2017-02-23 1966 - Beatles, Hamburg, Reeperbahn, Ahrensburg, Ernst-Marck-Halle - Lennon John, McCartney Paul, Harrison George, Starr Ringo in München-Geschichte


26. Juni 1966

Die Hamburger Beatles-Konzerte

Hamburg * Die „Beatles“ treffen um 5.30 Uhr auf dem Hamburger Bahnhof Ahrensburg ein. 

Nach zwei Shows in der „Ernst-Merck-Halle“ vor jeweils 5.600 Zuschauern bricht der Verkehr zusammen.
Vier Stunden nach dem zweiten Konzert meldet der Polizeifunk: „Durchbruch der Fans auf breiter Front“. 600 Polizeibeamte sind im Einsatz und 117 Fans werden inhaftiert. 

Unterdessen entwischen die „Beatles“ ihren Bewachern und feiern mit ihren alten Freunden von der Reeperbahn bis um vier Uhr in der Frühe.
Damit endet das Gastspiel der „weltbesten Beatband“ in Deutschland. 


1966

Suchbegriffe

Beatles, Hamburg, Reeperbahn, Ahrensburg, Ernst-Marck-Halle,

Personen

Lennon John McCartney Paul Harrison George Starr Ringo

Weitere Ereignisse im Jahr 1966

Ab 1966

Graggenau * Wegen des U-Bahn-Baus wird der „Fischbrunnen“ am Marienplatz abgetragen.

1966

Haidhausen * Die drei zierlich durchbrochenen Turmhelme der neuen „Johann-Baptist-Kirche“ werden abgetragen und stark vereinfacht wieder ersetzt.

Die Haidhauser bezeichnen die neuen kupfergedeckten Hauben jedoch nur als „Kasperlmützen“.
Außerdem büßt der Hauptturm 4,10 Meter ein.
Statt 95 Meter ist er nur mehr 90,90 Meter hoch.

1966

Unterföhring * Der zweite Block des „Müllverbrennungs-Kraftwerks München Nord“ geht in Betrieb.

1966

Karlsruhe * In einem Urteil des „Bundesgerichtshofs“ heißt es:

„Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, dass sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen lässt.
Wenn es ihr infolge ihrer Veranlagung oder aus anderen Gründen versagt bleibt, im ehelichen Verkehr Befriedigung zu finden, so fordert die Ehe von ihr doch eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen“
.

1966

Bayern * Der „Bund Naturschutz“ wildert die ersten Biber wieder in Bayern aus.

1966

Lehel * Das „Lehel“ wird zum „Kerngebiet“ erklärt.  

Damit ist es ein Viertel, das vor allem der gewerblichen Nutzung vorbehalten sein soll. 

1966

Maxvorstadt * Nach Kriegszerstörung und Wiederaufbau wird der „Bayerischen Staatsbibliothek“ ein Erweiterungsbau aus Stahl und Glas angefügt.

1966

Ludwigsvorstadt * Kurt Plapperer übernimmt die Leitung des „Deutschen Theaters“

Er und sein Sohn Heiko Plapperer-Lüthgard verändern das Programm stark in Richtung internationale Musicals. 

4. März 1966

London * Im „Evening Standard“ erscheint das Interview von John Lennon, in dem sagt, die Beatles sind „populärer als Christus“

26. April 1966

Rom * Der „IOC-Präsident“ Avery Brundage verkündet in Rom München als Austragungsort der „Olympischen Sommerspiele 1972“.  

Weitere Bewerber waren Detroit, Madrid und Montreal. 

28. Mai 1966

München * Der „TSV 1860 München“ wird erstmals - und bislang zum einzigen Mal - „Deutscher Fußballmeister“.

Mit der Meisterschaft sind Namen wie Rudi Brunnenmeier, Friedhelm „Timo“ Konietzka und Petar „Radi“ Radenkovic verbunden.  
Der „FC Bayern München“ wird Dritter, der „1. FC Nürnberg“ belegt den sechsten Platz in der „Bundesliga-Tabelle“

10. Juni 1966

Großbritannien * Mit „Paperback writer/Rain“ wird die 12. Single der Beatles veröffentlicht.

21. Juni 1966

London * Die Beatles schließen ihre Arbeit an der LP „Revolver“ ab. 

23. Juni 1966

München * Das Münchner Verwaltungsgericht verfügt, dass Beat-Veranstaltungen auch künftig „vergnügungssteuerpflichtig“ sind, selbst wenn „durch die elektrische Tonverstärkung das Dargebotene nur als Lärm erscheint“

23. Juni 1966

London - München * Um 11:20 Uhr heben die Beatles mit dem Flug BE502 mit der BEA-Linienmaschine „Comet IV“ vom Londoner Flughafen ab, um um 12:56 Uhr in München-Riem zu landen.  

Endlich sind sie da.
George Harrison, Paul McCartney, John Lennon und Ringo Starr treffen erstmals und höchstpersönlich in München ein.

Und als „die vier Sängerknaben mit der Mädchenfrisur“ das Flugzeug verlassen, werden sie „von lustigen Teenagern zumeist“ begeistert empfangen. Man hat sie bis zur Landung des Flugzeugs mit Beatmusik bei Laune gehalten.
Die Mädchen tragen Pony, die Haare hochtoupiert, sowie bonbonfarbene, schenkelkurze Op-Art-Kleidchen und Pumps. Die Burschen bekleiden sich mit hautengen Jeans und schwarzen T-Shirts oder geblümten Hemden. Ihre Haare bedecken zwar die Ohren, reichen aber noch nicht bis zur Schulter.
Dazwischen sind auch „einige wüstere Typen mit verfilztem, schulterlangem Haar, im obligatorischen Snow Coat mit aufgemalten Atomwaffengegner-Abzeichen“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Die Mädchen halten bemalte Schilder hoch und alles sieht friedlich aus.
Doch es muss schon ein sehr trügerischer Friede sein, denn auf je fünf Fans kommt ein Polizist. 200 Staatliche Ordnungskräfte sorgen für einen reibungslosen Ablauf.
Außerdem ist die Straße rechts vom Hauptgebäude auf einer Länge von fast einhundert Metern abgesperrt worden.  

Noch auf der Rolltreppe werden die „Fab Four“ mit extrem saublöden Fragen interviewt.
Ringo Starr antwortet auf dem Flughafen auf die Frage eines Reporters: „Warum stehen Sie immer so spät auf?“ mit der Gegenfrage: „Wollen Sie schon in aller Frühe unseren Lärm hören?“  

Total unverständlich findet der „Münchner Merkur“ die Popularität der „Beatles“, da die Vier doch nur Nachteile vorzuweisen hätten: „Der kurzsichtige John Lennon, der Linkshänder Paul McCartney, George Harrison mit den abstehenden Ohren und Ringo Starr mit der übergroßen Nase“

Außerdem überreicht man ihnen Lederhosen mit Hirschknöpfen und weiße leinene Trachtenhemden.
Schon während des Flugs hat man ihnen einen „Tirolerhut“ übergeben, den der „großnasige“ Ringo beim Verlassen des Flugzeugs zu seiner braunen Lederjacke trägt.  

Mit einem Autotorso, bestehend aus fünf weißen Mercedes-Limousinen und einem VW-Bus, werden die „Fab Four“ zum „Hotel Bayerischer Hof“ gebracht.
Die Polizei fährt mit einem Lautsprecherwagen voran und fordert die Verkehrsteilnehmer laut vermerkbar auf: „Machen Sie Platz für die Beatles!“.
Die Ampeln sind für die vier Musiker auf Grün gestellt.

So fahren sie über die Prinzregentenstraße, vorbei an den Vieltausenden, Fähnchen schwenkenden, „Yeah-yeah-yeah!“ kreischenden Münchner Beatles-Fans.
Es herrscht einfach eine freundliche Stimmung an diesem 23. Juni 1966. 

In dem Auto mit dem Kennzeichen M-TX 107 sitzen die Beatles. 
Um den wartenden Fans zu entkommen, fährt der Mercedes die Tiefgarage von hinten an, sodass die Gruppe um 13:45 Uhr das Hotel durch den Lieferanteneingang betreten kann.  

Während die Musiker durch den Hintereingang verschwinden, warten auf dem Promenadeplatz etwa 3.000 Fans und Neugierige mit Transparenten.
Neun Hausdiener und eine Handvoll Polizisten sollen den „Bayerischen Hof“ gegen den Ansturm der Beatles-Fans verteidigen.
„Die Scheiben sind vorsorglich beim Glaser bestellt“, diktiert Hotelchef Falk Volkhardt einem Reporter in den Block. 

Nichts passiert. Nur junge Frauen und Männer warten auf dem Promenadeplatz sehnsüchtig auf den Augenblick, dass sich ihre Idole an einem der Fenster zeigen.
Oben im fünften Stock tun diese den Fans ein einziges Mal den Gefallen und treten ans Fenster, um ein paar Autogramme auf die Straße zu werfen.  

Für 16:00 Uhr ist im „Nachtclub“ des „Hotels Bayerischer Hof“ eine Pressekonferenz anberaumt.
Diese beginnt 20 Minuten später, weil der Fahrstuhl stecken bleibt. Statt der erlaubten 10 haben sich 15 Personen in den Aufzug gequetscht.
Zuerst werden Fotos der „Fab Four“ geschossen, danach dürfen die Journalisten die Beatles 13 Minuten befragen.
Dazwischen bekommen sie noch den „Goldenen BRAVO Otto“ in der Kategorie „Beste Beatband“ überreicht.  

Zur gleichen Zeit tagt im „Polizeipräsidium“ an der Ettstraße ein Krisenstab, denn den deutschen Behörden und der Polizei waren Popstars samt den kreischenden Fans ausgesprochen befremdlich.
Aus Anlass des Beatles-Gastspiels richtet man in München einen Krisenstab ein, dem der Polizeipräsident, zwei Einsatzleiter und ein erst kurz zuvor installierter psychologischer Fachmann angehören.
„Deeskalation“ fordert der Psychologe, was natürlich umfangreiche polizeiliche Vorbereitungen notwendig macht, um Massenaufläufe möglichst zu verhindern oder zumindest unter Kontrolle zu halten. 

So bekommen die „Beatles“ die Kehrseite ihres Ruhmes zu spüren.
Ihnen wird ein abendlicher Schwabing-Bummel aus Sicherheitsgründen verboten, weshalb sie die ganze Zeit ihres München-Aufenthaltes im „Bayerischen Hof“ verbringen müssen.  
Die „Abendzeitung“ schreibt beschwichtigend: „Die Herren tragen zwar unorthodoxe Haartracht und veranstalten einen für musikalische Ohren beschwerlichen Lärm, aber im Grunde sind sie harmlos und übermütig, und in ihren Liedern kommt nichts Unanständiges vor“.  

Die Polizei hat eine Fälscherbande hochgenommen, die 125 gefälschte Eintrittskarten für die „Beatles-Konzerte“ zu Horror-Preisen verkauft hat.  

Am frühen Abend machen die Beatles eine „Generalprobe“ auf ihrem Zimmer, da sie bis zum 21. Juni 1966 jeden Tag mit den Aufnahmen zur LP „Revolver“  beschäftigt waren.  

Gegen 21:30 Uhr betreten die vier Beatmusiker das 16 Meter lange „Schwimmbad“ auf dem Dach des „Hotels Bayerischer Hof“, das extra für die Beatles reserviert und eigens für diesen Zweck mit neuem Wasser gefüllt worden war.
Der einzige Schwimmer ist Paul, der sich mit einer geliehenen Badehose in die Fluten stürzt, während die drei anderen „kühles Nass aus Whiskeyflaschen“ vorziehen. 

Fortsetzung folgt !

24. Juni 1966

München * Für 17.15 Uhr ist das erste und für 21 Uhr das zweite „Beatles-Konzert“ im „Circus Krone“ angesetzt.

Die „Süddeutsche Zeitung“ informiert ihre Leser fürsorglich über die gesundheitliche Gefährlichkeit dieser Musik:
„Wenn die Gitarren ihren harten Rhythmus beginnen, wird der Lärm so stark, dass es vom ärztlichen Standpunkt aus ratsam erscheint, das Weite zu suchen.
Das halbe Dutzend großer Verstärker verwandelt selbst das Laufgeräusch einer Ameise in das Donnern einer aufgescheuchten Elefantenherde: Sie haben zusammen 800 Watt.“

Die 6.200 Eintrittskarten für die „Beatles-Konzerte“ sind schon lange vorher verkauft worden, 2.000 davon nach auswärts.
Vier Sonderzüge treffen mit diesen Fans in München ein:

  • aus Stuttgart „Der Rasende John“,
  • aus Innsbruck „Der Fliegende Paul“,
  • aus Würzburg „Der Schnelle George“ und
  • aus Ulm „Der Rollende Ringo“.  

Am Einlass zum „Cirkus-Krone-Bau“ brechen Teenager vor Enttäuschung in Tränen aus.
Sie sind von einer Fälscherbande mit gezinkten Tickets betrogen worden.

Um 16.30 Uhr werden die Türen zum „Circus-Krone-Bau“ für die Fans geöffnet und um 17.15 Uhr beginnt das erste Beatles-Konzert vor 3.500 Zuschauern mit dem Vorprogramm.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind beträchtlich: 250 Polizeibeamte sind im Einsatz.
Im Hof der „Deroy-Schule“ parkt ein Wasserwerfer.
Im Publikum verteilen sich ausgewählte junge Beamte.
Bei einem Stimmungsüberschlag will man den „Cirkus-Krone-Bau“ schlagartig in gleißend weißes Licht tauchen.
Doch noch vor Konzertbeginn sorgt ein Gewitterregen für Abkühlung.

Die Stimmung sinkt noch tiefer, als sich die erste Vorgruppe mit dem aufreizenden Namen „Cliff Bennet and the Rebel Rousers“ auf der Münchner Bühne abmüht.
Erst den „Rattles“, einer Band aus Hamburg, gelingt es, die Emotionen auf beatlesgemäßes Niveau zu steigern.
Im Anschluss tritt noch das Duo „Peter & Gordon“ auf.

Danach schaltet die Regie eine künstliche Pause, nach der - in dem atemlos stillen Krone-Saal - die „Beatles“ angekündigt wurden.

Als die vier Ausnahmemusiker urplötzlich auf die Bühne springen, entlädt sich ein Orkan.
Unter ihren - für die damaligen Verhältnisse - skandalös langhaarigen Köpfen tragen sie dunkelgrüne Jägeranzüge mit hellen Kragenaufschlägen. Ihre ebenfalls uniformen gelben Hemden sind mit Krawatten zugebunden. 

Die „Beatles“ spielen zwar nur elf Lieder.
Doch mit jedem Song steigert sich die frenetische Begeisterung des Münchner Publikums.

Die Songfolge ist folgendermaßen:

  • „Rock and Roll Music“
  • „She‘s a woman“
  • „If I needed someone“
  • „Babys in black“
  • „Day tripper“
  • „I feel fine“
  • „Yesterday“
  • „I wanna be your man“  
  • „Nowhere man“  
  • „Paperback writer“
  • „I‘m down“

Begeisterte, schluchzende und enthemmte Jugendliche branden gegen die Bühne an, ausgebremst von einer Hundertschaft Polizisten, die auf Empfehlung des Psychologen in Zivil gekommen sind.
Papierkugeln und Damenschuhe fliegen durch die Luft - bevorzugt zu Paul McCartney, dem damals noch einzigen Junggesellen.  

Nach jeder Nummer verbeugen sich die „Pilzköpfe“ artig und lächeln lieb.
Das Jubelgeschrei wird noch lauter und noch stärker, sodass hinterher keiner der Anwesenden mit Bestimmtheit sagen kann, welche Songs die Beatles tatsächlich gespielt haben.

Bereits nach 25 Minuten verschwinden die - wie sie die Münchner Presse gerne nennt - „vier Liverpooler Sängerknaben“ - genauso schnell wieder von der Bühne, wie sie gekommen sind, und hinterlassen ein erschüttertes Publikum und eine erleichterte Polizei.  
Immerhin ist es zu keinen Ausschreitungen und Sachbeschädigungen gekommen.
„Es ging alles friedlich vonstatten“, wurde gebetsmühlenartig wiederholt.

Die „Beatles“ haben sich in ihrer Garderobe eine kleine Beschallungsanlage aufbauen lassen, um wenigstens noch kurz proben zu können.
Der völlige Mangel an Vorbereitung und das fehlende Üben im Vorfeld der Tour wird vor allem bei „I‘m Down“ deutlich, als John, Paul und George auf der Bühne über den Text der ersten Strophe konferieren müssen.
Dennoch bringt Paul es fertig, sie durcheinanderzubringen und auch bei den nächsten beiden Versen zu schwimmen.
George kündigt „Yesterday“, das alle vier mit elektrischen Gitarren und Drums spielen, als ein Stück der LP „Beatles For Sale“ an. 

24. Juni 1966

München * Die neue „Münchner Linie“ wird bei den zwei „Beatles-Konzerten“ im „Cirkus Krone“ eingesetzt.

Es treten keine Zwischenfälle auf.

25. Juni 1966

München * Die „Beatles“ verlassen um 8.25 Uhr auf Gleis 11 den Münchner Hauptbahnhof.
Sie benutzen dazu den gleichen Vier-Waggon-Sonderzug, mit dem ein Jahr zuvor Königin Elisabeth und Prinz Philipp die Bundesrepublik bereist hatten. 

Beatles-Manager Brian Epstein hätte den Zug beinahe verpasst.
Rund dreihundert Fans haben sich hinter den Absperrungen im Bahnhof versammelt, um ihre „plüschhaarigen Lieblinge“ ein letztes Mal zu sehen. „Schaurig hallte das Kreischen der Teenager durch die Bahnhofshalle“ - und dann sind sie weg. 

Langsam kann die „Münchner Bierruhe“ wieder zurückkehren.

Um 16.32 Uhr sind die „Beatles“ in Mülheim/Ruhr.
Von dort fahren sie direkt zur „Gruga-Halle“ in Essen, wo sie ebenfalls zwei Konzerte vor insgesamt 16.000 Fans geben sollen. 

27. Juni 1966

Hamburg * Die Beatles brechen von Hamburg in Richtung Japan auf.

Ab 30. Juni 1966

Tokyo * Die Beatles treten bis 2. Juli in Tokyo auf.

4. Juli 1966

Manila * Die Beatles geben ein Konzert in Manila.

4. Juli 1966

Maxvorstadt * Am amerikanischen „Unabhängigkeitstag“ demonstrieren „Kriegsgegner“ gegen den „Vietnamkrieg“, in den Amerika 1963 militärisch eingegriffen hat. 

Steine und Tintenfässer fliegen gegen das Gebäude.
Das „Generalkonsulat“ in München wird zum Symbol eines US-Imperialismus und damit zur Zielscheibe zahlreicher Protestaktionen.

31. Juli 1966

USA * Aufgrund der John-Lennon-Aussage, die Beatles seien „populärer als Christus“ verzichten Radiosender im amerikanischen „Bible Belt“ auf die Ausstrahlung von Beatles-Liedern. 

Beatles-Schallplatten und Fanartikel werden als Reaktion daraufhin öffentlich verbrannt.

5. August 1966

Großbritannien * „Revolver“, die siebte Langspielplatte der Beatles, wird in den Schallplattenläden angeboten. 

Die Platte ist das erste Gesamtkunstwerk der „Fab Four“

Als Auskoppelung der LP erscheint die 13. Beatles-Single mit den Titeln „Eleanor Rigby/Yellow Submarine“.

Ab 12. August 1966

Kanada - USA * Die Beatles beginnen eine Tournee durch Kanada und die USA.
Sie dauert bis 29. August. 

Das ist das Ende der gemeinsamen Live-Karriere der „Fab Four“

2. September 1966

München - Vatican - Freising - Regensburg * „Kultusminister“ Ludwig Huber und „Nuntius“ Corrado Bafile unterzeichnen in München die Verträge über  

  • die Ausbildung an der „Katholischen Hochschule Freising“ sowie  
  • die Errichtung einer „Katholischen Fakultät“ an der Universität Regensburg. 
27. Oktober 1966

Bonn * Die FDP zieht nach einer Auseinandersetzung über den Bundeshaushalt ihre vier Minister aus der „Regierung Erhard“ zurück.  

Bundeskanzler Ludwig Erhard [CDU] bildet daraufhin eine „Minderheitsregierung“ aus CDU und CSU. 

9. November 1966

Schwabing * Vom 8. bis 11. November spielt Jimi Hendrix und seine Band „Experience“ im „Big Apple Club“ in der Leopoldstraße als Vorgruppe zu einer „Soul-Revue“

Am 9. November wird Jimi von übermütigen Fans in die Menge gezogen.
Beim Zurückspringen auf die Bühne zerbricht seine Gitarre.
Der Musiker flippt aus und schlägt die Gitarre zu Kleinholz.

Jetzt tobt das Publikum vor Begeisterung, weshalb Jimi Hendrix künftig immer eine Gitarre auf der Bühne zerdeppern muss.

9. November 1966

London * John Lennon und Yoko Ono lernen sich in London kennen.

10. November 1966

Bonn * Kurt Georg Kiesinger [CDU] setzt sich im dritten Wahlgang gegen seine Konkurrenten - Bundesaußenminister Gerhard Schröder [CDU] und den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel - als Kanzlerkandidat der CDU durch. 

„Bundestagspräsident“ Eugen Gerstenmaier hat zuvor zugunsten Kiesingers verzichtet.

20. November 1966

München * Das „Kabinett“ unter Alfons Goppel setzt sich nur noch aus CSU-Mitgliedern zusammen. 

Während Goppels Amtszeit kann die CSU ihren Stimmenanteil beständig steigern.
So erreicht sie am 20. November 1966 48,1 Prozent.

25. November 1966

Bonn * Die Verhandlungen Kurt Georg Kiesingers [CDU] mit der FDP zur erneuten Regierungsbildung scheitern. 

26. November 1966

Bonn * Zwischen dem Kanzerkandidaten der CDU, Kurt Georg Kiesinger, und dem oppositionellen Kanzerkandidaten der SPD, Willy Brandt, wird eine „Große Koalition“ vereinbart.

30. November 1966

Bonn * Ludwig Erhard [CDU] tritt als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zurück. 

1. Dezember 1966

Bonn * Kurt Georg Kiesinger wird Bundeskanzler der ersten „Großen Koalition“ auf Bundesebene. 

9. Dezember 1966

Großbritannien * In Großbritannien erscheint die achte Beatles-LP „A Collection of Beatles Oldies“

Sie ist eine für das Weihnachtsgeschäft geschaffene Zusammenstellung von Beatles-Singles. Das einzige neue Lied ist „Bad Boy“.
Die Langspielplatte erreicht erstmals nicht den 1. Platz in den Britischen Charts, sondern kommt nur auf Platz 6.


Verwendet in Führung:

30. Munich Rock Walk



Beatles, Hamburg, Reeperbahn, Ahrensburg, Ernst-Marck-Halle
Lennon John, McCartney Paul, Harrison George, Starr Ringo