2017-02-20 1437 - Prostitution, Frauenhaus am Anger, Stadtbordell, Freier, Mühlgasse, Ort der Geselligkeit, Eroscenter, chambres separées, Henker, Wasenmeister, Abdecker, Ehrlosigkeit - in München-Geschichte


Um den 28. Oktober 1437

Das neue „Stadtbordell“ wird eröffnet

Angerviertel * Das neue „Stadtbordell“ wird eröffnet.  

Das Münchner „Frauenhaus“ ist ein zweigeschossiges, äußerlich an ein oberbaierisches Bauernhaus erinnerndes Gebäude mit 32 großen und zwei kleinen Fenstern.  
Es befindet sich in der Mühlgasse am Anger, Ecke Rossmarkt und Blumenstraße.  

In jedem Geschoss ist eine „Stube“ untergebracht, in der die Kontakte zwischen dem „Freier“ und den „Prostituierten“ hergestellt werden.  
Hier kann aber auch gezecht und vermutlich gespielt werden.  
Sie sind also ein „Ort der Geselligkeit“.  

Um diese „Stuben“, die als einzige Räume beheizbar sind, gruppieren sich insgesamt zwölf abschließbare „Kammern“.  
Diese sind mit je einem Bett bestückt. Sehr wahrscheinlich sind das die einzigen Einrichtungsgegenstände dieser Räume.  

Umgeben ist das Gebäude von einem kleinen Garten.  
Das Münchner „Frauenhaus“ ähnelte demnach eher einem modernen Barbetrieb mit angeschlossenen „chambres separées“ als einem heutigen „Eroscenter“.  

Das „Frauenhaus“ ist nicht weit vom „Haus des Scharfrichters“ entfernt.  
In dem direkt an das Haus angebauten Gebäude mit dem Aufzuggiebel ist lange Zeit der städtische „Schinder“, „Wasenmeister“ oder „Abdecker“ untergebracht, der ebenso wie der „Henker“ bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als „ehrlos“ gilt und nicht im bürgerlichen Wohnbereich geduldet wird. 


1437

Suchbegriffe

Prostitution, Frauenhaus am Anger, Stadtbordell, Freier, Mühlgasse, Ort der Geselligkeit, Eroscenter, chambres separées, Henker, Wasenmeister, Abdecker, Ehrlosigkeit,

Weitere Ereignisse im Jahr 1437

1437

Haidhausen * Kathrayn Schaefftaler schenkt den Haidhauser „Gronimushof“ an das „Heiliggeist-Spital“ in München „zu Hilf und Trost meines Mannes sel., mein und aller glaubigen Sel heil willen“.

1437

München - Haidhausen * Der Bau des „Salzstadels“ sowie der durchgreifende Um- und Neubau der „Stadtmauer“ erfordert gewaltige Mengen an „Ziegeln“.

9. März 1437

Angerviertel * Die Vorarbeiten am Münchner „Frauenhaus“ beginnen.  

Für 15½ Pfund Pfennige werden 17.000 Mauersteine gekauft.  

Ende Oktober 1437

Angerviertel * Die „Dirne“ Aellen wird im „Frauenhaus“ (Stadtbordell) ermordet.

Der Scharfrichter muss sie auf der „Freistatt“, einem henkereigenen Begräbnisplatz, verscharren.


Verwendet in Führung:

39. Angerviertel



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