2017-02-27 1839 - Maximilianstraße, Maximilianeum, Max-Joseph-Platz, Akropole, Kaffee- und Speisehäuser, Ausfallstraße, Schutz der Residenz - Max II. König, Bürklein Friedrich von Architekt in München-Geschichte


1839

Der Standort des „Maximilianeums“ wird entwickelt

Haidhausen - Lehel - Graggenau * Der Standort des heutigen „Maximilianeums“ wird erst ins Auge gefasst, nachdem „Thronanwärter“ Max II. mit dem Gedanken einer vom „Max-Joseph-Platz“ ausgehenden und zur „Akropole“ führenden „Prachtstraße“ spielt.

Damals notiert er unter „Auszuführendes in München” den Plan einer „Verbindung der Stadt mit der Isar von der Neuen Residenz aus über das Lehel”.

Max‘ II. Vision wird später von Friedrich Bürklein folgendermaßen beschrieben: 

„Die Anlage eines großen öffentlichen Gartens mit Vergnügungsplätzen, ausgestattet mit schönen Alleen zwischen Fahr- und Fußwegen, mit Blumenbosquetts, ist ein Bedürfniß.
In der Hauptform eines römischen Forums angelegt ein würdiger Bauplatz für öffentliche Bauten und Monumente, ein Corso, ein Sammelplatz der gebildeten Welt.

Gleich den Champs-Elysées in den entfernten Theilen zwischen Privatgebäuden: Conditoreien, Kaffee- und Speisehäuser, Säle für Musikfeste und Cirkus. Für die Anlage eines Objektes auf der Isaranhöhe wird ein Garten um so maßgebender, als durch diese Disposition genanntes Objekt gleichsam als Akropole für die Stadt erscheint”.

Der künftige König will eine - dem großstädtischen Charakter der Residenzstadt angemessene - Ausfallstraße nach Osten errichten lassen und befindet sich damit in vollkommener Übereinstimmung mit Münchens Stadtrat, der die Aufwertung dieses Stadtbereichs nach der ins Auge gefassten Eingemeindung der Vororte Haidhausen und Giesing sowie der Vorstadt Au schon seit längerer Zeit favorisiert.

Außerdem spielen militärische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle, da über die Straße die Armee zum Schutz der „Residenz“ und zur Verhinderung von Zusammenrottungen aufständischer Bürger schnellstens aufmarschieren kann.


1839

Suchbegriffe

Maximilianstraße, Maximilianeum, Max-Joseph-Platz, Akropole, Kaffee- und Speisehäuser, Ausfallstraße, Schutz der Residenz,

Personen

Max II. König Bürklein Friedrich von Architekt

Weitere Ereignisse im Jahr 1839

1839

Brüssel * Preußen und andere Großmächte garantieren die belgische „Neutralität“

1839

Englischer Garten - Tivoli * Christian August Ernst kauft die Gaststätte „Zum Tivoli“ und verpachtet sie an den bisherigen Besitzer.

1839

Untergiesing * Die Nachfrage nach „lackiertem Leder“ ist - sowohl im Inland, wie auch im Ausland - so enorm hoch, dass der neue Besitzer, der „Hofbankier“ und „Großspekulant“ Simon Freiherr von Eichthal, die „Untergiesinger Lederfabrik“ in den Jahren von 1839 bis 1865 in mehreren Schritten erweitern lassen muss.

1839

Haidhausen * In einem zwei Jahre andauernden Zeitraum wird die „Nicolai-Kirche“ am Gasteig grundlegend renoviert.

1839

Untergiesing * Die Urbarmachung der Isar in Untergiesing beginnt.

Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Isar ein ungebändigter und wilder Gebirgsfluss, der im Süden der Stadt aus unzähligen, sich ständig verändernden Armen, Sümpfen und zum Teil bewachsenen Inseln besteht.
Eine Besiedlung der ufernahen Bereiche ist aufgrund der Überschwemmungsgefahren unmöglich.

Gleichzeitig entstehen hier die ersten „städtischen Grünanlagen“, nachdem „Baurat“ Franz Carl Muffat die Sümpfe und Wasserarme der weitverzweigten Isar mit Bauschutt, Haus- und Straßenabfällen auffüllen lässt, um so nutzbares Land für die „Anpflanzung von Maulbeerbäumen“ zu gewinnen.

Die bayerische Regierung verspricht sich von der Züchtung eigener Raupen die Unabhängigkeit von den teueren Seidenimporten.
Zur Ernährung der Raupen sind aber die Blätter der „Maulbeerbäume“ Grundvoraussetzung.

1839

Englischer Garten - Hirschau * Ein Wirt, dessen Namen nicht mehr feststellbar ist, erwirbt ein kleines Waldgrundstück in der „Hirschau“ und erstellt darauf ein einstöckiges Wirtshaus, das er „Zum Hasenstall“ nennt. 

1839

Englischer Garten - Hirschau * Angeblich beschäftigt die „Maffei'sche Fabrik“ bereits 160 Arbeiter und Tagelöhner.

Doch diese Angabe scheint weit überzogen.
Das Münchner „Kunst- und Gewerbeblatt“ vom Juni 1852 beziffert die von Maffei im Jahr 1839 bezahlten Wochenlöhne auf 12.500 Gulden. 

Davon kann er unmöglich 160 Arbeiter bezahlt haben.
Das wären lediglich 1½ Gulden in der Woche.

1839

Englischer Garten - Hirschau * Joseph Anton von Maffei engagiert Joseph Hall, einen englischen Ingenieur, als Direktor für das „Eisenwerk Hirschau“.

Joseph Hall war zur Montage der sechs in England gefertigten Lokomotiven nach München gekommen.
Die Zugmaschinen sollen auf der Strecke München - Augsburg eingesetzt werden.

1839

Kreuzviertel * Der königliche Wunsch, „daß ein bedeutender Gasthof hieher komme“, trifft bei Joseph Anton Ritter von Maffei auf offene Ohren.

Er erwirbt für 163.400 Gulden zwei Anwesen an der Prannergasse und vier ihm benachbarte Häuser an der ehemaligen „Kreuzgasse“, darunter den Gasthof „Goldener Bär“.
Anschließend lässt er das „Hotel zum Bayerischen Hof“ projektieren und errichten.
König Ludwig I. äußert für den Hotelbau einen ganz persönlichen Wunsch.

Ausgerechnet der verantwortliche Bauherr der „Ludwigstraße“ und der „Ruhmeshalle“, der „Glyptothek“ und der „Pinakotheken“ sowie zahlreicher anderer Bauwerke innerhalb und außerhalb Bayerns, hat in seiner Residenz kein adäquates Badezimmer, sodass er sich zwei Mal im Monat die Ehre gibt, im „Hotel zum Bayerischen Hof“ sein Bad zu nehmen.

Schon aus diesem Grund besitzt die neue Nobelherberge das besondere Wohlwollen „Seiner Allerhöchsten Majestät“, die dem Hotelbetrieb deshalb sogar das Führen des „Bayerischen Staatswappens“ mit Löwen, Rauten und Krone erlaubt.

Mit dieser Nobelherberge schafft Anton Ritter und Edler von Maffei einen Übernachtungsbetrieb, der - bis zum heutigen Tag - als erste Adresse Münchens gilt.

4. Mai 1839

München * Therese Schlutt, verheiratet mit Anton Feldmüller, Gastwirt aus Kirchensur bei Amerang, ehemals Landgericht Wasserburg, beantragt eine Aufenthaltsgenehmigung in München wegen „Ehedifferenz“.  

Wahrscheinlich aber, um ihren väterlichen Erbteil anzutreten.

17. Mai 1839

Bogenhausen * Die Witwe Anna Schlutt und ihren Sohn Johann Baptist verkaufen die Immoblilie Priel 1 bei Bogenhausen an Herzog Max in Bayern („Zither-Maxl“).

Dieser hat 1½ Jahre zuvor das Montgelas-Erbe in Bogenhausen erworben und erweitert jetzt durch Zukäufe seine Liegenschaft zum späteren „Herzogpark“.

25. August 1839

Au * Am Geburts- und Namenstag König Ludwigs I. wird in der Au die „Mariahilf-Kirche“ eingeweiht.

25. August 1839

München - Lochausen * Die Eisenbahnstrecke von München nach Lochhausen wird erstmals mit der Dampfkraft einer Lokomotive befahren. 

1. September 1839

München - Lochhausen * Mit der feierlichen Eröffnung der Eisenbahn-Teilstrecke von München nach Lochhausen - wird der offizielle Betrieb der Privatbahn aufgenommen. 

6. November 1839

Haidhausen * König Ludwig I. erteilt in einer „Kabinetts-Order“ den Auftrag, dass die „Frauen vom guten Hirten“ ihre Seelsorge in den Räumen des ehemaligen Haidhauser „Preysing-Schlosses“ aufnehmen sollen.

7. Dezember 1839

Au * Die „Armen Schulschwestern“ kommen in die Au.

10. Dezember 1839

Au * Das Gnadenbild wird feierlich in die neue „Mariahilf-Pfarrkirche“ übertragen.

28. Dezember 1839

Kreuzviertel * Die nächste „Stände-Versammlung“ dauert vom 28. Dezember 1839 bis 15. April 1840.  

Die „Reichsräte“ und die „Abgeordneten“ haben sich nun auch mit dem politischen Kurswechsel in der „ludovizianischen Innenpolitik“ durch den konservativen „Innenminister“ Karl August von Abel auseinanderzusetzen. 


Verwendet in Führung:

02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist
23. Maximilianstraße
29. Graggenau



Maximilianstraße, Maximilianeum, Max-Joseph-Platz, Akropole, Kaffee- und Speisehäuser, Ausfallstraße, Schutz der Residenz
Max II. König, Bürklein Friedrich von Architekt