2017-02-23 1881 - Am Einlaß 4 - Schülein Joseph Brauerei-Direktor, Schülein Ida in München-Geschichte


7. Oktober 1881

Joseph und Ida Schülein beziehen ihre Wohnung „Am Einlaß 4“

Angerviertel * Joseph und Ida Schülein beziehen ihre Wohnung „Am Einlaß 4“


1881

Suchbegriffe

Am Einlaß 4,

Personen

Schülein Joseph Brauerei-Direktor Schülein Ida

Weitere Ereignisse im Jahr 1881

1881

Maxvorstadt * Adolf Friedrich von Schack schließt seine Sammlung, die er 1857 begonnen hat, endgültig ab.

1881

München * Der Bau der „Schwemmkanalisation“ wird begonnen.

Damit kann sich der durch Miststätten, Latrinen und Versitzgruben verseuchte Boden wieder selbst reinigen.

Ab dem Jahr 1881

Graggenau - Haidhausen * Das „Sud-, Gär- und Kühlhaus“ sowie das Verwaltungsgebäude des „Hofbräuhauses“ werden an den neuen Standort in der Inneren-Wiener-Straße verlegt.

1881

Haidhausen * Die mittlerweile in eine „Aktiengesellschaft“ umgewandelte „Brauerei zur Schwaige“ in Haidhausen wird von einem „Brauer“ Geyer erworben.

1881

Angerviertel * Die „Löwenhauserbrauerei“ in der Sendlinger Straße wird in „Gambrinusbrauerei“ umbenannt.

1881

Theresienwiese * Die Anfrage des Münchner Wiesnwirts Michael Schottenhamel, ob er mehrere Plätze ersteigern darf, wird abgelehnt.

1881

Au * Johann Bucher gründet seine gleichnamige „Drahtfabrik“ in der Zeppelinstraße in der Au.

Ab 1881

Maxvorstadt * Franz Stuck studiert an der „Akademie der Bildenden Künste“ bei Wilhelm Lindenschmidt und Ludwig Löfftz, auch wenn er dem Unterricht häufig fern bleibt. 

Ab 1881

Isarvorstadt - Museumsinsel * Die „Kohleninsel“ wird mit einer Kaimauer gegen Hochwasser geschützt.

Die Arbeiten dauern bis 1904 an.

1881

Au * Installation der Wasserturbine und der Linde-Kälteanlage für das Eiswerk mit einer Leistung von 80 Tonnen Blockeis am Tag.

1881

Au * Baumeister N. Debold errichtet für die Brauerei „Zum Münchner Kindl“ ein „Restaurationsgebäude“ an der Rosenheimer Straße.

1881

München * Coletta Möritz erzählt, wie sie der Maler Friedrich August von Kaulbach im Jahr 1881 auf die Leinwand gebannt hat, als „draußen auf der Wiesn das große deutsche Bundesschießen stattfinden sollte. [...] Dort kam ihm plötzlich der Einfall: „Die Coletta - die mal ich als Wirtshausschild“.

Und weiter erzählte die betagte Maßkrugschlepperin: „Gleich ist’s ans Modellstehen gegangen, Krügl hab ich in der Hand tragen und den Fuß hab i heben müssen, als tät ich auf einem Fuß tanzen, und der Kaulbach hat gezeichnet und dann daheim im Atelier die Schützenscheibe g’malt“.

Januar 1881

München - Berlin * Die Münchner Presse verbreitet das Gerücht, dass Graf von Schack seine „Galerie“ der „Stadt Berlin“ oder der „Preußischen Nationalgalerie“ übereignen will.

Schack stellt daraufhin klar, dass er, so lange er lebt, mit seiner Sammlung in München zu bleiben gedenke.

14. Januar 1881

München * Joseph Schülein erhält das „Münchner Bürger- und Heimatrecht“ übertragen.

21. März 1881

Kreuzviertel * Das „Landtags-Wahlgesetz vom 4. Juni 1848“ wird geändert und darin die „Geheime Wahl“ eingeführt.  

Es werden zwar weiterhin in einer „Urwahl“ zunächst die „Wahlmänner“ bestimmt, die dann in einem elitären Kreis noch elitärere Kandidaten zum „Landtags-Abgeordneten“ wählen.  
Doch bis dahin mussten die „Urwähler“ den „Wahlzettel“ unterschreiben.  
Diese Vorschrift entfällt jetzt. 

22. März 1881

München * Um Graf Adolf Friedrich von Schack bei Laune zu halten, wird ihm die Münchner „Ehrenbürger-Würde“ angetragen.

30. April 1881

München * Bei einer „Separatvorstellung“ von Victor Hugos „Marion de Lorme“ wird König Ludwig II. auf den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz aufmerksam. 

21. Mai 1881

Hackenviertel * „Das Aquarium“ am Färbergraben wird eröffnet.
Der Eintrittspreis beträgt 1 Mark.

Die namensgebende Attraktion - das Aquarium - befindet sich im Keller des Anwesens.
Dort gibt es in einer Tropfsteinhöhle eine „Tauchergrotte“ und 30 offene oder verglaste „Süß- und Salzwassergrotten“ zum bestaunen.
In den Becken tummeln sich - neben einheimischen Fischen und diversem Meeresgetier - auch Seehunde, Haie und zwei Nilkrokodile.

Im Erdgeschoss sind Affen, ein junger Bär, Schlangen, Eidechsen und eine Anzahl exotischer Vögel ausgestellt.

Der erste Stock beherbergt eine umfangreiche „Kunstsammlung“, die ein Sammelsurium von Gegenständen beinhalten:
Chinesische Skulpturen, historische Waffen, ausgestopfte Tiere, Spieluhren und moderne mechanische und elektrische Automaten; darunter auch einige lebensgroße mechanische Wachspuppen.

Ein sogenanntes „Lachkabinett“, bestehend aus verschiedenen „Vexierspiegeln“, sorgt für zusätzliches Vergnügen.

Im zweiten Stock befindet sich „Ein wunderbar perspektivisches Gemälde von Neapel mit dem Vesuv“ sowie 19 verschiedene „Wachsfigurengruppen“ und eine Sammlung von „Totenmasken“.

Im als „Steingrotte“ eingerichteten Innenhof des Anwesens können die Besucher im Gartenlokal „Alhambra“ - wenn sie wollen - „noch ein Stündchen im trauten Gespräch beim Glase Spatenbier das Gesehene am Geistesauge vorbeiziehen lassen“.

Dort oder in einem Konzert- bzw. Vorstellungssaal finden darüber hinaus regelmäßig diverse Sonderdarbietungen statt:
Tiere und Menschen werden zur Schau gestellt, aber auch Automaten.

Um den 25. Juni 1881

Schloss Linderhof - Schweiz * König Ludwig II. lädt den Jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz nach „Schloss Linderhof“ ein und verpflichtet ihn zu einer Reise in die Schweiz.  

Dort soll Kainz, an den Originalschauplätzen von Schillers „Wilhelm Tell“ Passagen aus dem Werk zitieren. 

27. Juni 1881

Schweiz * König Ludwig II. und der Schauspieler Josef Kainz begeben sich auf eine Reise in die Schweiz.  

Dort soll Kainz, an den Originalschauplätzen von Schillers „Wilhelm Tell“ Passagen aus dem Werk zitieren.  

Auf dieser Reise entstand auch das berühmte Erinnerungsfoto, bei dem Kainz die Hand auf die Schulter des Königs legt.  
Die Hand wird später durch Retusche entfernt. 

14. Juli 1881

München * Die gemeinsame Schweiz-Reise von König Ludwig II. und dem Schauspieler Josef Kainz endet.  

Beide sind vom Ausgang der Reise enttäuscht.  

  • Der Schauspieler konnte die hohen Erwartungen des Königs nicht erfüllen.  
  • Er war den körperlichen Strapazen länger alpiner Wanderungen und  dem unausgesetzten Forderungen des Königs nach „empathischem Deklamieren“ nicht gewachsen.  
  • Er verweigerte sich aus Erschöpfung und Übermüdung.  
  • Damit überschritt er für König Ludwig II. eine „rote Linie“ zwischen König und „Untertan“.  

Das ist für den Bayernmonarchen unverzeihlich. 

25. September 1881

Theresienwiese * Der „Metzgermeister“ Johann Rössler kommt mit einem selbst entworfenen Apparat aufs „Oktoberfest“.

In einem Plakat beschreibt er die neue Attraktion:
„Auf der Theresienwiese. Seltene Volksbelustigung!
Das Braten eines ganzen Ochsen.

Sonntag, den 25, September 1881 wird ein ganzer Ochse auf einer eigens dazu construirten Maschine am Spiess gebraten.
Anfang der Zubereitung Früh 8 Uhr. Beginn des Bratens 9 Uhr.
Das Garsein wird auf Abends halb 5 Uhr festgesetzt und wird durch drei Böllerschüsse bekannt gegeben.
Preis per Portion 50 Pfg. Entrée 50 Pfg.
Von 2 Uhr an Musik-Produktion.
Ausschank von gutem, alten Hacker-Bier.

Die Maschine steht von Montag, den 26. September an gegen Entrée von 10 Pfg. ausgestellt,
Wozu ergebenst einladen die Unternehmer J. Rössler & A. Schibanek.“

Die „Ochsenbraterei“ wird in den Polizeiberichten als „Schaustellung“ und nicht als „gastronomischer Betrieb“ geführt.

25. November 1881

Sotto il Monte * Angelo Giuseppe Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., wird in Sotto il Monte, in der Provinz Bergamo, geboren. 


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner
39. Angerviertel



Am Einlaß 4
Schülein Joseph Brauerei-Direktor, Schülein Ida