2017-02-27 1795 - Sternwarte, Armendeputation, Armenversorgungshaus - Schneeweiß Peter Paul von, Schneeweiß Franz Joseph von in München-Geschichte


14. April 1795

Ein „Armenversorgungshaus“ in der ehemaligen „Sternwarte“

Haidhausen * Die Brüder Peter Paul und Franz Joseph von Schneeweiß verkaufen die ehemalige „Sternwarte“ an die Münchner „Armendeputation“

Diese will darin ein „Armenversorgungshaus“ eröffnen.


1795

Suchbegriffe

Sternwarte, Armendeputation, Armenversorgungshaus,

Personen

Schneeweiß Peter Paul von Schneeweiß Franz Joseph von

Weitere Ereignisse im Jahr 1795

Um 1795

Haidhausen * Johann Jakob Paul, der „Großwirt“ von Haidhausen, kommt in den Besitz des „Kotterhofes“.

1795

Angerviertel - Au * Katharina Messners Sohn aus erster Ehe, Josef Pruckmayr, übernimmt die „Singlspielerbrauerei“.

Um den 6. Januar 1795

Mailand * Graf Maximilian Wunibald von Waldburg-Zeil und Trauchburg trifft als von Kurfürst Carl Theodor beauftragter „Brautwerber“ in Mailand ein.

Die Braut erhält ein reich mit Brillanten verziertes Porträt ihres künftigen Ehemannes.

Carl Theodor erhält einen Bericht seines Beauftragten, in dem die Vorzüge und Nachteile der Braut ausführlich beschrieben werden. 

  • Ihr Aussehen und ihre Charaktereigenschaften hebt der „Brautwerber“ hervor, sodass der „kleine Defekt“ nicht ins Gewicht fällt: ihr linkes Bein war etwas kürzer als das rechte.
  • Doch die Braut könne ohne Schwierigkeiten spazieren gehen und auch sei „im Tanzen von einer Ungemächlichkeit nicht das mindeste“ erkennbar.
  • Durch eine Erhöhung des linken Stöckels an den Schuhen konnte dieser „Mangel“ letztlich aufgehoben werden.
1. Februar 1795

München * Der „Heiratskontrakt“ für die Ehe zwischen dem baierischen Kurfürsten Carl Theodor und der Prinzessin Maria Leopoldine von Österreich-Este wird von den Bevollmächtigten unterschrieben. 

  • Das „Heiratsgut“ wird auf 162.000 rheinische Gulden festgesetzt.
  • Kurfürst Carl Theodor hat die gleiche Summe einzubringen und noch etwa 54.000 Gulden als „Morgengabe“ draufzulegen.  
  • Außerdem erhält die junge Kurfürstin zu Lebzeiten des Kurfürsten jährlich 30.000 Gulden in bar ausbezahlt.
  • Das gesamte Geld wird angelegt und zu fünf Prozent verzinst.
    Das soll ihr nach dem Ableben Carl Theodors jährlich etwa 17.000 Gulden einbringen. 
3. Februar 1795

Graggenau * Kurfürst Carl Theodor macht das von François Cuvilliés erbaute „Opernhaus“ für die Öffentlichkeit zugänglich. 

4. Februar 1795

München * Kurfürst Carl Theodor gibt in München seine bevorstehende Heirat mit Maria Leopoldine von Österreich-Este bekannt. 

Um den 8. Februar 1795

München - Innsbruck * Gut gelaunt und ausgeruht begibt sich Kurfürst Carl Theodor nach Innsbruck, wo er Maria Leopoldine von Österreich-Este ehelichen wird.

13. Februar 1795

Innsbruck * Maria Leopoldine von Österreich-Este trifft mit ihren Eltern und umfangreichem Gefolge in Innsbruck ein. 

14. Februar 1795

Innsbruck * Kurfürst Carl Theodor trifft erstmals mit seiner 18-jährigen Braut Maria Leopoldine von Österreich -Este, einer Enkelin Maria Theresias, und der erzherzoglichen Familie zusammen. 

15. Februar 1795

Innsbruck * Der 70-jährige pfalzbaierische Kurfürst Carl Theodor heiratet am Faschingssonntag, um 18 Uhr, die 52 Jahre jüngere Maria Leopoldine von Österreich-Este.

Die Ehe wird im „Thronsaal der Innsbrucker Hofburg“ geschlossen.
Erzherzog Ferdinand, der Brautvater, bezahlt das „Heiratsgut“ von 162.000 rheinischen Gulden in einer Summe. 

18. Februar 1795

München * Das ungleiche Brautpaar - die 18-jährige „Landesmutter“ Maria Leopoldine und ihr 52 Jahre älterer Ehemann Kurfürst Carl Theodor - trifft am Nachmittag in München ein. 

Seit März 1795

Schloss Nymphenburg * Kurfürstin Maria Leopoldine lässt „Schloss Nymphenburg“ für ihre Zwecke umgestalten.

9. März 1795

München * Es ergeht ein wiederholtes Verbot, zur Mitnahme von Hunden in die Kirche. 

12. März 1795

München * Eine Delegation der Bürgerschaft und des Magistrats bittet den Kurfürsten um Abschaffung der freien Ausfuhr des Getreides. 

Da der fürs Finanzwesen zuständige „Geheime Rat“ Stephan Freiherr von Stengel trotz der Beschwerden am Prinzip der freien Ausfuhr festhält, taucht in der selben Nacht ein aufrührerisches Flugblatt auf, dass den Freiherrn an den Galgen wünscht.

16. März 1795

München * Trotz der unübersehbaren Unruhe unter der Bevölkerung lehnt Kurfürst Carl Theodor in einer landesherrlichen Erklärung die Aufhebung des freien Getreidehandels ab.

1. April 1795

Mannheim * Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken erliegt - vollkommen unerwartet - in Mannheim einem Schlaganfall.

Er hinterlässt seinem Bruder Max Joseph, dem späteren ersten bayerischen König,

  • ein von den Franzosen besetztes Land sowie
  • einen Schuldenberg von neun Millionen Gulden.
  • Dazu einen der fähigsten Staatsmänner, den Freiherrn Maximilian Joseph von Montgelas. 
5. April 1795

Basel * Das Königreich Preußen schließt im „Frieden von Basel“ mit Frankreich einen „Separatfrieden“ und einen „Neutralitätsvertrag“ - und lässt damit die anderen „Reichsfürsten“ alleine.  

Außerdem wird in dem Vertrag das revolutionäre Frankreich als gleichberechtigte Großmacht anerkannt. 

13. April 1795

Au * Während seiner Flitterwochen besucht der 71-jährige pfalz-baierische Kurfürst Carl Theodor mit seiner frisch angetrauten 18-jährigen Frau Maria Leopoldine den Ausschank des „Sankt-Vater-Bieres“, ein Starkbier, im Paulaner-Kloster in der Au.

Drei Auer Bürger bitten den Landesherrn um die Abhaltung von zwei Jahrmärkten, als Ausgleich für die häufig zu erleidenden Hochwässer der Isar.

Um den 20. April 1795

München * Herzog Max Joseph von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld besucht mit seiner Ehefrau Auguste München.

Der Herzog und die Kurfürstin Maria Leopoldine kommen sich dabei sehr nahe. 

Doch Kurfürst Carl Theodor hat seiner jungen Frau sehr früh deutlich gemacht, dass sie ruhig für Nachwuchs sorgen soll, egal wer der Vater ist, er werde ihn für „legitim“ anerkennen. 

Um den 25. April 1795

München * Kurfürstin Maria Leopoldine erkrankt vermutlich psychisch. 

Kurfürst Carl Theodor gibt ihr die Möglichkeit sich zurückzuziehen und ihm aus dem Weg zu gehen. 

Um den 25. Mai 1795

München - Wien * Der österreichische Gesandte berichtet dem Wiener Hof über die ehelichen Zustände des Kurfürstenpaares in München.

Das Fazit lautet: „Es geht im Ehebett nicht ganz gut“.
Vor Zeugen hat sich die jugendliche Ehefrau Maria Leopoldine künftig jede Annäherung ihres betagten Gattens, des baierischen Kurfürsten Carl Theodor, verbeten. 

2. Juni 1795

München * Kurfürst Carl Theodor macht deutlich, „daß München keine Festung seie, seyn könne noch seyn solle“.

11. Juni 1795

Mannheim * Max Joseph von Pfalz-Zweibrücken, der „Herzog ohne Land“, ernennt den bisherigen „Legationsrat“ Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas zum „Wirklichen Regierungsrat mit Sitz und Stimme im Herzoglichen Regierungscollegio“

Um den 4. Juli 1795

Schloss Nymphenburg * Kurfürstin Maria Leopoldine zieht mit ihrem Hofstaat in das umgebaute „Schloss Nymphenburg“

5. August 1795

Au * Die Auer stellen ein Gesuch, die Au als „Carls-Vorstadt“ der Stadt München einzuverleiben.

9. August 1795

Englischer Garten * Aus Anlass der Vermählung des 70-jährigen pfalz-baierischen Kurfürsten Carl Theodor mit der 18-jährigen Erzherzogin Maria Leopoldine aus dem Hause Österreich-Este hält der kurfürstliche Hof im „Englischen Garten“ eine festliche Veranstaltung ab.  

Ausgerichtet wird das Fest vom Reichsgrafen von Rumford.

Es gibt Lustfahrten auf dem See, einen „Tanz der neun Musen“ im „Apollotempel“, die „Vorstellung einer baierisch-ländlichen Nationalhochzeit“, Musik und Tanz und viele andere Vergnügungen.
Zum Ausklang wird der ganze Park mit tausenden Lampions beleuchtet.
Außerdem hält ein „Chinese im Nationalkostüm“ eine Huldigungsrede für das Kurfürstenpaar.

Die jugendliche „Landesmutter“ ist jedoch durch „eine Unpässlichkeit an der Teilnahme verhindert“.

23. September 1795

München * Nachdem zwei Tage zuvor das Gerücht in Umlauf gesetzt worden war, dass mehrere Tausend Scheffel Getreide ausgeführt werden sollen, versammeln sich einige Hundert verärgerte Menschen vor dem Rathaus und fordern vom Magistrat das energische Eintreten für eine Getreide-Ausfuhrsperre. 

Eine Delegation begibt sich zum Kurfürsten, der wegen der Vorgänge einen Theaterbesuch absagen muss und schon deshalb zu hartem Vorgehen entschlossen ist.
Er lässt seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzen, die Stadttore verschließen und in den Straßen berittenes Militär patroullieren. 

Auf Vermittlung der Kurfürstin-Witwe Maria Anna empfängt Carl Theodor die Delegation.
Obwohl der Kurfürst die Verhandlungen verzögern möchte, können die Bürgervertreter dennoch Sofortmaßnahmen durchsetzen.

24. September 1795

München * Das lange geforderte landesweite Ausfuhrverbot für Getreide, gemästetes Hornvieh, Schafe und Schweine wird umgesetzt. 

Dadurch verbessert sich die Angebotssituation und die Preise sinken.

13. Oktober 1795

München - London * Mit der Erlaubnis des baierischen Kurfürsten Carl Theodor verlässt Sir Benjamin Thompson, Reichsgraf von Rumford, München in Richtung London.

4. Dezember 1795

München * Trotz seiner Nachgiebigkeit ist der Kurfürst nicht gewillt, das aufständische Verhalten der Münchner Bürgerschaft zu akzeptieren.

Eigens lässt er die Dragoner und das Leibregiment der verstorbenen Kurfürstin Elisabeth Auguste von Mannheim nach München verlegen.

Außerdem werden vier Verdächtige und als „Revolutionsfreunde“ denunzierte Handwerker verhaftet.
Sie waren angeblich die „Haupträdelsführer“ der Vorgänge im 23. September 1793.

9. Dezember 1795

München * Der Stadtmagistrat appelliert an die Großmut und Gnade des Kurfürsten und bittet um Freilassung der vier als „Haupträdelsführer“ verhafteten Handwerker.

30. Dezember 1795

Kreutznach * Österreich und seine süddeutschen Verbündeten vereinbaren mit Frankreich einen unbefristeten „Waffenstillstand“ auf dem deutschen Kriegsschauplatz. 

Preußen tritt aus der „Koalition“ aus.


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München



Sternwarte, Armendeputation, Armenversorgungshaus
Schneeweiß Peter Paul von, Schneeweiß Franz Joseph von