2017-02-23 1934 - Film: Es knallt, Film: Die vertauschte Braut, Atrium, Berlin - Valentin Karl, Karlstadt Liesl in München-Geschichte


17. April 1934

Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Es knallt“

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Es knallt“ im „Atrium" in Berlin im Beiprogramm zu „Die vertauschte Braut".


1934

Suchbegriffe

Film: Es knallt, Film: Die vertauschte Braut, Atrium, Berlin,

Personen

Valentin Karl Karlstadt Liesl

Weitere Ereignisse im Jahr 1934

1934

Graggenau * Der „Metzgersprung“ wird zugunsten des „Winterhilfswerkes“ noch einmal aufgeführt und ein dreijähriger Turnus beschlossen. 

Der Brauch schläft aber systembedingt bald darauf ein.

1934

Nürnberg * Der Nürnberger Arzt Dr. Joseph Fuchs muss nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten - aufgrund seiner „jüdischen Abstammung“ - emigrieren. 

Seinen „Bugatti Royale“ nimmt er mit ins Exil, das ihn über die Schweiz, Shanghai und Kanada nach New York führt. 

1934

Englischer Garten - Lehel - Schwabing * Ausbau der „Omnibusstraße“ durch den „Englischen Garten“ zwischen Martiusbrücke und Oettingnstraße.

1934

Schwabing * Das „Neue Schloss Biederstein“ - von Leo von Klenze - wird abgerissen.  

Das Gelände um das „Schloss Biederstein“ wird als Bauland parzelliert. 

1934

München * Der „NS-Ratsherr“ Christian Weber gründet das „Kuratorium für das Braune Band von Deutschland“.

1934

Theresienwiese * Der Architekt German Bestelmeyer plant den Abriss der „Ruhmeshalle“, um dort ein Versammlungsgebäude zu errichten.

1934

Schwabing * Das Areal des „Leopoldparks" samt dem dazugehörenden „Palais Leopold“ geht in den Besitz der Stadt über. 

Der Nazi-Führer Christian Weber plant hier die Errichtung eines „Jagdmuseums“, das dann aber im „Schloss Nymphenburg“ verwirklicht wird.

1934

Au * In den Erdgeschossräumen des „Bezirksamtes am Lilienberg“ nistet sich der „SA Sturm 4“ ein.

1934

München * Nach seiner Originalszene „Der Zithervirtuose“ wird im Münchner „Arri-Atelier“ der gleichnamige Film gedreht. 

Karl Valentin spielt den Zithervirtuosen, Adolf Gondrell den Ansager.

1934

Geiselgasteig * Mitglieder des „Cowboy Clubs München Süd“ werden mit ihren Frauen als Komparsen für den Film „Mit dir durch dick und dünn“ engagiert. 

Ab 1934

Obergiesing * Mit der „Martin-Luther-Kirche“ ist die Gefängnisseelsorge im Gefängnis „Stadelheim“ verbunden.

Da die Zahl der Hinrichtungen ständig ansteigt, muss Pfarrer Alt zweimal in der Woche den Verurteilten tröstend beistehen, darunter auch den Geschwistern Scholl.

Anfang Januar 1934

Geiselgasteig * Die Arbeiten zum Film „Der Theaterbesuch“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen beginnen. 

Der Film dauert 23 Minuten.
Die Regie führt Joe Stöckel.

18. Januar 1934

München * Das Jahreseinkommen des „Scharfrichters“ Johann Reichhart wird auf 3.720 RM (monatlich 310 RM) angehoben.

18. Januar 1934

Bogenhausen * Die „Bayerische Politische Polizei - BPP“ konfisziert die Villa von Thomas Mann in der Poschingerstraße 1, heute: Thomas-Mann-Allee 10.

30. Januar 1934

Kreuzviertel * Der „Freistaat Bayern“ geht mit dem „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches“ unter. 

  • Die „Länderparlamente“ und die „Hoheitsrechte“ der Länder werden aufgehoben.
  • Die „Länderregierungen“ werden zu „Mittelbehörden“ des Reichs. 
  • Die deutschen Länder dürfen keine eigenen diplomatischen Vertretungen mehr unterhalten. 
  • „Reichsstatthalter“ Franz Xaver Ritter von Epp untersteht der Dienstaufsicht des „Reichsinnenministeriums“.
  • Seine Aufgabe besteht hauptsächlich in der schrittweisen Auflösung der politischen Selbstständigkeit Bayerns.

Als Epps „Amtssitz“ wird das ehemalige Gebäude der „Preußischen Gesandtschaft“ ausgewählt, das inzwischen in den Besitz des „Deutschen Reichs“ übergegangen war.

31. Januar 1934

Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Beim Rechtsanwalt“ im „Kabarett Wien-München“ im „Hotel Wagner“ in der Sonnenstraße 23. 

Das Stück erlebt insgesamt 138 Vorstellungen.

Februar 1934

München * Karl Valentin und Liesl Karlstadt beteiligen sich mit einem Wagen am "Münchner Faschingszug"

Er ist mit Gerümpel vollgestellt und trägt die Aufschrift: "Entschuldigung wir sind mit dem Wagen nicht fertig worn".

Februar 1934

Geiselgasteig * Der 19-Minuten-Film „Im Schallplattenladen“ nach der gleichnamigen Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entsteht unter der  Regie von Hans H. Zerlett.

2. Februar 1934

Oranienburg * Erich Mühsam wird in das „KZ Oranienburg“ gebracht. 

17. März 1934

Ludwigsvorstadt * Karl Valentin beantragt die Konzession für sein „Panoptikum“ in den Kellerräumen des „Hotels Wagner“ in der Sonnenstraße. 

Als Unternehmer gibt er an: „Karl Valentin (Fey) Schauspieler, Liesl Karlstadt (Wellano) Schauspielerin, Eduard Hammer Universitätsplastiker und Gebrüder Wagner, Besitzer des Hotels Wagner“.
Die Illustrationen für das „Panoptikum“ fertigt Ludwig Greiner.

9. April 1934

München * Die „Polizeidirektion“ bewilligt die Konzession für Valentins „Panoptikum“ für die Zeit vom 1. Mai bis 31. Dezember 1934.

11. April 1934

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Der Theaterbesuch“ im „Primus Palast“ in Berlin als Beiprogramm zu „Achtung, wer kennt diese Frau“.

Mai 1934

Geiselgasteig * In Geiselgasteig entsteht der Film „So ein Theater/Vorstadttheater“ mit Karl Valentin als Geiger und Liesl Karlstadt als Kapellmeister in den Hauptrollen.

Ab 29. Mai 1934

Geiselgasteig * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen die Hauptrollen in dem 21-Minuten-Film „Der verhexte Scheinwerfer“, der in Geiselgasteig gedreht wird. 

Er entsteht nach der Originalszene „Der reparierte Scheinwerfer“ des Komikerduos.

29. Mai 1934

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Film „Im Schallplattenladen“ wird in Berlin im „Primus-Palast“ und im „Titania-Palast“ im Beiprogramm zu „Bei der blonden Kathrein“ uraufgeführt.

29. Mai 1934

Geiselgasteig * In Geiselgasteig entsteht in zwei Tagen der 22 Minuten dauernde Film „Der Geizhals/Der Geizige“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen. 

Der Film ist verschollen.

30. Mai 1934

Maxvorstadt * Die päpstliche „Nuntiatur“ in München wird aufgelöst. 

31. Mai 1934

München * Der päpstliche „Nuntius“ Alberto Vassallo di Torregrossa beendet offiziell seine Tätigkeit in München. 

Nach dem 20. Juni 1934

München * Der verschollene Karl-Valentin-Film „Der Geizhals/Der Geizige“ feiert Premiere.

30. Juni 1934

München * Der sogenannte „Röhm-Putsch“.

30. Juni 1934

Dachau * Dr. Fritz Gerlich wird in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ins „KZ Dachau“ gebracht und noch in der selben Nacht erschossen.

3. Juli 1934

Oranienburg * Das zur „Leibstandarte Adolf Hitler“ gehörende Wachpersonal im „KZ Oranienburg“ fordert Erich Mühsam zum Selbstmord auf.  

Doch Mühsam weigert sich. 

10. Juli 1934

Oranienburg * Mithäftlinge finden Erich Mühsam im „KZ Oranienburg“ erhängt an einem Pfahl in der Latrine. 

Nach dem 31. Juli 1934

München * Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der verhexte Scheinwerfer“.

Nach dem 31. Juli 1934

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „So ein Theater/Vorstadttheater“ wird uraufgeführt.

August 1934

Geiselgasteig * Dreharbeiten zu dem Film „Der Firmling“ im „Arya-Atelier“

Karl Valentin spielt den Vater, Liesl Karlstadt dessen Sohn Pepperl.

September 1934

Theresienwiese * Der NS-Stadtrat führt die „Pferderennen“ auf dem „Oktoberfest“ wieder ein - bis 1938.

September 1934

Theresienwiese * Die „Bräurosl“ erhält mit ihrer neuen „Heustadl-Fassade“ zwei beleuchtete Glastürme, die an die Pylonen des Berliner Olympiastadions erinnern.

21. September 1934

Montreal * Leonard Norman Cohen wird in Montreal geboren. 

25. September 1934

Bogenhausen * Elisabeth Braun kauft die „Hildebrand-Villa“ in der Maria-Theresia-Straße 23. 

Sie bewohnt das Haus gemeinsam mit ihrer Stiefmutter Rosa Braun seit dem 30. November.

14. Oktober 1934

München * Liesl Karlstadt übergibt ihrem Bühnenpartner Karl Valentin 4.000.- Mark - zinsfrei - für das „Panoptikum“

Dafür erhält das „Frl. Karlstadt von den Einnahmen auf die Zeitdauer des Unternehmens ein Drittel Gewinnanteil“.

20. Oktober 1934

Angerviertel * Die deutschlandweit erste, groß angelegte Razzia der Nazis gegen „Homosexuelle“.  

Im Zentrum dieser Maßnahme steht der „Gasthof Schwarzfischer“ in der Dultstraße, zusammen mit dem „Arndthof“ am Glockenbach und diversen einschlägig bekannten Parks, Bedürfnisanstalten und Privatwohnungen.  

Insgesamt werden bei dieser Aktion 145 Männer festgenommen und in die Ettstraße gebracht.  
Dort wird abgeglichen, ob es sich um „Wiederholungstäter“ handelt, die sich anschließend „Umerziehungsmaßnahmen“ unterziehen müssen.  
39 Festgenommene kommen ins „KZ Dachau“, viele werden auch nach ihrer Freilassung noch jahrelang schikaniert.  

„Wiederholungstäter“ ist, wer in der berüchtigten „Rosa Liste“ verzeichnet ist.  
Dieses „Verzeichnis der Homosexuellen“ besteht bereits seit der Kaiserzeit. 

21. Oktober 1934

Ludwigsvorstadt * Karl Valentin eröffnet in den Kellerräumen des „Hotels Wagner“ in der Sonnenstraße sein „Panoptikum“, einen „Kuriositäten- und Schauerkeller“, mit dem angeschlossenen Nachtlokal „Die Hölle“ mit „Barbetrieb und Höllenmusik“.

9. November 1934

München - Berlin * In einem Brief an den Präsidenten der „Reichsfilmkammer“ schreibt Karl Valentin, dass es „1927 einem gewissen Walter Jerven (richtiger Name: Samuel Wucherpfennig) [gelang], das Bankhaus Löwenthal und Walther zur Finanzierung eines Valentin-Films ‚Der Sonderling‘ heranzuziehen“.

Aufgrund der Zeilen musste der Angegriffene, der eigentlich Wilhelm Wucherpfennig hieß und sich 1924 in Walter Jerven umbenannte, seine arische Abstammung nachweisen.

Zum Glück war das für ihn kein Problem, denn sonst hätte er mit Konsequenzen rechnen müssen. 

15. November 1934

Pasing * Während der Predigt in der Pasinger Kirche „Maria Schutz“ wird auf Pater Rupert Mayer ein Attentat verübt, das jedoch sein Ziel verfehlt.

27. November 1934

Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Der Theaterbesuch“ in Berlin.

Dezember 1934

München * Liesl Karlstadt ist wegen „Depressionen“ bei Dr. Leonhard Seif und Dr. Oskar Wolfram in ärztlicher Behandlung.

4. Dezember 1934

Ludwigsvorstadt * In Karl Valentins „Panoptikum“ ist auch die Nachbildung der im „Gefängnis Stadelheim“ verwendeten „Fallschwertmaschine“ (= „Guillotine“) ausgestellt.
Der „Nachrichtergehilfe“ Donderer erklärt dem Publikum die Tötungsvorrichtung.

Nun fragt das „Bayerische Justizministerium“ beim „Innenministerium“ an, ob die Genehmigung der Darstellung der Hinrichtung weiterhin aufrecht erhalten werden soll.

Gleichzeitig wird ausgeführt, dass „der bisherige Nachrichtergehilfe Donderer [...] künftig zur Vollstreckung von Todesurteilen nicht mehr herangezogen werden [wird]“

Er wird wegen seiner Erklärertätigkeit im „Panoptikum“ aus dem Staatsdienst entlassen. 

14. Dezember 1934

Berlin * Premiere des Valentin-Karlstadt-Films „Der Firmling“ im „Ufa-Pavillon“ am Nollendorfplatz in Berlin, im Beiprogramm zu „Schach der Eva“.

Nach dem 21. Dezember 1934

München * Uraufführung des Karl-Valentin-Films „Der Zithervirtuose“.

31. Dezember 1934

Ludwigsvorstadt * Karl Valentins „Panoptikum“ wird geschlossen, nachdem die Konzession ausgelaufen ist.


Verwendet in Führung:

12. Auf den Spuren eines Genies - Karl Valentin



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