2017-03-26 1706 - Mordweihnacht, Zwangsrekrutierung - in München-Geschichte


17. Februar 1706

Ein kaiserlicher Erlass beendet die „Zwangsrekrutierungen“

Wien * Ein kaiserlicher Erlass beendet die „Zwangsrekrutierungen“

Kein baierischer Rekrut darf mehr mit Zwang zum Militärdienst berufen werden.


1706

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Mordweihnacht, Zwangsrekrutierung,

Weitere Ereignisse im Jahr 1706

1706

München * Der „Branntweinschenk“ Dionysius Michael wird auch als „Kaffeesieder“ bezeichnet. 

1706

Haidhausen * Die „Fugger‘sche Hofmark“ in Haidhausen umfasst 233 Familien.

2. Januar 1706

Wien * Kaiser Joseph I. ordnet an, nach der „Niederwerfung der Erhebung“ gnädig gegen die Beteiligten vorzugehen, sofern sie nicht zu den Urhebern und Anführern des Aufstands gehören. 

8. Januar 1706

Aidenbach * „Das Massaker von Aidenbach“
Dort werden die „Unterländer“ niedergeschlagen.

Freiherr von Gemmel berichtet:
„Es haben sich aber die Rebellen, ehe man die Höhe gar besteigen können, gleichsam in dem Augenblick, ohne Verlierung des geringsten Feuers, in den hinter sich gehabten Wald gezogen; ihr Kommandant und andere Offiziere sind, gleich wie sie schelmischer Weise ihr rebellisches Kommando angetreten, wieder solchergestalten auf ihren Pferden mit der wenig gehabten Kavallerie durchgegangen und haben ihre Hauptarmee im Stich gelassen, welche der verbitterte Soldat sowohl zu Pferd als zu Fuß sogleich umringt und in den Wäldern und Feldern aufgesucht, alles, was sich nur blicken lassen, gegen einen wenigen Widerstand solchergestalten niedergemacht und massakriert, daß der wenigere Teil davongekommen.
Teile von ihnen haben sich in einige unweit von dieser Niederlage gelegene Bauernhäuser retiriert und sonderbar aus einem auf die Kaiserlichen mit kleinem Gewehr stark Feuer gegeben, daher diese Häuser sämtliche in Brand gesteckt und was nicht darinnen verbrennen, sondern entlaufen wollen, ohne Unterschied niedergemacht worden ist“
.

Der „Volksaufstand“ bricht zusammen.

14. Januar 1706

Schärding * Schärding wird den „Aufständischen“ geräumt.

16. Januar 1706

Cham * Die „Aufständischen“ räumen Cham.

16. Januar 1706

München - Wien * Graf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort berichtet an den Kaiser: 

„Nachdem von diesem Gesindel bei Sendling und Aidenbach, auch bei Wiedergewinnung von Kelheim, Vilshofen und anderen Orten und in verschiedenen Scharmützeln gegen 10.000 Mann massakriert worden, haben sie kein corpo mehr zu Felde [...]“

17. Januar 1706

Braunau * Braunau wird den „Aufständischen“ geräumt.

18. Januar 1706

Burghausen * Die „Aufständischen“ räumen Burghausen.

27. Januar 1706

Salzburg - Wien * Auf Bitten des Salzburger Fürsterzbischofs befiehlt Kaiser Joseph I., dass auch gegen alle nach dem 11. Januar 1706 verhafteten „Anführer des Aufstands“ höchstens Geldstrafen auszusprechen sind.

29. Januar 1706

Graggenau * Am Münchner „Schrannenplatz“ ist eine Schaubühne errichtet worden, auf der der „Eisenhändler“ Sebastian Senser, der „Weinwirt“ Johann Georg Küttler, die ehemaligen „Leutnante“ Johann Clanze und Johann Georg Aberle wegen „Hochverrats“ durch das Schwert hingerichtet werden. 

Küttler wird zudem gevierteilt.
Seine Leichenteile werden an den vier Stadttoren zur Abschreckung aufgehängt.

6. März 1706

Haidhausen * Erst nach einer gerichtlichen Auseinandersetzungen mit einem Sohn Fuggers aus erster Ehe und durch einen Vergleich kommt Anna Maria Katharina Gräfin von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn in den vollständigen Besitz der „Hofmark Haidhausen“.  

Doch noch immer steht das vom Kurfürsten Max Emanuel beanspruchte „Einlösungsrecht“ im Raum.  
Die clevere Witwe nutzt jedoch die Zeichen der Zeit. 

17. März 1706

München * Der „Jägerwirt“ Johannes Jäger wird in München durch das Schwert hingerichtet und gevierteilt. 

Zur Abschreckung werden seine vier Leichenteile an den Haupttoren der Stadt aufgehängt.

17. März 1706

Kelheim * Matthias Kraus wird in Kelheim hingerichtet. 

Der Galgen steht an der Stelle, an der bis wenige Tage zuvor seine Haus stand. Es wurde geschleift.
Auch Matthias Kraus wird gevierteilt.

21. April 1706

Wien * Die „Reichsacht“ wird über die beiden wittelsbachischen Kurfürsten Joseph Clemens und Max Emanuel verhängt.

29. April 1706

Wien * Das „Ächtungsverfahren“ gegen Kurfürst Max Emanuel ist abgeschlossen.

Kaiser Joseph I. verhängt in einer eindrucksvollen Zeremonie die „Reichsacht“ wegen „Fried-Bruchs und Majestät-Verletzung“ über den baierischen Kurfürsten und erklärt ihn seiner Ämter enthoben.
Damit ist er „vogelfrei“.

Sein Rang und seine Kurfürstenwürde werden zusammen mit dem Besitz der Oberpfalz dem Kurfürsten der Pfalz zuerkannt.

Mai 1706

Klagenfurt * Die vier ältesten baierischen Kurprinzen Carl Albrecht (* 1697), Philipp Moritz (* 1698), Ferdinand Maria Innozenz (* 1699) und Clemens August (* 1700) werden nach Klagenfurt gebracht.

Prinzessin Maria Anna (* 1696) und die jüngeren Prinzen Johann Theodor (* 1703) sowie Max Emanuel Thomas (* 1704) bleiben in München.

10. Mai 1706

München * Der „Reichsherold“ verkündet auf dem Münchner „Schrannenmarkt“ unter Trommelwirbel das „Achtpatent“ für den baierischen Kurfürsten Max Emanuel.  

In diesem heißt es:
„Max Emanuels unglücklicher Leib wird jedermänniglich frei gelassen und jeder darf sich an ihm ohne Strafe verfreveln“.

23. Mai 1706

Ramilies * Kurfürst Max Emanuel stößt in der „Schlacht bei Ramillies“ auf die holländisch-englische Armee unter dem Oberbefehl des Herzogs von Marlborough.

  • Max Emanuel wird - wie in der „Schlacht von Höchstädt“ - vernichtend geschlagen.
  • Dadurch verliert er Flandern und Brabant.
  • Ihm bleibt nur mehr ein Schloss bei Mons.
  • Die französische Front bricht zusammen.
  • Brüssel wird aufgegeben. 
15. August 1706

Lille * Kölns Kurfürst Joseph Clemens wird in Lille zum „Subdiakon“ geweiht. 

8. Dezember 1706

Lille * Kurfürst Joseph Clemens von Köln wird in Lille zum „Diakon“ ernannt. 

25. Dezember 1706

Lille * Der Kölner Kurfürst Joseph Clemens erhält die „Priesterweihe“


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Mordweihnacht, Zwangsrekrutierung