8. September 1156

Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ erhält das „Herzogtum Baiern“

Konstanz * Der 26-jährige „Welfenherzog“ Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ erhält von seinem Cousin Kaiser Friedrich I. Barbarossa das „Herzogtum Baiern“ übertragen.  

Der Herzog verfügt damit aber nicht über ein in sich geschlossenes Areal, sondern muss auf seinem „Herrschaftsgebiet“ unter anderem eine „bischöfliche Enklave“ tolerieren, zu der neben dem „Freisinger Dombezirk“ auch die „Brücke in Föhring“ gehört.  

Zwei wichtige ehemalige „Römerstraßen“ durchziehen das „Herzogtum Baiern“ von Ost nach West, um sich bei Augsburg zu vereinen:  

  • Die von Salzburg kommende Straße überschreitet die Isar bei Grünwald, wobei der beschwerliche Übergang bereits gegen Ende des ersten Jahrtausends aufgegeben worden ist.  
  • Der andere, der von Wien über Wels kommende Verkehrsweg, überquert die Isar bei Föhring und zieht dadurch den gesamten „Fernhandelsverkehr“ auf sich.  
    Dieser Isarübergang liegt also auf dem Gebiet des „Freisinger Bischofs“ Otto I., dem Onkel Kaiser Friedrich Barbarossas. 

Sortierung 1156

Suchbegriffe

Herzogtum Baiern, Welfen, Römerstraße, Freising, Augsburg, Wien, Wels, Föhring, Salzburg, Grünwald, Fernhandel,

Personen

Heinrich XII. der Löwe Herzog Friedrich I. Barbarossa Kaiser Otto I. Bischof von Freising

Weitere Ereignisse im Jahr 1156

6. April 1156

Worms * In Worms erklärt Kaiser Friedrich Barbarossa in einer Urkunde alle Zölle am Main - bis auf wenige Ausnahmen - für aufgehoben.  

Fernhändler hatten sich bei ihm beschwert, dass sie zwischen Bamberg und Mainz allzu oft von regionalen Herrschern zur Kasse gebeten würden.  
Die Anmaßung königlicher Befugnisse durch die Fürsten widerspricht aber den politischen Zielen Kaiser Friedrich Barbarossas, weshalb er diesen Missbrauch eindämmen will.  

Der Kaiser setzt den Grundherren daraufhin eine Frist, binnen der sie die Berechtigung dieser Zollerhebungen anhand königlicher Privilegien nachzuweisen haben.  
Nur die wenigsten Betroffenen können den geforderten Nachweis erbringen.  

Gut vorstellbar, dass sich vor diesem Hintergrund auch ein heftiger Streit über die „bischöflichen Einnahmen“ aus dem „Zoll“, dem „Markt“, der „Münze“ und der „Isarbrücke“ in Föhring entzündet hat.  
Man muss davon ausgehen, dass Herzog Heinrich XII. „der Löwe“ die unsicheren Rechtsgrundlagen des Freisinger Bischofs Otto I. über seine selbstherrlich geschaffenen Einrichtungen bewusst sind.  

Außer den Ansprüchen der beiden Kontrahenten spielt dabei natürlich auch das machtpolitische Interesse des Kaisers mit.  
Dieser tritt zwar vordergründig als unparteiischer Richter oder Schlichter auf, kann aber im Hintergrund agierend so seine Interessen und Ziele dennoch verwirklichen.  

Der Herzog und der Kaiser ziehen also am gleichen Ende des Seiles.


Verwendet in Führung:

11. Münchner Zeitensprünge
21. Berg am Laim - Ost




Sucbegriffe: Herzogtum Baiern, Welfen, Römerstraße, Freising, Augsburg, Wien, Wels, Föhring, Salzburg, Grünwald, Fernhandel
Personen: Heinrich XII. der Löwe Herzog, Friedrich I. Barbarossa Kaiser, Otto I. Bischof von Freising