2017-02-27 1865 - Isar-Vorstadt-Theater, Oper: Tristan und Isolde, Bühnenstück: Triftender und Süßholde, Floßknecht, Ammerland, Wolfratshausen - in München-Geschichte


8. Juni 1865

Im „Isar-Vorstadt-Theater“ wird „Triftanderl und Süßholde“ aufgeführt

Isarvorstadt * Im „Isar-Vorstadt-Theater“ wird eine Parodie auf „Tristan und Isolde“ unter dem Titel „Triftanderl und Süßholde“ aufgeführt.

Die Titelfigur „Triftanderl“ ist ein Floßknecht von Ammerland, „Süßholde“ eine reiche Bäckerstochter aus Wolfratshausen.

Schwerpunkte bei diesem Stück sind:
„Dramatische Verslein mit Worten ohne Melodie, gegenwärtige Parodie von einer Zukunfts-Oper in 3 Aufzügen, wo darüber viel losgezogen wird, und einem Vorspiel des Vorspielers, von Richard, Wagnermeister und Stückschreiber, sowie musikalischen Dramatisirer“.


1865

Suchbegriffe

Isar-Vorstadt-Theater, Oper: Tristan und Isolde, Bühnenstück: Triftender und Süßholde, Floßknecht, Ammerland, Wolfratshausen,

Weitere Ereignisse im Jahr 1865

1865

München * Die „Maximiliansstiftung für kunstgewerbliche Ausbildung“ wird gegründet.

Sie vergibt sowohl Schul- als auch Reisestipendien.

1865

München * Hubert Herkomer besucht die „Akademie der Bildenden Künste“ in München.

Seit 1865

München * An den bayerischen „Hochschulen“ werden „Lehrstühle für Hygiene“ eingerichtet.

1865

Bogenhausen * Die Gemeinde Bogenhausen stellt erstmals den Antrag auf Eingemeindung nach München.

1865

Haidhausen * Der „Brauer“ Bathasar Füger erwirbt die „Brauerei zur Schwaige“ in Haidhausen.

Sie wird seither auch „Fügerbräu“ genannt.

1865

Kreuzviertel * Zwischen 1865 und 1870 wird dem „Montgelas-Palais“ ein weiteres Stockwerk aufgesetzt. 

1865

Au * Der aus Darmstadt kommende „Tapeziermeister“ Johann Valentin Fey heiratet die 25-jährige, kinderlose Hausbesitzerstochter und „Tapeziererswitwe“ Elisabeth Sigl, geborene Falk.

Das ermöglicht ihm, bei seinem Schwiegervater als „Compagnon der Firma Falk & Fey“ einzusteigen.

1865

Bogenhausen * Nach der Fertigstellung des „Beamten-Relikten-Anstalt“ in Bogenhausen wird es wegen der stattfindenden Kriege zunächst als „Militärspital“ benutzt.

1865

Graggenau * Die Stadt München kauft das ehemalige „Landschaftsgebäude“, um an seiner Stelle den ersten Bauabschnitt des „Neuen Rathauses“ zu errichten.

1865

Maxvorstadt * Nachdem das neue „Galeriegebäude“ im Garten von Adolf Friedrich von Schack an der Brienner Straße 19 schon wieder zu klein geworden war, lässt er sich von Heinrich von Hügel einen zweiten „Galeriebau“ erstellen.

Februar 1865

München * Die Anfeindungen einiger bayerischer Zeitungen gegenüber Richard Wagner und seiner „Verschwendungssucht“ werden immer massiver.

März 1865

München - Augsburg * Richard Wagner ist in München Anfeindungen ausgesetzt, die in ihm Abwanderungspläne in Richtung Italien reifen lassen.

Die „Augsburger Allgemeine Zeitung“ veröffentlicht einen Artikel von Oskar Redwitz, der in einer Pressekampagne gipfeln sollte. Unter dem Titel „Richard Wagner und die öffentliche Meinung“ wird schon damals die Verschwendungssucht des Komponisten und Dichters angeprangert.

5. März 1865

München * Die „Tannhäuser“-Aufführung wird von Hans von Bülow dirigiert. 

Damit wird der Münchner „Generalmusikdirektor“ Franz Lachner ausgebootet.

23. März 1865

München * Richard Wagner erstellt ein Konzept für eine „Deutsche Musikschule“ in der er

  • die Ausbildung dramatischer Sänger für die Aufführung theatralischer Werke,
  • einen neuen Gesangsstil,
  • dazu opernreformatorische Aspekte und
  • verschiedene darauf aufbauende Ausbildungsinhalte 

in den Mittelpunkt der Wissensvermittlung stellt. 

5. April 1865

München * Ludwig und Malvina Schnorr von Carolsfeld treffen zu Proben von „Tristan und Isolde“ in München ein.

10. April 1865

München * Cosima von Bülows und Richard Wagners Tochter Isolde wird geboren.

2. Mai 1865

Maxvorstadt * Auf Wunsch König Ludwigs II. wird Richard Wagners Wohnhaus an der Brienner Straße 21 von der „Kabinettskasse“ angekauft und dem Komponisten kostenlos zur Verfügung gestellt.

2. Mai 1865

München * Es kommt zur „Schweinehunde-Affäre“, nachdem Hans von Bülow bei einer der letzten Proben zu „Tristan und Isolde“ äußert: „Nun ja, was liegt denn daran, ob dreißig Schweinehunde mehr oder weniger hereingehen!“.

Bülow will eigentlich nur durch die Entfernung von Sperrsitzen eine Vergrößerung des Orchesterraumes erzielen.
Doch er vergreift sich derart im Ton, dass ihn sogar König Ludwig II. in einem persönlichem Brief rügt. 

Auch die bayerische Presse ist empört und kocht die Emotionen hoch.

9. Mai 1865

München * Hans von Bülow veröffentlicht eine Gegendarstellung.

In dieser stellt er klar, dass es sich bei dem von ihm im Ärger geäußerten Satz keinesfalls um eine „Gesammt-Verunglimpfung des gebildeten Münchner Publikums“ handelt, sondern er damit jene Theaterbesucher meint, „welche verdächtig sind, an den in Wort und Schrift gegen den hochverehrten Meister [Richard Wagner] gesponnenen Verleumdungen und Intrigen Teil genommen zu haben“.
Doch trotz aller Entschuldigungen bleibt die „Schweinehunde-Affäre“ an Hans von Bülow haften. 

Der „Neue Bayerische Courier“ bezieht am schärfsten Stellung gegen Hans von Bülow und  wiederholt am 9., 11., 12. und 13. Mai: „Hans v. Bülow ist noch hier“

11. Mai 1865

Graggenau * Mit 600 geladenen Gästen findet im „Hof- und Nationaltheater“ die „Generalprobe“ der Richard-Wagner-Oper „Tristan und Isolde“ statt. 

Sie wird von den Beteiligten als inoffizielle „Uraufführung“ gewertet.

15. Mai 1865

München * Die ursprünglich für den 15. Mai 1865 angesetzte Premiere von „Tristan und Isolde“ muss wegen „plötzlich eingetretener Heiserkeit“ von Frau Malvina Schnorr von Carolsfeld abgesagt werden.

Wieder schlägt die Stimmung um, was in Josephine Kaulbachs Brief deutlich zum Ausdruck kommt:
„Was soll ich Ihnen noch erzählen? von unseren Freunden? oder von der Zukunftsmusik, oder von den Schweinehunden des Herrn von Bülow?

Die letztere Geschichte hat eine größere Bedeutung gewonnen, wie man sich's erwartete; seit der Lola-Geschichte waren die Münchner nicht mehr so in Wuth. (...) 

Ich sage Ihnen, es ist toll, wie das hier getrieben wird, für und gegen Wagner. -
Die Fama wächst zu einem hundertköpfigen Ungeheuer, der Wagner-Cultus wird zu einem Ekel; der junge König an der Spitze tauft alles, was ihn umgibt, in Tristan und Isolde um“
.

10. Juni 1865

Graggenau * Im „Hof- und Nationaltheater“ wird Richard Wagners „Tristan und Isolde“ uraufgeführt. 
Auch hier führt Hans von Bülow den Dirigentenstab. 

Die Oper ist ein weiterer Höhepunkt im Leben des Komponisten.

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt darüber:
„Das schönste und erhabenste Werk, welches die Welt besitzt“.

Dagegen meint „Der Volksbote“, eine bayerische Provinzzeitung:
„Musik ein Tollsinn, Text ein Unsinn, das Ganze ein Irrsinn“.

Doch der „Märchenkönig“ ist wieder einmal begeistert.

Wegen der „Schweinehunde-Affäre“ und den deshalb befürchteten Ausschreitungen befindet sich die Polizei im Zuschauerraum.

13. Juni 1865

Graggenau * Die zweite Aufführung von „Tristan und Isolde“ im „Hof- und Nationaltheater“.

19. Juni 1865

Graggenau * „Tristan und Isolde“ wird im „Hof- und Nationaltheater“ zum dritten Mal aufgeführt.

König Ludwig II. wohnt der Aufführung nicht bei, da er die Anwesenheit seines Onkels und Taufpaten Otto, des entthronten „Königs von Griechenland“, und seines Onkels Luitpold, dem späteren „Prinzregenten“, in seiner Loge als störend empfindet.

1. Juli 1865

Graggenau * Da König Ludwig II. die Aufführung von „Tristan und Isolde“ am 19. Juni nicht miterleben wollte, ordnet er einen vierten Termin an. 

Er hatte die Anwesenheit seines Onkels und Taufpaten Otto, des entthronten „Königs von Griechenland“, und seines Onkels Luitpold, dem späteren „Prinzregenten“, in seiner Loge als störend empfunden. 

Doch dafür musste er extra beim sächsischen König eine Verlängerung des Urlaubs für das Ehepaar Schnorr von Carolsfeld erwirken. 

9. Juli 1865

München * „Der fliegende Holländer“ mit Ludwig Schnorr von Carolsfeld als „Erik“ wird aufgeführt.

König Ludwig II. fährt zu jeder Aufführung im Sonderzug von Starnberg nach München und wieder zurück.

21. Juli 1865

Dresden * Ludwig Schnorr von Carolsfeld stirbt plötzlich und unerwartet in Dresden.

Lange hält sich das - auch von Malvine Schnorr von Carolsfeld verbreitete - Gerücht, dass der Sänger „infolge der Anstrengung des Tristan, namentlich der 4ten Aufführung, sein Leben lassen musste“.

31. Juli 1865

München * König Ludwig II. befiehlt die Schließung des Münchner „Konservatoriums“ als Vorbedingung für die von Richard Wagner geplante „Deutsche Musikschule“.

1. August 1865

München * Richard Wagner erhält zusätzliche 1.200 Gulden für die Haltung einer Equipage.

2. August 1865

München * Nach dem unerwarteten Tod von Ludwig Schnorr von Carolsfeld will Richard Wagner „Tristan und Isolde“ nie mehr aufführen.

Doch Ludwig II. besteht auf eine Wiederaufnahme der Oper.

2. August 1865

München * Münchens erste „öffentliche Toilette“ wird von der ersten städtisch bestallten „Abortwärterin“ eröffnet.

Zu ihren Aufgaben gehört es: „streng die angeordnete Scheidung der Geschlechter bei Benutzung der Abtritte zu überwachen und allen den Abtritt benützenden Personen mit Höflichkeit entgegenzukommen“.

9. August 1865

Walchensee * Richard Wagner besucht König Ludwig II. auf der „Hochkopfhütte“ über dem Walchensee.

25. August 1865

Alpsee * Zum 20. Geburtstag von König Ludwig II. wird am Alpsee eine Szene aus der Wagner-Oper „Lohengrin“ - und zwar die Ankunft der „Gralsritter“ am Ufer der Schelde - inszeniert.

27. August 1865

München * Richard Wagner vollendet den Entwurf zu „Parsifal“.

September 1865

München * Richard Wagner mischt sich immer mehr in die bayerische Politik ein.

Für König Ludwig II. verfasst er ein Pamphlet mit dem Titel „Was ist deutsch?“. In diesem fordert er die Gründung einer neuen politischen Zeitschrift und den Aufbau einer bayerischen „Volksmiliz“

15. September 1865

Isarvorstadt - Au * Am Ende bringt die politisch stärkere Konkurrenz die „Schweiger-Theater“ doch noch zur Strecke.

Als das „Actien-Volkstheater am Gärtnerplatz“ eröffnet wird, müssen die „Schweiger-Theater“ schließen.

Um den Oktober 1865

Nachdem noch immer keine endgültige Bahntrassenführung durch Obergiesing feststeht, teilt das „Innenministerium“ dem für den Eisenbahnbau zuständigen „Handelsministerium“ mit, dass sich die Erschließung und Bebauung des „Neubaugebiets“ nicht länger verzögern lässt. 

1. Oktober 1865

Theresienwiese * König Ludwig II. besucht das Münchner „Oktoberfest“ in Begleitung seines Bruders Prinz Otto. 

11. Oktober 1865

München * Nachdem bei „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister die Ausführungsanordnung König Ludwigs II. für Richard Wagners „Was ist deutsch?“ auf Widerstand stößt, kommt es zum Zerwürfnis der Beiden.

16. Oktober 1865

München * Richard Wagner fordert von König Ludwig II. 200.000 Gulden.

Davon 40.000 sofort und 160.000 Gulden als Anlage auf Lebenszeit bei einer jährlichen Verzinsung von fünf Prozent.

Um den 20. Oktober 1865

München * Der Bayernkönig Ludwig II. bewilligt dem Komponisten Richard Wagner die geforderten 40.000 Gulden und darüber hinaus ein Jahresgehalt von 8.000 Gulden.

Diese Summe entspricht exakt der fünfprozentigen Verzinsung, ist aber kündbar.

Da für die 40.000 Gulden angeblich keine Scheine verfügbar sind, wird das Geld in Silbermünzen ausbezahlt.
Cosima von Bülow lässt daraufhin das Münzgeld mit zwei Kutschen in die Brienner Straße 21 bringen.

4. November 1865

Isarvorstadt * Das „Gärtnerplatz-Theater“ wird nach einer Bauzeit von gerade einmal eineinviertel Jahren eröffnet. 

7. November 1865

München * Ein Wettbewerb für den Bau des „Neuen Rathauses“ wird ausgeschrieben.

27 Architekten beteiligen sich.

Um den 10. November 1865

Untergiesing * Nur wenige Monate vor dem Ende des dreijährigen österreichischen Verhandlungsmarathons, legt sich die „Generaldirektion der Kgl. Bayerischen Staatseisenbahnen“ auf einen anderen Streckenverlauf fest.

Nach diesem sollte, um den Umweg über die „Großhesseloher Brücke“ zu umgehen, bereits in Friedenheim eine Trasse von der Hauptstrecke „München - Augsburg“ abzweigen und über Untersendling und einer neu zu erbauenden Isarbrücke nach Untergiesing und von dort weiter nach Haidhausen führen.

Diese Streckenführung ist gar nicht so revolutionär, da schon bei der Projektierung der Strecke „München - Salzburg“ in der 1850er Jahren dieser Verlauf zum Teil angedacht worden war.

Allerdings würde die neue Bahntrasse doppelt so teuer wie die ursprüngliche sein.
Die Planer können aber darstellen, dass die Bahnstrecke zehn Kilometer kürzer ist und außerdem weniger Steigungen überwinden muss.
Dadurch entsteht nicht nur eine enorme Zeitersparnis, sondern gleichzeitig ein beträchtlich verringerter Energieverbrauch.

Den Mehraufwand für die neue Brücke von 800.000 Gulden kann man in Kauf nehmen, da sich die erhöhten Baukosten bereits innerhalb weniger Jahre wieder amortisieren. 

11. November 1865

Schloss Hohenschwangau * Zwischen dem 11. und dem 18. November hält sich Richard Wagner bei Ludwig II. in „Schloss Hohenschwangau“ auf.

Während diesen ausdauernden Gesprächen fordert Wagner die Entlassung seiner Widersacher, des „Königlichen Kabinettssekretärs“ Franz Seraph von Pfistermeister und des bayerischen „Ministerpräsidenten“ Ludwig von der Pfordten. 
Respektlos spricht der Komponist von „Pfi“ und „Pfo“

Wagner will, dass König Ludwig II. ein neues „Kabinett“ bildet.

18. November 1865

München * Wieder in München zurück, schickt Richard Wagner sein Gedicht „Abschiedsthränen“ an Ludwig II..

26. November 1865

München * In einem Brief schlägt Richard Wagner dem König vor, den „Kabinettssekretärs“ Franz Seraph von Pfistermeister durch Max von Neumayr und den bayerischen „Ministerpräsidenten“ Ludwig von der Pfordten durch Ludwig von Edelsheim zu ersetzen.
Der König wird die Entlassungen erst im Oktober 1866 umsetzen.

Nun kommt es zum Eklat.

Denn durch sein massives Einmischen in die bayerischen Staatsangelegenheiten hat Richard Wagner den Bogen endgültig überspannt.
Der Komponist, der wie kaum ein anderer Zugang zum König hat, wird von der Regierung sowieso mit großem Misstrauen beobachtet.

Nun stellt er „Ministerrat“ dem König ein Ultimatum.
Ludwig II. habe zu wählen „zwischen der Liebe und Verehrung Ihres treuen Volkes und der Freundschaft Richard Wagners“.

Eine breite öffentliche Opposition gegen den Komponisten hat sich gebildet.
Sie wirft Richard Wagner vor, er halte den König von den Regierungsgeschäften ab und beanspruche die „Kabinettskasse“ übermäßig.

Bald darauf übergeben Münchner Bürger 810 Unterschriften mit der Forderung der „Landesverweisung“ des Komponisten Richard Wagner an den „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister.

6. Dezember 1865

Maxvorstadt * „Oberappellationsrat“ Johann Freiherr von Lutz wird vom „Kabinettssekretär“ Pfistermeister zu Richard Wagner geschickt, um ihn zu bitten, München für einige Monate zu verlassen.

8. Dezember 1865

München * Nachdem 810 Münchner Bürger schriftlich die „Landesverweisung des Komponisten“ forderten, muss König Ludwig II. Richard Wagner einen Abschiedsbrief schreiben. 

Die Abreise Wagners aus München sollte nur ein „Abschied auf Zeit“ sein.
Wenn sich die Gemüter wieder etwas beruhigt hätten, könnte er ja wieder nach München zurückkehren.

Aus diesem Grund erhält der Komponist auch weiterhin sein Jahresgehalt von 8.000 Gulden, was dem Doppelten einer „Ministerpension“ entspricht.

10. Dezember 1865

Maxvorstadt - Schweiz * Richard Wagner verlässt fluchtartig seine Villa in der Brienner Straße 21 (heute 37) und flieht nach Triebschen in der Schweiz. 

Die Münchner „Gemeindebevollmächtigten“ sprechen sich in ihrer Sitzung für die Übersendung einer „Danksagung der Stadt München für die Entfernung Richard Wagners aus Bayern“ an den König aus.
Diese Aktion wird allerdings nach einem Einspruch des
„Magistrats“ unterbleiben. 

Zwischen Mai 1864 und Dezember 1865 hat Richard Wagner von der „Kabinettskasse“ 99.400 Gulden erhalten.
In dieser Summe sind weder die Zuschüsse an Wagner nahestehende Personen, noch die Zuwendungen für die
„Tristan und Isolde“-Aufführung in Höhe von 57.500 Gulden.

Das entspricht etwa einem Drittel der jährlich rund 300.000 Gulden aus der „Kabinettskasse“, über die der König ein freies Verfügungsrecht besitzt.

10. Dezember 1865

München * König Ludwig II. will erstmals zugunsten seines Bruders abdanken und sich zu Richard Wagner in die Schweiz begeben. 

Um den 20. Dezember 1865

München * Die Unruhe- und Angstzustände des 17-jährigen Bayernprinzen Otto bleiben in der königlichen Familie nicht unbemerkt. 

Die Königinmutter wird aber von den Ärzten beruhigt, da es sich lediglich um ein „Jugendirresein“ handle, das von selbst wieder vergeht. 


Verwendet in Führung:

02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist



Isar-Vorstadt-Theater, Oper: Tristan und Isolde, Bühnenstück: Triftender und Süßholde, Floßknecht, Ammerland, Wolfratshausen