2017-02-27 1629 - Soldatenwache, Pranger, Alte Hauptwache, Thomaßeck, Strohzöpfe, Strohkranz, Aubing, Schrannenplatz - Perhofer Barbara in München-Geschichte


1629

Barbara Perhofer aus Aubing muss sich auf den „Pranger“ stellen

Kreuzviertel * Eine Barbara Perhofer aus Aubing muss sich - mit eingeflochtenen Strohzöpfen und einen Strohkranz auf dem Kopf - zur Strafe eine Stunde an der „Soldatenwache“ auf dem Marktplatz auf den „Pranger“ stellen.

Erstmals taucht in diesem Bericht die „Alte Hauptwache“ am „Thomaßeck“ auf.


1629

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Soldatenwache, Pranger, Alte Hauptwache, Thomaßeck, Strohzöpfe, Strohkranz, Aubing, Schrannenplatz,

Personen


Weitere Ereignisse im Jahr 1629

1629

Schweden * König Gustav II. Adolf lässt sich von den schwedischen „Ständen“ finanzielle Mittel „für einen Krieg von drei Jahren in Deutschland“ gewähren.  

Der Schwedenkönig sieht seine Vormachtstellung im Ostseeraum durch die Ausdehnung der Habsburger Macht in den Norden gefährdet. 

1629

Paris - München * Kardinal Richelieu, der Leiter der französischen Politik, bietet Baiern ein „Defensivbündnis“ an.

1629

Au * Das Mariengnadenbild, das Sebastian Rottaw in Frankreich vor den Kalvinisten gerettet hatte, wird den Paulaner-Mönchen übergeben.

Ab 1629

Wemding * Im „Kurfürstentum Baiern“ ist Wemding von 1629 bis 1630 erneut das Zentrum einer „Hexenverfolgung“.

Die baierische Enklave liegt auf fränkischem Gebiet und ist umgeben von den Auswirkungen der dortigen „Hexenverfolgungen“.

„Denunziation“ aus dem „Herzogtum Pfalz-Neuburg“ und der „Grafschaft Oettingen“ führen auch hier zu einer neuen Verfolgungswelle - trotz der gemachten schlechten Erfahrungen.

Vierzig Personen werden Opfer des „Hexenwahns“

1629

Ingolstadt * Auch Ingolstadt bekommt noch einen „Hexenprozess“.

Das „Strafurteil“ fällt die „Juristenfakultät der Universität Ingolstadt“.
Es ist ihr einziges bekanntes Urteil in einem „Hexenprozess“.

Verurteilt wird die „Hofschneiderin“ Catharina Nickhlin wegen „Teufelsbündnis, Teufelsvermischung, Absagung Gottes, Schädigung von Mensch und Vieh“ und wegen „Verunehrung der Hostien“.

Catharina Nickhlin stammt aus Eichstätt und wird aus dem Kreis der dort wegen „Hexerei“ verbrannten Frauen und Männer denunziert.
Sie flieht nach Ingolstadt, wird aber dort auf Ersuchen der Eichstätter Behörden am 13. Februar 1629 verhaftet.

Nachdem sich die Stadt Ingolstadt gegen den „Hexen-Prozess“ wehrt, muss ein Dr. Wolfgang Kolb auf Befehl des Münchner „Hofrats“ die „Tortur“ durchführen.

Dr. Kolb hat vorher schon als „Hexen-Kommissar“ in Eichstätt gedient. 

24. Februar 1629

Au * Die Paulaner übernehmen die kirchliche Seelsorge der „Pfarrei in der Au“.

24. Februar 1629

Au * Die Au wird erstmals als „Vorstadt“ bezeichnet.

6. März 1629

Wien * Kaiser Ferdinand II. erlässt - in Übereinstimmung mit den Kurfürsten von Mainz, Köln, Trier und Baiern - das „Restitutionsedikt“, das jede „Entfremdung von katholischem Kirchengut nach dem Stichjahr 1552 für unrechtmäßig“ erklärt.

Davon betroffen wären rund 500 Klöster und Konvente vor allem in Niedersachsen und Württemberg, die Erzbistümer Bremen und Magdeburg sowie zwölf reichsunmittelbare Bistümer in Norddeutschland.
Nur Meißen, Merseburg und Naumburg werden dem Kurfürsten von Sachsen aus politischen Rücksichten vorerst überlassen.

Es erhebt sich nicht nur bei den protestantischen „Reichsständen“ lauter Protest.
Selbst der Papst äußert Bedenken.

6. Juli 1629

Ingolstadt * Die „Juristenfakultät der Universität Ingolstadt“ stellt das „Todesurteil“ gegen Catharina Nickhlin aus, nachdem der „Hofrat“ zuvor die „Hinrichtung durch Verbrennen“ befohlen hat.

Dr. Kolb exekutierte in Wallerstein zwischen 1628 und 1630 zwanzig „Hexen“, in Wemding war er im Jahr 1629 für die Hinrichtung der ersten neun Delinquenten verantwortlich.

Den „Erfolg“ von Dr. Wolfgang Kolb führte man auf die Einführung einer neuen „Foltermethode“ zurück: auf den „Bock“, den er erstmals im Kurfürstentum Baiern anwendet. 

1. November 1629

Kreuzviertel * Die ersten vier Mönche des „Ordens der Brüder der Seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ treffen aus Prag kommend in München ein.

4. November 1629

Freising * Bischof Veit Adam von Freising bewilligt die erste Niederlassung der „Karmeliter“ und weist ihnen die „Nikolauskapelle“ in unmittelbarer Nähe der „Wilhelminischen Veste“ [„Herzog-Max-Burg“] als vorläufige Unterkunft zu.

20. November 1629

Kreuzviertel * Die „Karmeliter“ übernehmen die „Nikolauskapelle“, die Herzog Wilhelm V. als Ersatz der älteren, durch den Bau der „Michaelskirche“ abgebrochenen Kirche errichten hat lassen.


Verwendet in Führung:

28. Kreuzviertel



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