2017-02-27 1903 - Oktoberfest, Aschanti-Dorf, Karawanenplatz, Völkerschau - Gabriel Carl Schausteller in München-Geschichte


September 1903

Carl Gabriel lässt ein „Aschanti-Dorf“ auf dem „Oktoberfest“ errichten

Theresienwiese * Carl Gabriel lässt ein „Aschanti-Dorf“ auf dem „Karawanenplatz“ auf dem „Oktoberfest“ errichten.


1903

Suchbegriffe

Oktoberfest, Aschanti-Dorf, Karawanenplatz, Völkerschau,

Personen

Gabriel Carl Schausteller

Weitere Ereignisse im Jahr 1903

1903

Maxvorstadt * Der „Rentier“ und „Kommerzienrat“ Adolph Brougier ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 5.

1903

Maxvorstadt * Joseph Schülein bewohnt das vierstöckige Haus in der Richard-Wagner-Straße 7, mit 12 Zimmern und 5 Kammern, mit seiner Familie und zwei weiblichen Dienstboten.

1903

Maxvorstadt * Die „Metzgerswitwe“ Theresia Herzog lässt sich durch das „Baugeschäft Carl und August Zeh“ ein Mietshaus in der Richard-Wagner-Straße 15 mit 8 Wohneinheiten erbauen.

Seit dem Jahr 1903

Straßburg - Speyer * Bis zu seiner Ernennung zum „Bischof von Speyer“ im Jahr 1911 ist Michael Faulhaber Inhaber eines „Lehrstuhls eines Professors für alttestamentarische Exegese und biblische Theologie“ an der „Kaiser-Wilhelm-Universität“ in Straßburg. 

Bereits während dieser Zeit nimmt er ultrakonservative Positionen ein.
Unter anderem stuft er Frauen als „Menschen zweiter Wahl“ ein, wenn er sagt: „Die hausrechtliche Stellung der Frau ist dem Gotteswort umzirkelt, das Weib soll die Gehilfin des Mannes sein. [...]
Diese untergeordnete Stellung ist der ursprüngliche Wille des Schöpfers“
.   

Demzufolge ist auch die Entscheidung der „Reichsregierung“, wonach eine verheiratete Frau auch Lehrerin werden darf, gegen den Willen Gottes.
Er bezeichnet die Regelung als eine „Missgeburt mit einem doppeltem Gesichte, weil man nicht im Nebenamt Mutter sein und weil eine Person nicht zwei Berufe erfüllen kann“.

Natürlich hat die Kirche nichts gegen die „Frauenbildung“, doch auf den „Hochschulen“ sollen die Damen die Ausnahme und in der Kirche haben sie stumm zu sein.
Gerne zitiert er das „Paulus“-Wort: „Wenn sie [die Frauen] lernen wollen, sollen sie zu Hause ihre Männer fragen.
Es ist eine Schande, wenn in den gottesdienstlichen Versammlungen eine Frau das Wort nimmt“
.

1903

Schwabing * Der „Privatgelehrte“ Friedrich Wilhelm von Bissing erwirbt das Gebäude an der Georgenstraße 10 und lässt es nach seinen Vorstellungen umbauen.

Es entsteht eine schöne Verbindung des Münchner Jugendstils mit traditionellen Elementen Altmünchner Bürgerhäuser.

1903

Maxvorstadt * Die Anwesen in der Richard-Wagner-Straße 16 und 18 gehen in das Eigentum des „Großhändlers“ Heicheiner über.

1903

Isarvorstadt - Museumsinsel * Die endgültige Nutzung der „Kohleninsel“ als Standort für das „Deutsche Museum“ wird vom Magistrat beschlossen.

Januar 1903

Hackenviertel - Ludwigsvorstadt * Der Versuch des „Wachsplastikers“ und ehemaligen Betreibers des „Internationalen Handels-Panoptikums“ in der Neuhauser Straße 1, Emil Eduard Hammer, sein Unternehmen in einem Neubau an der Bayerstraße 13/15 fortzuführen, wird aus feuerpolizeilichen Gründen untersagt.

14. April 1903

Kreuzviertel * Das „Hotel Oberpollinger“ wird abgerissen. 

In zweijähriger Bauzeit erstellte die Firma Heilmann & Littmann ein Kaufhaus, dessen charakteristische Fassade an der Neuhauser Straße noch erhalten ist.

29. April 1903

Maxvorstadt * Die Familie des Joseph Schülein bezieht eine Wohnung in der Richard-Wagner-Straße 18. 

Juni 1903

Isarvorstadt - Museumsinsel * In den „Mittheilungen der Münchner Brockensammlung“ heißt es:

„Die Münchner Brockensammlung erbittet und läßt kostenfrei durch ihre Leute abholen: Alte, auch zerbrochene Möbel, jeder Art gebrauchter Kleiderstücke, Wäsche, abgetragene Schuhe, Hüte, Strümpfe, alle Arten Bücher, Broschüren, Zeitungen, Papier, Marken, Zeugreste und Lumpen, Schirme, Zigarrenabschnitte, Korke, Staniolkapseln, Flaschen, Glas, Körbe, altes Werkzeug, Metall und Geschirre aller Art, Militär-Effekten, kurz alles, was im Hause unnütz umherliegt“.

Da stellen also die wohlhabenden Bürger Münchens ihre ausgedienten oder aus der Mode gekommenen Möbel und Dinge des täglichen Bedarfs, kurz „all den Kram des Speichers und Kellers, der überflüssig, hindernd und störend im Wege liegt“, kostenlos zur Verfügung, um sie dann an Interessenten zu verkaufen oder - zu kleinsten Preisen - den Bedürftigen zur Verfügung zu stellen.

Lumpen, Knochen und Altmetall werden in eigens aufgestellten Tonnen gesammelt und dann zur Weiterverarbeitung an einschlägige Unternehmer weiterverkauft.
Die privaten Organisatoren geben die Gegenstände an die Bedürftigen ausdrücklich nicht gratis ab.

Im Gegenteil, sie legen großen Wert darauf, dass die Käufer eine - wenn auch noch so geringe - Eigenleistung erbringen.
Man will den Bedürftigen zwar tätige Hilfe zukommen lassen, ohne sie jedoch in die Rolle von würdelosen Almosenempfängern zu drängen.

8. Juni 1903

Haidhausen * Die „Unionsbrauerei Schülein & Cie“ wird in eine „Aktiengesellschaft“ umgewandelt.

Bis zum Jahr 1912 besteht der „Vorstand der AG“ lediglich aus Joseph und Julius Schülein.

16. Juni 1903

Deutschland - Berlin * Bei den Wahlen zum „11. Deutschen Reichstags“ erringen die Sozialdemokraten 81 Mandate und bilden damit die zweitstärkste Fraktion.

September 1903

Theresienwiese * Die Reitversuche der Damen und Herren im „Hippodrom“ sorgen für unendlichen Gesprächsstoff.

Einem anderen Antrag auf Zulassung eines „Hippodroms“ eines anderen Schaustellers lehnt der Stadtmagistrat mit folgender Begründung ab: „Aus Sittlichkeitsgründen kann das Unternehmen keine Konkurrenz vertragen, das männliche Publikum geht sicher auch nur hinein, weil es vermutet, Pikantes erleben zu können“.

15. September 1903

Starnberger See * Franz von Lenbach legt den Grundstein für eine Sommervilla am Starnberger See.

Oktober 1903

Paris * Margaretha Geertruida MacLeods Aufstieg in Paris ist die Geschichte eines Glamour-Girls, das von den Gefälligkeiten einflussreicher Männer profitiert, aber letztlich erstaunlich unabhängig agiert – und sich selbst immer wieder neu erfindet.

Sie versucht sich als Mannequin, als Modell für Maler und als Zirkusreiterin, bevor sie ihre große Chance wittert: mit einem „Schleiertanz“, wie ihn Paris noch nie gesehen hat.

Margaretha Geertruida MacLeod nennt sich jetzt „Mata Hari“, was auf javanisch „die Sonne des Tages“ oder die „Morgenröte“ bedeutet.

Vor allem Männern mit Vermögen erweist sie ihre Gunst: Banker, Fabrikanten, Rechtsanwälte, Diplomaten und höhere Offiziere zählen zu ihren Favoriten. 


Verwendet in Führung:

34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



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