2017-02-26 1591 - Bier, Hofbräuhaus,Maische, Würze, Südpfanne, Maischbottich, Abläutern, Gärbottich, Kühlschiff, Brauhaus - Pongraz Heimeran Brauer in München-Geschichte


1. November 1591

Das „Braune Hofbräuhaus“ wird als hochmoderne Musteranlage eingerichtet

Graggenau * Am „Allerheiligen-Tag“ ist das Werk endlich vollendet.

Heimeran Pongraz richtet das „Braune Hofbräuhaus“ als hochmoderne Musteranlage ein.

  • Während in anderen Braustätten noch die „Maische“ von Hand geschöpft und die „Würze“ in Holzkübeln geschleppt werden muss, läuft bei Pongraz fast alles über Leitungen.
  • Es gibt eine rechteckige kupferne Sudpfanne, die man mit einem offenen Feuer aus Fichtenholz beheizt.
  • Über eine Rinne aus Lärchenholz läuft die „Maische“ zum runden eichenen „Maischbottich“.
  • „Abgeläutert“ wird durch die schmalen Schlitze eines Bretterbodens.
  • Dampfend fließt die „Würze“ dann in die beiden „Kühlschiffe“ aus Lärchenholz und von dort durch eine Bleileitung zu den „Gärbottichen“ im Keller.

Der ledige Braumeister muss während des Brauvorgangs im „Brauhaus“ schlafen, um bei Bedarf jederzeit eingreifen zu können.
Sein Einkommen beträgt bei freier Kost und Logis vierzig Gulden im Jahr.


1591

Suchbegriffe

Bier, Hofbräuhaus, Maische, Würze, Südpfanne, Maischbottich, Abläutern, Gärbottich, Kühlschiff, Brauhaus,

Personen


Weitere Ereignisse im Jahr 1591

1591

München * Herzog Wilhelm V. beklagt sich über die stark überhand nehmende „Unmoral“ in der Stadt.  

Dabei haben selbst die Repräsentanten der Amtskirche Probleme mit der eigenen „Lust“.  
Nur in einem sehr schwierigen Prozess gelingt es, die geistlichen Herren auf Dauer von ihren - „Schlafweiber“ genannten - „Konkubinen“ zu trennen. 

1591

München * Peter Binsfelds Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“ erscheint in München in deutscher Sprache.

Der Münchner „Stadtgerichtsassessor“ Bernhard Vogel hat das Werk aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt.
Der „Verleger“ Adam Berg lässt es im Einverständnis mit dem „Geistlichen Rat“ drucken.

Gewidmet ist das Buch „Von Bekanntnuss der Zauberer und Hexen“ Herzog Ferdinand, der den „Schongauer Hexenprozess“ der Jahre 1589/90 führte und nachträglich für seine abscheuliche Tat gerühmt werden soll.

Adam Berg schreibt im Vorwort des Buches, dass es gerade jetzt notwendig sei, da man „zu diser zeit etliche Personen finden möchte, die sagen dörfften, man thue den Leuthen unrecht“.  
Das Buch verfolge also vornehmlich den Zweck, „das diejenigen, so irgent hierinn zweiflen, ein Bericht haben und nit also freventlich die hohe Obrigkeit in Straffung solcher Laster urtheilen und Nachreden“

1591

Kelheim * Anna Pämb [50] lebt mit ihrem Mann Paulus [48] und den Söhnen Gumpprecht [13], Michael [11] und Hansel [ein Jahr alt] im „Kelheimer Armenhaus“.

Vater Paulus bietet seine Arbeitskraft als „Kesselflicker“ an.
Mit seinen älteren Söhnen verdingt er sich auch als „Abortgrubenräumer“, als sogenannter „Pappenheimer“.

Im „Armenhaus“ von Kelheim lernt Anna Pämb eine gewisse Zieglerin kennen.
Die Frauen verstehen sich auf Anhieb. 

1591

München * In München erscheint das „Tractat von Bekanntnuß der Zauberer und Hexen“ in deutscher Sprache, das der Trierer „Weihbischof“ Peter Binsfeld verfasst hat und darin die Forderung „die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ erhebt.

??? 1591

Kreuzviertel * Dreiunddreißig „Jesuiten“ ziehen  in das neue „Kolleg“ ein.

24. März 1591

München * Der „Alchemist und Goldmacher“ Marco Bragadino wird - auf Betreiben der „Landstände“ und ohne Wissen des Herzogs Wilhelm V. - verhaftet. 

26. April 1591

Graggenau * Der „Alchemist und Goldmacher“ Marco Bragadino wird vor einer großen Menschenmenge auf dem Münchner „Schrannenmarkt“ enthauptet.  

Die Hinrichtung gerät zum Desaster, weil es dem „Scharfrichter“ erst beim dritten Schlag gelingt, den Kopf vom Rumpf zu trennen.  

Die Menge tobt und will nun ihrerseits den „Henker“ wegen seiner schlechten Vorstellung lynchen.  
Nur ganz knapp und mithilfe bewaffneter Soldaten entgeht er der wütenden Menge. 

5. November 1591

Werdenfelser Land * Mit Brigitta Krätzler und Barbara Feurer werden die beiden letzten Beschuldigten des „Werdenfelser Hexenprozesses“ hingerichtet.

Dann endet zunächst die „Hexenverfolgung im Werdenfelser Land“.
Das liegt einerseits am verstärkt auftretenden Widerstand aus der Bevölkerung, andererseits an den hohen Kosten.

Alleine der „Nachrichter“ erhält für jede „Besichtigung“ zwei Gulden, dazu täglich ein „Wartegeld“ von zwei Gulden und für jede Hinrichtung nochmal acht Gulden.
Auch Verpflegung und Unterkunft trägt die Staatskasse.
Insgesamt kostet der „Werdenfelser Hexenprozess“ rund 4.000 Gulden.

Am Ende dieser Verfolgungs-Periode zählt man 49 auf dem „Scheiterhaufen“ zum Teil „lebendig verbrannter Angeschuldigter“, zum Teil werden sie vorher erwürgt oder geköpft.

Zwei Frauen sterben während ihres Gefängnisaufenthalts, eine davon verübt Selbstmord. 

14. Dezember 1591

München * Herzog Wilhelm V. befiehlt, dass neben den Beamten auch alle Offiziere, bürgerliche Obrigkeiten, Stadt- und Marktschreiber, Gerichtsprokuratoren und Schulmeister den „Eid auf den Glauben“ ablegen müssen. 


Verwendet in Führung:

10. München - Weinstadt & Biermetropole
29. Graggenau



Bier, Hofbräuhaus,Maische, Würze, Südpfanne, Maischbottich, Abläutern, Gärbottich, Kühlschiff, Brauhaus
Pongraz Heimeran Brauer