2017-02-27 1847 - Schyrenbad, Männerfreibad, Volksbadebewegung, Körperpflege, Verwahrlosung, Sozialer Unfrieden, Arbeiterbevölkerung, Regenerationsbad, Reinigungsbad, Aubach, Auer Mühlbach, Thalkirchner Überfälle, Freibadbächl, Aufwärmsee, Rosengarten, Reichenbachbrüc - in München-Geschichte


1847

Das „Schyrenbad“ wird als „städtisches Männerfreibad“ eröffnet

Untergiesing * Das „Schyrenbad“ wird als „städtisches Männerfreibad“ eröffnet.

Schwimmen dürfen hier in der Anfangszeit allerdings nur Männer, da Gleiches für Frauen als „unschicklich“ gilt.

Vorkämpfer für die Errichtung von „Badeanstalten“ sind die Anhänger der deutschen „Volksbadebewegung“.
Sie wollen durch eine „Verbesserung der Körperpflege“ die „sittliche Verwahrlosung und den sozialen Unfrieden in der Arbeiterbevölkerung“ abschaffen.
Die minderbemittelte Bewohnerschaft soll einen Teil ihrer Freizeit in einer „Badeanstalt“ verbringen können.

Die Gruppierung teilt sich in die Befürworter der „Regenerationsbäder“ und in jene, die den „Reinigungsbädern“ den Vorrang einräumen.

Das „städtische Männerfreibad“ wird damals vom „Aubach“ oder „Auerbach“ gespeist.
Er zweigt im heutigen „Tierpark Hellabrunn“ aus dem „Auer Mühlbach“ ab.
Nach dem Auslass unterhalb der „Thalkirchner Überfälle“ wechselt der Bach seinen Namen in „Freibadbächl“.

Da das Wasser direkt aus der Isar kommt und schon aufgrund seiner Temperatur nicht unbedingt für das Badevergnügen einladend ist, muss das Wasser erst in zwei großen, flachen „Aufwärmseen“ gesammelt und wird erst danach dem „Schyrenbad“ zugeführt.
Einer dieser „Aufwärmseen“ hat sich noch bis heute im „Rosengarten“ erhalten.
Kein Wunder also, dass selbst der „Münchner Magistrat“ das „Schyrenbad“ als „ein hervorragendes Bad“ bezeichnet.

Das Schwimmbad war etwa dreihundert Meter lang und rund zwanzig Meter breit.
Es verfügt über einen schönen Baumbestand und über ein „angenehmes Bachwasser“, das „stets mild bleibt“.

Das „Freibadbächl“ fließt heute unterirdisch durch das „Schyrenbad“ und mündet als „Freibad-Auslaufkanal“ zwischen der „Reichenbachbrücke“ und der „Corneliusbrücke“ in die „Kleine Isar“ zurück.


1847

Suchbegriffe

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Weitere Ereignisse im Jahr 1847

1847

Hirschau * Die „Maffei'sche Fabrik in der Hirschau“ liefert ihre Lokomotive „Donau“ an die „Kgl. Bay. Staatsbahn“.
Sie ist bis 1895 im Einsatz.

1847

Haidhausen * Durch den Neubau der „Frauen vom guten Hirten“ kann der Platz von bisher 140 Zöglingen um weitere 40 erhöht werden.

Umfasste der Grund des Anwesens bisher 6 Tagwerk, so konnte er auf über 12 Tagwerk verdoppelt werden.

1847

Isarvorstadt * Nach dem Tod von Josef Schweiger bemüht sich sein Bruder Johann um die übernahme des „Isar-Vorstadt-Theaters“.

Doch die Konzession erhält dessen Sohn Max.

1847

Vorstadt Au * Der „Tapezierer“ Karl Falk gründet die „Firma Karl Falk“.

1847

München * Die Zahl der Münchner Brauereien ist auf 32 geschrumpft.

1847

Paris * Das „Kostümverbot“ wird in Frankreich eingeführt.

Im Morgengrauen des Januar 1847

Regensburg * Am Regensburger „Knorrkeller“ findet die Polizei folgenden Reim:  

„Montez du große Hur‘  
Bald schlagen wird dein Uhr  
Wo wir di außi hau‘n  
Weil d‘Münchner sich nöt trau‘n.  
Pfuy Teufl Königshaus  
Mit unsrer Treu is aus  
Bringst uns in Schand und Spott  
Helf‘ uns der liebe Gott.  
Ein Gebirgler“

1. Januar 1847

Kreuzviertel * Dem „Innenminister“ Karl August von Abel wird ein wichtiges Ressort entzogen, indem man ein eigenes „Ministerium des Inneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten“ ins Leben ruft.  

Zum zuständigen „Minister“ wird Karl Freiherr von Schreck ernannt. 

5. Januar 1847

München * Um seine Geliebte vor Übergriffen zu schützen, ordnete König Ludwig I. „Personenschutz“ für Lola Montez an.  

Er befiehlt, die „Begleitung der Spanier in Lolla Montez durch einen Gendarmen nicht nur für das Theater, Konzerte u.d.gl. [...], sondern dass, auf so lange Allerhöchstdieselben nicht anders verfügen, ununterbrochen ein Gendarm bey derselben zu ihrem Schutze sich befinden soll“

7. Februar 1847

Maxvorstadt * König Ludwig I. legt sich auf das Gelände der „Königlich Privilegierten Hauptschützengesellschaft“ als künftigen Bahnhof-Standort fest. 

8. Februar 1847

München * Der „Staatsrats“ befasst sich in seinen Sitzungen vom 8. und 9. Februar 1847 mit dem Gesuch auf „Erwerbung des bayerischen Indigenates durch Naturalisation“ für Lola Montez - spricht sich aber einmütig dagegen aus. 

11. Februar 1847

München * Nun soll „Innenminister“ Karl August von Abel das „Indigenat“ [Einbürgerung, Staatsangehörigkeit, Heimatrecht] für Lola Montez gegenzeichnen.  

Doch dieser versicherte sich der Solidarität seiner „Justiz-, Finanz- und Kriegsminister“-Kollegen und bittet in einem von ihm verfassten und gemeinsam unterzeichneten „Memorandum“ um die „Entfernung der Unruhestifterin“ oder um „Amtsenthebung“.  

Der Inhalt des „Memorandums“, das Karl August von Abel in einem Akt mit der Aufschrift „Die unnennbare Weibsperson betr.“ aufbewahrt, wird in der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht. 

16. Februar 1847

München * Die Veröffentlichung des „Memorandums“ von Karl August von Abel in der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ verärgert den starrsinnigen König derart, dass er in seiner Empörung die vier „aufsässigen Minister“ entlässt.

Für die „Ultramontanen“ um „Minister“ Abel kommen jetzt liberale Männer in Amt und Würden.  

Man spricht jetzt vom „Ministerium der Morgenröte“.  

Mit der Neubesetzung der „Ministerien“ steht der Ernennung der Señora Lola Montez zur Gräfin Maria von Landsfeld nichts mehr im Weg.  

Immerhin ist es den deutschen Landesfürsten seit dem Jahr 1806 möglich, selbst „Adelsbriefe“ auszustellen.  
Auch König Ludwig I. macht von dieser Regelung regen Gebrauch und „adelte“ seine Künstler reihenweise - bezahlt sie dafür aber schlecht. 

19. Februar 1847

Maxvorstadt * Der „Universitätsprofessor“ Ernst von Lasaulx fordert im „Senat der Universität“, dass man dem abgetretenen „Innenminister“ Karl August von Abel für sein „mannhaftes Eintreten für die Sache des Rechts und der Moral“ eine „Dankaufwartung“ machen sollte.  

Ihm wird vom König die „Lehrerlaubnis“ entzogen. 

28. Februar 1847

Karlsruhe * Im Karlsruher „Hoftheater“ bricht ein Feuer aus, das innerhalb von 28 Minuten gelöscht werden kann und deshalb „nur“ 63 Menschenleben fordert.

Um März 1847

Schwabing * Das an der „Schwabinger Landstraße“ erbaute „Palais für Königin Therese“ ist fertiggestellt.

Der Architekt ist Friedrich von Gärtner.

13. März 1847

Maxvorstadt * Lola Montez wohnt jetzt in der Theresienstraße 8, beim „Maurerpolier“ Lüglein, zur Miete.  

Die „Solotänzerin“ hat bei einem „Hausball“ dem Geschäftsführer des Gasthofs „Zum Goldenen Hirschen“ in aller Öffentlichkeit eine Watschen verpasst.  
Deshalb erhält sie - nach fünf Monaten - ein „Hausverbot“.  

Das Zimmer dient ursprünglich nur als Zwischenlösung, bis das am 1. Dezember 1846 vom König angekaufte, neu gestaltete und standesgemäße „Palais“ an der Barer Straße 7 bezugsfertig ist.  
Doch kann sie dieses Haus erst am 28. April 1847 beziehen. 

Um April 1847

München * Der Widerstand gegen die bayerische Zensurpraxis wird immer größer.

4. April 1847

Maxvorstadt * Einem Brandanschlag auf den „Münchner Bahnhof“, eine Holzkonstruktion etwa auf der Höhe der heutigen „Hackerbrücke“, fällt nicht nur das Gebäude, sondern auch sechs Waggons samt der darauf gelagerten 300 Scheffel Weizen zum Opfer.

Vermutlich machen die unbekannt gebliebenen Täter die Eisenbahn für die seit mehreren Jahren anhaltende Teuerung des Getreides verantwortlich. 

Denn schon bald hieß es:
„Zu meinen Zeiten hast nix von Dampfwagen g'hört! Alles ist ruhig sein Weg gangen;
aber desto mehr Dampfnudeln hat's geben;
und je mehr Dampfwagen herkommen, desto rarer werden die Dampfnudeln!
Die Zeit wird immer schlechter!“

21. April 1847

München * Friedrich von Gärtner stirbt.

Eduard Metzger übernimmt daraufhin die Bauleitung für die Arbeiten am „Siegestor“.

28. April 1847

Maxvorstadt * Lola Montez kann das für sie vom König angekaufte, neu gestaltete und standesgemäße „Palais“ an der Barer Straße 7 beziehen. 

3. Mai 1847

Ludwigsvorstadt - Maxvorstadt * Das Gelände der „Königlich Privilegierten Hauptschützengesellschaft“ wird an die staatliche „Generalverwaltung der Kgl. Eisenbahnen“ um 150.000 Gulden verkauft.

Weil aber viele Bürger die Notwendigkeit der Eisenbahn nicht anerkennen, beschweren sie sich in einer „Petition“ über den Verkauf der „Schießstätte“.
Für die Beschwerdeführer ist die Eisenbahn ein „unnützes Spielzeug finanzkräftiger und prestigesüchtiger Bürger“.
Außerdem, so die Kritiker, schadet das Reisen mit der Eisenbahn - durch die Rauchentwicklung, der die Passagiere schutzlos ausgeliefert sind - der Gesundheit.

Tatsächlich verfügt damals nur die erste Wagenklasse über verglaste Fenster;
die Wagen der 4. Klasse sind nicht einmal überdacht.
Und da die „München-Augsburger-Eisenbahngesellschaft“ statt der teuren Kohlen mit Torf und Holz heizt, regnet es nicht selten auch brennende Funken und Späne auf die Passagiere nieder.

Die Argumente änderten letztlich aber nichts am Verkauf der „Schießstätte“.
Doch zur Beruhigung der Situation lässt König Ludwig I. die zu fällenden Kastanien ausgraben und am „Wittelsbacher Palais“ wieder einpflanzen. 

27. Mai 1847

München * Die Bayerische „Eisenbahn“ und die „Post“ werden in der „Generalverwaltung der Posten und der Eisenbahnen“ zusammengefasst.

1. Juni 1847

Haidhausen - Ramersdorf * Die Gemeinde Haidhausen gibt einen Bericht an die „Königliche Steuerkatasterkommission“, in dem die Besitzungen Ramersdorfs im „Steuerdistrikt Haidhausen“ aufgezählt werden. 

20. Juni 1847

München * Das „Verbot des Tabakrauchens in den Straßen und auf den Plätzen“ wird aufgehoben.  
Danach bleibt es nur in der Nähe der „königlichen Residenzen“ und in den „Arcaden des Hofgartens“ verboten.  

Die „rauchende“ Lola Montez passt natürlich in das Bild der verruchten und selbstbewussten Frau.  
Denn das „Rauchen“ ist eine männliche Domäne. 

23. Juli 1847

Haidhausen * Robert von Langers Cousine Josepha verkauft das Schlösschen an den Wirt Johann Baptist Riemer, der die Künstlervilla an der heutigen Einsteinstraße in eine Gastwirtschaft mit dem Namen „Schlosswirtschaft“ oder „Riemerwirt“ umwandelt.

Das Anwesen kommt nach mehreren Weiterverkäufen in den Besitz der „Münchner-Kindl-Brauerei“, die unter den Wandbildern durchreisende Handwerksburschen übernachten lässt.

26. Juli 1847

München * Dem Korps „Alemannia“ werden alle Rechte garantiert, die auch die anderen Korps haben.  

Die neue „Studentenverbindung Alemannia“ steht unter dem Schutz der Lola Montez - und die „Studentenverbindung“ versteht sich umgekehrt als ihre „Garde“.  
Angeblich sind ihre „roten Mützen“ aus den Unterröcken der „Tänzerin“ geschneidert.  

Es wird nicht lange dauern, bis man die „Alemannen“ als „Lolamannen“ diffamiert.  
Mehr wie achtzehn Mitglieder zählt die Verbindung nie.  

Wenn sie die „Hörsäle“ betreten, ertönt ein gellendes Pfeifkonzert, weshalb sie sich bevorzugt im „Kaffeehaus Rottmann“ treffen.  
Es befindet sich gegenüber dem „Hofgartencafé“ von Luigi Tambosi, am anderen Ende des „Bazargebäudes“.  

Der 23-jährige „Jurastudent“ Elias [genannt „Fritz“] Peißner aus Vilseck in der Oberpfalz ist der leitende „Senior“ der Verbindung.  
Er hat eine Art Büro im „Palais Montez“ eingerichtet und ist verdächtigt, Lolas Liebhaber zu sein. 

4. August 1847

München * König Ludwig I. erteilt seinem „führenden Minister“ Georg Ludwig Freiherr von Maurer den Auftrag, das „Adelsdiplom“ für Lola Montez entsprechend dem üblichen Reglement gegenzuzeichnen.  

Vorsorglich teilte ihm Ludwig mit:  
„Es ist keine Verfassungsverletzung das Grafendiplom zu unterzeichnen, für Adelsverleihungen braucht der König niemand zu vernehmen“.  
Sollte er sich jedoch sträuben, droht der Bayernmonarch „einen anderen Ministerverweser zu benennen“.  

Gleichzeitig schreibt Ludwig I. seiner Geliebten:  
„An meinem Geburtstag mache ich mir selbst das Geschenk, Dir die Gräfinnen-Würde zu verleihen“

14. August 1847

München * „Minister“ Maurer unterzeichnet das „Adelsdiplom“, sodass es der Gräfin Maria von Landsfeld alias Lola Montez am 25. August 1847, dem Geburtstag König Ludwigs I., in der „Hofkirche“ ausgehändigt werden kann. 

25. August 1847

Graggenau * Lola Montez erhält an König Ludwigs I. 61. Geburtstag in der „Hofkirche“ ihr „Adelsdiplom“, das sie zur Gräfin Maria von Landsfeld macht.  

Das „Adelsdiplom“ hat den folgenden Wortlaut:  
„Wir Ludwig von Gottes Gnaden König von Bayern, Franken und in Schwaben urkunden und bekennen hiermit, dass Wir beschlossen haben, die aus Spanischem Adel geborene Maria von Porrys und Montez, Lola Montez, in den gräflichen Stand unter der Benennung einer Gräfin von Landsfeld allergnädigst zu erheben“.  

Das gräfliche Wappen hat der König höchstpersönlich entworfen.  
Es ist, wie der Name selbst, ein Phantasiegebilde, denn eine „Grafschaft Landsfeld“ gibt und gab es nie. 

30. August 1847

München * Der „Kunstmaler“ August Wilhelm von Kaulbach schreibt seiner Frau:  

„Die Lola Montez ist ja endlich Gräfin geworden!  
Das ist ja herrlich, das freut mich sehr - da gehört sie hin, zum hohen Adel, der ist so trefflich, edel, keusch, wie sie selber ist, der Bürgerstand soll froh sein, dass er sie los ist, dem war sie zu gut für sie- also weg mit den H---; in Paris hat sie ihre adeligen Studien gemacht“

2. September 1847

München * Wenn Freiherr Georg Ludwig von Maurer schon das „Adelsdiplom“ für Lola Montez unterzeichnen soll, will er wenigstens daraus ein „Geschäft“ machen und retten, was zu retten ist.  

Er selbst wollte zum „Reichsrat“ befördert werden und seinem Sohn Konrad wollte er durch den Ruf an die „juristische Fakultät der Universität“ die Zukunft sichern.  

Der Titel eines „Reichsrats“ wird „Minister“ Maurer zwar verwehrt, aber sein Sohn Konrad erhält an diesem 2. September 1847 eine „außerordentliche Professur der Rechte“

6. September 1847

München * Erst jetzt beauftragt König Ludwig I. seinen „Staatsrat“ und „Innenminister“ Franz von Berks mit der Veröffentlichung der Ernennung Lola Montez zur Gräfin Landsfeld im „Regierungsblatt“.  

Dadurch gerät jetzt allerdings die Königin Therese in Rage. 

20. September 1847

Kreuzviertel * Vom 20. September bis 30. November 1847 wird eine „Außerordentliche Stände-Versammlung“ einberufen, bei der es im Grunde nur um eine „Anleihe“ zur Finanzierung der Eisenbahn geht. 

In beiden „Stände-Kammern“ werden lautstark liberale Forderungen wie die „Ausweitung der Pressefreiheit“ und weitere Reformen, die die „Märzforderungen“ des darauffolgenden Jahres vorwegnehmen, erhoben. 

Um den 30. September 1847

Kreuzviertel * Die willkürliche Verweigerung und Entziehung des „Postdebits“ wird nun auch auf dem „außerordentlichen Landtag“ vom September/November 1847 diskutiert.

Die beiden Kammern der „Ständeversammlung“ fassen dabei einen Beschluss, mit dem sie die Regierung auffordern, von der „Verweigerung bzw. Entziehung der Postbeförderung für Zeitungen“ Abstand zu nehmen.

15. November 1847

Maxvorstadt * Zur Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebs lässt man den alten, aus Holz erbauten und auf dem „Marsfeld“ stehenden Bahnhof behelfsmäßig wiederherstellen und gleichzeitig die Gleise zur „Schießstätte“ verlängern.  

Der Bahnhof war am 4. April 1847 einem Brandanschlag zum Opfer gefallenen.  

Am neuen Standort werden die behelfsmäßigen Betriebs- und Empfangsräume eingerichtet, um den Bahnverkehr an diesem Tag dort aufzunehmen.  

Als Architekten für das neue Bahnhofsgebäude wird der Friedrich-von-Gärtner-Schüler, Friedrich Bürklein, beauftragt.
Es sollte der spektakulärste Bahnhofsbau werden, den er von 1847 bis 1849 im „Rundbogenstil“ ausführt.  

Die kühn konstruierte und wegen ihrer Zweckmäßigkeit von den Zeitgenossen bewunderte „Bahnsteighalle“ darf mit Recht als eine der ersten „Ingenieurbauten“ bezeichnet werden, das den Bedürfnissen der Zeit entspricht.  

Auf dem Platz des neuen Bahnhofs haben die „Münchner Armbrustschützen“, später „Feuerschützen“, ihre „Schießstatt“.  
Die „Schützengesellschaft“ lässt sich dafür auf der „Theresienhöhe“ ein „Neues Schießhaus“ von Bürklein errichten. 

30. November 1847

Kreuzviertel * Auch deshalb, weil sich die „Herren Minister“ weigern, die Gräfin von Landsfeld zu gesellschaftlichen Veranstaltungen einzuladen, bildet König Ludwig I. - gleich nach Beendigung der „Stände-Versammlung“ - das „Kabinett“ um.  

Ludwig Fürst zu Oettingen-Wallerstein wird „Minister des Königlichen Hauses und des Äußeren“ sowie „Minister des Inneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten“

16. Dezember 1847

München * Die neuernannte Regierung versucht umgehend innenpolitisch die Wogen zu glätten und erreicht die „Aufhebung der Zensur für die inneren Angelegenheiten“.  

Der „Leitende Minister“ Ludwig zu Oettingen-Wallerstein sammelt inzwischen - natürlich ohne Wissen des Königs - Material für die „Entfernung der Lola Montez“

Das bedeutet allerdings, dass satirische Zeitschriften nun vermehrt Karikaturen von Lola und Ludwig veröffentlichen.  
​Auch Schmähschriften kursieren in großer Menge.  

In der politischen Presse offenbart sich, dass die Person des Königs nicht mehr unantastbar erscheint und Ludwig I. den Staat nicht mehr unangefochten repräsentiert. 


Verwendet in Führung:

20. Untergiesing



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