17. Dezember 1794

Der Streik der Gesellen und Meister eskaliert

München * Gesellen und Meister nehmen Ratsmitglieder im Rathaus fest und ziehen protestierend zur Residenz. 

Kurfürst Carl Theodor sieht sich zum Nachgeben gezwungen und gesteht den Handwerkern die Erfüllung ihrer Forderungen sofort zu.
Die Inhaftierten werden umgehend in die Freiheit gelassen.


Sortierung 1794

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Streik,

Personen

Rumford Sir Benjamin Thompson Graf von Carl Theodor Kurfürst

Weitere Ereignisse im Jahr 1794

1794

München-Englischer Garten * Widerwillig kehrt Sir Benjamin Thompson Graf von Rumford von seinem Erholungsurlaub von Italien nach München zurück. 

Da ihn eine - hauptsächlich aus Bettlern bestehende - Menschenmenge freundlich empfängt, organisiert er zum Dank eine großes Fest im „Englischen Garten“.
30.000 Besucher kommen. Ochsen werden gebraten und Bierfässer angezapft, Musikkapellen spielen und Lampions brennen.

August 1794

München * Ein anonymes Flugblatt wirft Kurfürst Carl Theodor vor, sein Land gewissenlos auszubeuten und warnt: 

„Nehmt euch ein Beispiel aus der Zeit und schreibt's euch an die Wände:
in Frankreich köpft man Könige, in Polen hängt man Stände“
.

17. August 1794

Weinheim * Die pfalz-baierische Kurfürstin Elisabeth Auguste stirbt in Weinheim.

Ihre Grabstätte befindet sich in der Münchner „Michaelskirche“

Nun ist der 69-jährige Kurfürst Carl Theodor Witwer und begibt sich - ohne Einhaltung einer angemessenen Trauerzeit - umgehend auf Brautschau.

19. September 1794

München - Wien * Kurfürst Carl Theodor bittet Kaiser Franz II. um die Hand der 17-jährigen Maria Leopoldine von Österreich-Este. 

Er wendet sich mit dieser Bitte also nicht an den Vater der auserkorenen Braut, sondern an dessen Bruder. 

November 1794

München * München wird zum Schauplatz einer Revolte: 

Weil sie an einem Montag und nach einem darauffolgenden Feiertag morgens nicht rechtzeitig zur Arbeit erschienen sind, werden zwei Schlossergesellen ohne Lohn entlassen.

27. November 1794

München * 63 Schlossergesellen legen aus Protest gegen die Kündigung und Lohnverweigerung der zwei Schlossergesellen die Arbeit nieder.

Der Stadtmagistrat lässt daraufhin zwei Rädelsführer und zwei Altgesellen einsperren.
Neun Gesellen verweigern die Arbeitsaufnahme weiterhin.
Sie werden zum Militärdienst verurteilt.

3. Dezember 1794

München * Die Altgesellen von 21 Zünften fordern die Zurücknahme des Urteilsspruchs gegen die verhafteten und zum Militärdienst verurteilten Schlossergesellen.

15. Dezember 1794

München * Nachdem der Magistrat und die inzwischen eingeschaltete Regierung die bis zu einem endgültigen Urteil geforderte Freilassung der inhaftierten Schlossergesellen verzögerten, treten die Gesellen von insgesamt dreißig Zünften in den allgemeinen Streik. 

Der Kurfürst lässt ihnen daraufhin mitteilen, dass er in der Sache nicht nachgeben wird und sich die Gesellen umgehend an die Arbeit begeben und Gehorsam zeigen sollen.

16. Dezember 1794

München * Fast alle Zünfte schließen sich dem Streik an. 

Arbeitswillige Gesellen werden zum Teil mit Gewalt an ihrer Tätigkeit gehindert.
Auch die Meister legen die Arbeit nieder. 

Zwischen 4.000 und 5.000 Handwerker streiken und gefährden damit die Versorgung Münchens.

19. Dezember 1794

München * Die zum Militärdienst verurteilten Gesellen werden wieder freigelassen. 

Durch den Erfolg wächst das Selbstbewusstsein der Bevölkerung.


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