2017-02-26 1616 - Juden, Aufenthaltsverbot, Gewerbeverbot, Handelsverbot - Maximilian I. Kurfürst in München-Geschichte


29. September 1616

Aufenthalts-, Handels- und Gewerbeverbot für Juden erneuert

München * Herzog Maximilian I. erneuert das Aufenthalts-, Handels- und Gewerbeverbot für Juden in Baiern.


1616

Suchbegriffe

Juden, Aufenthaltsverbot, Gewerbeverbot, Handelsverbot,

Personen

Maximilian I. Kurfürst

Weitere Ereignisse im Jahr 1616

1616

Istanbul * Die „Rosskastanie“, der typische Münchner Biergartenbaum, gelangt von Istanbul nach Frankreich, von wo aus sie sich dann über den ganzen Kontinent verbreitet.

1616

Au * Georg Schobinger kauft auch den an der Lilienstraße gelegenen „Klingenhammer mit Werkzeug, Polier- und Schleifmühle, die oberen und unteren Gärten, Röhrlwasser, Brunnstuben und Fischgerechtigkeit am Mühlbach um 8.000 Gulden“.

Die Klingenschmiede hatte zwar ihren Ruf und ihre Bedeutung verloren, war aber nachweislich noch als „Schobinger Mühle“ in Betrieb.

Ab 1616

Bamberg * In der zweiten „Verfolgungswelle“ des Bamberger „Weihbischofs“ Friedrich Förner zwischen 1616 und 1622 müssen erneut 159 Menschen als „Hexen“ sterben. 

Ab 1616

Würzburg - Tübingen * In Würzburg kommt es unter „Fürstbischof“ Julius Echter von Mespelbrunn zu ersten Verfolgungen.

In einem Tübinger Bericht berichtet ein anonymer Verfasser über den aufkeimenden „Hexenwahn“ im Hochstift:

„Auß dem Bißthum Würzburg: Gründliche Erzehlung der Bischof zu Würzburg das Hexenbrennenim Frankenland angefangen, wie er dasselbeforttreiben, und das Ungeziffer gentzlich außrotten wil, und allbereit zu Geroltzhoffen starke Brände gethan, hinführe alle Dienstag thun will“

Um 1616

Graggenau * Auf der Spitze des zentralen „Pavillons“ im „Hofgarten“ wird die Statue der „Diana“ oder „Tellus Bavarica“ aufgestellt.  

Erbaut werden die Nord- und Westarkaden, das neue „Brunnhaus“ und eine Brücke zum „Hofgarten“, die den Zugang von der durch den Stadtgraben abgetrennten „Residenz“ bildet. 

14. Januar 1616

München * Herzog Maximilian I. legt nach erbitterten Auseinandersetzungen das „Bundesobristenamt der katholischen Liga“ nieder.

21. Januar 1616

München * Der „Hexenprozess“ gegen Barbara, Elisabeth und Katharina Schwerzin wird wieder aufgenommen.

Nach den Geständnissen der „Elsl“ Schwerzin unter der „Folter“ werden vier weitere Frauen verhaftet, jedoch im Mai wieder entlassen.

Am letzten „Gerichtstag“ widerrufen die Mutter Katharina und ihre Tochter „Bärbl“ alles vorher gesagte; nur „Elsl“ bleibt bei ihren früheren Aussagen.

Das „Stadtgericht“ nimmt nun den Prozess mit verstärkter Anwendung der „Folter“ wieder auf, prüft aber die erzwungenen Aussagen besser nach und muss feststellen, dass die Aussagen frei erfunden und erlogen sind. 

25. Juni 1616

München * Aufgrund der großen und langanhaltenden Hitze beginnt man mit der Getreideernte.  

Fünf „Bittprozessionen“ werden abgehalten.  
Doch die Hitze schadet den Feldern so sehr, dass Getreidemangel eintritt und jede Ausfuhr von Hafer, Flachs, Hanf, Garn, Wolle und Schmalz verboten wird. 

Sommer Juli 1616

Au * Nach einer lang anhaltenden Dürre reicht das Wasser zum Antrieb des „Wasserrades“ im „Brunnhaus am Isarberg“ nicht mehr aus.

Angeheuerte Tagelöhner müssen das Rad sechs Wochen lang mit ihrer Körperkraft antreiben.

Um den 14. September 1616

München * Nach der Hitzeperiode lässt ein „Hochwasser“ die Flüsse über die Ufer treten. 

29. September 1616

München * Mit dem „Landrecht“ Herzog Maximilians I. wird die endgültige „Rechtseinheit“ in Baiern hergestellt, die alle Rechtsgebiete umfasst.

Damit ist Baiern eines der wenigen deutschsprachigen Territorien, das über eine systematisch erfasste und in allen Rechtsangelegenheiten abgestimmte „Landesgesetzgebung“ verfügt.  

Die „Landes- und Polizeiordnung“ enthält:  

  1. Eine „Polizeiordnung“.  
  2. Das „Landrecht“, das einheitlich für Ober- und Niederbaiern gültige „Zivilrecht“, das bis 1756 in Kraft bleibt.  
  3. Eine „Gerichtsordnung“, die den ordentlichen Prozess auf der Grundlage der „Gerichtsordnung“ von 1520 regelt.  
  4. Die „summarische Prozessordnung“, die bis 1753 Gültigkeit hat.  
  • Sie schreibt unter anderem das „Wandern der Handwerksgesellen“ als Grundlage für den „Erwerb der Meisterschaft“ vor.  
  • Sie enthält eine „allgemeine Fischordnung“ für Donau, Salzach, Isar und den Inn usw..  
  • Sie schafft in der „Malefizordnung“ die „Strafe des Ertränkens“ ab.
29. September 1616

München * Das „Hochzeitsmahl“

  • einer „Weinhochzeit“ kostet bis zu 45 Kreuzer pro Person,
  • bei einer „Bierhochzeit“ bis zu 20 Kreuzer.
29. September 1616

München * Die „Baierische Polizeiordnung“ untersagt den „gleichzeitigen Ausschank von Baierwein und eingeführten Weinen“.

Dadurch bilden sich eigene „Baierweinschenken“ heraus.

29. September 1616

München * Herzog Maximilian I. ist seit seiner Ingolstädter Studienzeit ein leidenschaftlicher Jäger auf den Hirschen und mit dem „Falken“.

In seiner „Gejaidsordnung“ verbietet er das Schießen der Reiher, außer wo sie in Fischwassern großen Schaden verursachen, „weil Wir die uns zu unserm und anderer frembden ankommenden Fürstenperson lust und ergetzung vorbehalten haben“.

29. September 1616

München * In der „Landes- und Polizeiordnung“ heißt es: „Doch wann jemand ein wenig Salz, Krametbeer [= Wacholder] und ein wenig Kümmel in das Bier täte und damit kein Übermaß gebrauchte, soll er deshalben nicht gestraft werden“.

Es gab viele Gründe mit pflanzlichen Zusätzen zu arbeiten und zu experimentieren. Vor allem sollte die längere Haltbarkeit des Bieres erreicht und das Sauerwerden verhindert beziehungsweise rückgängig gemacht werden.

Saueres Bier war wegen des schlechten Geschmacks nicht nur unverkäuflich, sondern bedeutete durch den Verlust der teueren Rohstoffe einen volkswirtschaftlichen Schaden.

8. November 1616

München * „Elsl“ Schwerzin wird als „Hexe“ hingerichtet, die „Alte“ Schwerzin freigelassen und von der Stadt versorgt.

„Bärbl“ gibt in ihrer Verwirrung immer neue Geständnisse ab, denen der Stadtrat aber keinen Glauben mehr schenkt. 


Verwendet in Führung:

08. Bogenhausen



Juden, Aufenthaltsverbot, Gewerbeverbot, Handelsverbot
Maximilian I. Kurfürst