29. Juli 1884

Der umgestaltete Fischbrunnen geht wieder in Betrieb

Graggenau * Der umgestaltete Fischbrunnen wird wieder in Betrieb genommen.


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Marienplatz, Fischbrunnen,

Weitere Ereignisse im Jahr 1884

1884

Berlin - Deutsches Reich * Die „Reichsregierung“ beginnt mit der Ausstellung von „Schutzbriefen“, um die bislang als private Besitztümer geltenden, hauptsächlich in Afrika gelegenen Landstriche offiziell als „deutsche Kolonien“ anzuerkennen und unter die „Verwaltung des Deutschen Reiches“ zu stellen. 

1884

Au * Valentin Ludwig Fey tritt in die „Kleinkinderbewahranstalt der Vorstadt Au“, in der Lilien-Ecke Ohlmüllerstraße, ein.

1884

München-Au - München-Haidhausen -München-Giesing * Der Auer „Pfarrer“ Simon Knoll schreibt: „Die Entstehung der sogenannten Herbergenhäuser setzt eine besitzlose Bevölkerungsklasse voraus, welcher die Mittel zu der bisher üblichen Niederlassung auf eigenem Grund und Boden fehlte, und sich daher auf anderweite ebenso rasche wie billige Weise die nöthigen Wohnräume zu verschaffen suchte. [...]

Fülglich läßt die Herstellung solcher Häuser den Zufluß einer Bevölkerung erkennen, welche in der Wahl der Niederlassung beschränkt, sich deshalb nur auf abgelegenen, vordem unbenutzte und selbst ungesunde Plätze zusammengedrängt sieht.

So entstanden die Herbergen aus dem Bedürfnis heraus, in Orten, in denen die Zahl der Hausstellen aus räumlicher Beengung nicht vermehrt werden konnte, den Bewohnern gleichwohl die rechtlichen und sozialen Vorteile der Eigentümerstellung zu gewähren.

In jenen Gegenden, in denen genügend Bauland zur Verfügung stand, waren Herbergen nicht üblich.“

1884

Neuguinea - Berlin * Mehrere „Erwerbsverträge“ für den Erwerb von Neuguinea werden abgeschlossen, mit denen ein Gebiet von mehr als 200.000 Quadratkilometern für die „Gesellschaft“ abgesichert werden können.

Es erhält einen „kaiserlichen Schutz“, weshalb die deutsche Flagge über Neuguinea gehisst werden kann. 

1884

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützners Ehefrau Barbara stirbt im Alter von 30 Jahren.

1884

Leipzig - München-Haidhausen * Ein Artikel der in Leipzig erscheinenden „Illustrierten Zeitung“ beschreibt die Villa des Kunstmalers Eduard Theodor Grützner: „Da haben nun die vereinigten Antiquitäten mehr oder weniger sich selbst die Räume geschaffen.

Das Haus ward lediglich nach denselben gebaut; nach dem dadurch bedingten Inneren gestaltete sich naturgemäß mit Hilfe der geschmackvollen Anordnung beider Künstler [gemeint waren Grützner und Romeis] auch das Äußere dieses anmuthigen Gebäudes, mit all seinen Winkeln und Vorsprüngen, mit seinen Erkern, Altanen und Thürmchen, die demselben solch ein charaktervolles, deutsch anheimelndes Aussehen verliehen“.

1884

Pfronten - München * Weil Georg von Dollmann - nach Meinung des „Märchenkönigs“ Ludwig II. - die „Burg Falkenstein“ zu wenig großzügig plant, wird er als Bauherr entlassen.

1884

Obergiesing * Der Innenputz der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ ist fertiggestellt.

Mit der Innenausstattung wird begonnen.

Seit 1884

Isarvorstadt - Museumsinsel * Die Verhandlungen über den Verkauf der „Alten Isarkaserne“ auf der „Kohleninsel“ mit der Münchner Stadtverwaltung werden geführt und 1888 abgeschlossen.

1884

München * In der Münchner Presse erscheint die nachstehende Nachricht:

„Dem die Maximilianstraße in München entlang prominierenden Publico bot sich gestern, Sonntag mittag um 12 Uhr, ein ebenso viel Entrüstung als Ärgernis erregendes Bild dar.

Auf einem doppelsitzigen Veloziped bewegte sich ein Pärchen in rascher Fahrt durch die Straßen.
Das Pärchen bestand aus einem Mannsbilde und einer - Donna, letztere in einem geblümten leinenen Rock, durch den die stampfenden, das Vehikel in Bewegung setzenden Beine sich jedem, so er darauf erpicht war, leicht präsentierten. 

Ohne Scham, stolz wie eine Amazone, ließ die holde Donna sich männiglich mustern, ihre Fahrt ungeniert fortsetzend. 

Wir fragen nun:

  • Ist dies die neueste Art von Velozipedsport?
  • Darf auf solche Art dem öffentlichen Sittlichkeitsgefühl ungestraft ein Faustschlag ins Gesicht versetzt werden?
  • Endlich: Wo bleibt die Polizei, die hier ein erfolgreiches Feld für ihre Tätigkeit finden dürfte?"

Die beschriebene Dame ist die Ehefrau von Josef Stanigel, des Inhabers der „Ersten Münchner Velozipedfabrik", in der ab dem Jahr 1883 Fahrräder gekauft werden konnten.
Gemeinsam mit seiner Frau unternimmt Josef Stanigel „Propaganda- und Reklamefahrten" durch München und zu den umliegenden Bierkellern.

Er trägt dabei einen karierten Anzug, sie eine Pumphose und eine Jacke mit weiten Ärmeln.
„Ja schamts eich denn net, so Maschkera z'gehn?", werden die Radler beschimpft.

Für die „damische Radlerin" gibt es noch stärkere Sprüche:
„A so a ausgschaamte Person, de soll doch bei de Kinder dahoam bleibn!
Vom Radl sollt ma's obehau'
n!"

24. Januar 1884

München * Dr. Hermann Schülein wird in München geboren.

6. Februar 1884

Au * Der Anbau am Wohnhaus in der Entenbachstraße 63 [später: Zeppelistraße 41] wird seit Dezember 1883 erneut umgebaut. 

In jedem der drei Stockwerk werden Wände eingezogen, die die Errichtung einer separaten Küche ermöglichen.
Die Herde und Öfen müssen einen Mindestabstand zu den mit Lehm verputzten Lattenwänden aufweisen. 

28. März 1884

Berlin * Carl Peters gründet die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“, in der überwiegend kleine Gewerbetreibende, Offiziere und Beamte sowie kleinere und mittlere Kaufleute vertreten sind.

Während der „Deutsche Kolonialverein“ das gehobene „Besitz- und Bildungsbürgertum“ repräsentiert, ist die „Gesellschaft“ eher „nationalistisch-rassistisch“ geprägt und steht in harter Konkurrenz zum „Deutschen Kolonialverein“

28. März 1884

Berlin * Die „Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft“ wird gegründet, um eine deutsche „Ackerbau- und Handelskolonien“ in Übersee zu errichten.

Die deutsche „Reichsregierung“ steht dem Projekt von Anfang an ablehnend gegenüber. „Reichskanzler“ Bismarck spricht über das, was Peters der Regierung vorlegt abschätzig: „ein Stück Papier mit Neger-Kreuzen drunter“.
Nachdem aber Carl Peters damit drohte, das Land an König Leopold von Belgien zu geben, lenkt Bismarck ein und lässt einen kaiserlichen „Schutzbrief“ für die Erwerbungen der „Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft“ ausstellen. 

Damit ist der Grundstein für die spätere „Kolonie Deutsch-Ostafrika“ gelegt. 

Um April 1884

München * Die Schulden König Ludwigs II. belaufen sich auf 7,5 Millionen Mark, obwohl er seit dem Jahr 1873 insgesamt 5 Millionen Mark aus dem von Otto von Bismarck verwalteten „Welfenfond“ erhalten hat.

24. April 1884

Berlin * „Reichskanzler“ Otto von Bismarck telegraphiert an den deutschen Konsul in Kapstadt, dass „Lüderitzland“ unter dem „Schutz des Deutschen Reiches“ steht.

Damit ist Adolf Lüderitz am Ziel seiner Wünsche. 

2. Mai 1884

Amberg * Franz Xaver Reichhart wird neuer „Scharfrichter“ und vollzieht an diesem Tag sein erstes Todesurteil auf der „Amberger Fronfeste“.

16. Mai 1884

Falkenstein * König Ludwig II. kauft die „Burgruine Falkenstein“ bei Pfronten, unweit von „Schloss Neuschwanstein“

27. Mai 1884

Schloss Neuschwanstein * König Ludwig II. bewohnt bis 8. Juni das ausgebaute dritte Obergeschoss in Schloss Neuschwanstein

30. Mai 1884

München * König Ludwig II. will eine Anleihe aus dem Vermögen von Prinz Otto entnehmen.

Er scheitert aber am Hofsekretär Philipp Pfister, der den Bayernkönig auf das Bayerische Landrecht“hinweist, das dem Vormund, also Ludwig, untersagt, bei seinem Mündel ein Darlehen aufzunehmen.

Juni 1884

München * Ein Bankenkonsortium bestehend aus der „Bayerischen Bank“, der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ und der „Süddeutschen Bodenkreditbank“ übernimmt ein Darlehen in Höhe von 8 Millionen Mark, und Bismarck legt noch eine Million Mark aus seinem „Reptilienfond“ oben drauf, zur Tilgung der Schulden König Ludwigs II.

1. Juni 1884

München * König Ludwig II. hat durch seine ungezügelten Baumaßnahmen bis zum Frühjahr 1884 Schulden in Höhe von 7,5 Millionen Mark angehäuft.

Und das, obwohl er neben seiner üblichen „Apanage“ seit dem Jahr 1873 fünf Millionen Mark aus dem von Otto von Bismarck verwalteten „Welfenfond“ erhalten hat.

Nun übernimmt ein Bankenkonsortium, bestehend aus der „Bayerischen Bank“, der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ und der „Süddeutschen Bodenkreditbank“ ein Darlehen in Höhe von acht Millionen Mark. 

Zudem legt „Reichskanzler“ Otto von Bismarck aus seinem „Reptilienfond“ noch einmal eine Million oben drauf.

Um den 1. Juni 1884

München * König Ludwig II. hat durch seine ungezügelten Baumaßnahmen bis zum Frühjahr 1884 Schulden in Höhe von 7,5 Millionen Mark angehäuft.

Und das, obwohl er neben seiner üblichen „Apanage“ seit dem Jahr 1873 fünf Millionen Mark aus dem von Otto von Bismarck verwalteten „Welfenfond“ erhalten hat.

Nun übernimmt ein Bankenkonsortium, bestehend aus der „Bayerischen Bank“, der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ und der „Süddeutschen Bodenkreditbank“ ein Darlehen in Höhe von acht Millionen Mark.  
Zudem legt „Reichskanzler“ Otto von Bismarck aus seinem „Reptilienfond“ noch einmal eine Million oben drauf.

Die Befürchtung, wonach die Gelder statt zur Schuldentilgung zum Weiterbau der Schlösser Verwendung finden würden, sollen sich bewahrheiten. 

5. Juli 1884

Togo * Plakkoo, der „Stabträger“ [= Stellvertreter] des zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon verstorbenen Königs Mlapa III., und Gustav Nachtigal unterzeichnen einen „Schutzvertrag“, womit vereinzelte Orte im heutigen „Togo“ zum „Deutschen Schutzgebiet“ erklärt werden können.

Weitere Verträge folgen. 

7. Juli 1884

Lehel * Jakob „Lion“ Feuchtwanger wird in München geboren.  

Die Familie Feuchtwanger lebt in der Thierschstraße 9. 

10. Juli 1884

Kamerun * Gustav Nachtigal, der zum „Kaiserlichen Kommissar für die Westküste Afrikas“ ernannte „Afrikaforscher“ und „deutscher Generalkonsul“ in Tunis, trifft im heutigen „Kamerun“ ein. 

14. Juli 1884

Duala - Kamerun * Nach der Unterzeichnung von „Schutzverträgen“ mit den wichtigsten Führern der „Duálá“ kommt es zur Hissung der deutschen „Flagge“ in der Stadt Duala.

Gustav Nachtigal hat den Auftrag, die für den deutschen Handel interessanten Gebiete unter „deutsches Protektorat“ zu stellen. 

September 1884

Theresienwiese * Nachdem auf der „Theresienwiese“ neben der obligatorischen „Pferde-Rennbahn“ eine zusätzliche Spur für „Rad-Rennfahrer“ angelegt worden ist, gewinnt Heinrich Roth acht Jahre hintereinander das große „Oktoberfest-Rennen“.

Und jedes Mal gratuliert ihm bei der Preisverleihung der „Prinzregent“ und schüttelt ihm die Hand.
Nach dem sechsten Sieg sagt der bayerische Monarch: „Geh, Roth, lassen's halt aa amal de andern gwinna“.
Darauf erwidert der „Rennfahrer“ nur: „De braucha bloß schnella fahrn!“

16. Oktober 1884

München * Julius Hofmann löst Georg von Dollmann als „Oberhofbaudirektor“ ab. 

28. Oktober 1884

Berlin * „Reichskanzler“ Otto von Bismarck ändert seine Einstellung gegenüber der „Kolonialpolitik“ in Hinblick auf die „Reichstagswahlen“ aus innenpolitischen Gründen.

Über das „Kolonialfieber“ will Bismarck die am 28. Oktober angesetzten „Reichstagswahlen“ zugunsten der „regierungsfreundlichen Parteien“ zu beeinflussen, da die „bürgerliche Linke“ und die „Sozialdemokratie“ offen zu ihrer „Kolonialgegnerschaft“ stand.

Und tatsächlich verliert das „linksliberale Lager“, bestehend aus der „Deutschen Fortschrittspartei“, der „Liberalen Vereinigung“, der „Deutschen Freisinnigen Partei“ und der „Deutschen Volkspartei“ 41 Sitze im „Reichstag“ und fällt von 115 auf 74 „Mandate“ zurück.

Unabhängig davon können die „Sozialdemokraten“ - trotz der Behinderungen durch das „Sozialistengesetz“ - ihre „Mandate“ von 12 auf 24 verdoppeln. 

Ab 15. November 1884

Berlin * Im „Reichskanzler-Palais“ in Berlin, dem ehemaligen „Hôtel Radziwill“, findet unter dem Vorsitz von Otto von Bismarck eine internationale Konferenz, bei der es um Lösungen von Konflikten geht, die im Zusammenhang mit dem „Wettlauf um Afrika“ stehen.

Dreizehn europäische Staaten, die USA und das „Osmanische Reich“ beteiligen sich an der sogenannten „Kongo-Konferenz“. Es geht dabei um die Festlegung von Kriterien für die „völkerrechtliche Anerkennung von Kolonialbesitz“.
Immerhin waren in etwas mehr als zwei Jahrzehnten über zehn Millionen Quadratmeilen afrikanischen Bodens und mindestens einhundert Millionen Afrikaner unter europäische Herrschaft gelangt.

Um die Besetzung der restlichen Gebiete und der abschließenden Abgrenzung der Besitzstände geht es auf dieser „Konferenz“. Das Ergebnis sind die wie mit dem Lineal gezogene „Demarkationslinien“, wobei die Grenzen oft quer durch die Lebensräume einheimischer „Ethnien“ verlaufen.

Afrika wird als „herrenloses Land“ definiert, das nunmehr als „Kronland“ und Eigentum europäischer Staaten an „Kolonialgesellschaften“, „Konzessionäre“ und „Siedler“ vergeben werden kann.
Damit folgt die schrittweise Verdrängung der „Eingeborenen“ aus ihren Wohn- und Lebensgebieten bis hin zur Eingrenzung in „Reservate“.

Zu dieser „Konferenz“ ist kein einziger afrikanischer Vertreter eingeladen worden und die Souveränitätsrechte der betroffenen Staaten werden schlicht ignoriert.
Wozu auch, es geht doch den europäischen Mächten um so hehre Ziele wie den „Zivilisationsauftrag“ und die Verbesserung der „sittlichen und materiellen Wohlfahrt der eingeborenen Völkerschaften“.

Die „Kongo-Konferenz“ endet mit der Verabschiedung einer „Generalakte“ am 26. Februar 1885. 

16. November 1884

Berg am Laim * Die Marke „Marco Polo Tee“ wird unter der Nummer 347 ins „Register der geschützten Markenzeichen“ eingetragen.

Das Produkt der Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ ist eines der ältesten geschützten deutschen Markenzeichen.

24. Dezember 1884

München * König Ludwig II. ordnet den Bau des „Hubertuspavillons“ nach dem Vorbild der „Amalienburg“ im „Nymphenburger Schlosspark“ an.

Er wird in der Nähe von „Schloss Linderhof“ erbaut, aber nicht fertiggestellt. 


Verwendet in Führung:

11. Münchner Zeitensprünge
21. Berg am Laim - Ost
27. Typisch München
29. Graggenau



Stadtteil: 56
Straße: Marienplatz 0
Sucbegriffe: Marienplatz, Fischbrunnen