2017-02-26 1818 - Adelsedikt, Adel, Fürst, Graf, Freiherr, Ritter, von, Verdienstorden - in München-Geschichte


26. Mai 1818

Das „Adelsedikt“ teilt den baierischen Adel in fünf Klassen ein

München * Das „Adelsedikt“ teilt den baierischen Adel in fünf Klassen ein:
Fürsten, Grafen, Freiherrn, Ritter (durch Verdienstorden) und einfache „von“


1818

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Adelsedikt, Adel, Fürst, Graf, Freiherr, Ritter, von, Verdienstorden,

Weitere Ereignisse im Jahr 1818

1818

Ramersdorf - Haidhausen * Das Verhältnis zwischen den Bewohnern der „Ramersdorfer Lüften“ und der eher bäuerlich strukturierten Bevölkerung in Ramersdorf gestaltet sich nicht immer spannungsfrei. 

Jedenfalls begehren die Haidhauser und später die Münchner dieses Gebiet, auch deshalb, weil die Grenzziehung zwischen den Gemeinden immer etwas verworren ist.
Diese Ungereimtheiten gehen auf die Bildung der bürgerlichen Gemeinde Ramersdorf zurück.

Damals nimmt man keine Rücksicht auf die Grenzen der bereits bestehenden „Steuerdistrikte“.
Deshalb kommen die „Ramersdorfer Lüften“ zum „Steuerdistrikt Haidhausen“

1818

Ludwigsvorstadt * Leo von Klenze hat Pläne für den Neubau einer evangelischen Kirche in München entwickelt. 

Da seine Planungen mindestens 280.000 Gulden gekostet hätten, einigt man sich auf auf eine günstigere Variante.
Das betrifft auch den Bauplatz an der Sonnenstraße. 

1818

Maxvorstadt * Die Planungen zur Einrichtung einer „Erzgießerei“ in München stimmt Kronprinz Ludwig I. mit dem Architekten Leo von Klenze ab. 

Ab 1818

Kreuzviertel * Maximilian Joseph Graf von Montgelas, der langjährige baierische „Premierminister“ und Erschaffer des modernen Bayern, gehört bis 1838 als „Erblicher Reichsrat“ der „Kammer der Reichsräte“ als „Vorsitzender des Finanzausschusses“ an. 

Im Jahr 1818

Lehel * Die „Lehel-Kaserne“ besitzt eine Maximalkapazität von 390 Personen und 352 Pferdeständen.

Im ehemaligen „Konventbau der Hieronymitaner“, dem sogenannten „Altbau“, befinden sich vierzehn Mannschaftszimmer und fünf Küchen.

Der „Mittelbau“ nördlich der Kirche beherbergt acht Mannschaftszimmer und zwei Küchen.  

Durch die anschließenden Stallungen getrennt befindet sich der „Neubau“.  
Er enthält die Wache, das Verhör- und Rapportzimmer.  
Darüber befinden sich weitere Büroräume, Magazine und Wohnungen. 

1818

Maxvorstadt * Das „Eichthal-Palais“ an der Brienner Straße 12 wird von Leo von Klenze erbaut.

1818

München * Wegen der auftretenden Hautkrankheiten wird von höchster Stelle eine „strenge Reinlichkeit“ verordnet.

Die Soldaten sollen künftig in den warmen Sommermonaten an „ausgewählten, schicklichen und gefahrlosen Stellen“ in fließendem Wasser öfter baden. Die Leibwäsche ist wöchentlich, die Bettwäsche monatlich zu wechseln.

Die Füllungen der Strohsäcke müssen fortan alle vier Monate ausgetauscht, die Bettdecken halbjährlich gereinigt werden. An der zweimännigen Bettenbelegung wird aber weiterhin festgehalten.

Lediglich das „rollierende Schlafen“, bei dem sich die vom Wach- oder Arbeitsdienst kommenden Soldaten in die Betten der Ablösung legt, ein Bett also von vier Soldaten benutzt wird und deshalb tagsüber gar nicht mehr auslüften kann, wird streng verboten.

1818

Englischer Garten - Lehel * Die nahe dem „Diana-Tempel“ am östlichen Rand des „Englischen Gartens“ gelegene „Tabakfabrik“ wird in ein Bad umgewandelt.

Bald bürgert sich dafür der Name „Diana-Bad“ ein.

Ende April 1818

Isarvorstadt * Die „Neue Kavalleriekaserne an der Isar“, an der Zweibrückenstraße, ist insgesamt fertiggestellt.

Sie bietet jetzt Platz für 1.558 Soldaten und 359 Pferde.

Die Kapazität der Mannschaftszimmer schwankt zwischen 3 und 17 Bettladen für je zwei Personen. Die Standardzimmer haben entweder 8 oder 14 Bettladen.

17. Mai 1818

München * Das „Gemeindeedikt“ stellt die „Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden“ wieder her.

In seinem Konzept eines „zentralisierten Staates“ hatte Maximilian Joseph von Montgelas die „Selbstverwaltung“ der Städte, Märkte und Gemeinden abgeschafft. 

Nach Montgelas‘ Entlassung macht König Max I. Joseph - neun Tage vor dem Erlass einer neuen Verfassung - diese Maßnahme rückgängig.

26. Mai 1818

München * Im „Königreich Bayern“ sind Fragen der „Post“ nicht mehr alleine Angelegenheit des Landesherrn und seiner Regierung.
Die „Ständeversammlung“ hat das Recht über die „Staatsausgaben“ und damit auch über die „Post“ mitzubestimmen.

Zu den bevorzugt diskutierten Themen in der „Ständeversammlung“ gehört unter anderem die Frage, ob die „Post“, als „Öffentliche Anstalt“ die Bedürfnisse der Öffentlichkeit zu befriedigen hat oder ob sie vorwiegend Geld in die immer leeren Staatskassen bringen soll.

Immer wieder prangern die Abgeordneten die „katastrophalen Dienstleistungen der Post“, die „Grobheit der Postillione“ und den „miserablen Zustand der bayerischen Straßen“ an.

26. Mai 1818

München * Das Königreich Baiern gibt sich eine „konstitutionelle Verfassung“.  

Baiern ist damit unter den großen deutschen Staaten der erste „Verfassungsstaat“.  
Baden erreicht diesen Status drei Monate und Württemberg ein Jahre später.  

Der König vereinigt alle Rechte der Staatsgewalt in seiner Person, unterliegt aber in der Ausübung seiner Rechte einigen Beschränkungen.

Es gibt ein „Zweikammersystem“.

  • Die „Erste Kammer“ sind die „Reichsräte“,
  • die „Zweite Kammer“ setzt sich zusammen zu je einem Achtel aus adeligen Gutsbesitzern und Geistlichen, ein Viertel kommt von Städten und Märkten, die restliche Hälfte sind Landeigentümer ohne gutsherrliche Gerichtsbarkeit.
  • Es gibt eine „Legislaturperiode“ und
  • außerdem werden die „Mitglieder der Abgeordnetenkammer“ gewählt.  

    Dennoch ist der Weg zu demokratischen Strukturen noch sehr, sehr weit!  
  • Die adeligen Gutsbesitzer stellen ein Achtel, die katholischen und evangelischen Geistlichen ebenfalls ein Achtel, die Städte, Märkte und Gemeinden ein Viertel und die übrigen Landeigentümer ohne gutsherrliche Gerichtsbarkeit die Hälfte.  
  • Dazu kommen zusätzlich drei Vertreter der Universitäten.  
  • Es gibt keinen „Parlamentarismus“,  
  • die „Mehrheitsverhältnisse in der Abgeordnetenkammer“ haben keinen Einfluss auf die Arbeit des „Ministerrats“,  die Abgeordneten haben kein „Initiativrecht“, dürfen also selbst keine Gesetzentwürfe einbringen und  dürfen nicht über ihren Zusammentritt selbstständig entscheiden.  

Im Vergleich zu den Vorgaben der „Deutschen Bundesakte“ ist die „Baierische Verfassung“ jedoch sehr modern ausgefallen.  
Sie legt das Fundament für das System einer „konstitutionellen Monarchie“.  

Erneut ist das neue „Staatsgrundgesetz“ aber keine Vertragskonstruktion zwischen dem Fürsten und dem Volk, sondern ein einseitiger verfassungsgebender Akt des Königs.  
Man nennt das auch eine „oktroyierte Verfassung“, die vom König in „freier Selbstbeschränkung“ erlassen wird und somit nicht das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen Fürst und Volksvertretung darstellt.  

Im Gegenteil, der Baiernkönig begründet seine Herrschermacht mit der Verfassung nicht, sondern unterwirft sich vielmehr nur in bestimmten Punkten seinen selbst erlassenen Beschränkungen. 

Juni 1818

Isarvorstadt * Das Eliteregiment „Garde du Corps“ erhebt erfolgreich Einspruch gegen die Absicht der Militärverwaltung, die Mannschaft in der „Neuen Isarkaserne“ sehr dicht zu kasernieren und einen Teil der Zimmer leer stehen zu lassen, um dadurch Brenn- und Beleuchtungsmaterial sparen zu können.

17. Juni 1818

München * König Max I. Joseph verkündet ein „Religionsedikt“, durch das das „Konkordat“ vom 24. Oktober 1817 stark relativiert wird.  

Während das „Religionsedikt“ Verfassungsrang erhält, wird das „Konkordat“ diesem als einfaches Staatsgesetz untergeordnet.  

Diese Maßnahme ist erforderlich geworden, weil das „Konkordat“ für die katholische Kirche eine von Gott gegebene hervorgehobene Stellung proklamierte und damit die religiöse Toleranz und Gleichwertigkeit gefährdet hatte. 

August 1818

Isarvorstadt * Die „Neue Isarkaserne“ wird dem Regiment „Garde du Corps“ übergeben und auf 876 Mann Friedensbelegung bzw. 1.140 Mann in Ausnahmesituationen festgelegt.

Oktober 1818

Theresienwiese * Erstmals können die Münchner eine frische Mass Bier auf der „Wiesn“ trinken.

Denn die Wirte stellen Buden auf, in denen „Erfrischungen all Art verabreicht“ werden.

Die erste „Fischbraterei“ auf der Wiesn bietet „gebratenen Hering frischer Ernte“ an.

Oktober 1818

Theresienwiese * Anton Gruber, der Wirt von der „Praterinsel“, erhält für fünf Jahre die Konzession für ein besonderes Publikumsvergnügen.

Auf der „Theresienhöhe“, also nicht auf dem „Festplatz“, betreibt er ein „Carussel“, eine „teutsche Schauckel“, wohl eine normale Schwingschaukel, eine „russische Schauckel“, ein Vorläufer des heutigen Riesenrads in bescheidener Größe, ein   und eine „Taubenscheibe“, mit einer aufgehängten Holztaube als Zielwurfobjekt.

Zugleich darf er Speisen und Getränke anbieten.

12. Oktober 1818

Graggenau * Das von Carl von Fischer geplante „Kgl. Hof- und Nationaltheater“ wird mit dem Festspiel „Die Weihe“ - einem Stück mit 160 Rollen - eröffnet.

3. Dezember 1818

Lichtenheim * Max von Pettenkofer wird in Lichtenheim bei Neuburg an der Donau geboren. 

21. Dezember 1818

Oldenburg * Prinzessin Amalie von Oldenburg, die spätere Königin von Griechenland, wird geboren. 


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