelstand ist das leider viel zu wenig kontrollierte Absteigen.  
Es wird vielen Mitfahrenden geradezu angst und bange, wenn jemand Anstalten zum Absteigen macht.  
Ohne große Ausnahme geschieht dies immer in entgegengesetzter Fahrtrichtung, und ... bums, da liegen sie im Kot“

29. Oktober 1876

München * Dr. Bernhard von Gudden wird der betreuende Arzt von Prinz Otto.  

Er führt das System der „Prinzenärzte“ ein.  
Seine „Assistenzärzte“ übernehmen freiwillig Prinz Ottos Betreuung für ein oder zwei Monate. 

19. Dezember 1876

Haidhausen * Gründung der „5. Compagnie der Freiwilligen Feuerwehr München“ in Haidhausen.


Verwendet in Führung:

02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist



Schloss Linderhof, Hundinghütte, Ammerwald
Ludwig II. König