2017-02-27 1930 - Film: Der Feuerwehrtrompeter, Arri-Ateliers - Valentin Karl, Karlstadt Liesl in München-Geschichte


Um 1930

Tonfilmprobeaufnahmen der Valentin-Soloszene „Der Feuerwehrtrompeter“

Maxvorstadt * Es entstehen Tonfilmprobeaufnahmen der Valentin-Soloszene „Der Feuerwehrtrompeter“ im „Arri-Atelier“ in München.


1930

Suchbegriffe

Film: Der Feuerwehrtrompeter, Arri-Ateliers,

Personen

Valentin Karl Karlstadt Liesl

Weitere Ereignisse im Jahr 1930

1930

Untergiesing * Die Fabrikgebäude der „Untergiesinger Lederfabrik“ werden abgebrochen.

1930

Schwabing * Das Inventar aus den Schlössern „Biederstein“ wird versteigert. 

1930

Au * Neuer Leiter der „Museum-Lichtspiele“ ist Erich König.

Spätestens seit 1930

Lehel * Der Komiker Karl Valentin beginnt „die mir noch in Erinnerung gebliebenen Erlebnisse aus meiner Jugend-, Jünglings- und Mannszeit“ zu sammeln.

Das geplante Buch, das „eine Reihe hübscher Jugendbegebenheiten, illustriert von Ludwig Greiner“ enthalten soll, wird so nie veröffentlicht.

Die „Süddeutsche Sonntagspost“ bringt ab dem 28. August 1932 einige Auszüge.

Erst 1951 werden „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ veröffentlicht.
Gerhard Pallmann gibt eine Zusammenstellung aus Karl Valentins Nachlass heraus. 

1930

Ludwigsvorstadt * Das „Deutsche Theater“ ist Münchens zweitgrößtes Kino.

1930

München * Die Zahl der „Weinwirtschaften“ in München hat sich auf 74 reduziert.

Um das Jahr 1930

Berlin * Die weiblichen Vermittlungskräfte müssen ein Dienstkleid aus blauem Baumwollstoff tragen, das nach der Vorschrift mindestens zwanzig Zentimeter unter das Knie zu reichen hat. 

1930

Maxvorstadt * Die Familie Haas zieht von der Richard-Wagner-Straße 19 in den ersten Stock des Hauses Nr. 17.

1930

Haidhausen * Die beiden Grützner-Kinder versteigern alle Güter - einschließlich der umfangreichen und kostbaren Antiquitätensammlung.

Die „Künstler-Villa“ erwirbt die Studentenvereinigung „Danubia“, die einige Räume umbauen lässt.

1930

Haidhausen * Die Familie Heilmann-Stuck bezieht die „Villa Stuck“, muss aber bald feststellen, dass die ehemalige „Künstler-Residenz“ für die besonderen Bedürfnisse einer Familie mit vier Kindern nur wenig geeignet ist. 

Aus diesem Grund legen die Heilmanns die „Villa Stuck“ bald still.
Mary Heilmann-Stuck geht mit ihren Kindern nach Marqurtstein, Albert Heilmann ist beruflich strak in Berlin engagiert. 

1930

München * Liesl Karlstadt wagt den künstlerischen Alleingang.

Sie nimmt professionellen Schauspielunterricht bei Adele Feldern-Förster.

Ab Ostern 1930

Giesing * Während der Wirtschaftskrisen wachsen die politischen Unruhen im roten Giesing, sodass mehrmals Gottesdienste gegen kommunistische Störer geschützt werden müssen.

Der Grund ist, dass viele Giesinger Gemeindemitglieder im Nationalsozialismus den „Retter religiöser Werte“ sehen.

1930

München * Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger verarbeitet Ludwig Thoma in seinem Roman „Erfolg“ in der bösartigen Figur des „Dr. Matthäi“

Ab dem 1. Januar 1930

Berlin * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten im Berliner „Kabarett der Komiker“ mit dem Bühnenstück „Clownsduett“ (= „Die verhexten Notenständer“) auf.  

Das Berliner Engagement endet am 15. Januar. 

Februar 1930

München - Untergiesing * Der „Faschingszug“ fällt aus.

Im „Tierpark Hellabrunn“ wird ein Ersatzfasching abgehalten, bei dem sich der „Cowboy Club München Süd“ mit 17 Reitern, einem Wagen und Fußvolk präsentiert.
Eine Münchner Zeitung erklärt daraufhin den „CCMS“ zum „Höhepunkt des Zuges“

3. April 1930

Ludwigshafen * Helmut Kohl, der spätere Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und CDU-Vorsitzende, wird in Ludwigshafen geboren. 

23. August 1930

Untergiesing * Der „Cowboy Club München Süd” beteiligt sich am „Großen Kinderfest“ im „Tierpark Hellabrunn“.

Als Motto wird ausgegeben: „Ein Tag bei den Indianern“

September 1930

Theresienwiese * Der „Wirtsbudenring“ wird endgültig aufgelöst.

Wo einst das „Königszelt“ stand, wird jetzt eine „Achterbahn“ aufgebaut.

September 1930

Theresienwiese * Carl Gabriel zeigt die „Völkerschau der aussterbenden Lippen-Negerinnen vom Stamme der Sara-Kaba in Zentralafrika“.

September 1930

Theresienwiese * Auf dem „Oktoberfest“ kann man in Deutschland die ersten „Steilwandfahrer“ bewundern.

Gezeigt werden sie in „Gabriel und Ruprechts Amerikanische Steilwand Todesfahrt“.

9. September 1930

München * Pater Rupert Mayer schreibt einen Brief an Kardinal Michael Faulhaber und die „Bischofskonferenz“, in dem sich der „Jesuit“ wiefolgt äußert: 

„Die völkischen Hetzereien können wir uns nicht groß genug vorstellen.
So herrscht in unserem katholischen Volk eine beispielslose Verwirrung. 

Unbegreiflich, aber wahr ist es, daß der Hitlerschwindel wieder die weitesten, auch katholischen Volkskreise erfasst hat“.

Oktober 1930

München * Im neugegründeten „Naturverlag“ erscheint die erste Ausgabe des „Illustrierten Sonntag“ mit Dr. Fritz Gerlich als „Chefredakteur“

Aus der unbedeutenden „Sonntagszeitung“ macht er in nur zwei Jahren ein viel beachtetes „politisches Kampfblatt gegen den Nationalsozialismus“.

Gerlich hat sich von einem scharfen Nationalisten mit antidemokratischen Sympathien zu einem erbitterten Gegner Hitlers und einem wütenden Verteidiger der „Weimarer Republik“ entwickelt.

Um das Jahr Oktober 1930

München * Lion Feuchtwangers Roman „Erfolg - Drei Jahre Geschichte einer Provinz“ erscheint. 

3. November 1930

Isarvorstadt * Uraufführung des Karl-Valentin-Bühnenstücks „An Bord“ im „Kolosseum“, Kolosseumstraße 4.

Das Stück erlebt 188 Vorstellungen.

18. November 1930

München * Die „Bischöfe“ beschäftigen sich in einer „Diözesansynode“ auch mit dem „Nationalsozialismus“

„Domdekan“ Prälat Dr. Anton Scharnagl referiert über dieses Thema. Seine Ausführungen beginnen mit den Worten:
„Der Nationalsozialismus ist politische Partei und Weltanschauung zugleich“ und kommt zum Ergebnis, dass der „Nationalsozialismus“ mit den Aussagen der „katholischen Glaubenslehre“ unvereinbar sei.

Dr. Scharnagl begründet danach seine Thesen mit den

  • von den Nationalsozialisten propagierten „germanischen Christentums“,
  • der „Ablehnung des Alten Testaments“,
  • der „Forderung nach einer deutschen Volkskirche“,
  • die „Ablehnung der Bekenntnisschule“ und
  • einer „rassisch definierten Sittlichkeit“, die die „kinderlose Frau“ als „minderwertiges Mitglied der Volksgemeinschaft“ betrachtet. 

In den angefügten Feststellungen wird der Sachverhalt in nie mehr wiederholter Deutlichkeit schließlich auf den Punkt gebracht: „Der Nationalsozialismus ist eine Häresie und mit der christlichen Weltanschauung nicht in Einklang zu bringen“.  

Das im Februar 1931 veröffentlichte „Amtsblatt Nr. 4“ schwächt allerdings entscheidende Passagen bereits wieder ab. 

7. Dezember 1930

Rom * In der sowjetischen Botschaft in Rom wird ein Max Levien ermordet. 

Ob es sich dabei um den Münchner Kommunistenführer handelt, ist nicht geklärt. 

14. Dezember 1930

Graggenau * Otto Falckenberg holt Liesl Karlstadt an die „Münchner Kammerspiele im Schauspielhaus“ an der Maximilianstraße, wo sie die Rolle der um ihren Hund kämpfenden Frau Vogl in der Komödie „Sturm im Wasserglas“ schlüpft. 

Liesl Karlstadt vertritt Therese Giehse, die zu diesem Zeitpunkt ein Engagement in Berlin hat.

14. Dezember 1930

Neuhausen * Der „Cowboy Club München Süd“ beginnt in der Reithalle an der Albrechtstraße des Oberleutnants a.D. Otto Hermann Fegelein mit dem „Rodeo-Reiten“.  

Fegelein wird über Eva Braun Hitlers „Schwippschwager“ werden.
Er gilt als rücksichtsloser Opportunist und Karrierist, der auch an mehreren „Kriegsverbrechen“ beteiligt sein wird. 

15. Dezember 1930

Berlin * Johannes Hoffmann, der ehemalige bayerische „Ministerpräsident“, stirbt nach einer Operation in Berlin. 


Verwendet in Führung:

12. Auf den Spuren eines Genies - Karl Valentin



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