2017-02-23 1941 - Juden, Auswanderung, Verhinderung der Auswanderung jüdischer Menschen, Polizei, Flucht - Himmler Heinrich in München-Geschichte


23. Oktober 1941

Die „Verhinderung der Auswanderung jüdischer Menschen“ angeordnet

Berlin * Heinrich Himmler lässt allen Polizeidienststellen im Reich mitteilen, das die „Verhinderung der Auswanderung jüdischer Menschen“ angeordnet ist.

Damit ist auch keine Flucht mehr möglich.


1941

Suchbegriffe

Juden, Auswanderung, Verhinderung der Auswanderung jüdischer Menschen, Polizei, Flucht,

Personen

Himmler Heinrich

Weitere Ereignisse im Jahr 1941

Anfang ??? 1941

Ehrwald * Nach einer neuerlichen Krankheit sucht Liesl Karlstadt Erholung bei einem Bekannten in Ehrwald. 

Hier freundet sie sich mit den Soldaten eines „Gebirgsjägertrupps“ an, der auf der „Ehrwalder Alm“ stationiert ist. Besonders die Maultiere, die „Mulis“, haben es ihr angetan.

Die Soldaten nehmen Liesl Karlstadt in ihre Gemeinschaft auf, geben ihr den Namen „Gustav“ und ernennen sie zum „Obergefreiten“.

Ab 1941

Berlin * Der „Lebensborn e.V.“ wirkt bei der Eindeutschung „rassisch wertvoller“ Kinder aus den besetzten Gebieten mit. 

Mehrere hundert Kinder im Alter von wenigen Monaten bis 17 Jahren werden - gegen den Willen oder ohne Wissen der Eltern - aus Norwegen, Polen, dem früheren Jugoslawien oder der ehemaligen Tschechoslowakei nach Deutschland geschickt.

Der „Lebensborn e.V.“ gibt ihnen deutsche Namen, erzieht sie in seinen Heimen ausschließlich in deutscher Sprache zu deutscher Lebensweise und vermittelt sie in deutsche Pflege- oder Adoptionsfamilien.

Die äußeren Merkmale der Kinder müssen sie als „reinrassisch“ und zur Vermehrung des „guten Blutes“ geeignet erscheinen lassen, denn - so hat Heinrich Himmler SS-Führern im besetzten Polen erklärt: „Das, was in den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, wenn notwendig, die Kinder rauben und sie bei uns großziehen“.

Frühjahr ??? 1941

München * Die „Zwangsevakuierung“ von Juden in sogenannte „Judenhäuser“ und „Judenwohnungen“ beginnt.

1941

Untergiesing * An der Claude-Lorrain-Straße wird ein achteckiger, fensterloser „Hochbunker“ gebaut, dessen Wände aus 2,40 Metern dicken Betonmauern bestehen, der nur über wenige Luftschlitze verfügt und in dem 450 „Schutzsuchende“ Platz finden können.

Der Münchner Stadtverwaltung ist inzwischen mehrfach bewiesen worden, dass das „Abwehrfeuer“ aus den „Fliegerabwehrkanonen“, kurz „Flak“ genannt, die alliierten Luftverbände nicht von den Bombenabwürfen abhalten kann.

Deshalb setzt man jetzt auf „Luftschutzräume“, die angeblich Schutz vor jeder erdenklichen Gefahr bieten - so gegen Splitter detonierender Bomben und Geschosse sowie gegen den Einsturz eines Hauses.
Als der sicherste Ort galt bei einem Luftangriff der Keller, dem angeblich auch „Sprengbomben“ nichts anhaben können.

Aber was macht man in einem Stadtviertel, in dem nicht jedes Haus über einen massiv gebauten Keller mit „Luftschutzraum“ verfügt und durch seine Nähe zur Isar kein Keller sein konnte?
Die Antwort sind die übers Stadtgebiet verteilten „Hochbunker“.

Im Erbauungsjahr des Untergiesinger „Hochbunkers“ - 1941 - werden keine Bombenabwürfe vermeldet.

1941

Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 17, dessen Besitzer Dr. med. Alfred Haas emigrieren musste, wird „arisiert“ und geht an das „Deutsche Reich“ über.

1941

New York * Dr. med. Alfred Haas eröffnet in Manhattan, in der Lexington Avenue, eine Praxis.

1941

Maxvorstadt  * Dr. Ludwig Gilmer, ebenso „Facharzt für Chirurgie“ wie Dr. Alfred Haas, übernimmt von der „Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Landesstelle München“ beziehungsweise vom „Deutschen Reich“ die Häuser Richard-Wagner-Straße 17 und 19.

Er betreibt dort eine „Entbindungsanstalt“.

Die „Franziskanerinnen“ werden durch sogenannte „Braune Schwestern“ ersetzt.

Sommer ??? 1941

Lehel - Grünwald * Aus Angst vor Bombardierungen zieht Karl Valentin vom Mariannenplatz 4 ins Grünwalder „Schlosshotel“, wo er sich mit den Vorarbeiten zur Verfilmung seines Theaterstücks „Ritter Unkenstein“ beschäftigt.

1941

Untergiesing * Die „Bäcker-Kunstmühle“ wird in eine „Genossenschaft“ umgewandelt, da die „Bäcker-Innung“ nach den seinerzeit geltenden Gesetzen keine wirtschaftlichen Einrichtungen betreiben darf.

Die „Bäcker-Kunstmühle“ wird von den in der „Genossenschaft“ zusammengeschlossenen „Bäckermeistern“ gemeinschaftlich betrieben und dient ausschließlich zur „Förderung der Wirtschaft“ der Mitglieder.

24. Januar 1941

München * Das von Karl Valentin an diesem Tag aufgenommene „Soldatenmarschlied“ wird von der nationalsozialistischen Zensur für jede Ausstrahlung gesperrt. 

In dem Lied überzeichnet der den Soldatenalltag aus Sicht der Machthaber zu ironisch und desillusionierend. 

April 1941

München * Mitten im Zweiten Weltkrieg zeigen die Nazis nochmals großes Entgegenkommen für Anton Graf von Arco auf Valley.

Der „Reichsjustizminister“ ordnet an, dass die Verurteilung Arcos wegen Mordes aus der Strafliste zu streichen ist.
Auch das Delikt einer Autofahrt im Zustand der Volltrunkenheit wird vom „Reichsjustizministerium“ gnadenhalber nicht verfolgt.

Offenbar benötigt Arco wieder einen Führerschein, wozu ein blütenweißer Strafregisterauszug notwendig ist. 

April 1941

München * Im „Stadtbauamt“ wird eine Liste für „Wiedervermietungen freigewordener Judenwohnungen“ erstellt.

Die Neuvermietung im Haus Richard-Wagner-Straße 11 wird schon Monate zuvor geplant, bevor die letzten Juden aus dem Haus in die „Deportationslager“ abtransportiert sind.

April 1941

München * „Kultusminister“ Adolf Wagner lässt die „Kruzifixe“ aus den Schulräumen entfernen und durch „zeitgemäßen Wandschmuck“ ersetzen.  

Die Verordnung führt zu massiven Elternprotesten. 

24. Mai 1941

Duluth/Minnesota * Bob Dylan wird als Robert Allen Zimmerman in Duluth, Minnesota, geboren.  

Er wird sich zu einem der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts entwickeln. 

Juni 1941

Geiselgasteig * Hans Albin führt Regie für den 17-Minuten-Film „Der Tobis-Trichter - Volkstum aus deutschen Gauen“.

Der Film enthält neben Auftritten von Adolf Gondrell, Weiß-Ferdl und anderen den Valentin-Karlstadt-Sketch „In der Apotheke“.

2. Juni 1941

London * Charlie Watts, der spätere Schlagzeuger der „Rolling Stones“, wird als Charles Robert Watts in Islington, London, England geboren. 

16. Juni 1941

Bogenhausen * Der „Jesuitenpater“ Alfred Delp beginnt seine Tätigkeit als „Seelsorger“ in der Bogenhausener Pfarrei „Heilig Blut“ und als „Kirchenrektor“ an der „Sankt-Georgs-Kirche“.

24. Juni 1941

Bogenhausen * Der „Lebensborn e.V.“ erwirbt die „Bürgermeister-Villa“ in der Ismaninger Straße 95 in Bogenhausen.

Zu diesem Zweck genehmigt Heinrich Himmler die Aufnahme eines Kredits in Höhe von 750.000 RM. 

Die Villa wird zur Unterbringung von „Lebensborn-Dienststellen“ gebraucht, die in der Herzog-Max-Straße 3-7 keinen Platz mehr haben. 
So zum Beispiel die „Krankenkassenabteilung“

In einem Rundschreiben vom 24. Juni 1941 wird die Eröffnung der Verwaltungsstellen als „Dienststelle Ismaningerstraße 95“ bekannt gegeben.

Unter der Anschrift „Ismaninger Straße 95“ findet sich die einzige offizielle Eintragung des „Lebensborn e.V.“ in einem Münchner Adressbuch.

18. Juli 1941

Berg am Laim * Das als „Heimanlage für Juden“ bezeichnete Sammellager an der Clemens-August-Straße 9 in Berg am Laim wird geöffnet.

August 1941

Berlin * Hitler lässt die Tötungsaktionen aus dem „Euthanasiebefehl“ einstellen, weil trotz strengster Geheimhaltung Tatsachenberichte an die Öffentlichkeit dringen.

Dennoch fallen bis 1945 noch Tausende von Menschen in den „Heilanstalten“ der „Euthanasie“ zum Opfer.

August 1941

München * Das „Reichssicherheitshauptamt“ stellt fest, dass in München und Umgebung verstärkt Flugblätter und Klebezettel mit Aufrufen zum Widerstand gegen das NS-Regime in Umlauf sind.

Darin tauchen Angriffe wie „Bluthund Hitler verrecke!“ oder „Vernichtet den Faschismus!“ auf. 

18. August 1941

Bogenhausen - Berg am Laim * Elisabeth und Rosa Braun und einige Mitbewohner des Hauses Maria-Theresia-Straße 23 werden in die sogenannte „Heimanlage für Juden“ in Berg am Laim, im „Kloster der Barmherzigen Schwestern“, eingewiesen.

19. August 1941

Berlin * Der Film „Der Tobis-Trichter - Volkstum aus deutschen Gauen“ wird im Berliner „Tauentzien-Palast“ uraufgeführt. 

Der Film enthält neben Auftritten von Adolf Gondrell, Weiß-Ferdl und anderen den Valentin-Karlstadt-Sketch „In der Apotheke“
Hans Albin führt Regie für den 17-Minuten-Film. 

September 1941

Theresienwiese * Zweiter Weltkrieg. Das „Oktoberfest“ fällt aus.

1. September 1941

München * Alle jüdischen Bürger müssen ab dem 6. Lebensjahr den gelben „Judenstern“ sichtbar tragen.

28. September 1941

Oberaudorf * Edmund Stoiber, der spätere Bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende, wird in Oberaudorf geboren. 

16. November 1941

Maxvorstadt * Karl Valentin tritt im Rahmen der „Winterhilfswerk“-Veranstaltung „Heiterkeit und Fröhlichkeit in der Manege“ im „Zirkus Krone“ auf.

Die Veranstaltung wird am 23. November wiederholt.

20. November 1941

Kaunas/Litauen * Der erste Transport von 1.000 Münchner Juden nach Kaunas.

20. November 1941

Kaunas/Litauen * Die 54-jährige Elisabeth „Sara“ Braun wird nach Kaunas in Litauen gebracht und mit etwa 3.000 anderen Juden aus dem Hinterhalt mit Maschinengewehren niedergeschossen.

1. Dezember 1941

Berlin * Die „Gestapo“ verbietet Juden den Verkauf, die Vermietung, die Verpachtung oder das Verschenken ihres mobilen Eigentums.

11. Dezember 1941

Berlin * „Reichskanzler“ Adolf Hitler erklärt Amerika den Krieg.

12. Dezember 1941

Berlin * Juden dürfen öffentliche Telefone nicht mehr benutzen.

16. Dezember 1941

Bernried * Das „Sommerhaus“ der Familie Haas in Bernried wird „arisiert“

Neuer Besitzer ist:
Das „Deutsche Reich, vertreten durch den Oberfinanzpräsidenten in Berlin, erworben kraft Verfallserklärung infolge Ausbürgerung“.


Verwendet in Führung:

36. Täterorte - Opferorte * Nationalsozialismus
38. Richard-Wagner-Straße



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Himmler Heinrich