2017-02-27 1807 - Falkenau, Centralkasse, Anleihen, Juden - Mayer Ignaz in München-Geschichte


1807

Ignaz Mayer gewährt der königlichen „Centralkasse“ 100.000 Gulden

München * Ignaz Mayer gewährt der königlichen „Centralkasse“ in den Jahren 1807 und 1808 Anleihen in Höhe von 100.000 Gulden.


1807

Suchbegriffe

Falkenau, Centralkasse, Anleihen, Juden,

Personen

Mayer Ignaz

Weitere Ereignisse im Jahr 1807

1807

Untergiesing * Der „Geheime Justizreferendar“ von Effner erwirbt das gesamte Anwesen des ehemaligen den „Edelsitzes Pilgramsheim“.

1807

Graggenau * Der öffentliche „Weinkeller“ im „Implerhaus“ wird aufgelöst.

1807

München * Im „Morgenblatt für gebildete Stände“ heißt es zum Theater der breiten Masse:

„Endlich sind die bretternen Bühnen, auf welchen Schweiger und Lorenzoni den Sommer hindurch unser Publikum belustigen, geschlossen. Trauriges Zeichen der Zeit, wenn solche Gesellschaften auf eine sichere und im Verhältnis zu ihrem Werte glänzende Unterstützung zählen dürfen!

Manches Stück, das auf unserem Nationaltheater nicht ohne allen Eifer gespielt ward, fand ein leeres Haus, indessen Lorenzonis und Schweigers Hütten mit Zuschauern aller Stände angefüllt waren. [...] Dass übrigens beide Banden auf den ästhetischen Sinn unseres Publikums nachteilig einwirken, ist nicht zu bezweifeln.

Der häufige Anblick des Rohen, Plumpen und Ungeschliffenen, die gänzliche Geschmacklosigkeit, die in der Komposition und Deklamation der Stücke liegt, die Misstöne, welche besonders in den Singspielen unzählig sind, erzeugen Nachlässigkeit im Urteil und jene ärgerliche Genügsamkeit, die immer nur um den billigen Preis lachen will“.

1807

Englischer Garten - Schwabing * Der künstlich auf einer Wiese angelegte „Kleinhesseloher See“ wird unter der Leitung von Friedrich Ludwig Sckell auf seine heutige Größe von acht Hektar gebracht.

Die Arbeiten dauern bis 1812.

1807

Maxvorstadt * Franz Maria Schweiger erhält eine Konzession für ein „Sommertheater vor dem neuen Maxthor“, wo Improvisationen nach Stück- und Opernvorlagen gegeben werden.

1807

Hackenviertel * Im Braujahr 1806/07 steht der „Hackerbräu“ mit einem Verbrauch von 2.368 Scheffel Malz an der Spitze in München.

Die zwölf erfolgreichsten Münchner Brauereien haben einen Malzverbrauch von zusammen 18.067 Scheffel.

1807

Englischer Garten - Lehel * Friedrich Ludwig Sckell will den „Apollo-Tempel“ wegen seiner „missglückten Proportionen“ sowie der „schlechten Bauweise“ abreißen lassen.

Er wird aber noch vermutlich bis 1838 stehen bleiben.

1807

Bogenhausen * Der französische Emigrant Dumenyl betreibt im Bogenhausener „Brunnthal“ einen Badebetrieb mit Wirtschaft.

1807

München * Das bisher freiwilige „Bürgermilitär“ wird zur „Festigung der inneren Ordnung“ aufgestellt.

März 1807

Paris - München * Die in Paris angefertigten „Kroninsignien“ treffen in München ein und werden in der „Schatzkammer“ deponiert. 

Kein bayerischer König wird gekrönt.

Die baierischen „Kroninsignien“ dienen ausschließlich dem „Staatszeremoniell“ und werden bei der „Eröffnung der Ständeversammlung“ dem König als Staatssymbol vorangetragen. 

7. März 1807

München * Franz von Pocci wird in München geboren. 

April 1807

Au * Die Linden und Kastanien auf dem Mariahilfplatz werden abgeholzt, da sie „für das Licht der benachbarten Häuser“ hinderlich geworden sind.

Dafür werden Obstbäume gepflanzt und die Kinder in Obstbaumzucht unterrichtet.

3. April 1807

München * Das „Mandat über die Uniformierung und Organisation des bürgerlichen Militärs in den Städten, Flecken und Märkten des Königreichs“ wird erlassen. 

Es bildet eine allgemein verbindliche Rechtsgrundlage für den Wach- und Sicherheitsdienst des „Bürgermilitärs“, denn bisher hatten die Bürger diese Aufgabe ja freiwillig erfüllt. 

Wichtigster Punkt für den Staat ist die neue allgemeine Musterungspflicht aller Bürger zum „Bürgermilitär“.
Untaugliche müssen eine „Wehrersatzgebühr“ bezahlen.
Als Gegenleistung gesteht der Staat den „Offiziers- und Unteroffizierskorps“ der einzelnen Waffengattungen des „Bürgermilitärs“ ihre Ergänzung und Beförderung zu höheren Chargen zu.

Über die Aufgabe des „Bürgermilitärs“ sagt das „Mandat“ folgendes:
„[...] Nie kehrt der Bürger seine Waffen gegen den äusseren Feind.
Seine Bestimmung bleibt ausschliessend, den friedlichen, rechtlichen Einwohner zu beschützen, und die Wirkungen des Gesetzes gegen polizeiliche Vergehungen und das Verbrechen zu unterstützen.
Er übernimmt demnach bei dem Abzuge der Feldregimenter aus den Garnisonen den Dienst daselbst, besorgt denselben in jenen Städten, wo keine gewöhnliche Garnison liegt, für beständig, um durch auszusendende Sicherheits-Patrouillen die Umgebungen vor allem, der öffentlichen Ruhe und Sicherheit gefährlichen Gesindel rein zu halten“
.

Das unmittelbare Kommando über das „lokale Bürgermilitär“ hat der jeweils ranghöchste beziehungsweise rangälteste „Bürgeroffizier“.
Dieser untersteht wiederum in einer „Garnisonsstadt“ der „militärischen Stadtkommandantschaft“, ansonsten dem zivilen „Landrichter“ oder „Polizeidirektor“.

Der Vorschlag für ein „Pferderennen“ aus Anlass der „Kronprinzenhochzeit“ (1810) kommt aus den Reihen der „Königlich-Baierischen Nationalgarde III. Klasse“
Diese entwickelt sich aus dem „Städtischen Wehrwesen“
Dieses „Münchner Bürgermilitär“ gehört nicht im eigentlichen Sinne zur „Münchner Garnison“

Die traditionelle Abgrenzung von „Armee“ und „Bürgertum“ beziehungsweise von „Garnison“ und „Bürgerwehr“ bleibt bis weit ins 19. Jahrhundert bestehen.

Mai 1807

Au * In der ehemaligen Paulaner-Klosteranlage entsteht das „Zucht-, Arbeits- und Korrekturhaus“ in der Au.

10. August 1807

Englischer Garten * Friedrich Ludwig Sckell fertigt einen „Plan B“, den er gemeinsam mit „Plan A“ samt einer erläuternden Denkschrift dem König überreicht.

Darin drückt er seine Unzufriedenheit mit der Art der Bepflanzung, der er das Fehlen von „pittoresken Ansichten“ vorwirft, und der architektonischen Gestaltung der zumeist aus Holz errichteten „Parkbauten“ aus.
Diese sind nach seiner Meinung weder stabil genug gebaut, noch entsprechen sie der „reinen Baukunst“.

Den „Chinesischen Turm“ will er sofort abreißen lassen, da „der Chinesische Geschmack der Baukunst keine Nachahmung verdienet, und wenn einst dieser ganz faul seyn wird, und abgebrochen werden muß, Kein anderer mehr erbauet werden dürfte“.

26. August 1807

München * Das Königreich Baiern führt als erstes Land der Welt die „Pockenschutzimpfung“ ein. 

18. Oktober 1807

Den Haag * Die „Zweite Den-Haager-Friedenskonferenz“ beschließt Fragen des „Kriegsrechts“

Ende November 1807

München - Mailand - Paris * „Minister“ Maximilian Joseph von Montgelas wird von Napoleon bei einem Treffen in Mailand aufgefordert, einen Entwurf für ein „Fundamentalstatut für den Rheinbund“ auszuarbeiten.  

Vorgegeben sind die wichtigsten Grundzüge, wie eine Bundesorganisation und die Regelung der Handelsbeziehungen sowie die Einführung des „Code Napoléon“.  

Der von Montgelas ausgearbeitete und in Paris vorgelegte Entwurf beinhaltete nur ein absolutes Mindestmaß an Kompetenzen für den „Rheinbund“, der lediglich als lockerer Bund souveräner Staaten mit gemeinsamen Aufgaben auf militärischem Gebiet konzipiert ist.  

Da Napoléon mit dem baierischen Entwurf nicht besonders einverstanden ist, beauftragt er seinen Außenminister mit einem neuen, wesentlich zentralistischer gestalteten Konzept. 

Dezember 1807

Maxvorstadt * Die Planungen für die „Maxvorstadt“ werden eingeleitet.

21. Dezember 1807

Lehel * Die drei noch im Lehel verbliebenen „Hieronymiten-Patres“ vom alten Konvent erhalten den Befehl „auf der Stelle die Wohnung zu räumen, indem noch diese Woche 236 Mann Militär einziehen“.  

Das „Anna-Kloster“ wird nun für das „Fuhrwesen“ benutzt. 

Um den 23. Dezember 1807

Lehel * Nachdem die Geistlichen aus dem „Hieronymiten-Kloster“ ausgezogen sind, können schließlich 250 Soldaten und 220 Pferde die neue „Lehel-Kaserne“ beziehen.  

Sie ist zwar nach der Bettenzahl die kleinste der fünf Münchner Kasernen, jedoch - mit Ausnahme der „Alten Isarkaserne“ - die einzige Truppenunterkunft mit militäreigenen Stallungen. 


Verwendet in Führung:

20. Untergiesing



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