2017-02-27 1875 - Bier, Gesundheitsamt, Stillende Mütter, Ammen, Kraftnahrung - in München-Geschichte


1875

Drei Mass Bier für stillende Mütter und Ammen sind zuviel

München * Das „Gesundheitsamt“ spricht sich dagegen aus, „daß stillende Mütter und Ammen täglich drei bis vier Liter Bier trinken, um ausreichend ‚Kraftnahrung‘ für den säugenden Nachwuchs zu sich zu nehmen.

Ein Liter täglich ist genug“.


1875

Suchbegriffe

Bier, Gesundheitsamt, Stillende Mütter, Ammen, Kraftnahrung,

Weitere Ereignisse im Jahr 1875

1875

Au * Josef Sedlmayer übergibt die „Brauerei zum Franziskaner (Leistbräu)“ an seinen Sohn, den „Commerzienrat“ Gabriel Sedlmayer.

1875

Maxvorstadt * Der „Rentier“ Schäfer lässt ein Haus mit 15 Zimmern an der Brienner Straße 43 für sich und seine Frau Elise sowie zwei weiblichen und drei männlichen Dienstboten erbauen.

Ab dem 1875

Isarvorstadt * In den Jahren von 1875 bis 1878 entsteht der „Vieh- und Schlachthof“ für eine Summe von fünf Millionen Mark auf einem 101.000 Quadratmeter großen Gelände im Münchner Süden.

Die Stadt zählt damals zwar erst 215.000 Einwohner, dennoch ist die Planung von Arnold Zenettis schon auf eine Großstadt mit erheblich mehr Einwohnern ausgerichtet.

Zahlreich - in enger Zusammenarbeit mit Max von Pettenkofer und Bürgermeister Alois von Erhardt - sind Arnold Zenettis Anstrengungen, durch Verordnungen, die in die Praxis umgesetzt werden, die Gesundheit und Reinlichkeit im Sinne der allgemeinen Hygiene zu heben.

Um 1875

England * Hubert Herkomer ist für seine ausdrucksvollen Darstellungen der Armen der Stadt und sozialer Probleme bekannt.

Er malt Bilder mit dem Titel „Harte Zeiten“ oder „Im Streik“.

1875

Ludwigsvorstadt * 100 Hektoliter Wasser werden vom „Taubenberg“ nach München gebracht und beim „Spatenbräu“ ein Probesud angesetzt.

Das gebraute Bier entspricht den Vorstellungen und den Qualitätsanforderungen der Brauer und der Verbraucher.

1875

München * Die „städtischen Brunnwerke“ speisen 60 öffentliche Brunnen und 2.203 Häuser.

Auf die „Hofbrunnwerke“ fallen neun öffentliche Brunnen und 960 Häuser.

Das Rohrsystem ist 120 Kilometer lang. Davon entfallen 80 Kilometer auf die Stadt und 40 Kilometer auf den „Hof“

Von den 7.382 Anwesen der Stadt sind 4,219, also 57 Prozent, ohne laufendes Wasser.

1875

Graggenau * Aufgrund des enormen Wachstums der Stadt und ihrer Aufgaben ist das „Neue Rathaus“ absehbar bald zu klein, weshalb man sich zur Vergrößerung des Gebäudes entschließt.

1875

München * Wichtige Verkehrsregeln treten in Kraft. 

  • Das Rechtsfahren von Pferdefuhrwerken wird eingeführt;
  • das Zerkleinern von Brennholz in weniger als vier Meter breiten Straßen wird verboten.
Ab 1875

Obergiesing * Durch fünf Lotterien wurde die Baukasse soweit aufgefüllt, dass die neue „Heilig-Kreuz-Kirche“ weitergebaut werden kann.

1875

München * Das fahren mit dem „Veloziped“ innerhalb des Münchner Burgfriedens ist „gänzlich untersagt“.

Um 1875

Angerviertel * Coletta Möritz arbeitet als „Wassermadl“ und „Krüglputzerin“, später als „Kellnerin“ beim „Sterneckerbräu“ im Tal.

9. Februar 1875

München * Dr. Bernhard von Gudden fertigt ein Gutachten über Prinz Otto und dessen geistig-seelischen Zustand. 

22. Februar 1875

Angerviertel * Im Gasthaus „Zum Ewigen Licht“ am Marienplatz wird die „Weißwurst“ erfunden - erzählt man! 

23. Februar 1875

Pfaffenberg * Karl Gandorfer wird in Pfaffenberg im Landkreis Straubing-Bogen geboren. 

3. Mai 1875

München * Die „Polizeidirektion“ erlässt eine neue „Bezirks- und Distriktseinteilung“, mit der Aufzählung sämtlicher Straßen, die zu dem jeweiligen Bezirk gehören.  

Alle bisherigen „Gassen“ heißen seitdem „Straße“.  
Nur die „Preysinggasse“ wird vergessen und dafür im Jahr darauf zur Straße.

Inzwischen ist aus der „Preysingstraße“ die „Viscardigasse“ geworden.  

Andere „Straßen“ nennt man später wieder in „Gasse“ um.  
Es sind dies die „Dürnbräugasse“, die „Albertgasse“ und die „Filserbräugasse“

10. Mai 1875

Bamberg - Kreuzviertel * Amalie, die ehemalige Königin von Griechenland, stirbt in Bamberg. 

Sie wird in der „Fürstengruft der Theatinerkirche“ beigesetzt. 

27. Mai 1875

Schloss Nymphenburg - Kreuzviertel * Prinz Otto ist seinen Bewachern auf „Schloss Nymphenburg“ entkommen. 

Er durcheilt die „Frauenkirche“ bis zum Altar, wirft sich auf die Knie und bittet laut schreiend um Vergebung seiner Sünden. 

7. Juni 1875

München * Prinz Otto will eine Reise in die Beneluxländer, Skandinavien und Russland unternehmen. 

9. Juni 1875

Würzburg - München * Prinz Otto muss seine Reise in die Beneluxländer, Skandinavien und Russland wegen auftretender starker Wahnideen abbrechen.  

Zwei Tage nach Reiseantritt trifft er schon wieder in München ein. 

14. Juni 1875

München * Leonhard Romeis arbeitet im „Architekturbüro“ seines ehemaligen Lehrers Emil von Lange.

Um Juli 1875

München * Bereits im Sommer 1875, also ein Jahr vor der Eröffnung des „Bayreuther Festspielhauses“, zeigt man in München - auf Betreiben des „Generalintendanten“ Carl Freiherr von Perfall - eine Reihe von sogenannten „Musteraufführungen“ vor allem der Werke Richard Wagners.

Selbst der Plan eines „Festspielhauses“ in München findet keine Ruhe und wird weiterentwickelt.

1. Juli 1875

Haidhausen - Au * Das nördlich der Rosenheimer Straße gelegene „Gasteig“-Gebiet wird von der „Anna-Vorstadt“ abgetrennt und Haidhausen zugeteilt. 

Gleiches gilt für das südlich der Rosenheimer Straße gelegene „Gasteig“-Gebiet, das von der „Isar-Vorstadt“ abgetrennt und der Au zugeschlagen wird. 

16. Juli 1875

Au * Der Anbau für das Wohnhaus des „bürgerlichen Tapezierermeisters“ Karl Falk an der Entenbachstraße 63 wird von der „Baupolizei“ abschließend besichtigt. 

Mit der Umbaumaßnahme ergibt sich ein Raumgewinn von zwei größeren Zimmern pro Etage, die als Wohnungen vermietet werden.
Der Eingang ist auf die Rückseite verlegt worden. Das Dach ist zur Hofseite hin abgewalmt. 

22. August 1875

München * Prinz Ottos letzter öffentlicher Auftritt gemeinsam mit seinem Bruder König Ludwig II. bei der „Königsparade“ auf dem Münchner „Marsfeld“

28. August 1875

Zamdorf - Berg am Laim * Zamdorf wird auf eigenen Wunsch der Gemeinde Berg am Laim zugeschlagen.  

Zu Zamdorf gehört auch Steinhausen. 

September 1875

Haidhausen - Avilla du Buia * Der Münchner Akademieprofessor Josef Knabl, „Lehrer für christliche Plastik“, formt die „Madonna della Saluta“.

Anschließend wird sie in einem Ofen des Haidhauser „Ziegeleibesitzers“ Anton Graßl gebrannt, danach mit einem Pferdefuhrwerk nach Avilla di Buia bei Udine gebracht, farbig gefasst und auf dem dortigen Hochaltar aufgestellt.

September 1875

Theresienwiese * Nachdem in der Zwischenzeit die Währung von Gulden auf Mark umgestellt worden war, kostet jetzt die Mass „Wiesnbier“ 32 Pfennige.

Die Wirte kaufen sie pro Mass um 22 Pfennige ein.

25. November 1875

Barmen * Das „Theater“ in Barmen wird ein Raub der Flammen.


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
10. München - Weinstadt & Biermetropole
27. Typisch München
34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



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