2017-02-23 1936 - Schweiz, Emigration, Auswanderersperrkonto, Deutsche Bank, Tausendjähriges Reich - Schülein Hermann Dr. Brauereidirektor, Schülein xxx in München-Geschichte


Februar 1936

Dr. Hermann Schülein und Frau verlassen Deutschland in Richtung Schweiz

München - Schweiz * Dr. Hermann Schülein und seine Frau verlassen Deutschland zunächst in Richtung Schweiz.

Dazu müssen sie zuvor ein „Auswanderersperrkonto“ bei der „Deutschen Bank“ einrichten.

Ihr Privatbesitz kann in Deutschland eingemauert werden und überdauert so die restlichen Jahre des „Tausendjährigen Reiches“ unbeschadet.


1936

Suchbegriffe

Schweiz, Emigration, Auswanderersperrkonto, Deutsche Bank, Tausendjähriges Reich,

Personen

Schülein Hermann Dr. Brauereidirektor

Weitere Ereignisse im Jahr 1936

1936

Maxvorstadt * Die Witwe Maria Steiner ist Eigentümerin des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.

1936

Haidhausen * „Rüstungsminister“ Albert Speer, ein enger Vertrauter und schon aus diesem Grund ganz bestimmt kein Kritiker des als „Führer“ bezeichneten „Parteivorsitzenden“, „Reichskanzlers“ und „Reichspräsidenten“ Adolf Hitler, beschreibt dessen Neun-Zimmer-Wohnung am Prinzregentenplatz 16 folgendermaßen: 

„Ich wurde zunächst in einen Vorraum eingelassen, der mit Andenken oder Geschenken niedrigen Niveaus vollgestellt war.

Auch die Möblierung zeugt von schlechtem Geschmack. [...] Hitlers Wohnung war die eines Privatmannes von mittleren Einkommen, etwa eines Studienrats, des Filialleiters einer Depositenkasse, eines kleinen Geschäftsmannes.

Die Einrichtung war von kleinbürgerlichem Zuschnitt. Reichgeschnitzte, massiv eichene Herrenzimmermöbel, Bücher hinter Glastüren, gestickte Kissen mit zärtlichen Inschriften oder kräftigen Parteiwünschen. In einer Zimmerecke stand eine Richard-Wagner-Büste, an den Wänden hingen, in breiten Goldrahmen, idyllische Malwerke der Münchner Schule.

Nichts verriet, daß der Inhaber dieser Wohnung seit drei Jahren deutscher Reichskanzler war. [...]“

1936

Untergiesing * Das Gebäude am „Schyrenbad“ mit dem „Uhrenturm“ wird zum „Kassenhäuserl“ umgebaut.

Es ist die ehemalige „Heuwaage“, die allerdings sehr ungenau gewesen sein muss, denn das Sprichwort von „der Uhr, die nach der Giesinger Heuwaag' geht“, hält sich hartnäckig.

1936

Maxvorstadt * Die „Diakonissinnen“, die seit 25 Jahren in der „Privatklinik Dr. Alfred Haas“ als Krankenschwestern tätig waren, kündigen aus „rassischen Gründen“ ihren Dienst auf. 

Die katholischen Nonnen der „Kogregation der Franziskanerinnen vom Erlenbach“ springen ein und übernehmen den Pflegedienst.

1936

Berlin * Heinrich Himmler bestimmt die Aufgaben des „Lebensborn e.V.“ im Detail. 

Mindestens vier Kinder sollen in jeder SS-Familie aufwachsen, da die „Frage vieler Kinder [...] nicht Privatangelegenheit des einzelnen, sondern Pflicht gegenüber seinen Ahnen und unserem Volk“ ist. „Falls unglückliche Schicksalsumstände der Ehe eigene Kinder versagen, soll jeder SS-Führer rassisch und erbgesundheitlich wertvolle Kinder annehmen und sie im Sinne des Nationalsozialismus erziehen [...]“

Punkt 2 bestimmt als Aufgabe des Vereins: „Rassisch und erbbiologisch wertvolle werdende Mütter unterzubringen und zu betreuen, bei denen nach sorgfältiger Prüfung der eigenen Familie und der Familie des Erzeugers [...] anzunehmen ist, daß gleich wertvolle Kinder zur Welt kommen“

Wenn schwangere Frauen nachweisen können, dass unter ihren Vorfahren keine „Juden“ sind, und wenn ihnen zudem „SS-Ärzte“ ihre so genannte „erbbiologische Gesundheit“ bestätigen, wird ihnen - um eine Abtreibung zu verhindern - die Aufnahme in ein „Entbindungsheim“ des „Lebensborn e.V.“ versprochen. 

Die Verwirklichung der rassischen Komponente der NS-Weltanschauung zielt auf die Ablösung der alten Führungsschichten durch eine neue, biologisch geformte nationalsozialistische Elite.

Januar 1936

Maxvorstadt * Pater Rupert Mayer muss sich wegen seiner Predigten bei der „Gestapo“ rechtfertigen.

Januar 1936

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben ein Gastspiel im Berliner „Kabarett der Komiker“.  

Sie spielen: „Im Photoatelier“, „Im Senderaum“ und „Theater in der Vorstadt“ (= „Tingeltangel“). 

Februar 1936

München * Der Film „Beim Rechtsanwalt“, nach einer Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entsteht im „Arri-Atelier“.

Valentin spielt einen Bauern, die Karlstadt seine Tochter. Den Rechtsanwalt stellt Reinhold Bernt dar.

21. Februar 1936

Dachau * Ludwig Freilinger, Karl Valentins Schwiegersohn, wird aus der „Schutzhaft“ aus dem „KZ Dachau“ entlassen. 

Und zwar Monate vor seinen ebenfalls inhaftierten Freunden. 

26. Februar 1936

Geiselgasteig * Dreharbeiten zu dem 17 Minuten langen Film „Die karierte Weste“ mit Karl Valentin als Trödler und Liesl Karlstadt als seine Frau in den Hauptrollen. 

Regie führt Erich Engels.

27. Februar 1936

Geiselgasteig * Der 19 Minuten lange Streifen „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“ entsteht.

Als Darsteller treten in dem Film auf: Karl Valentin als Herr Meier, Liesl Karlstadt als Nervenarzt, Bäcker und Ober sowie Reinhold Bernt als Bäckergeselle.
Regie führt Erich Engels.

März 1936

Geiselgasteig * Unter der Regie von Ralf Raffé entsteht nach der gleichnamigen Originalszene der Kurzfilm „Das verhängnisvolle Geigensolo“.

In dem 20-Minuten-Streifen spielt Karl Valentin den Solisten und Liesl Karlstadt den Gerichtsvollzieher.

April 1936

Geiselgasteig * Dreharbeiten zu den Valentin-Karlstadt-Filmen „Straßenmusik“ und „Die Erbschaft“.

23. April 1936

Vernon * Roy Orbison kommt in Vernon, Texas, zur Welt. 

Nach dem 24. April 1936

München * Der Kurzfilm „Das verhängnisvolle Geigensolo“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen wird uraufgeführt.

Mai 1936

Geiselgasteig * In den „Bavaria-Filmstudios“ in Geiselgasteig entsteht der 21 minütige Film „Die Erbschaft“ nach der gleichnamigen Originalszene von Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

Regie führt Jacob Geis.

8. Mai 1936

München * Pater Rupert Mayer wird wegen seiner Predigten vom Staatsanwalt verwarnt.

Nach dem 8. Mai 1936

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Beim Rechtsanwalt“.

16. Mai 1936

München * „NS-Ratsherr“ Christian Weber reicht die Satzung des aus dem „Kuratorium für das Braune Band von Deutschland“ hervorgegangenen Verein „Das Braune Band von Deutschland“ beim „Registergericht München“ ein.

19. Mai 1936

München * Der Valentin-Karlstadt-Film „Die karierte Weste“ hat Premiere.

Um den Juni 1936

Haidhausen * Franz von Stucks „Amazone“ wird vor der Villa aufgestellt. 

7. Juni 1936

Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael Faulhaber schließt seine Predigt in der Münchner „Frauenkirche“ mit den Worten: 

„Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers“.  

12. Juni 1936

Maxvorstadt * Dem Verein „Das Braune Band von Deutschland“ wird der Charakter einer „Reichsorganisation“ verliehen.

Er bekommt damit einen quasi-öffentlich-rechtlichen Status.

Nach dem 18. Juni 1936

München * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Beim Nervenarzt/Kalte Füße“.

Der Film läuft zeitweise im Beiprogramm zu „Drei tolle Tage“.

Juli 1936

München * Dreharbeiten an dem 16-Minuten Valentin-Karlstadt-Film „Musik zu Zweien“ im „Arri-Atelier“.

Der Film wurde während der NS-Zeit nicht öffentlich aufgeführt. Er lag auch nie der Zensur vor.

Juli 1936

München * Karl Valentin spielt den Herrn Brandstetter, Liesl Karlstadt den Kommerzienrat in dem 15-Minuten-Film „Der Bittsteller“.

Die Regie führt Erich Engels. Gedreht wird der Streifen im „Arri-Atelier“.

Juli 1936

Haidhausen * Das „Franz-von-Stuck-Museum“ wird eröffnet. 

Wegen fehlendem Interesse wird es bald wieder geschlossen. 

10. Juli 1936

Hackenviertel * Uraufführung des Films „Straßenmusik“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im „Ufa-Theater Sendlingertor-Lichtspiele“.

21. Juli 1936

München * In den „Münchner Neuesten Nachrichten“ erscheint ein Artikel, der wegen der Wohnungsknappheit vor dem Zuzug nach München warnt.

Im „Reichsinnenministerium“ diskutiert man einen Gesetzesentwurf für „eine Beschränkung unerwünschten Zuzugs“.

27. Juli 1936

Schloss Nymphenburg * Die erste „Nacht der Amazonen“ findet statt.

Am Nachmittag geht ein ungeheueres Gewitter - mit Wolkenbruch und Hagel - über der Stadt nieder.
Doch es wurde noch eine schöne Sommernacht, in der mythologisch dekorierte Themenwägen, auf denen sich nackte und halbnackte junge Frauen präsentieren, durch die von Fackeln erleuchtete Nacht rollten. 

„Amazonen“ reiten auf nackten Pferderücken. 
Sie schwingen ihre Speere und setzen ihre nur aus einer dünnen Schicht Goldbronze bestehende Rüstung ins rechte Licht. 

Das nächtliche Fest im „Nymphenburger Schlosspark“ ist eine Abfolge szenischer Spiele und Aufmärsche.
Im Licht von Scheinwerfern vollführten „chinesische Tempelgöttinnen“ Tänze, wie sie in „chinesischen Tempeln“ kaum je zu sehen sein dürften.

August 1936

Berlin-Marienfelde * Im „Terra-Atelier“ in Berlin-Marienfelde entsteht der Erich-Engels-Spielfilm „Donner, Blitz und Sonnenschein“ unter Beteiligung von Karl Valentin als Schneidermeister Huckebein und Liesl Karlstadt in der Rolle seiner Frau Barbara.

August 1936

Berlin * Der Valentin-Karlstadt-Film „Die Erbschaft“ wird von der NS-Filmzensur wegen „Elendstendenzen“ verboten.

15. August 1936

Steinhöring * Das erste Entbindungsheim des „Lebensborn e.V.“ wird in Steinhöring bei Ebersberg eingeweiht und als Musterheim „Hochland“ bezeichnet.

Der Verein kauft das ehemalige „Caritas-Kinderheim“ für 55.000 Reichsmark vom Bayerischen Staat und baut es später um 540.000 RM aus und um.

September 1936

Theresienwiese * Der NS-Stadtrat ordnet die einheitliche Beflaggung der „Theresienwiese“ mit „Hakenkreuzfahnen“ an. 

Weiß-blaue Landesfahnen und schwarz-gelbe Stadtfahnen werden untersagt.

September 1936

Theresienwiese * Der „Einzug der Wiesnwirte“ wird den Brauereien als Pflichtaufgabe auferlegt.

Ein „Windhunderennen“ ist die Neuigkeit des „Oktoberfestes“ 1936.

September 1936

Theresienwiese * Georg Heide wird „Festwirt“ der „Pschorr-Bräurösl“.

21. September 1936

München * Der Valentin-Karlstadt-Kurzfilm „Die Erbschaft“ wird von der nationalsozialistischen Zensur verboten.

30. September 1936

München * Das gesamte Stadtgebiet wird von einer Hagelwalze zugeschüttet. 

4. Oktober 1936

Berlin * Der Übertritt von Juden zum Christentum hat laut „Erlass des Reichsinnenministeriums“ keine Bedeutung für die „Rassenfrage“.

23. Oktober 1936

München * Der ehemalige päpstliche „Nuntius“ Alberto Vassallo di Torregrossa verlässt München. 

24. Oktober 1936

Penge/Kent * Bill Wyman, der spätere Bassist der „Rolling Stones“, wird  als William George Perks in Penge in der Grafschaft Kent in Großbritannien geboren. 

30. Oktober 1936

München * Uraufführung des abendfüllenden Spielfilms „Donner, Blitz und Sonnenschein“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Münchner „Atlantik-Filmpalast“.

November 1936

New York * Dr. Hermann Schülein lebt in New York, wo er zunächst im „Hotel Dorset“, dann in „New York City, 1136 Fifth Avenue“ wohnt.

4. November 1936

Obersalzberg * „Kardinal“ Michael von Faulhaber ist ein Leben lang stolz auf seine Aussagen vom „Deutschen Katholikentag“

Er brüstet sich sogar damit noch bei seiner - problematischen - dreistündigen Unterredung mit Adolf Hitler auf dem „Obersalzberg“:
„1922 habe ich den marxistischen Umsturz von 1918 und 1919 als ‚Meineid und Hochverrat‘ bezeichnet und trotz aller Bedrohungen das Wort nicht zurückgenommen“.

Nach seinem selbst verfassten Protokoll trat er Adolf Hitler mit folgenden Worten gegenüber:
„Sie sind als das Oberhaupt des Deutschen Reiches für uns gottgewollte Autorität, rechtmäßige Obrigkeit, der wir im Gewissen Ehrfurcht und Gehorsamkeit schulden“.

24. November 1936

Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber erstattet seinen „Amtsbrüdern“ auf der „Bayerischen Bischofskonferenz“ Bericht über das Treffen mit Adolf Hitler und schwärmt ihnen von der „Harmonie am Obersalzberg“ vor.

Daraufhin beschließen sie, ihre „loyale und positive Einstellung gegenüber der heutigen Staatsform und gegenüber dem Führer zum Ausdruck zu bringen“.

3. Dezember 1936

Bogenhausen * Im Zuge der „Ausbürgerung“ von Thomas und Katia Mann wird das „Deutsche Reich“ als neuer Besitzer der „Mann-Villa“ in der Poschingerstraße 1 (heute: Thomas-Mann-Allee 10) eingetragen.

30. Dezember 1936

Kreuzviertel * In dem von „Kardinal“ Michael von Faulhaber selbst verfassten „Hirtenbrief“ schreibt er: 

  • „Der Führer möge versichert sein, dass wir Bischöfe ihn in seinem weltgeschichtlichen Abwehrkampf gegen den Bolschewismus mit moralischen Mitteln in jeder Weise unterstützen“
30. Dezember 1936

Obergiesing * Die NS-Stadtverwaltung verkauft das ehemalige Vereinsheim des „Turn- und Sportvereins München-Ost“ mit allem Grund und Boden an die „Optischen Werke C.A. Steinheil Söhne GmbH München“, die in unmittelbarer Nähe eine Rüstungsfabrik betreibt. 


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner
10. München - Weinstadt & Biermetropole
38. Richard-Wagner-Straße



Schweiz, Emigration, Auswanderersperrkonto, Deutsche Bank, Tausendjähriges Reich
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